52 Bücher, Woche 49

Wir hatten schon lange kein Motto von Silke mehr — oder doch? Egal, jedenfalls habe ich da noch was Hübsches von ihr in meiner Liste gefunden:

“Essen und Trinken” (allerdings keine Kochbücher, jedenfalls eigentlich nicht)

Keine Kochbücher, ein Glück! Ich schlage vor:

“Der Schrecksenmeister: Ein kulinarisches Märchen aus Zamonien von Gofid Letterkerl. Neu erzählt von Hildegunst von Mythenmetz” von Walter Moers

Lasst Euch von den vielen Autorennamen nicht verwirren. Wichtig ist, dass es in diesem Buch häufig um Essen und Trinken geht, aber natürlich um noch viel mehr. In Sledwaya, einer ziemlich ungemütlichen Stadt mit hoher Krankenrate, schließt ein Krätzchen (wie ein Kätzchen, nur viel intelligenter und kann außerdem sprechen) einen teuflischen Pakt mit einem Mann, der Finsteres im Schilde führt: Das Krätzchen, das kurz vorm Hungertod steht, wird vom Schrecksenmeister einen Monat lang köstlich bewirtet, danach darf er das Krätzchen auskochen, um an das Fett zu kommen. Wird das Krätzchen, dem diese Aussichten naturgemäß nicht gefallen, davonkommen?

Ist wohl der düsterste Zamonienroman, aber nichtsdestotrotz brillant, mit Anleihen aus der Hexenwelt und der Alchemie, mit überraschenden Wendungen — einfach extrem lesenswert, wie alle Zamonienromane. Wo der Herr Moers die ganze Kreativität und Phantasie hernimmt, würde ich sehr gern mal wissen.

Ich habe übrigens vor diesem Buch die Novelle “Spiegel, das Kätzchen” von Gottfried Keller gelesen, denn das war die Inspiration für Moers’ Schrecksenmeister-Roman.

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37 Kommentare zu “52 Bücher, Woche 49

  1. Oh schön! Mir ist auch gleich eingefallen, welches Buch ich dabei im Hinterkopf hatte. Jetzt muss ich es nur heute abend noch suchen gehen *grummel*
    Sowohl das Schrecksenmeister-Buch und auch die Inspirationslektüre klingt sehr interessant. Die wandern gleich beide mal auf meine Weihnachts-WuLi – es ist bald schon wieder so weit. Unglaublich, oder?
    LG Silke

    • Die Inspirationslektüre muss man aber nicht gelesen haben, um den Schrecksenmeister zu genießen.
      Respekt, dass Du Dich noch an das Buch erinnerst, welches Du zu dem Motto vorstellen möchtest. Ich hätte das nach 49 Wochen auf jeden Fall schon laaange vergessen. :-)

  2. *Hachz* Thema gelesen – innerlich gejubelt, sofort ein geniales Buch eingefallen – weitergelesen, geniales Werk bereits als abgehakt registriert und ganz kurz und unheimlich leise geflucht (also vielmehr geflüchelt) ….es kann kein andres Buch über Essen geben …..oder doch? ….also kein solch kulinarisches Meisterwerk ….oder doch? …..hmmm ich geh mal grübeln – is eh viel toller als arbeiten an diesem zweiten Freitag dieser Woche (ich war zeitlich zwischendurch sogar so verwirrt, dass ich mich Dienstag wunderte, wo der 52-Bücher-Eintrag bleibt ….tzzz)

    • Irgendwas sagt mir, dass Du den Schrecksenmeister vorstellen wolltest… Mach das doch! Du kannst das Buch bestimmt viel besser und ausführlicher als ich würdigen. Hätte ich das geahnt, hätte ich mir ein anderes Buch gesucht.
      Mir war gestern immer so montagsmäßig zumute. So ein Feiertag mitten in der Woche ist total verwirrend. Lösung: Man sollte jede Woche einen Feiertag einführen, so dass die Menschheit sich daran gewöhnt. (Punkt 56 auf der Weltbeherrschungs-To-Do-Liste.)

      • Ich plädiere an dieser Stelle mal auf Offenlegung des Soundsoviel-Punkteplans – Nummer 56 bekommt ein “Like”. Der Mittwoch bietet sich im Übrigen sehr für diese Umsetzung an, so haben wir zweimal die Woche Montag und zweimal Freitag, also fast eine direkte Aufhebung allen Übels :D
        Ich bin noch am Grübeln, was diese Nahrungsmittel angeht und habe mich vorerst nochmal der “Aufholjagd” gewidmet. Zwei Themen fehlen mir noch, um mich wirklich als “vollwertiger Bücherjäger” fühlen zu können :p

        • Nr. 55 legt die Verlängerung des Wochenendes fest (montags ist ebenfalls frei, um diesen Tag dem Schrecken zu nehmen), Nr. 4 hat etwas mit der Sicherstellung der Limettenernte zu tun, und die anderen Punkte unterliegen derzeit noch der Geheimhaltung, damit sie mir nicht vom Krötengeneral geklaut werden…

  3. Wind in den Weiden bzw. Wind in The Willows von Kenneth Grahame , mein Lieblingskinderbuch. Zum Beispiel wegen der Flussfahrt mit dem Picknickkorb.

    Aus meiner “Penguin Classics”-Ausgabe von 1994, S. 12, Kapitel “The River Bank”:

    “What’s inside it?” asked the Mole, wriggling with curiousity.
    “There’s cold chicken inside it”, replied the Rat briefly;”coldtonguecoldhamcoldbeefpickledgherkinssaladfrenchrollscressandwidgespottedmeatgingerbeerlemonadesodawater-“

    Außerdem kann die Kröte es mit den Banketten nicht lassen und die Szene mit den Weihnachtssänger-Mäusekindern, die dann auch beköstigt werden, in der Maulwurfshöhle ist einfach nur puschelig.

  4. Der Schrecksenmeister wäre mir hier auch als erstes eingefallen. Jetzt muss ich wohl was anderes suchen. Mir hat das Buch auch sehr gut gefallen, obwohl ich vorher recht viel Negatives gehört habe. Allerdings sollte man es nicht lesen, wenn man gerade versucht, Diät zu halten. *g*

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  7. So, ich bin fertig. Jetzt lecker Kuchen essen und dann den Tag mit einem Spaziergang im Regen ausklingen lassen. Oder so. Ach, warum ist es bloß so nasskalt draussen….

      • Hach, sei froh. Dann matscht er sich wenigstens nicht völlig ein. Bei unseren beiden habe ich ja manchmal den Eindruck, dass sie bei Matschewetter besonders motiviert sind, über die schlammigen Felder zu toben… Besonders Mona ist da seeeeehr talentiert.
        *gleichmaldieRegenklamottensuchengeht*

        • Ich wäre ja auch froh, wenn er dann mit Kuscheln zufrieden wäre, aber er will trotzdem immer beschäftigt werden, ist total unruhig, aber den bekommt man mit irgendwelchen Suchspielen o. ä. in der Wohnung nicht ausgepowert. Den nicht. Nicht meine süße, knuffelige, energiebündelige Höllenhutze. :-)

  8. Guten Morgen,

    ich komme einfach leider nich dazu momentan, aber ich vergesse es nicht ;) Ich werde schon wieder dazu schreiben ;)

    Viele Grüße

    Monika

    • Guten Abend,
      kein Problem, keine Hektik nötig, es soll ja vor allem Spaß bringen und kein schlechtes Gewissen bereiten, also lass Dir ruhig Zeit. :-) Momentan bin ich am Überlegen, die Pause evtl. noch etwas zu verlängern, das werde ich vielleicht im nächsten Artikel mal zur Diskussion stellen.

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    • Ja, der Klufti… Schon oft gehört, aber noch nie gelesen. Muss ich bei Gelegenheit auch mal ändern.
      Hast Du schon mal einen Zamonienroman gelesen oder denkst Du bei Moers eher an “Das kleine Arschloch” oder ähnliches? Dazwischen liegen Welten. Die Zamonienromane sind ganz anders.

  12. Pingback: 52 Bücher: Woche 49: Wolf Schreiner: Beichtgeheimnis « Welt der Kultur

Ehrerbietungen hier rein, bitte ;-)

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