Die Anstalt hat mich geschafft! Ich taumel jetzt ins Bett. Gute Nacht.
–mittels Schlauphone trotz und mit Fettwurstfingern veröffentlicht
Bevor ich zum eigentlichen Thema komme, möchte ich hiermit meinen Entschluss verkünden, diese Woche jeden Tag etwas zu bloggen, damit mein kleines Monsterblögchen wieder Content auf die Rippen bekommt. DillEmma pushte mit Puscheligkeit um sich, so dass mir dieses Vorhaben quasi im Schlaf gelingen müsste. (So müde, wie ich zurzeit bin, kann man diesen Satz beinahe wörtlich nehmen.) Starten wir mit einem Artikel, der schon seit einiger Zeit in den Entwürfen lag.
Im letzten Artikel, der WC-Kunst präsentierte, äußerte DillEmma eine gewisse Unzufriedenheit mit den Kunstwerken unserer anonymen Klokünstlerin, da diese ihre Hauptobjekte, die Toilettenrollenpapierpappkerne, vernachlässigt hatte. Zunächst schien dieser Trend anzuhalten, denn eines Tages fand ich das hier vor:
Natürlich, große Kunst auch dieses Toilettenpapier, sich spiegelnd im Porzellan des WC, hingetupft neben dem Klobürstenarrangement. Aber wie DillEmma treffend anmerkte: Die Interpretation liegt auf der Hand, selbst der weichhirnigste RTL-II-Zuschauer ist kaum gefordert, während sich bei den älteren Kunstwerken die größten Kunstkenner jahrelang den Kopf darüber zerbrachen, welche Interpretation nun die richtige sei.
Ich konnte nicht anders, ich musste es tun. So schrieb ich also ein zehnseitiges Essay, in dem ich der Künstlerin respektvoll unsere Gedanken näherbrachte, und deponierte mein Schriftwerk in den WC-Damenräumen. Was soll ich sagen? Es funktionierte! Ich darf zwei weitere Werke präsentieren, die an die Frühzeit ihres Schaffens erinnern!
Ist das wunderschön? Ist das epochal? Wie der Toilettenpapierrollenpappkern sein weißes Kleid mit einer Eleganz trägt, die jede Catwalk-Lady blass vor Neid werden lässt! Den Pappkern bringt nichts aus der Ruhe! Diese stoische Gelassenheit! Diese Kunstinstallation ergibt nirgends so viel brillanten Sinn wie in den Toilettenräumen der Anstalt! Komme Tod oder Teufel, SAP oder Vorgesetzter, der Toilettenpapierrollenpappkern wirft dynamisch die Blätter um seinen Körper und signalisiert uns: Nicht mein Business! Seht zu, wie Ihr klarkommt!
Es gibt aber auch andere Kunstexperten, die in dieser Darstellung die Armut symbolisiert sehen! Hach, es ist wie in alten Zeiten, die Kunstwerke sagen quasi alles aus! Ich mag auch die Interpretation: “Caipi ist alle, und Toilettenpapier auch fast.” Viel dramatischer kann man Mängel nicht in einem Kunstwerk darstellen!
Noch eins, weil Sie so lange darben mussten, verehrte Kunstliebhaber:
Ich nenne dieses Werk “Toilettenpapierrollenpappkernstriptease”, denn wie Sie sehen, ist der Pappkern völlig nackt! Ist das noch erotisch oder schon Nacktheit in ihrer lautesten Form, bar jeder geheimnisvollen sexuellen Aussagekraft? Oder geht es auch hier nur darum, dass der Caipi alle ist? Interessant auch die These, dass hier das Reinheitsgesetz für Toilettenpapierrollenpappkerne thematisiert werden soll. Ein hochpolitisches Kunstwerk also! Eine Installation, die beim Betrachter sowohl ein Gefühl der Beklommenheit als auch der Euphorie auslöst (letzteres nur, falls der Caipi noch nicht alle ist).
Meine verehrten Kunstfreunde, ich glaube, wir sind uns zumindest einig, dass die anonyme WC-Künstlerin immer noch auf dem höchsten Hochplateau des künstlerischen Schaffens, welches kein anderer Künstler mit ihr teilen kann, wandert. Es war mir wie immer eine große Ehre, Ihnen diese atemberaubenden Werke präsentieren zu dürfen!
(Anmerkung für neue Leser: Diese Arrangements habe ich genauso vorgefunden, ich habe nichts verändert! Toilettenpapierrollenpappkerne in Abfallbehälter werfen kann jeder; Künstler verweigern sich dieser profanen Tätigkeit! Gerüchte, die besagen, dass ich die legendäre WC-Künstlerin sei, muss ich leider entschieden dementieren. Diese künstlerische Größe ist nicht meinem Hirn entsprungen.)
Guinan hat mich da auf was gebracht mit diesem Artikel.
Ab morgen werde ich diverse Exceltabellen so umbriegeln, dass so eine Fehlermeldung erscheint. In einigen wird statt XXL-Caipi um Nougat gebeten, denn ich bin ja keine Säuferin.
(Klick vergrößert die wichtige Nachricht ungemein.)
Am besten wäre, wenn beim Klick auf den “Hilfe”-Button direkt ein XXL-Caipi-Rezept erscheinen würde.
So klein und unscheinbar ist dieser Screenshot aus unserem HR-System, und doch ist die Aussage dermaßen epochal, dass eine Würdigung in diesem Blog unumgänglich ist.
Liebe kunstsinnige Leser,
viel zu lange habe ich den künstlerischen Aspekt in diesem Blog vernachlässigt. Hunderte oder auch gar keine Mails erreichten mich mit der brennenden Frage, was denn aus der berühmten WC-Künstlerin in der Anstalt des Wahnsinns geworden sei. Hat sie womöglich die Kunst an den berühmten Nagel gehängt? Mitnichten! Ich kann Sie da absolut beruhigen, die Frau ist nach wie vor bereit, der Welt unvergleichliche Kunstwerke zu schenken, und wie immer rette ich ihre Stillleben zumindest fotografisch für die Jetzt- und Nachwelt. Das bin ich der Menschheit als kunstverehrende Weltherrscherin einfach schuldig.
Das bevorzugte Stilmittel der Künstlerin besteht, wie Sie alle wissen, aus der Verwendung von Toilettenpapierrollenpappkernen, aber dass sie noch viel mehr kann, hat sie vor einiger Zeit bewiesen:
Welche Künstlerin sonst wäre in der Lage, mit einem Stück zerknüllten Toilettenpapier so viel Aussage zu treffen? Was möchte uns dieses Werk sagen? Man beachte zunächst die bemerkenswerte Platzierung zwischen Toilette und dem Abfallbehälter für Damenhygiene. Hier liegt viel Wahrheit verborgen. Die Künstlerin teilt uns mit: Seht her! Ich befinde mich in einem Damen-WC! Brillant. Unübertroffen! Natürlich habe ich Ihnen auch eine Nahaufnahme mitgebracht:
Da liegt es, das kunstvoll zusammengeknüllte Papier, allein auf den kalten Kacheln im Damen-WC, und schreit der Welt entgegen: Hier liege ich, ich kann nicht anders, bis irgendwann die Reinigungsfachkraft kommen und mich hinwegheben wird aus diesem kachelirdischen Dasein!
So sieht es nämlich aus. Einsam- und Wehrlosigkeit, aufs Trefflichste symbolisiert mit nur einem Stück Toilettenpapier! Kunstfreunde, ich frage Sie: Wer sonst könnte das? Niemand! (Außer SUUUPER-Monster, aber sie hält sich vornehm zurück, weil sie niemandem die Schau stehlen möchte.)
Ich denke, dass Sie nun sehr ergriffen sind, und möchte Sie mit Ihrer Begeisterung einen Augenblick lang allein lassen, denn es gibt diese Momente im Leben, in denen man einfach tief in die Wunder dieser Welt versinken möchte und auch muss.
Das nächste Mal, so viel sei schon verraten, werden wir wieder die bereits legendären Toilettenpapierrollenpappkern-Installationen bewundern dürfen. Halten Sie jetzt schon die Luft an, vergessen aber bitte das Atmen nicht!
(Anmerkung: Es handelt sich hier um Arrangements, die ich genauso vorgefunden habe. Da wurde nichts verändert, das würde mein Kunstehrenkodex gar nicht erlauben!)
Irgendwann werde ich ja endlich wieder in die Anstalt dürfen. Dann werde ich folgendes Schild an meine Bürotür kleben:
Dass ich da nicht schon viel eher draufgekommen bin!
Optimierte Version, dank Inspiration durch Sica:
Okay, heute ist hier wieder mal „Wir versuchen, das Fellmonster in den Wahnsinn zu treiben“-Tag.
Kollegen, die 8 Minuten vor einer Preisverhandlung noch ganz schnell Auswertungen über die Bestellwerte brauchen…
Kollegen, die 3 Stück bestellen, als Stückpreis 4000 EUR in Bestellungen eingeben und sich wundern, dass die Cheffreigabestrategie gezogen wird, da doch der Gesamtpreis nur 4000 Euro sei. (Genau, 4000 x 3 = 4000, welche Rechenreform habe ich verpasst? Kann ich künftig auch sagen, dass ich ja nur einen XXL-Caipi getrunken habe, obwohl ich drei hatte?)
Kollegen, die französische Folie haben möchten. Die Folie, wofür immer sie gut sein mag, gibt es anscheinend nur auf französischen Webseiten zu bestellen, teilweise von Firmen, die auch Pornos verschicken. Hm. Die Beschreibungen der Folie auf den Webseiten sind so dürftig, dass sie mir, selbst wenn ich die tolle französische Sprache könnte, nicht weiterhelfen würden. Irgendwann endlich freudig die Seite des Herstellers (der natürlich mittlerweile anders heißt als in der Banf angegeben) entdeckt und dort auf das Icon für die englische Version geklickt. Pop-up: „Coming soon“. Yeah bzw. Oui! Franzosen und ihr Sprachstolz. „Voulez-vous finden neue Kunden?“ – „Non, non, die stören bloß, aber ‘aben Sie noch was von die Bier, das so schön geprickelt hat in meine Bauchnabel?“ – „Nein, ich habe nur Caipi!“ Stunden später: Habe nun herausbekommen, dass es sich um Blumenfolie handelt und es doch mindestens einen deutschen Händler gibt, der behauptet, das Zeuchs liefern zu können. Vive la France! Égalité, fraternité, Blumenfolie! Hoffentlich muss ich für diesen Quatsch keinen neuen Lieferanten aufnehmen.
Letzte Amtshandlung: Anfrage Blumenfolie rauskloppen und dann fluchtartig dem Wahnsinn entfliehen …
Au revoir mes amis!
–live aus der Anstalt
Ich weiß nicht, was verkehrter ist: Eine Kaffeekanne auf das Sachkonto „Büromaterial“ zu buchen oder eine Zuckerdose auf „Freiwillige soziale Aufwendungen“. Und das alles innerhalb einer Banf. Arrrgh! Wann wird es endlich die Schulung „Sachkontenplan lesen und richtig interpretieren“ geben? Dafür sollten mindestens drei Tage eingeplant werden…
–live aus der Anstalt
… doch so schreiben, oder?
Geschätzte Opfer,
nächste Woche haben Sie eine SAP-Schulung bei mir. Herzlichen Glückwunsch. Bitte kümmern Sie sich darum, dass Ihr Zugang zum Testsystem funktioniert, damit Sie nicht nur faul dasitzen und sich von mir unterhalten lassen, sondern selbst aktiv werden können, während ich eine Runde schlafe.
Sollten Sie Ihr Passwort für das Testsystem vergessen haben, werden Sie die ganze Schulung über mit einer Kappe, auf der „Ich bin ein Nasenbrötchen“ (Frauen) oder „Ich bin ein Peniswärmerträger“ (Männer) steht, in der Ecke sitzen, natürlich gefesselt und geknebelt, damit Sie den Unterricht nicht stören.
Bitte bringen Sie außerdem genügend Zutaten für mindestens zwanzig XXL-Caipis mit (sollte ich einen guten Tag haben, was zuletzt 1986 geschah, kriegen Sie vielleicht einen ab), außerdem sollte jeder mindestens drei Schachteln Nougatpralinen für die Trainerin dabei haben. Denken Sie immer daran: Je mehr Nougat für mich, desto höher Ihre Überlebenschance.
Mit freundlichem Gruß
Ihre SAP-Einpeitscherin
Netter geht’s ja wohl nicht…
–live aus der Anstalt