NEEEIIIIINNNNNNNNNNN!

Ich will das nicht. Das ist total ätzend. Das brauche ich nicht.

Was?

Das hier.

Neuer Boss: “Hat Ihr alter Chef eigentlich jemals ein Mitarbeitergespräch mit Ihnen geführt?”
Ich: “Nein! Nie!” (Unterton: Das brauchte er auch nicht. Völlig überflüssig. Geh fort.)
Boss: “Dann sollten wir das demnächst mal machen.”
Ich: “… Ja…” (Schockstarre!)
Boss: “…mimimimi… irgendwas mit Potential… mimimimi… sich weiterentwickeln… mimimimi… Perspektiven… mimimimi… Vielleicht mehr mit Lieferanten arbeiten… mimimimimi…”
Ich: “Aber bitte nicht mehr diesen Monat!” (Vielleicht vergisst er es? Hoffnung!)

Hilfe! Ich will nicht entwickelt werden oder mich weiterentwickeln. Wozu denn? Kann man mich bitte einfach in Ruhe in meiner Ecke sitzen lassen, dort wie die Spinne auf Opfer wartend, die mit SAP-Fragen in mein Netz gehen? Mich ab und zu in IT-Projekten mitwurschteln lassen? Und mich manchmal aus Projekten rauswerfen, weil ich nicht genehme Anmerkungen bringe? Überhaupt, was soll denn das heißen, entwickeln, ich bin doch schon total hoch entwickelt! Womöglich kommt noch der Niebel in seiner Eigenschaft als Entwicklungshilfeminister um die Ecke, das braucht es nun wirklich nicht. Würde ich in die FDP eintreten, bekäme ich ja eh sofort einen Posten in seinem Ministerium. Wäre aber eine Rückentwicklung. Also eine Dewicklung. Was weiß ich. Es wird zu viel gequatscht in diesem Land. Bestimmt sind Mitarbeitergespräche eigentlich was ganz Tolles. Für viele. Für mich aber nicht. Und mehr mit Lieferanten zu tun zu haben, also wieder Einkäufertätigkeiten ausüben? Als ob ich Langeweile hätte! Einkäufer sein heißt auch oft auf Geschäftsreise gehen zu müssen. Ich erwähnte es bisher nicht, aber:

ICH HASSE GESCHÄFTSREISEN! Sie sind ätzend.

Ein kurzer Blick auf unsere Betriebsratseiten im Intranet zu dem Thema Mitarbeitergespräch förderte gar Fürchterliches zutage: Darauf soll man sich richtig intensiv vorbereiten! WTF?! Ich bereite mich selten intensiv auf Besprechungen vor! Nur, wenn es sinnvoll ist. Aber das ist es nicht häufig. Der liebe Betriebsrat stellt einem jedenfalls mehrseitige Formulare für das Mitarbeitergespräch zur Verfügung. Als Unterstützung. Ich sag mal:

WAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHH!!!!! WARUM ICH????????????????????????

Reicht doch von Chefseite echt, ab und zu die Fortbildungswünsche zu besprechen, die Tür offen zu haben, falls der Mitarbeiter mal was besprechen will und ansonsten bei konkreten Anlässen miteinander zu reden. Die engagierten ansonsten machen lassen und die, bei denen es nötig ist, mal gezielt ansprechen.

Aber auf Krampf einmal jährlich? Wie gesagt, für einige mag das auch gut sein. Ich kann darauf — Ihr werdet es erraten haben — verzichten. Eher würde ich einen Caipi mit Zitrone trinken.

Diese Anstalt schafft mich…

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18 Kommentare zu “NEEEIIIIINNNNNNNNNNN!

  1. Ich fand solche Gespräche eher seltsam, da ich immer dachte, im falschen Film zu sein.
    Da wurden Fragen und Fragenkataloge ab gerasselt, bei dehnen ich mir immer nur gedacht habe, was soll das, wer hat diese Fragen nur entwickelt und warum hat mein Vorgesetzter sich nicht mal die Arbeit gemacht, diese Sesselpuper/Büroglucken Fragen mal auszusortieren, die mit meinem/unserem Job aber auch gar nichts zu tun haben.

    • Ja, das liegt wohl daran, dass das ein Zwang ist. Nicht nach Bedarf, sondern muss halt gemacht werden. Ich vermute sogar mal, dass das Gespräch mit meinem derzeitigen Chef sogar recht vernünftig laufen wird, aber es ist trotzdem einfach überflüssig.

  2. Mitarbeitergespräche sind toll. Wir wollen Mitarbeitergespräche. Wir arbeiten intensiv daran.
    Bei uns gibt es Zielvereinbarungsgespräche. Da darf man sich auf Ziele verpflichten.
    Dann gibt es Halbjahresgespräche. Da darf man sich rechtfertigen, warum man die Ziele erst zur Hälfte erfüllt hat. Und dann Zielerreichungsgespräche. Da entscheidet sich dann, ob man seine Ziele brav erfüllt hat und die variablen Gehaltsbestandteile in voller Höhe ausbezahlt bekommt. Oder nur zur Hälfte. Oder gar nicht.
    Als Vorbereitung: Mach dir eine Liste mit möglichst teuren Fortbildungswünschen, so teuer, dass er das nächste Gespräch ganz aus Versehen vergisst. Wenn’s nicht reicht, fordere neue Möbel, neue Computer, dir fällt schon was ein. “Chef, so kann ich nicht arbeiten!”

    • Juchuuuh, Zielvereinbarungsgespräche. Die gibt es bei uns auch, aber nur für Führungskräfte, und dazu gehöre ich zum Glück nicht.
      Einen neuen Computer würde ich sofort kriegen, aber dann könnte ich ja nicht mehr auf meinen lahmen Eumel schimpfen. :-) Ich glaube, ich fordere einen 400-Zoll-Monitor und ein Einzelbüro. Mal sehen… Und ab 24 Grad Raumtemperatur möge doch bitte mal Caipi serviert werden. Das steigert die Motivation ungemein!

      • Vor zwei Jahren war eins meiner Ziele, den Jahresurlaub bis spätestens Jahresende zu nehmen. Braver Chef. Andere Kolleginnen haben es nicht so gut getroffen.
        Einzelbüro ist gut, und der Caipi muss zwingend von optisch ansprechenden Barkeepern in phantasievoller Verkleidung geliefert werden.

  3. Lol. Machs wie Guinan rät *Daumenhoch*

    Ansonsten: Managerschiet. Entwicklungsmöglichkeiten, die den Namen wert sind, gibt es nicht, deswegen wird soviel gequatscht. Bei uns kann man wenigsten (zumindest formal) entschieden, ob man sowas will. Zu oft ablehnen darf man natürlich nicht.
    Seminare gibt es nicht, Chancen nicht, dumme Patienten wird man auch nicht los… also alles “super”

    • Seminare gibt es bei uns schon. Mein alter Chef hat mich einfach auf gut Glück für irgendwas angemeldet. Vorletztes Jahr war es “Interne Kundenkommunikation”, dieses Jahr ist es “Stressmanagement”. Letztes Jahr habe ich “Mentale Fitness” gewünscht und bekommen. Alle Seminare waren wirklich gut (vom Stressmanagement weiß ich es noch nicht, das ist erst im Sept.), aber für die praktische Arbeit eher bedeutungslos.
      Und man muss immer einen Sonnabend privat opfern, deswegen reicht mir 1 x jährlich wirklich.
      Ich wünsche mir einfach eine Excelschulung. :-) Damit kann man nicht viel verkehrt machen, das ist immer gut.

    • Ich träume immer noch von einer erschwinglichen Caipimaschine, die den XXL-Caipi so gut zubereitet, wie ich es gewohnt bin. Das fordere ich. Und Weltfrieden sowieso, außerdem Puscheligkeit für alle!

  4. Was ein Zufall – so einen scheiß haben wir hier auch vor kurzem abgehalten. Und KEINER, wirklich KEINER hatte ansatzweise Lust darauf! Bei uns hats der Chef aber “nur” gemacht, weil es ihm vorgeschrieben wurde. Völlig sinnbefreit, aber bitte.

    Jede Menge Blabla (ich hab gleich mal einen neuen Sessel gefordert, weil ich ja Skoliose habe und von meinem Stuhl so Kreuzweh bekomme – wenn du was neues willst, bring es bloß an, Kurse, Seminare, Computer, usw. …) für nichts und wieder nichts.

    • Ich habe mich damit heute noch mal näher befasst:
      15 Seiten Dokumentation. Warum, wieso, weshalb, Ziele, wie soll es ablaufen.
      Prozesslandschaft mit diversen angehängten Dokumenten.
      Mehrere Formulare. Das schönste: Eine Kompetenzmatrix. Da muss dann eine Wertung abgegeben werden, wie fit der MA z. B. in Microsoft Office ist. Von A bis “erfüllt die Voraussetzungen gar nicht” bis was-weiß-ich “erfüllt die Voraussetzungen 1000 %ig über”… Arrgh.
      Jedenfalls haben sich einige Menschen sehr intensiv mit der Thematik beschäftigt. Herzerwärmend. Was das wohl gibt?

Ehrerbietungen hier rein, bitte ;-)

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