Monstermeute & Zeuchs

Zwischen Wahn- und Irrsinn passt immer noch eine kleine Weltherrschaft! | Wer hier Spuren von Sinn und Verstand entdeckt, hat sich nur verguckt!

52 Bücher, Woche 9

Hallo allerseits,

bevor ich das neue Motto bekannt gebe, noch eine Frage bzw. Anregung. Silke hat die Idee einer “Projektbibliothek” ins Spiel gebracht, nachzulesen in den Kommentaren zu diesem Beitrag. Sinn, Zweck und Ziel des ganzen soll es sein, dass die Projektteilnehmer untereinander die Möglichkeit hätten, die vorgestellten Bücher zu verleihen.

Ich finde die Idee gut, auch wenn ich mich selbst nicht beteiligen würde, ich hab’s nicht so mit Aus- und Verleihen von Büchern. Aber grundsätzlich ist das eine feine Möglichkeit, Geld zu sparen, denn vermutlich ist nicht nur meine Wunschliste schon recht lang geworden, und wir sind erst bei Woche neun. Ihr könnt Euch ja mal in den Kommentaren zu dem Vorschlag äußern. Auch wie Ihr Euch eine Organisation vorstellen könntet. Einfach die Bereitschaft in dem jeweiligen Artikel kundtun? Eine Übersicht mit allen, die sich beteiligen würden?

Nun zum Thema. Es ist diese Woche von Dark Johann.

Bücher, deren (an sich sehr lesenswerter) Inhalt Euch so mitgenommen hat, das ihr aus emotionalen Gründen nicht weiterlesen konntet. (Das abgebrochene Buch.)

Das ist ein sehr interessantes Motto, aber für mich gar nicht so einfach. Es gibt das ein oder andere Buch, das ich aus Langeweile abgebrochen habe. Aber normalerweise lese ich ein Buch, das ich anfange, auch zu Ende. Es gibt eine Menge Bücher, die mich mitgenommen haben, aber einmal angefangen, habe ich es durchgestanden.

Also nehme ich ein Buch, das ich bisher nicht gelesen habe, weil ich etwas Angst davor habe, weil ich genau weiß, dass es mich sehr mitnehmen würde. Es ist:

“Das Blut der Hoffnung” von Samuel Pisar

Samuel Pisar berichtet, wie er Auschwitz überlebt hat. Mehr kann ich dazu leider (noch) nicht sagen. Ich habe einige Bücher über diese Zeit gelesen, auch Berichte, z. B. “Was für ein schöner Sonntag” von Jorge Semprun und natürlich das Tagebuch der Anne Frank sowie etliche Sachbücher. Auch in der Gedenkstätte, die hier in der Nähe ist (KZ Neuengamme) war ich mehrmals. Es ist also nicht so, dass ich generell einen Bogen um diese dunkle Zeit mache. Es ist aber für mich jedes Mal wieder erschütternd, sich damit zu beschäftigen, wobei ich Sachbücher noch etwas besser bewältigen kann als persönliche Berichte. Und aus diesem Grund habe ich das Buch bisher nicht gelesen.

Aber wenn ich erst mal anfange, werde ich es bestimmt zu Ende lesen.

40 Antworten auf 52 Bücher, Woche 9

  1. MestraYllana 30. Dezember 2011 um 11:35

    Dadeldidumm… und schon da! ;-)
    http://mestrayllana1.blog.de/2011/12/30/52-buecher-woche-12370839/

    Ich hab auch ein paar KZ-Bücher gelesen, hatte aber nie eines abgebrochen. Auch wenns mir danach oft ziemlich schlecht ging – wahnsinn, was wir Menschen uns gegenseitig antun!!!

    • Fellmonsterchen 30. Dezember 2011 um 21:36

      Ja, Wahnsinn und unbegreiflich. Von den Menschen abgesehen, die sich aus Angst nicht gewehrt haben (ich wäre selbst wohl nicht mutig genug gewesen, um Widerstandskämpferin zu werden), gab es ja genug, die eifrig und mit Freude an dieser Vernichtungsmaschinerie mitgewirkt haben. Das waren ja nicht nur die paar NSDAP-Spitzen…

      • MestraYllana 31. Dezember 2011 um 00:00

        Oh ja! Und ich finde es traurig, so im Nachinein auf das Geschehen zu blicken. Allerdings: wie hätte ich in der Situation wohl gehandelt? Wenn ich ehrlich bin, gehöre ich eher in die Kategorie “feiger, kuschender Schisser”!

        • Fellmonsterchen 31. Dezember 2011 um 00:09

          Das meinte ich bei mir mit “selbst nicht mutig genug gewesen”, aber das Schlimme ist ja, dass es genug Menschen gab, die richtig eifrig dabei waren.
          Und ich finde, dass sich die Mitläufer danach zumindest etwas hätten schämen können. Gewusst haben davon viele, in Neuengamme und Umgebung z. B. wussten die Bauern ganz genau Bescheid (einer hat es mir gegenüber auch zugegeben).
          Ach, ein weites Feld, dieses Thema… Mein Großvater mütterlicherseits hat bis zu seinem Ende die Juden beschimpft, ich musste ein paar Jahre bei meinen Großeltern leben, da gab es einige Streitereien…

          • MestraYllana 2. Januar 2012 um 07:28

            Ich war mal auf einem Schulausflug in einem ehemaligen KZ, mir hat damals die “Stimmung” derart auf die Nerven gedrückt, dass ich in den “Schlafkojen” richtig benommen und dieselig war. Eine Freundin ist sogar umgekippt.

            Das kenne ich. Aber Jahre bei jemandem leben zu müssen, der auch so lange später immer noch Judenhasser ist, ist wirklich schlimm, da kann ich mir die Sttreitereien bildlich vorstellen!!

            • Fellmonsterchen 2. Januar 2012 um 22:20

              Das kann ich verstehen.
              Ich war vor einigen Jahren mit einer Freundin in dem Film “Sophie Scholl — Die letzten Tage”. Während ich danach einfach erst mal sprachlos war, plapperte sie gleich drauflos. Konsequenz: mit ihr gehe ich jedenfalls nicht mehr in solche Filme. Das konnte ich gar nicht gut vertragen.

              • MestraYllana 4. Januar 2012 um 09:58

                Solche Leute versteh ich auch nicht so ganz. Aber vielleicht ist es ihre Art, derartiges zu verarbeiten. Ich bin da eher wie du. Erst mal “schmähstad”, wie man bei uns sagen würde, also eher ruhig und nachdenklich. Solche Sache arbeiten immer “unter der Oberfläche”.

  2. Silke 30. Dezember 2011 um 13:31

    Uiuiui, ich glaube fast, da muss ich diese Woche passen. Mir fällt – zumindest so ad hoc – kein Buch ein, das in diese Kategorie passen würde… Schwierig, sehr schwierig.

    • Fellmonsterchen 30. Dezember 2011 um 21:37

      Ja, das war wirklich schwierig. Ich fange viele Bücher, von denen ich weiß, dass sie mich sehr belasten würden, gar nicht erst an zu lesen…
      Und Horrorliteratur ist sowieso nicht meins, das wären sonst wohl auch häufig Bücher, mit denen ich mich plagen würde…

  3. DarkJohann 30. Dezember 2011 um 13:31

    Über dieses (schwere) Thema wird das Weichei Ralph einen Artikel schreiben – denn ich lese natürlich alles zu Ende! Und ich bin sehr gespannt, ob es noch weitere Sensibelchen gibt wie Ralph, die sich Dinge zu sehr zu Herzen nehmen …

  4. Pingback: Monsterprojekt: 52 Bücher, Woche 9 « Dulsberg-Nord

  5. rolandschwarzer 30. Dezember 2011 um 14:38

    Fertig! Tschuldigung, daß ich das letzte Thema habe ausfallen lassen, aber ich un Weihnachten… Tzz ;)

  6. Pingback: Warum ein Hund Selbstmord begeht – Projekt 52 Bücher — Zum Mephistopheles!

  7. aga80 30. Dezember 2011 um 18:23

    Oh man da fällt mir ganz spontan nix ein, da muss ich erst mal in mich gehen und überlegen.

  8. natira 1. Januar 2012 um 11:59

    Das Thema ist wirklich eine Herausforderung – Waggy hat den Kopf geschüttelt und ich bin in mich gegangen. Dabei ist das herausgekommen: http://natiraszeit.blogspot.com/2012/01/projekt-52-bucher-woche-09-das-aus.html

    Ich scheine zumindest ähnlich veranlagt zu sein. Normalerweise stehe ich Bücher durch – auch emotional fordernde Szenen -, aber ich ertappe mich dabei, um bestimmte Bücher einen Bogen zu machen…

  9. Pingback: 52 Bücher Woche 9… Das abgebrochene Buch. « Unsinn und anderes

  10. Pingback: The Killing Fields – Projekt 52 Bücher — wauzelwelt

  11. Leni 1. Januar 2012 um 15:06

    Frohes Neues! Ich bin in dieser Woche auch wieder mit dabei (http://gehtesso.blogspot.com/2012/01/52-bucher-woche-9.html) und habe aber erst nochmal das Weihnachtsmotto nachgeholt (http://gehtesso.blogspot.com/2012/01/52-bucher-woche-8.html), ich fleissiges Lenchen! :)

  12. Jari 1. Januar 2012 um 17:01

    Ich habe einige Themen verpasst, aber alle brav nachgeholt. Hier der Sammeleintrag: http://www.blogigo.de/jaris_buechergebrabbel/Challenge-52-Buecher-Woche-7-9/786/

  13. Lisa 2. Januar 2012 um 15:10

    Von mir noch alles Gute fürs neue Jahr.
    Hier ist mein Beitrag für diese Woche:
    http://pfoetchen-wg.blogspot.com/2012/01/52-bucher-woche-9.html

  14. Pingback: 52 Bücher (9) – „Emmas Glück“ von Claudia Schreiber « Grenzwanderer

  15. Pingback: 52 Bücher, Woche 9 « Durch den Sucher

  16. Pingback: Projekt 52 Bücher – Woche 9 « Auf der Reise angekommen

  17. Lilienknochen 6. Januar 2012 um 01:27

    Schon wieder so spät. Miau. Aber besser spät, als nie :)
    http://lilienknochen.blogspot.com/2012/01/52-bucher-9-woche-jetzt-wirds-emotional.html

    Frohes neues Jahr im Nachhinein ;D

    • Fellmonsterchen 7. Januar 2012 um 21:09

      Für Dich auch ein frohes neues Jahr! Ich fange schon an, das zu vergessen… Gibt es irgendwo eine Kniggevorgabe oder ähnliches, wie lange man ein frohes neues Jahr wünschen “darf”? Nicht, dass ich mich um so was großartig kümmern würde. :-)

  18. Pingback: 10/52 Bücher – Würfelglück « Momente des Lebens

  19. Mella 10. Januar 2012 um 14:12

    Ih gemein, mein Pingback kommt nicht an. menno.
    Dann halt nochmal manuell (und das dann zu spät)
    http://www.trampelpfade.com/2012/01/52-bucher-woche-9/
    Mella

  20. Merlindora 12. Januar 2012 um 15:03

    Zu dieser Woche fällt mir leider auch nix ein – ist mir noch bei keinem Buch passiert.

    Stimme euch zu dass Bücher über KZ-Berichte sehr erschütternd sind. Dennoch habe ich bisher immer alle fertig gelesen. Ein sehr gutes Buch zu diesem Thema ist übrigens auch “Der Funke Leben” von Erich Maria Remarque.

    • Fellmonsterchen 13. Januar 2012 um 20:56

      Ja, wenn ich die Bücher angefangen bin, habe ich sie auch immer zu Ende gelesen. Ich denke, dass es wichtig ist, ab und zu auch solche Erfahrungsberichte zu lesen, um wirklich zu begreifen, was diese Menschenvernichtung an Kummer und Leid bedeutet hat. Eine Zahl allein drückt das Grauen nicht genug aus.
      Aber allzu oft kann ich so was nicht lesen.

  21. Alexandra 20. Januar 2012 um 17:39

    So, und jetzt ha ich Woche 9 auch geschafft und beantwortet :D

    http://der-buecherwahnsinn.blogspot.com/2012/01/52-bucher-woche-9.html

    Liebe Grüsse
    Alexandra

  22. Charlotta 12. Februar 2012 um 10:40

    Buch nicht, jedoch in sämtlichen Anthologien enthalten : Kafka In der Strafkolonie. Nicht nur weil ich mir das bildlich vorstelle wenn ich das lese und mich große Mengen von Blut genauso ekeln wie der Knebel. Auch weil der Verurteilte endlich nichts sich zu Schulden kommen lassen hat und der “Fremdenführer” oder was das ist diese Apparatschick-Masche abzieht. Ich kann das immer nur in Portionen lesen.

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