Es ist soooooo lieb…

… von den USA, dass sie eine Reisewarnung für Sotschi herausgegeben haben. Es geht nicht nur um die Terrorgefahr, sondern:

Das US-Außenamt warnte US-Bürger zudem vor der Gefahr von Kleinkriminalität und schlechter medizinischer Versorgung in Sotschi. Auch müsse beachtet werden, dass es nach russischen Gesetzen als Delikt gelten könne, öffentlich homosexuelles oder lesbisches Verhalten erkennen zu geben.

Das ist soweit sicher auch alles richtig und berechtigt. Wie hieß eigentlich noch mal der Staat, in dem die Zahl der Tötungsdelikte mit Waffen, häufig im legalen Besitz, sehr hoch ist? Der sich ein Gefangenenlager in kubanischen Gefilden hält, welches nicht so ganz rechtsstaatlichen Gepflogenheiten entspricht? In dem Ärzte, die Abtreibungen vornehmen, auch schon mal von fanatischen Christen erschossen werden? In dem die Todesstrafe noch immer nicht geächtet ist? Der sich seit Jahrzehnten mehr oder eher weniger müht, ein funktionierendes Gesundheitssystem auf die Beine zu stellen, und wenn es dann tatsächlich mal Gesetze in dieser Richtung gibt, diese von hirnleeren Teebeuteln bekämpft werden?

Ich komme gerade nicht drauf. Egal.

Apropos Gesundheitspolitik: Heute Morgen ( na ja, eher Mittag, ich bin ja bekennende Langschläferin) habe ich in den Nachrichten gehört, dass jeden Tag (!!!) ca. drei Menschen sterben, weil kein Spenderorgan zur Verfügung steht. Die Bereitschaft zur Organspende ist seit den Skandalen offensichtlich weiter zurückgegangen.

Ich finde das sehr schade. Natürlich sind diese Skandale grässlich, aber deswegen auf die Organspende zu verzichten? Nicht alle Organe werden nach betrügerischen Regeln vergeben. Ganz ausschließen lässt sich das wohl leider nie; wo Geld im Spiel ist, wird es immer gierige Menschen geben, die alle Moralvorstellungen über Bord werfen. Nach diesen Skandalen kann man zumindest davon ausgehen, dass etwas genauer hingeguckt wird.

Irgendwann ein Spenderorgan zu benötigen, könnte jeden treffen, Dich, mich, Menschen, die Ihr liebt… Darum die Bitte an diejenigen, die noch keinen Organspendeausweis haben, zumindest mal drüber nachzudenken. Es war noch nie so einfach, sich einen Ausweis zuzulegen, den kann man sogar online ausdrucken.

9. November – damit es nicht in Vergessenheit gerät

Fellmonsterchen:

Ein sehr guter Artikel von Herrn Momo. Hier außerdem eine Sendung von NDR Info über die Pogrome: http://www.ndr.de/info/audio181373.html

Ursprünglich veröffentlicht auf Mensch lebt nur einmal 2.0:

Seit fast drei Jahren prangt auf der rechten Seite unserer Blogs an prominenter Stelle ein Logo, das an eine Zeit in Deutschland erinnern soll, die man wohl als die schwärzeste überhaupt bezeichnen kann:

Damals galt es als fein, eine komplette Bevölkerungsschicht, die Juden, auszugrenzen und zu diffamieren, weil eine Regierung von Verbrechern dies so propagierte und grosse Teile der Bevölkerung dies völlig kritiklos übernahm. Das fing ganz klein an mit solchen Sätzen wie “man kauft nicht bei Juden” und nahm seinen ersten Höhepunkt heute vor 75 Jahren, als die ersten Synagogen brannten in unserm Land. Auch die Hamburger Synagoge im Grindelviertel fiel diesem Wahn zum Opfer:

newsimage

Was darauf folgte, wissen wir alle: Die Ausgrenzung schritt fort, Menschen jüdischen Glaubens wurden jedes Schutzes des Staates beraubt, in dem sie lebten, wurden ausgeplündert, schlussendlich wie Vieh zusammen getrieben und in unmenschlicher Weise in Lager gepfercht und ermordet…

So etwas darf sich nicht…

Original ansehen noch 595 Wörter

Danke, FDP-Fritzen,

war scheußlich mit Euch. Ich freue mich aber, dass Eure Wahlkampagne so gut funktioniert hat. Wäre zwar beinahe noch mal schiefgegangen, Ihr habt ja doch noch an den 5 Prozent geschnuppert, aber wer kann bei solchen Wahlplakaten schon JA ZUR FDP sagen? Eben. Dankesschreiben nicht nötig, habe ich gern für Euch getan! Endlich Freizeit für Euch! Neue Aufgaben! Vielleicht bekommt Ihr ja Jobs als Hotelpagen — so viel Dankbarkeit schuldet Euch die Hotelbranche einfach, finde ich.

(2 Klicks vergrößern das Elend…)

Rösler Kopie

Und über wen soll ich jetzt lästern? Was wird aus meiner tollen Niebelungensaga, die dem tollen Dirk Ehre erwies? Alles vorbei, aber manche Preise zahle ich einfach verdammt gern!

Ansonsten fand ich das Wahlergebnis nicht so prickelnd. Beinahe die absolute Mehrheit für die Union? Das muss doch nun wirklich nicht sein. Beinahe die AfD in den Bundestag? Gerade noch mal so eben gutgegangen. Dann warten wir mal auf die Große Koalition…

Ab morgen hier im Blog wieder wirklich wichtige Themen, dann startet hier die Monster-Fashion-Week! Überall oder zumindest in einigen Städten fanden in den letzten Wochen Fashion Weeks statt, da kann ich als Fashion-QUEEN natürlich nicht abseits stehen, sondern werde Euch in den nächsten Tagen das Wichtigste aus der Welt der Mode präsentieren! Mit weniger solltet Ihr Euch nicht zufriedengeben!

Das Thema…

… Wahlkampf beschäftigt uns weiter:

WTF?????!!!!

So geht es nicht! Form follows function ist tot, es gilt nun: Form kills content. Klingt nicht schön, ist auch nicht schön, aber anscheinend CDU-Strategie. Oder was auch immer. Inhalte werden wohl total überbewertet, Raute ist das neue Problemlösen. Eines muss ich jedenfalls unbedingt hier mal klarstellen: Es gibt nur eine wahre Raute!

HSV-Logo.svg

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@HSV-Fans: Bitte lest Euch mal dieses hier durch. Die Initiative HSV PLUS hat schon viele vernünftige Ansätze. So wie jetzt kann es nun wirklich nicht weitergehen. Tradition ist schön und gut, keine Frage, auch ich freue mich, dass wir der Bundesligadino sind und liebe unsere epochale Stadionuhr. Aber mal ganz ehrlich, hat der tollste Verein der Welt diesen Vorstand und den aufgeblähten Aufsichtsrat verdient? Wie kann es sein, dass ein Sportdirektor sich jede Investition über 500.000 Euro absegnen lassen muss? Das ist Management aus dem vorigen Jahrhundert. Und dann Jarchow. Er verwaltet den HSV nur! Wer meint, alles kann so weitergehen, soll sich mal umhören. Wollen wir wirklich der neue FC Hollywood sein? Wenn wir dann wenigstens die Erfolge wie die Sepplhosen hätten, aber bei uns gibt es nur Schmierentheater ohne Titel.

Moderne Strukturen bedeuten nicht gleich die Hölle à la “Milliardäre halten sich einen Verein als Spielzeug”. Und sie sind auch kein Allheilmittel und werden uns ohne fähige Personen nicht weiterhelfen, aber die Chancen, geeignete Mitstreiter an Bord zu holen, werden dadurch massiv steigen.

In diesem Sinne: NUR DER HSV! ♥♥♥

Das war ja mal…

… ein merkwürdiger “Tatort” gestern Abend in der ARD. Ist dem Sender das Geld für Actionszenen ausgegangen? Nichts gegen Experimente, aber 90 Minuten lang 2 Verdächtige von 4 Ermittlern verhören zu lassen, das war schon etwas langatmig. Auch hätte man die Charaktere der Kommissare besser herausarbeiten können. Typ einsamer grauer Wolf, okay, nichts gegen einzuwenden, aber so müde? Den beiden Frauen fehlte es an Biss, und der Typ ohne Krawatte — sollte der für den Humor sorgen? Es ist noch ein langer Weg bis zu Thiel & Boerne…  Und alle waren sie so lieb zu den Verdächtigen. Kein “good cop, bad cop”-Prinzip zu erkennen.

Auch vermisste ich die Leiche, wobei zumindest im Laufe der Sendung klar wurde, wofür die beiden Verdächtigen in die sanfte Mangel genommen wurden: Sie sollen die gute Politik gemeuchelt haben. Schon nach kurzer Zeit, wenn nicht sogar vorher, war klar, dass die Ermittler die richtigen Verbrecher im Verhörzimmer sitzen hatten. Für Freunde des gepflegten Mitratens war dieser “Tatort” definitiv die falsche Wahl.

Irgendwie kamen mir die beiden Verdächtigen übrigens bekannt vor…

Da das alles andere als ein packender Krimi war, zappte ich ein bisschen durch die Programme. Qualitätsmedienleistung auf Privatsender, da ist ProSieben ja immer erste Wahl. Dort lief gerade “Schlag den Raab”, und zwar die Kandidatenauswahl. War recht langweilig: Die Jury, bestehend aus vier Personen, stellte einer Frau und einem Mann harmlose Fragen. Ab und zu wurde ein Zeitmesser eingeblendet. Vermutlich ging es darum, wer mehr oder weniger oder schneller oder weiß-der-Geier-was phrasig daherquatschen kann. Strategie der Frau war es wohl, den Raab komplett einzulullen und so die Million (oder wie viel gibt es dort zu gewinnen, ich habe keine Ahnung) zu gewinnen. Der Mann dagegen verweigerte teilweise Auskünfte. Ob das eine kluge Strategie ist? Selten so eine langatmige Kandidatenauswahl gesehen. Kein Wunder, dass der Raab seine Sendungen immer mehrere Tage überzieht.

Irgendwie kamen mir die Kandidaten übrigens bekannt vor…

Ich habe dann weitergeschaltet, RTL lohnt ja auch immer einen genaueren Blick. Aha, da lief eine Talkshow, anscheinend ein neues Konzept: Vier Moderatoren, zwei Gäste. Da es sich um RTL handelte, hieß das Thema vermutlich “Ich hatte einmal Sex mit dieser Frau, und nun habe ich rausbekommen, dass 9 ihrer 10 Kinder nicht von mir sind! Diese Schlampe!” Oder so ähnlich. Während sich die Frau bemühte, ihren Ex-Lover mit unkonkreter Politik (!!!) in den Schlaf zu reden, sah dieser eher so aus, als wäre er bereit, mindestens neun Kinder bei lebendigem Leib zu verschlingen. Oder zumindest ein kleines Kotelett. Das war bestimmt so ein Reality-Script-Gedöns, so etwas gibt es doch nicht in echt.

Irgendwie kamen mir die beiden Gäste bekannt vor…

Das war mir gestern alles zu viel, man kann doch das Wochenende nicht so unharmonisch ausklingen lassen. Worauf kann man sich verlassen, wenn einem der Sinn nach Romantik steht? Das gute alte ZDF. Da läuft Sonntag abends doch immer was von Pilcher & Co. Und ja, so auch dieses Mal! Ich wurde nicht enttäuscht. Das Setting war etwas seltsam, ein Studio, vier Moderatoren, das Paar, das sich noch finden musste, gegenüber. Ein flapsiger Mann bemühte ständig die Begriffe “Große Koalition” und bemühte sich herauszufinden, was denn getan werden müsse, damit es zu einer solchen käme… Ich vermisste so ein bisschen das Cornwall-Ambiente, aber man kann nicht alles haben, diese exotischen Drehorte kosten ja auch immer wahnsinnig viel Geld. Mann und Frau sträubten sich jedenfalls sehr gegen ihre Liebe, aber wir wissen ja, dass bei Pilcher & Co. immer alles gut wird. Leider schlief ich ein, bevor das Happy End gesendet wurde, aber man kann nicht alles haben.

Irgendwie kam mir das Liebespaar in spe so verdammt bekannt vor…

Highlight des Abends, auch für die Fashion-QUEEN (also mich): Die Schlandkette! Sie war in jeder Sendung vertreten, es handelt sich hierbei um ein absolutes Must-Have-Accessoire! Darauf eine Runde scheiß Herzchen: ♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥

Zum Schluss noch der Hinweis, dass der FDP ein kleiner Fehler unterlaufen ist — kommt selten vor bei der Partei, normalerweise sind die Fehler ja groß. Dieses Wahlplakat ist unvollständig:

plakat

Zum Glück gibt es ja mich, die FDP-Freundin, die den Fehler sofort ausgebügelt hat. Hier die korrekte, vollständige Version:

FDP_Plakat_optimiert Kopie

Nix zu danken, liebe FDP. Ich helfe, wo ich kann.

Gib nie einen Auftrag…

… an Erklärmonster. Nie, nie, nie. Lernt aus meinen Fehlern. Werdet lieber HSV-Fan, da müsst Ihr nicht ganz so doll leiden. Aber beginnen wir am Anfang.

Ihr kennt meine beiden Erklärmonster?

Erklärmonster

Sie heißen Rosaerklärmonstermitdreiaugen und Weißeserklärmonstermitdreiaugen. So weit, so gut. Sie verfügen allerdings nicht nur über drei Augen, sondern auch über drei Gehirne. Behaupten sie jedenfalls. Das befähigt sie angeblich dazu, alles besonders gut erklären zu können. Sie sind sehr gründlich. Vor einigen Wochen dachte ich noch, dass mir das nützlich sein könnte (ich arme irre, verwirrte Seele!) und schickte sie mit einem Auftrag fort:

“Erfolgreiches Regieren und an der Macht bleiben.”

Denn es ist ja nicht mit der Welteroberung getan. Danach erst folgt die schwierige Arbeit, nämlich dieser Regierungskram und das Bewahren der Macht.

Vor einigen Stunden kamen meine beiden Erklärmonster mit der Meldung “Auftrag ausgeführt” wieder. Ich bereitete mir schnell einen XXL-Caipi zu und freute mich auf einige lehrreiche Informationen.

Der Einfachheit halber nenne ich die Monster Monster 1 (das rosafarbene) und Monster 2 (das weiße, das habt Ihr vermutlich schon geahnt, oder? Habt Ihr vielleicht auch drei Gehirne?)

Monster 1: “Wir haben ein Interview sehr gründlich, über mehrere Wochen, analysiert, deswegen hat es ein bisschen länger gedauert.”
Ich: “Das ist nicht schlimm, ich habe so lange meine Sammlung grüner Gummibänder katalogisiert. Um was für ein Interview handelt es sich?”
Monster 1: “Die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, hat der “ZEIT” am 11. Juli ein Interview gegeben…”
Monster 2: “Wenn ich hier kurz unterbrechen darf. Das Interview hat sie schon eher gegeben, der 11. Juli ist das Veröffentlichungsdatum.”
Ich: “Das Interview kenne ich.”
Monster 1: “Oh, dann haben Sie schon Ihre Schlüsse gezogen?”
Ich: “Vor allem habe ich mich über einige Minuten verschwendeter Lebenszeit geärgert. So etwas nichtssagendes!”

Beide Monster gucken entsetzt.

Monster 2: “Daraus kann man so viel lernen! Das ist doch keine Zeitverschwendung!”
Ich: “Dann man los. Erklärt es mir.”
Monster 1: “Der Interviewer fragte die Bundeskanzlerin zum Beispiel, ob sie nicht überrascht sei, in welchem Ausmaß wir von den ausländischen Diensten ausgespäht werden. Sie antwortete darauf unter anderem, dass sie von Programmen wie Prism durch die Berichterstattung Kenntnis genommen hätte und dass nun überprüft werde, inwieweit die Berichte zuträfen.”
Ich: “Ja, toll, weltklasse. Was soll ich daraus lernen? Doof und unwissend stellen? Das kann ich. Es gibt ja sogar Menschen, die behaupten, ich SEI doof und unwissend.”
Monster 2: “Ich hätte es nicht so despektierlich formuliert, aber im Prinzip: Ja, bloß nichts zugeben.”
Monster 1: “Kommen wir nun zu einem Glanzstück der Antwortkunst. Frau Merkel wird gefragt, ob der Verzicht auf Freiheit der Preis für Sicherheit ist.”
Monster 2: “Anstatt konkret mit ‘ja, natürlich’ zu antworten, verwendet sie Begriffe wie ‘Verhältnismäßigkeit’, ‘Balance’ und so weiter. Dann der Hinweis, dass die Diskussion ständig geführt werden müsse, um zum Schluss darauf hinzuweisen, dass Schutz vor Terrorismus ohne Telekommunikationskontrolle nicht möglich sei. Sehen Sie es? Kontrolle anstatt Überwachung! Ständige Diskussion! Wie vernünftig und demokratisch das doch alles klingt.”
Ich: “Ich fühle mich schon ganz eingelullt, aber mal ernsthaft, Ihr wollt nicht das ganze Interview mit mir durchkauen, oder? Euer Auftrag hieß doch, Informationen zum Thema erfolgreiches Regieren zusammenzutragen!”
Monster 2: “Und an der Macht bleiben! Wir wollen hier schön präzise bleiben, nicht wahr?!”

An diesem Punkt mixte ich mir einen zweiten XXL-Caipi.

Ich: “Okay, okay, okay, aber mal ehrlich, ich entsinne mich, dass Angie ganz viele konkrete Antworten schuldig geblieben ist. Ich als Wähler fühlte mich gelinde gesagt nicht ernst genommen. Wie soll ich mich denn bei der Wahl entscheiden, wenn ich nicht weiß, wofür die Parteien und ihre Spitzenkräfte stehen? Eh?!”
Monster 1: “Aber Sie sind doch Angela Merkel.”
Ich: “Keine Beleidigungen, bitte! Nun wird’s aber lustig!”
Monster 2: “Meine Güte, seien Sie doch nicht so begriffsstutzig. Mein Kollege meinte damit die Perspektive. Sie sind doch nicht die Wählerin, sondern die Herrscherin.”
Ich: “Ach so, ja, klar. Also soll ich die Wähler mit nichtssagenden Sprechhülsen abspeisen? Aber das merken die doch?!”
Monster 1: “Darüber können wir uns ja nach der Bundestagswahl noch mal unterhalten. Wie lange ist Frau Merkel schon Bundeskanzlerin?”
Ich: “Zu lange.”
Monster 2: “Das war eine rhetorische Frage! Was antworten Sie auf die Frage, ob wir Deutschen manchmal etwas überempfindlich seien?”
Ich: “Ich bin nicht Deutsch, ich stamme vom Planeten Knäcke IV. Vielleicht fehlt mir deswegen das Fensterputz-Gen?”
Monster 1: “Sie sagen: Wir sind, wie wir sind, und andere sind, wie sie sind.”

Ich staunte, dass der XXL-Caipi schon wieder alle war.

Monster 2: “Und immer darauf hinweisen, dass die USA unser treuer Bündnispartner sind!”
Ich: “Ja, okay, das wird Rahm freuen… Aber wenn die Amis Mist bauen, darf ich doch…”
Monster 1: “Wenn Botschaften oder EU-Einrichtungen abgehört werden, dürften Sie die Stirn zumindest in Falten legen. Wenn es nur um das Abhören von normalen Bürgern geht, reden Sie aber nur um den heißen Brei, deswegen werden Sie ja wohl keinen Streit suchen?!”
Ich: “Ist das Brei mit Nougatgeschmack? Ansonsten…”
Monster 2: “Weiter im Takt! Nehmen wir mal das Beispiel Snowden.”
Monster 1: “Gutes Stichwort. Viele sympathisieren bekanntlich mit Snowden.”
Ich: “Er hat ja auch sehr mutig gehandelt…”
Monster 1: “Das sagen Sie so gefälligst nicht! Damit treten Sie wieder unseren amerikanischen Freunden auf den Schlips.”
Monster 2: “Völlig richtig! Die diplomatische Antwort lautet, ich zitiere die Bundeskanzlerin: ‘Ich erlaube mir kein persönliches Urteil über einen Mann, über den ich lediglich das eine oder andere lese.’ Brillant, nicht wahr? Weder die Fans noch die Gegner wurden so verärgert.”
Ich: “Nur die Bürger, die sich eine klare Stellungnahme wünschen… Darf ich mir nun eigentlich auch kein Urteil mehr über Politiker bilden, denn über die lese ich ja auch nur das ein oder andere? Gelegentlich, weil ich es häufiger gar nicht ertrage? Kein Monster kann so viel Caipi trinken!”

Die Monster ignorierten meine Frage. Ich trank noch einen XXL-Caipi.

Monster 1: “Wenn Sie nach Sachen gefragt werden, ist es auch immer gut zu sagen, dass Sie die Hintergründe nicht kennen und deshalb auch nicht bewerten würden.”
Ich: “Schon klar. Aber jetzt frage ich Euch mal was. Bei einigen Fragen hat Merkel doch tatsächlich klare Antworten gegeben. Sie hält die Vermögenssteuer für falsch, und die Rente mit 67 sei unvermeidlich. Wann muss ich denn Eurer Meinung nach klar antworten und wann totes Gehirn spielen? Ich bin total verwirrt.”
Monster 1: “Nun ja…”
Monster 2: “Das hängt von den Umständen ab, in denen man sich bewegt.”
Monster 1: “Immer was von Wettbewerbsfähigkeit einfließen lassen! Das ist jedenfalls wichtig!”
Monster 2: “Genau! Und grundsätzlich ist so was unvermeidlich. Nie einfach, dass Sie dafür seien. Es muss immer unvermeidlich sein, ansonsten gehe die ganze Gesellschaft dem Ruin entgegen. Gern auch alternativlos, aber der Begriff ist etwas in Verruf geraten, deswegen lieber unvermeidlich verwenden.”
Ich: “Ach, das ist mir alles zu dumm. Ich erobere einfach erst mal die Welt und sehe dann weiter.”
Monster 1: “Wir sind aber noch lange nicht fertig mit unseren Erläuterungen! Hier, wir haben das Interview als PowerPoint-Präsentation aufbereitet! Haben Sie mal einen Beamer da?”

Oh, nur 432 Seiten, da waren die Monster aber echt mal zurückhaltend!

Ich: “Äh… Nein, der ist in Reparatur, das war leider unvermeidlich, um die deutsche Wettbewerbsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Caipi?”
Monster 1 und 2: “Oh jaaaa, Caipi!!!”

Es kostete mich reichlich Caipis, aber das war eine alternativlose Maßnahme, um die Monster von der Präsentation ihres Vortrages abzubringen. PowerPoint macht mich immer so müde im Gehirn. Nun habe ich sie mit einer neuen Recherche losgeschickt, die sie sicher monatelang beschäftigen wird: “Warum sind Schlümpfe blau, weshalb ist Uli Hoeneß, der Steuerbetrüger, immer noch Präsident der Sepplhosen und was ist mit Berlusconis Gehirn passiert (falls es jemals eins gab)?”

Ich muss mich nun erst mal ausruhen. Falls Ihr das ganze Merkel-Interview lesen möchtet: Bitte sehr. Ich habe Euch aber gewarnt. Es kann nicht schaden, Caipi griffbereit zu haben… Viel Caipi. Vertraut mir. Ich weiß, wovon ich rede.

Geschichtsunterricht

Hefte raus, wir halten jetzt mal eine Geschichtsstunde ab. Unser heutiges Thema:

Das Frauenbild im Wandel der Zeit.

Ganz modern, wie wir hier in diesem Wissenschaftsblog nun mal sind, bedienen wir uns der Videoanalyse.

Eine alte Dr.-Oetker-Werbung aus den Fünfzigern:

Wir fassen zusammen:

“Backen macht Freude!” “Sie hat es viel besser als er, sie darf backen!” (Hm, hm, mir bereitet Backen überhaupt keine Freude, im Gegenteil, ich finde Backen sehr langweilig, und selbst Fertigbackmischungen überfordern mich.)

“Eine Frau hat zwei Lebensfragen: Was soll ich anziehen und was soll ich kochen?” (Meine Lebensfrage ist eigentlich eher: Welchen Cocktail trinke ich heute? Caipi? Cuba Libre? Mojito? Es sind noch Limetten da!)

“Und das Allerwichtigste für ihn ist der Pudding!” (Hat Rahm nie erwähnt! Ich melde daher leise Zweifel an.)

“Kuchen macht Männer sanft und verträglich!” (Ha! Wenn ich zu Rahm sage, dass ich ihm einen Kuchen backen möchte, wird er nicht sanft und verträglich, sondern versucht mich mit allen Mitteln, davon abzuhalten! Irgendwas stimmt doch hier nicht!)

Resümee: Die Frauen in den Fünfzigern waren anders als ich. Bestimmt haben die auch regelmäßig ihre Fenster geputzt, diese Vogelkillerinnen!

Doch es ist nicht alles Friede, Freude, Oetkerkuchen gewesen. Auch nicht in der Wirtschaftswunderzeit. Denn manche Frauen waren durchaus gestresst. Wir blicken auf diesen Werbespot:

Da lehnt sich die Frau doch tatsächlich gegen den Chef auf! Aber: “Frauengold nehmen!” Schon steht Madame demütig vor dem Herrn Direktor und entschuldigt sich kleinlaut.

Ich brauche diesen Stoff! Am besten gleich in der Größe einer Nebukadnezar-Flasche! (Oder bin ich mit 15 Litern noch zu zaghaft rangegangen?) Alles andere reicht für die Anstalt nie und nimmer aus!

Noch einer zum Thema:

“Bist Du etwa nicht mehr so hübsch wie damals?” (Do-hoch, ich halte meine Hässlichkeit auf hohem Niveau!)

“Frauengold schafft Wohlbehagen — wohlgemerkt an allen Tagen!” (“Wohlbehagen”, welch schönes, altes Wort…)

Bevor Ihr nun alle in die Apotheke rennt, vergesst es. Das Zeuchs gibt es nicht mehr. Anfang der 80er wurde der Stoff aus dem Handel genommen, da er krebserregende Stoffe erhielt. Nee, dann doch lieber die Nervenzusammenbrüche in der Anstalt durchstehen…

Wir springen in der Zeit vorwärts in die siebziger Jahre:

Der gute alte 7. Sinn. Nein, es handelte sich hierbei nicht um eine Satiresendung! Es war alles ernstgemeint!

“Frauen fahren meist vorsichtiger, weil ihnen die Übung fehlt. Sie behindern dann den fließenden Verkehr.” (Ja, da ist es mir viel lieber, wenn ein männlicher Autofahrer bei Rot mit mindestens 120 Sachen ohne Rücksicht auf Fußgänger drauflos kachelt und mich beinahe überfährt, wie vor einigen Tagen erst erlebt, denn immerhin: Er hat den fließenden Verkehr nicht aufgehalten! Alleine das zählt! “Alles fließt” wussten schon die alten griechischen Philosophen.)

“Viele Frauen scheuen das Anlegen des Sicherheitsgurtes, weil sie Angst um ihren Busen haben.” (Das wird’s sein… Männer haben sich damals, als es noch kein Bußgeld kostete, bestimmt immer brav angeschnallt.)

Resümee II: Das Frauenbild hat sich entscheidend gewandelt, welch ein Glück, dass heute diese Klischees der Vergangenheit… Ähm, Moment, meine Emanzenmonsterin weist mich da gerade auf etwas hin:

KlischeealarmDiese Werbung ist aktuell auf deren Website zu bestaunen. Im Jahre 2013.

Oder hier:

Arrgh

Arrrgh! Früh übt sich, was perfekt in Schubladendenken werden will (muss).

Allenthalben weiß man voll Bescheid:

Jungsgesöff

Jungs sind also gern mit Freunden unterwegs und treiben gern Sport. So weit, so super.

Und was ist mit Mädchen?

JungeMädchen

Die leben lieber in Märchenwelten. Das hat eine Trend-Tracking-Studie (kotz… ähm, tschuldigung) eindeutig ergeben, dann wird es ja wohl stimmen, denn bekanntlich sind alle Studien und Statistiken immer korrekt, selbst die, die sich widersprechen.

Mich erinnert das an meine Kindheit: Ich bekam immer Puppen geschenkt, obwohl ich mit Puppen überhaupt nichts anfangen konnte. Die staubten schön im Zimmer vor sich hin, während ich neidisch auf die tollen Spielsachen meines Bruders war. Aber, Ihr Werbefritzen und Marketingverantwortliche, das war in den 70ern!!! (Die tollen 70er… 1977 wurde übrigens endlich das Gesetz abgeschafft, dass Frauen ohne Zustimmung des Mannes nicht arbeiten gehen durften!)

Denen hier möchte ich ja zumindest noch einen gewissen Sinn für Ironie zugutehalten. Nicht so ganz gelungen, aber na ja… Die Werbung für die ARD-Sportschau in den letzten Jahren fand ich noch missglückter, da hat man wohl nicht mitbekommen, dass mittlerweile auch viele Frauen Fußballfans sind…

Wer noch mehr Beispiele haben möchte, kann hier bei “Ich kauf das nicht” mal gucken, daher habe ich auch meine Beispiele, die sonst womöglich an mir vorbeigegangen wären, so wenig, wie ich noch von Werbung mitbekomme…

Yippie-yippie-yeah, ich ziehe mich nun zurück in meine rosaplüschige Märchenwelt und träume davon, dass ein Märchenprinz kommt und mich aus der Anstalt befreit! Diamantenschmuck! Shopping! Nie mehr SAP! Und keine autofahrenden Frauen, die mich via Türaufreißen vom Rad holen, denn ich werde natürlich dann immer von einem Chauffeur in die Shopping Malls dieser Welt kutschiert… *trääääummmmm*

52 Bücher, Woche 23

Am 10. Mai 1933 wurden auf dem Berliner Opernplatz und in vielen anderen deutschen Städten Bücher verbrannt, initiiert von der Deutschen Studentenschaft. Die meisten denken an diese Aktion, wenn von Bücherverbrennungen die Rede ist, auch wenn es in der Geschichte der Menschheit nicht die einzige war, aber wohl eine der folgenreichsten.

Auszug aus Wikipedia:

Kurz nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 kam es im März im Zuge einer „Aktion wider den undeutschen Geist“ zu einer organisierten und systematisch vorbereiteten Verfolgung jüdischer, marxistischer und pazifistischer Schriftsteller. Dabei handelte es sich um eine von der Deutschen Studentenschaft geplante und durchgeführte Aktion unter Führung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB). Höhepunkt waren die am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz und in 21 anderen deutschen Universitätsstädten groß inszenierten öffentlichen Bücherverbrennungen, bei denen Werke verfemter Autoren von Studenten, Professoren und NS-Organen ins Feuer geworfen wurden (siehe Liste der verbrannten Bücher 1933).

Ich lege Euch den kompletten Artikel ans Herz. Heute wissen wir, dass es nicht bei Büchern geblieben ist, sondern später auch unvorstellbar viele Menschen dem Terror der Nationalsozialisten zum Opfer fielen. Und doch gibt es heute immer noch Leute, die diesem Regime huldigen.

Das Thema lautet diese Woche:

Ein Buch eines Autors, dessen Werke von den Nationalsozialisten verbrannt wurden und/oder der vom Regime verfolgt wurde.

Ich nehme ein Buch von Erich Kästner:

Fabian. Die Geschichte eines Moralisten

Fabian streunert durch das Berlin Anfang der 30er Jahre und wird immer mehr desillusioniert… Wer Kästner kennt, ahnt, dass der Roman nicht wirklich moralisch im Sinne eines erhobenen Zeigefingers daherkommt. Es ist kein Kinderbuch, wie man bei Kästner vielleicht vermuten könnte. Das Werk galt bei den Nationalsozialisten als “entartet”; mit den Worten “Gegen Dekadenz und moralischen Verfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat!” wurden Kästners Bücher ins Feuer geworfen. Er stand unter den Zuschauern und musste mit ansehen, wie seine Werke vernichtet wurden.

Kästner selbst wird oftmals kritisch gesehen, weil er nicht ins Exil ging, sondern sich während der NS-Zeit in Deutschland “durchlavierte”. Offiziell mit einem Schreibverbot belegt, durfte er unter einem Pseudonym trotzdem mehrere Werke verfassen.

Ich verurteile Kästner nicht, denn ich befürchte, dass ich selbst in der Zeit wohl auch ein Mitläufer gewesen wäre (hoffentlich nicht mehr…). Aber nachträglich betrachtet sollten wir aus der dunkelsten Zeit der deutschen Geschichte lernen, dass so etwas nie wieder passieren darf. Vielleicht kann diese Woche nicht jeder einen Beitrag schreiben, aber möglicherweise ist es ja ein Anreiz, mal (wieder) ein Buch von einem der verfolgten Autoren zu lesen. Die Auswahl ist groß genug, denn die Liste der verfemten Bücher ist sehr umfangreich.

Dieser Artikel ist außerdem ein Beitrag zu der Aktion der Momos: “Zeichen setzen!”

Nächste Woche wird’s dann wieder unpolitisch. Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!