Das Thema “Fußball” wähle ich heute mal nicht… Ist wohl nicht so passend. Habe mich statt dessen für das hier entschieden, das meinen eigenen Hirnwindungen entsprungen ist:
Ein bekanntes Buch, von dem man fast nur Gutes hört, Dir aber gar nicht gefallen hat.
Die Gelegenheit, sich unbeliebt zu machen, ganz in der Tradition von Reich-Ranicki.
Meine Wahl fiel auf
“Brücke über die Zeit” von Richard Bach
Das Buch wurde mir von einem Bekannten wärmstens und eindringlich empfohlen. Richard Bachs bekanntestes Buch ist wohl “Die Möwe Jonathan”. “Brücke der Zeit” ist ein autobiographischer Roman. Wenn ich das noch richtig im Kopf habe, handelt das Buch zum Einen davon, dass sein Vermögen den Bach runtergeht, weil er einem falschen Freund die Verwaltung anvertraute; zum Anderen — das war der größere Teil — war er auf der Suche nach der großen Liebe… Der Verlust des Geldes führte, als ob der Herzensverdruss nicht reichte, dazu, dass er seine geliebte Fliegerei aufgeben musste, was, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, auch häufig thematisiert wurde…
Ich weiß nur, dass ich beim Lesen entweder die Gedanken
SEI NICHT SO VERDAMMT NAIV!!!! (In Bezug auf das Geld)
oder
FINDE ENDLICH DEINE VERDAMMTE SEELENGEFÄHRTIN!!!
hatte. Immer und immer wieder…
Das mit der Seelenverwandten hat auch geklappt, und ich glaube, für die Sehnsucht nach der Fliegerei fand sich ebenfalls eine Lösung (Leichtbauflugzeuge oder so was? Irgendwas nicht so Teures. Weiß nicht mehr…)
Nicht, dass ich nicht nachvollziehen kann, dass jemand Sehnsucht nach etwas hat, das er sehr liebte (Fliegerei) oder auf der Suche nach einer Partnerin ist. Aber nur diese Themen über ziemlich viele Seiten? So ganz dünn war der Roman jedenfalls nicht. Ich habe mich massiv gelangweilt, beinahe so viel wie beim Fußballspiel Spanien gegen Frankreich vor einigen Tagen. Aber Fußball wollen wir ja heute gar nicht so sehr thematisieren…
Jedenfalls habe ich so meine Probleme mit Büchern, in denen es nur um Romantik geht und das ganze noch ziemlich humorlos dargeboten wird. Und dieses ständige “Wäh, meine Fliegerei fehlt mir so” ist für den Leser nachvollziehbar, auf Dauer aber ermüdend, zumal, wenn der Herr so leichtgläubig ist, sein ziemlich großes Vermögen komplett aus der Hand zu geben…
“Die Möwe Jonathan” kenne ich nicht. Ich hoffe, dass das wirklich ein so schönes Buch ist, wie viele sagen, aber ob ich das jemals lesen werde, weiß ich nicht… Wenn das auch so gefühlsduselig ist, dürfte das nicht meine Welt sein. Aber zum Glück sind Geschmäcker ja verschieden.
Schönes Wochenende!