Und heute haben wir mal wieder ein Motto, an dem sich die Geister scheiden werden, denke ich mal. Was anderes als
Romantisches Zeuchs!
kann es natürlich in der Valentinswoche nicht sein, oder?
Vor allem aber habe ich dieses Thema gewählt, weil ich dann über “Anna Karenina” schreiben kann. Normalerweise ist romantische Literatur nicht meine Welt. Natürlich ist es gut, wenn auch Romantik, Sex, Liebe etc. vorkommen, so spielt das Leben, aber wenn sich Bücher nur um Romanzen, Herzschmerz und Beziehungskisten drehen, langweile ich mich relativ schnell, es sei denn, es ist sehr gut oder lustig geschrieben. Ansonsten habe ich schon gern noch einige andere Themen und Handlungen.
Nun hatte ich ja im Januar die Herkulesaufgabe schlechthin bewältigt:
“Anna Karenina” von Leo Tolstoi
komplett gelesen, alle 1217 Seiten. Und was könnte romantischer sein, als für die große Liebe alles aufzugeben, den Ehemann, den Sohn, die gesellschaftliche Stellung? (Im 19. Jahrhundert ein durchaus schwieriges Unterfangen.)
Ich habe das Buch recht gern gelesen, allerdings würde ich es nicht unbedingt noch einmal lesen. Am interessantesten fand ich nicht mal die Entwicklung der Liebe zwischen Anna und Wronskij, sondern Konstantin Ljewin, denn bei ihm geht es nicht nur um seine zunächst unglückliche Liebe, sondern es wird auch geschildert, wie er sein Gut führt, ständig über Verbesserungen nachgrübelt und sich auch nicht zu schade ist, mal selbst zur Sense zu greifen oder sich mit Bauern zu unterhalten. (Man muss bedenken, dass der Roman im 19. Jahrhundert spielt, da ist so etwas für einen Gutsbesitzer nicht unbedingt selbstverständlich.) Sein zweiter Heiratsantrag war übrigens auch sehr romantisch. Allerdings konnte ich mit seiner “religiösen Erweckung” am Ende des Buches gar nichts anfangen.
Die Geschichte um Anna und Wronskij ist natürlich auch nicht uninteressant, Tolstoi schildert meisterhaft, wie sich die Liebe entwickelt und wie sie nach und nach wieder an Zweifeln zerbricht, wie Anna zwischen Hoffnung und Resignation schwankt, Gefühle, wie wir sie wohl alle kennen, wenn eine Liebe zu Ende geht…
Pluspunkte: Brillant geschrieben, interessante Einblicke in das Russland des 19. Jahrhunderts (allerdings steht meistens der Adel im Mittelpunkt).
Minuspunkte: Einiges zieht sich, so wird die Szene, in der Ljewin den Bauern beim Mähen einer Wiese hilft, auf drei Kapitel ausgedehnt (die Kapitel sind allerdings alle recht kurz) und auch die Gefühle der Protagonisten werden häufig sehr detailliert ausgeleuchtet, es war mir persönlich ab und zu zu viel des Guten.
Das ist natürlich meine rein persönliche, total subjektive Meinung, eigentlich ist es ja böse, bei einem Meisterwerk der Weltliteratur von Minuspunkten zu sprechen.
Im Nachwort meiner Ausgabe konnte man übrigens erfahren, dass Tolstoi selbst nicht so glücklich mit diesem Werk war…
Nun bin ich gespannt, was Ihr für romantische Werke präsentiert. Love is in the air… Und nächstes Mal ist wieder ein Motto eines Projektteilnehmers dran, damit Ihr jemand anderen für die Themen lobpreisen oder verfluchen könnt.
Apropos Mottos, wer gute Ideen hat, kann jederzeit hier noch neue Vorschläge mailen. (Nach unten scrollen, dort gibt es ein kleines Kontaktformular.)
Ach ja, wo Romantik ist, dürfen natürlich auch die scheiß Herzchen nicht fehlen.
♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥
♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥
♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥
♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥
♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥
♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥
♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥
♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥
Kommentare