Wirre Träume (6)

Heute Nacht war es mal wieder so weit: Ich habe einen meiner wirren Träume einigermaßen gut in Erinnerung behalten.

Ein Fernsehsender, welcher weiß ich nicht, aber es muss einer der Schrott-Privatsender gewesen sein, hatte mal wieder ein Trash-Format allerletzter Güte präsentiert. Es ging darum zu zeigen, wie Menschen reagieren, wenn sie einen anderen aus einer gefährlichen Situation retten sollen. Natürlich alles gestellt, was aber der unfreiwillige Hauptdarsteller nicht wusste. Folgendes Szenario: Ein Junge, ca. 10 – 11 Jahre, wird in ein großes Kellergewölbe gesperrt. Sein Nachbar soll ihn retten. Der Nachbar sieht in etwa aus wie Otto Rehhagel, nur viel kleiner (schätze so ca. 1,50 m) und mit sehr solariumgebräunter Haut. Der Junge mag den Nachbarn nicht, weil der seine Mutter angebaggert hat, nichtsdestotrotz eilt der Nachbar dem Söhnchen zu Hilfe.

Erste Szene: Ein schummriger Kellerraum mit einem großen Schrank und mehreren kleinen Schränken. Der Typ sucht in allen Schubladen, in denen ein Mensch aber gar nicht reinpassen würde — es sei denn, kleingeschnetzelt –, nur in den großen Schrank, dem einzigen geeigneten Versteck im Raum, guckt er nicht. Eine Stimme flüstert: “Schrank! Schrank!” Nun endlich öffnet Winz-König-Otto-Double diesen Schrank, dort befindet sich der Junge aber leider auch nicht.

Dann wird gezeigt, wie er durch das Kellergewölbe irrt, letztendlich kommt er zu einem großen Raum. Als er die Tür öffnet, wird er von einer ganzen Horde fröhlicher Kinder begrüßt. Danach bin ich aufgewacht.

Ein interessantes neues Fernsehformat, ich sehe schon die einschlägigen Produzenten bei mir Schlange stehen. Zwar gibt es Logiklücken — wie überzeugt man einen Menschen glaubhaft, dass sein Heldenmut gefragt ist, warum stutzt er nicht, wenn im Keller flüsternde Stimmen zu hören sind? — aber das ist ja völlig egal. Leichtgläubige Menschen, die man vorführen kann, finden sich immer, siehe Schwiegertöchter oder Schwiegersöhne gesucht oder wie das heißt. Nachdem es aus der Mode gekommen ist, körperlich stark von der Norm abweichende Menschen als Monster auf Jahrmärkten zur Schau zu stellen, musste ja dringend für Ersatz gesorgt werden, oh lasset uns dem Müllfernsehen aus tiefstem Herzen danken, dass wir auch heute noch etwas zum Begaffen haben…

(Auf die Gefahr hin, damit dem einen oder anderen auf die Füße getreten zu haben: Es gefällt mir nicht, dass naive Menschen dem Unterhaltungsmoloch zum Fraß vorgeworfen werden. Wenn Viertelpromis für 50.000 Euro in den Dschungel gehen und ordentlich veräppelt werden, ist das völlig okay, aber mit den Hoffnungen von Menschen, die im Leben eh schon die Arschkarte gezogen haben, zu spielen, finde ich armselig. Ich habe dieses Schwiegerdingens-gesucht zwar noch nie gesehen, aber mir reichen schon die Kommentare, die ich in den Facebook-Statusmeldungen teilweise mitverfolge, um zu ahnen, woher der Wind weht… Und dass der Fernsehsender einfach nur helfen will, möge mir bitte keiner erzählen…)