52 Bücher, Woche 27

Heute habe ich mal wieder ein sehr ernstes Thema, ich finde, das darf ab und zu auch mal sein.

Am 8. Mai 1945 wurde durch die bedingungslose Kapitulation Deutschlands der Zweite Weltkrieg zumindest auf europäischem Boden beendet. Damit war die finsterste Zeit in der deutschen Geschichte, unter der so viele andere Völker gelitten haben, vorbei.

Deshalb ist das aktuelle Motto

Nationalsozialismus

Ich stelle ausnahmsweise zwei Bücher kurz vor.

Das erste ist “Hitler” von Ian Kershaw, eine sehr ausführliche Biographie in zwei Teilen (1889 – 1936 und 1936 – 1945), die erwartungsgemäß nicht gerade “leichte Lektüre” ist, aber so ziemlich dem aktuellen Stand der Forschung entsprechen dürfte. Der Anfang liest sich sehr zäh, da beschäftigt sich Ian Kershaw intensiv mit den Vorfahren von Hitler, das war selbst mir etwas zu detailversessen, aber er ist das Thema halt sehr gründlich angegangen. Den zweiten Band habe ich noch nicht gelesen.

Das zweite Buch ist “Was für ein schöner Sonntag!” von Jorge Semprun, in der er seine Zeit im KZ Buchenwald schildert. Die Meinungen über dieses Buch gehen ziemlich weit auseinander, wie man z. B. bei Amazon nachlesen kann, aber mich hat es sehr beeindruckt. Wenn man sich dieser Zeit erst mal mit nüchternen Fakten nähern will, ist es aber eher nicht geeignet.

Bleibt die Frage, warum ich es für sinnvoll halte, dass man sich mit dem Thema zumindest etwas auseinandersetzt… Viele klagen ja darüber, in der Schule bis zum Überdruss mit dieser Zeit konfrontiert worden zu sein. Ich finde es schade, wenn es nicht gelingt, den Grund dafür zu vermitteln, nämlich diese Mechanismen zu verstehen, um zu verhindern, dass so etwas wieder passiert. Es ist wohl anzunehmen, dass ein neuer, selbsternannter “Vaterlandsretter” nicht brüllend in Bierkellern seine dumpfen Hassparolen herausschleudert, und neue Sündenböcke werden kaum die Juden sein, aber bestimmte Parallelen wird es geben. Grobe Vereinfachungen, Hetze gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen, die angeblich an Missständen schuld sein sollen und so weiter. In Ansätzen gibt es das bereits. Man kann nur hoffen, dass die Rechtsradikalen nicht irgendwann mal von einer charismatischen Person angeführt werden , bzw., dass, wenn es so weit ist, der Großteil weiß, dass es nicht lohnt, so jemandem zu folgen…

Nächste Woche dann wieder ein weniger ernstes Thema, versprochen.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!