Bevor ich nun endlich den Bericht über die epochale Zubereitung eines XXXXXXXXXXL-Caipis niederschreibe, erlaubt mir bitte, noch schnell eine Durchsage an das brasilianische olympische Komitee zu richten:
“Verehrte Verantwortliche! Bei Ihrer Präsentation in London bei der Abschlussfeier ist Ihnen ein bedauerlicher Fehler unterlaufen: In der Vorstellung fehlten die caipiresken Elemente! Dabei ist Brasilien doch Ursprungsland dieses köstlichen Getränkes! Ausnahmsweise drücke ich noch mal ein Auge zu, aber wenn das bei der Eröffnungsfeier in vier Jahren nicht besser läuft, können Sie sich warm anziehen, dann wird Ihnen die Ladung getrimmt! Hier schon mal einige Vorschläge: Die Sambatänzer und -innen sollten Limetten in die Zuschauermenge werfen. Pelé, der ja sicher die Ehre haben wird, das olympische Feuer zu entzünden, sollte dieses mithilfe von Cachaca erledigen, außerdem sollte die Flamme in einem XXXXXXXXXXXXXXL-Caipiglas lodern. Mehr Ideen auf Anfrage. Am besten engagieren Sie mich gleich als Choreographin für die Eröffnungsfeier, damit die Sache auch wirklich klappt. Mit mir werden Sie London 2012 auf jeden Fall toppen! Ich habe immer genug Limetten im Glas! Mit limettigen Grüßen, Ihr Fellmonster”
Verzeiht die Abschweifung, aber dieses Thema ist mir ein Herzensanliegen. Oh, Herzchen, da war doch was:
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Immer an die scheiß Herzchen denken. Das wäre nun auch erledigt. Jetzt aber zum Fall. Ihr erinnert Euch vielleicht, vielleicht aber auch nicht, dass Rüdiger vor schon recht langer Zeit folgendes Foto, welches er in den Weiten des Webs entdeckt hatte, in seinem Blog postete:

Ein XXXXXXXXL-Mojito! Nun ist gegen Mojito nichts zu sagen, sehr leckeres Getränk. Aber was ist mit Caipi? Ich fühlte mich verpflichtet, die Herausforderung anzunehmen, wartete aber auf folgende Kombination:
- schönes Sommerwetter
- urlaubendes Monster
Diese Woche war es endlich so weit, es war feines Wetter und ich hatte Urlaub. Zu meiner Freude gab es dann sogar noch Limetten im Sonderangebot — so muss das sein.
Ich kaufte also 15 Limetten, und dann ging das los, nicht ohne vorher sämtliche (!!) Monster auf Außenmission zu schicken, nicht, dass die mir noch alles oder ein bisschen was wegtrinken…
Hier zunächst ein Größenvergleich. Das große Glas fasst fünf Liter, während es sich bei dem Winzling daneben um ein XXL-Caipiglas handelt, welches lediglich 0,5 Liter des köstlichen Getränkes aufnehmen kann.

(Das Foto ist schief, dabei war ich zu dem Zeitpunkt der Aufnahme noch nüchtern. Arme Magrat…)
Auch was das Dosieren des Cachacas betrifft, mussten Maßnahmen ergriffen werden. Wo bei XXL-Caipis ein HSV-Schnapsglas reicht, griff ich in diesem Fall gleich zum HSV-Bierglas:

(Übrigens: Experimente haben ergeben, dass Werderfans — jedenfalls einige — nicht aus HSV-Gläsern trinken. Nicht mal, wenn das gute Jever drin ist. Ich würde mich da nicht so anstellen und auch aus Werdergläsern trinken. Erwähnte ich schon mal, dass ich ein sehr ungeschickter Mensch bin, dem quasi ständig Gläser runterfallen? Aber zurück zum Fall.)
Wisst Ihr eigentlich, wie viel Arbeit es ist, 15 Limetten zu achteln und zu zerstampfen?

Eigentlich hätte ich sogar 20 Limetten nehmen müssen, aber das waren sehr saftige Exemplare, und ich war mit den 15 schon gut bedient.
Danach Rohrzucker und Crushed Ice en masse… Ich sage mal so: Mit einem Beutel, der 2 kg Eis enthielt, kam ich nicht aus…
Der Lohn der Mühen!

Zu Ehren des Krötengenerals wählte ich einen Riesenstrohhalm in pink! Das klassische Im-Drink-Herumrühren gestaltete sich gar nicht mal so ganz einfach, dazu nahm ich einen Kochlöffel. Ja, jetzt staunt Ihr, dass ich so etwas besitze, nicht wahr? Ich bin voller Überraschungen, besser als jedes Ü-Ei. (btw: Schon jemand diese Mädchen-Ü-Eier gesehen? Hallo, Ferrero, geht’s noch? Ihr habt definitiv nicht mehr alle Limetten im Glas!)
Dazu gab es noch Knabberkram (Nachos) und vor allem gute Lektüre:

Das ist ein sehr spannendes Buch. Mittlerweile lese ich den zweiten Band “Die Frauen, die er kannte”, der mindestens genauso spannend ist.
Nun fragt Ihr Euch wahrscheinlich, warum ich nicht stattdessen ein paar Leute eingeladen habe, um sie an dem Caipiabend teilhaben zu lassen. Leider habe ich nur ein 5-Liter-Caipiglas. Und ich kann Gäste ja nicht mit einem halben Liter Caipi abspeisen, da sind wir uns sicher einig, oder? Dafür habe ich ganz viel auf Euer Wohl getrunken, da war für jeden Monsterblogmitstreiter mehr als ein Schluck drin.
Es ging mir übrigens am nächsten Tag sogar halbwegs gut. Der Trick ist, zwischendurch ab und zu aufzustehen und mit der Flachlandhutze Fußball zu spielen, dann schwitzt man gleich wieder was vom Alkohol aus. Außerdem habe ich mich relativ lange mit der Trinkerei aufgehalten, es geht ja um den Genuss und nicht um die Geschwindigkeit… War schön lauschig, ein richtig netter, warmer Sommerabend.
Jetzt kann ich nur hoffen, dass nicht jemand irgendwo ein Foto mit Mojito in einer 50-Liter-Regentonne oder so ausgräbt.