Neulich im Monstergarten…

Ihr erinnert Euch noch an das Projekt Tomatenpflanzen? Und die Leser mit einem brutal guten Gedächtnis wissen sogar noch, dass ich eine kleine Limettenpflanze mein eigen nennen darf.

Nun war das Hamburger Wetter in letzter Zeit recht unbeständig und kühl. Das stört mich überhaupt nicht, mir ist das allemal lieber als 30 Grad im Schatten. Tomatenpflanzen und Limettengewächse mögen es aber kuschelig warm. So bin ich also vor ein paar Wochen auf die brillante Idee gekommen, mir ein kleines Treibhaus zu bestellen. Das wurde dann vor 3 Wochen geliefert. Wie das aber so ist, war es natürlich in Kartons verpackt, viele kleine Einzelteile… uh… Eigentlich hatte ich geplant, es selbst zusammenzuschrauben, aber 1. bin ich kein begabter Zusammenschrauber (reicht noch für einen Kickertisch oder eine Hollywoodschaukel, aber na ja…) und 2. war mein Elan der letzten Wochen etwas erlahmt. Arbeitsurlaub, diverses anderes Zusammengebaue, ich hatte dann einfach mal spontan die Schnauze voll… Was also tun?

Ralph brachte mich auf die Idee. Hier und hier und  hier und hier berichtet er, wie er in wenigen Minuten eine komplette Kräuterspirale und so nebenbei auch noch einen epochalen Vorgarten anlegte. Das brachte mich wie gesagt auf eine geniale Idee. Aber eine Entführung DarkJohanns, wie man Ralph auch nennt, scheiterte daran, dass mein rotes Monster, übrigens sein Lieblingsmonster, heftig protestierte. Es fielen Worte wie “er hat doch Rücken, das darfst Du nicht, wehe, wenn doch, dann beiße ich Dich ganz doll” und so weiter. Das wollte ich nicht riskieren.

Ich hatte dann aber eine neue Idee. Ich kenne ja schließlich auch einen Supermann. Also bin ich zu Rahm ins Büro spaziert.

Ich: “Rahm, könntest Du mir einen Gefallen tun?”
Rahm: “Natürlich. Zieh schon mal die Jalousien zu, ich habe gerade eine neue 1000er Packung geriffelte…”
Ich: “Nee, nicht das.”

Es schmerzte schon ein bisschen, dieses vorfreudige Lächeln zu zerstören, aber manchmal geht es einfach nicht anders:

Vorfreudiges Lächeln

Ich: “Es geht darum, kurz mal ein Treibhaus zusammenzubauen. Es ist ganz klein. Schaffst Du in 5 Minuten!”
Rahm: “Ein Treibhaus zusammenbauen? Ich habe doch schon genug anderes zu tun!”

An dieser Stelle fiel mir folgender Hinweis in Ralphs Artikel ein:

“… Wie ich in diesen bodenlosen Leichtsinnszustand versetzt werden konnte … nun, der Mantel des Schweigens ist ein praktisches Bekleidungsstück. Und nein, betrunken war ich nicht …”

Aha. Gut, da musste die beste Ehefrau von allen irgendwie nachhelfen. Das kann ich auch!

Ich: “Wenn Du mir nicht hilfst, muss ich es selbst in Angriff nehmen. Das dauert verdammt viele Tage, ich werde schlechte Laune bekommen, weil ich bei so was sehr ungeduldig bin, womöglich werde ich mich auch noch verletzen, das alles heißt: Keine Zeit für Überstunden!”

Das saß!

Rahm: “Okay, okay. Aber der Zeitaufwand muss wieder eingeholt werden, das bedeutet die nächsten 50 Wochenenden Wochenendarbeit und jeden Tag mindestens 4 Überstunden und…”
Ich: “Ja, alles klar!”

Ich bin mathematisch ja nicht so bewandert; gut, dass ich mich da voll auf Rahm verlassen kann.

Jedenfalls lief die Sache. Nach 5 Minuten stand das kleine Treibhaus. Niedlich, oder? Da freuen sich meine Tomatenpflanzen namens “Rahm” und “Eric” sowie meine Limettenpflanze, die ich “Limettchen” nenne. “Limettchen” und “Rahm” stehen natürlich nebeneinander.

Rahms Meisterwerk

Der Knaller ist aber ja der Name des Treibhauses. Der Hersteller nennt dieses Modell nämlich Venus 2500. Ich meine, wer bitte schön nennt ein Treibhaus Venus??? Wir alle wissen, was auch Wikipedia schreibt:

Venus war die römische Göttin der Liebe, des erotischen Verlangens und der Schönheit. Das ihr beigeordnete Tier ist der Delphin, da dieser in der Antike als Symbol für Liebe und Philanthropie galt.

Bei einem Delphinarium hätte der Name also durchaus Sinn ergeben. Wobei es an dem Tag der Montage so dermaßen stark regnete, dass ich jederzeit damit rechnete, Delphine, Wale oder sonstiges Meeresgetier vorbeischwimmen zu sehen. (Gut, dass keine Regencapefetischistinnen anwesend waren — wenn die Rahm im Cape gesehen hätten, oha, oha!)

Aber als Name für ein Treibhaus? Vielleicht ahnte der Namensgeber ja, dass zumindest eines dieser Treibhäuser einst von der Reinkarnation aller vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Sexgötter zusammengebaut werden würde (hätte er es dann aber nicht besser Eros, Amor oder am passendsten gleich Rahm nennen sollen?). Wahrscheinlicher ist, dass der Erfinder einfach zu viel merkwürdiges Zeuchs getrunken hat. Liebe Namensgeber von Produkten: Es ist besser, wenn man bei XXL-Caipi bleibt!

Hier noch mal ein Foto von Venus bei strahlendem Sonnenschein:

Venus im Sonnenschein

Ist es nicht schön, mein kleines Treibhaus? Die Pflanzen fühlen sich dort sehr wohl. Mal sehen, ob die kleinen Tomaten, die sowohl Eric als auch Rahm schon haben, nun mal etwas zügiger wachsen… Ich kann den Geschmackstest kaum erwarten!