… noch nicht mal zehn Uhr, und ich rannte irre lachend durch die Räumlichkeiten der Anstalt, dabei eine Emanzenversion der Internationalen dichtend (“Schwestern, hört die Signale! Auf zum noch nicht letzten XXL-Caipi!”). Anschließend entfachte ich in einem Büro ein Freudenfeuer aus Dirndln und Euroscheinen, die keinen Platz mehr unter dem Rettungsschirm fanden. Arglose Anrufer begrüßte ich wahllos mit irgendwelchen SAP-Fehlermeldungen (“E Doppelpunkt Auftrag hat Status TABG”).
Kurzum: Es war ein ganz normaler Tag. Keinem fiel etwas ungewöhnliches auf. Wirklich keinem? Doch! Jemand musste Bericht erstattet haben, denn im fernen München entfaltete ein besorgter Mitbürger hilfreiche Aktivitäten, und so fand ich am Montag ein Paket aus eben jener Metropole vor. Ich öffnete das Päckchen und mahnte meine monströsen Mitbewohner zur Vorsicht — die Gefahr, dass eine Barbiepuppe oder FCB-Fanartikel zum Vorschein kommen könnten, sollte man nie unterschätzen.
Allein, was rede ich, die Monster stürzten sich Hals über Kopf ins Abenteuer:
Ja, meine Monster, sie fürchten weder Tod noch Krötengeneral, eben ganz die Elite. Während die Monster auf Tauchstation im Karton gingen, studierte ich aufmerksam das Anschreiben. Dort war viel die Rede von einer notwendigen Behandlung und Therapiefröschen (ja, gleich mehrere Therapielurche, genauer gesagt: ganz schön viele). Für eine erfolgreiche Behandlung schien eine Schockstarre Voraussetzung zu sein, und um diese herbeizuführen, sollten sich mehrere Gegenstände in dem Karton befinden, entnahm ich dem Brief.
Und so war es tatsächlich. Dieser Hund zum Beispiel sollte mich durch rhythmische Bewegungen in Hypnose versetzen, vermute ich zumindest:
Man beachte auch die interessante Verpackung:
Zum Glück ist mein 354. Name Selbstbeherrschung, so dass ich nicht in Hypnose verfiel. Währenddessen förderten die Monster eine Droge zutage:
Es handelt sich hierbei um “Original Halloren Kugeln”. Hört Ihr’s auch raus? Halloren klingt ja schon so ähnlich wie Halluzination. Damit sollte ich auf jeden Fall für eine Behandlung durch die Therapiefrösche vorbereitet werden. Definitiv ist dieses Naschzeuchs extrem lecker, aber selbstverständlich wurde ich nicht abhängig, da mein 459835795. Name Genügsamkeit lautet. (Moment, ich muss mal kurz mit meinem Einkäufermonster reden. “Monster, hast Du 100 kg davon bestellt, gibt es schon einen Liefertermin, klär das bitte schleunigst, ja?”) So, Tschuldigung, da bin ich wieder.
Äh, halt, ich muss noch mal unterbrechen.
“Du Dieb! Leg das wieder hin! Das sind meine!”
Unglaublich. Diese Monster haben wirklich überhaupt keine Disziplin, zumindest, wenn es um Süßigkeiten geht…
Wo war ich? Ach ja, ein Multifunktionsgerät befand sich ebenfalls in der Sendung, es soll 1001 Funktionen haben, ich bin aber erst bei Nr. 653 angelangt:
Hochinteressant: Man bekommt damit fast jede Bierflasche auf, egal, welche Sorte. Ich muss es wissen… hicks… lall… Schon ganz schön anstrengend, alle Funktionen durchzutesten … Aber das Allerepochalste ist ja wohl die Farbe! Seht Ihr, wie das Multifunktionstool mit meinem HSV-Schlüsselanhänger harmoniert?
“Aber was ist denn nun mit Deiner Therapie”, höre ich Euch ungeduldig fragen. Ja, die angekündigten Therapiefrösche waren in der Tat zahlreich im Paket vertreten. Doch bevor ich die armen aus ihrer Praxis befreien konnte, geschah folgendes:
Ein Monster namens Orangesmonstermitpinkenpunktenundherzchenantenne bahnte sich ohne Rücksicht den Weg, dabei mehrere Monster über den Haufen laufend und brüllend: “SIND DAS ETWA FRÖSCHE????????????!!!!”
Noch bevor ich antworten konnte, quietschte es: “ICH LIEBE FRÖSCHE!!!!!!!” und nahm die ganze Bande in den Arm. Was folgte, war eine Knuddelattacke ohnegleichen.
“Aber meine Therapie”, wandte ich zaghaft ein. “Ich brauche doch meine Behandlung.” Nun ja, bisher hat das Monster die Frösche noch nicht freigegeben. Vielleicht wird das ja noch was. Ich möchte jedenfalls betonen, dass ich im Prinzip bereit wäre, mal ein Gespräch mit den Psychofröschen zu führen. Der Unfall heute in der Anstalt, als ich ein bisschen Monitorweitwerfen übte, gibt mir nun doch etwas zu denken. Das Schild vor meiner Bürotür “Achtung, total beklopptes Monster, dieses Büro bitte weiträumig umgehen” finde ich auch nicht so lieb, das tut mir weh, und vielleicht können mir die Fröschlein helfen, einen Zugang zu meinen Kollegen zu finden, der sich anders als ein in Panik gebrülltes “Aaaah, da ist wieder das grässliche Monster!” und einer sich extrem schnell entwickelnden großen räumlichen Distanz äußert.
Ich danke auf jeden Fall meinem Lieblingskrötengeneral für die epochalen Geschenke und die Therapiefrösche! Ich hoffe, dass … oh, Moment mal … Das kann doch nicht …
“Ihr Monster! So, nun reicht es! Was zu weit geht, geht zu weit!”
Ich wollte ja diszidingsda sein, aber ich habe keine andere Wahl! Ich muss diese Kugeln schnellstens selbst essen, nicht, dass meine kleinen Monsterchen eine Magenverstimmung bekommen! Und sogar den Schnackselhund haben die sich zur Unterstützung geholt. Unfassbar. Aber zurück zur Danksagung. Ich würde ja dem Krötengeneral einen dicken Dankesknuddel geben, aber weil er so was nicht mag, verzichte ich darauf, lieb, wie ich nun mal bin.
Also belasse ich es bei einem groooooßen knuddel- und tätschellosen
D A N K E ! ! ! ! ! !
PS: Übrigens war in dem Päckchen auch ein Bild, das so eine Art Fellmonsterrasur zeigte. Aber mit Rücksicht auf zarte Gemüter verzichte ich auf den fotografischen Beweis.






























