… dieses Blog lebt noch. Hurra! Hier ein Video zum Wochenende:
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Grassiert der Schwachsinn zurzeit verstärkt oder ist das nur gefühlt? Damit meine ich nicht Petrus’ Sperenzchen in Sachen Winterwiedereinführung. Das kann passieren im März und wird Frühlingsbotschafterin Katja nicht aus der Bahn werfen, uns bald das Frühjahr ranzulocken!
Nee, ich meine z. B. so was wie den Mehdorn, der als Chef des Berliner Flughafens auserkoren wurde. Wobei ich zugegebenermaßen daran nicht ganz unschuldig bin. Es begann ganz harmlos mit einer Mail an mich:
von: wowi.web.de
an: fellmonster@weltherrscherin.com
Flughafendilemma, dringend Hilfe erbeten!
Sehr geehrte Frau Weltherrscherin,
Sie sind meine letzte Rettung! Wir haben hier in Berlin doch dieses kleine Problem mit dem neuen Flughafen, Sie kennen das vielleicht von der Elbphilharmonie. Nun ist es zwar ganz prima, Bürgermeister dieser armen, aber sexy Stadt zu sein (ich meine natürlich Berlin, nicht Hamburg!), aber ständig liegt man mir wegen dieses Flughafens in den Ohren. Das nervt total. Haben Sie nicht jemanden über, der Chef werden könnte?
Bärige Grüße aus Berlin
Der Wowi
Oh, nee. Während ich noch überlegte, ob ich ihm lieber den Loddar Matthäus oder den Til Schweiger andienen sollte (Vorteil beim Ersten: Labert alle ins Koma; Vorteil beim Zweiten: Den versteht eh keiner), hatte das Schicksal ein Einsehen mit mir. Ich bekam eine zweite Mail:
von: Mehdorn.rettet.alle@Superretter.de
an: fellmonster@weltherrscherin.com
Es dürstet mich nach einer Aufgabe!
Verehrte Weltherrscherin,
zurzeit befinde ich mich in einer Umbruchphase meines Lebens, welche mir deutlich vor Augen führt, dass ich noch viel zu jung bin, um auf dem Altenteil eine ruhige Kugel zu schieben. Sie wissen, was ich meine, haha. Hiermit bewerbe ich mich um einen führenden Posten in Ihrem Elite-Team. Vielleicht Stabschef? Was das Gehalt betrifft, so werden wir sicher eine gütliche Einigung finden.
Hochachtungsvoll
H. Mehdorn
Oha! Ich habe ja nun schon einen Stabschef, und überhaupt bin ich an einer erfolgreichen Welteroberung interessiert. Ich dachte eine Sekunde lang intensiv nach und kam zu dem Ergebnis, dass es mir nicht gelingen würde, Mehdorn dem Krötengeneral unterzujubeln, dafür ist er zu schlau — der Krötengeneral, nicht Mehdorn. Also erlaubte ich mir einen Jux, was so nach 3 XXL-Caipis schon mal vorkommen kann, und schrieb zwei Antwortmails:
von: fellmonster@weltherrscherin.com
an: wowi.web.de
RE: Flughafendilemma, dringend Hilfe erbeten!
Sehr geehrter Herr Wowereit,
natürlich habe ich die Lösung Ihres Problems: Fragen Sie doch einfach den Herrn Mehdorn. Ich werde dafür sorgen, dass er zusagt. Sie gucken jetzt vielleicht skeptisch und denken an die Heidelberger Druckmaschinen, die Bahn oder auch Air Berlin, aber seien Sie unbesorgt: Das waren ja alles bestehende, laufende Unternehmen, was man vom neuen BER nun wirklich nicht behaupten kann. Und ganz logisch gedacht: Wo nix läuft, kann er nix zum Stillstand bringen, da kann es nicht zu Verspätungen der Flüge kommen. Also alles easy-flauschi-going. Bereiten Sie schon mal den Vertrag vor! Herr Mehdorn wird sich bald bei Ihnen melden. Bitte schmieren Sie ihm ein bisschen Honig um den Bart, Stichworte: Erfahrener Manager, Durchsetzungskraft und so was. Das braucht er für sein Ego.
Beste Grüße aus Hamburg (der Stadt mit einem Erstbundesligaverein, der schon immer dabei war, ich meine ja nur)
Fellmonster
Die Dankesmail kam prompt:
von: wowi.web.de
an: fellmonster@weltherrscherin.com
RE: Flughafendilemma, dringend Hilfe erbeten!
Vielen, vielen Dank! Ich weiß zwar nicht, was Sie mit den Heidelberger Druckmaschinen, der Bahn oder Air Berlin meinten (wobei das letztere entfernt vertraut klingt), aber egal, Hauptsache, jemanden gefunden! Ich hätte ja auch den Lothar Matthäus oder Til Schweiger akzeptiert, aber so ist es auch super!
Herzlichste Grüße
Ihr Wowi
Ich schnell an den Mehdorn gemailt:
von: fellmonster@weltherrscherin.com
an: Mehdorn.rettet.alle@Superretter.de
RE: Es dürstet mich nach einer Aufgabe!
Hallo Herr Mehdorn,
gute Neuigkeiten! Sie können bald wieder jemandes Mehdorn im Auge sein, zum Glück nicht bei mir, denn ich habe schon einen Stabschef, aber der Herr Wowereit wartet auf Sie! Ich sag nur Berliner Flughafen! Eine Aufgabe, wie geschaffen für einen Mann wie Sie! (Sagt auch die Interessenvertretung deutscher Kabarettisten, und die müssen es wissen.) Einfach eine Mail an wowi@web.de schicken, und die Sache läuft. Nehmen Sie den Ramsauer und Platzeck mit in den Verteiler auf, damit sich keiner übergangen fühlt.
Gutes Gelingen und guten Flug (irgendwann mal im nächsten Jahrtausend)
Fellmonster
Die Antwort kam prompt, haben die nix anderes zu tun, als mich mit Mails zu bombardieren?!
von: Mehdorn.rettet.alle@Superretter.de
an: fellmonster@weltherrscherin.com
RE: Es dürstet mich nach einer Aufgabe!
Verehrte Weltherrscherin,
ich wusste, dass auf Sie Verlass ist. Ich werde dort das Management revitalisieren und ein kleines Powerhouse aufbauen! Immer geradeaus, niemals nachdenken, man wird mich jetzt aushalten müssen, Sie kennen mich ja!
Hochachtungsvoll
H. Mehdorn, Retter Berlins
Bidde, was? Ein kleines Powerhouse? (Das hat er übrigens wirklich gesagt, so was kann ich mir gar nicht ausdenken!) Rahm hätte gleich ein großes Powerhouse aufgebaut, deshalb ist er auch mein Stabschef und nicht Mehdorn. Und aus diversen anderen Gründen, die hier nichts zur Sache tun.
Okay, so schnell kann’s gehen, da erlaubt man sich zwei kleine Mailscherze, und schon ist es passiert.
Aber das war ja noch nicht alles. Themenwechsel, wir springen zum Parteitag einer künftigen Splitterpartei:
“Sie können uns bekloppen oder bewerfen oder sonst was. Aber sie können uns nicht beugen. Wir überlassen nicht diesen Fuzzis, diesen fehlprogrammierten Typen unser Land!”
Und ich mailte vorher noch: Herr Brüderle, trinken Sie vor Ihrer Rede auf dem Parteitag nicht so viel! Das hat ja wohl ganz offensichtlich nicht geklappt.
Liebe Fuzzis, ja, IHR seid auch gemeint! Nicht nur ich. Wir bekloppen die FDP nicht, und wir bewerfen sie auch nicht, bitte die Hundeschiete wieder weglegen. Schon gar nicht tun wir sonst was mit dieser Partei. Wir wählen sie einfach im September nicht, so dass die FDP endlich aus dem Bundestag fliegt. Dann wollen wir mal sehen, wer hier fehlprogrammiert ist.
Taschentücher raus, Melodramatik im Anmarsch!
“Liebe Freunde, lasst euch nicht beirren, lasst euch nicht einschüchtern von diesen Gegnern der Freiheit.”
Damit sind schon wieder wir fehlprogrammierten Fuzzis gemeint, die wir der FDP angeblich Hass entgegenbrächten. Nee, Herr Brüderle, das ist kein Hass, das ist nur Ablehnung der unsozialen, ungerechten, unfähigen Politik der Bundesregierung, an der Sie maßgeblich beteiligt sind. Ihre Vorstellung von Freiheit ist nah mit Rücksichtslosigkeit verwandt und fördert die immer größer werdenden Extreme und Ungerechtigkeiten in Deutschland.
Liebe Freunde, lasst Euch nicht beirren von der Dummschwätzigkeit des FDP-Spitzenkandidaten, sondern tragt die Auszeichnung “fehlprogrammierter Fuzzi” mit Stolz!
Auf den Rest des FDP-Geschwafels gehe ich nicht weiter ein, sondern warte darauf, was im Irrenhaus Deutschland als nächstes für Meldungen kommen. Eigentlich kann der Tag nicht mehr fern sein, an dem Til Schweiger “Tatort”-Kommissar spielt und Stefan Raab das TV-Kanzlerkandidatenduell mit moderieren wird… Oh. Halt. Das ist schon real? Neuer Versuch. Grimme-Preis-Nominierung fürs Dschungelcamp? Cindy aus Marzahn als Assistentin bei “Wetten, dass…”? Gibt es auch schon? Ach, menno, einen habe ich aber noch, nimm das, Realität: Loddar als Trainer eines Bundesligisten!
Aus irgendwelchen, mir völlig unerfindlichen Gründen, habe ich nun das Bedürfnis, Nougat zu essen und Caipi zu trinken…
Nämlich die Versuche Brüderles, mit eher nicht so originellen Anbaggersprüchen bei einer Journalistin zu landen. Laut “Stern” stellte der FDP-”Spitzen”-Politiker fest, dass die Dame ein Dirndl gut ausfüllen könne. Und sie möge doch bitte seine Tanzkarte annehmen. Politiker würden eh alle Journalistinnen verfallen und so weiter und so fort. Um ca. 1 Uhr soll seine Pflegerin Sprecherin den widerstrebenden Kerl mit den energischen Worten “Zeit fürs Bett!” aus der Bar geführt haben. (Wer es nachlesen möchte, klicke bitte hier, Achtung Link geht zum “Stern”.)
Wir wissen nicht, ob es wirklich so war, denn wir waren nicht dabei. Ein Glück, denn bei so einer Szene wären die Limetten in meinem Caipi vermutlich spontan schlecht geworden. Da Brüderle sich aber weigert, dazu Stellung zu nehmen, liegt es nah, dass es sich so oder so ähnlich tatsächlich zugetragen haben dürfte. Der Kubicki will nun übrigens keine Journalistinnen mehr in seinem Auto mitnehmen. Gut so, fürsorgliche Eltern haben ihren Töchtern eh beigebracht: “Steig nie zu fremden Männern oder einem FDP-Politiker ins Auto!”
Wie gehen wir nun mit diesem Vorfall um? Wir schlagen zurück! Genau! Wir bekämpfen Sexismus mit Sexismus. Wir halten nicht die andere Wange hin, sondern analysieren hier schonungslos die erotische Ausstrahlung des Herrn Brüderle.
Folgende Fragen müssen wir dazu stellen:
Damit ziehen wir ein eher düsteres Resümee: Herr Brüderle erreicht auf der nach oben offenen Rahmskala leider null Punkte. Wir sind untröstlich. (Erklärung: Mit der Rahmskala wird die erotische Ausstrahlung von Männern gemessen, es handelt sich um eine wissenschaftlich fundierte Messmethode, die von Frau Dr. Dr. Fellmonster entwickelt wurde. Die Skala wurde natürlich nach Rahm Emanuel benannt, nach wem auch sonst?)
Ist noch ein Politiker durch Sexismus unangenehm aufgefallen und müsste analysiert werden?
PS, Frage am Rande: Tanzkarten, wtf?! Gibt es die noch? Ich dachte, das wäre vorvoriges Jahrhundert oder so. Was zu Brüderle durchaus passen würde, davon mal ab…
… ja auch mal vernünftige Pläne, z. B. endlich mal zumindest ein bisschen mehr für ökologische Landwirtschaft zu sorgen. Und was passiert? Die Aigner kommt aus ihrem Ministerium gehüpft und ist dagegen. Wie DarkJohann immer sagt: Die schlechteste Regierung, die die Bundesrepublik je hatte, aber müssen sie es ständig, immer und immer wieder, beweisen? Wir haben es doch schon begriffen!
Hier kann man via Campact einen Appell an Ilse unterzeichnen.
Ich könnte immer wieder kotzen, wenn ich sehe, wie selbst kleine Schritte in die richtige Richtung zunichte gemacht werden. Außerdem sind Bienen verdammt wichtig, das sollte gerade eine Ilse Aigner wissen! Aber zu viele Politiker denken ja nicht weiter als Berlus Dödel kurz ist.
Und dann über Politikverdrossenheit wundern.
(Ja, ich habe heute eine aggressive Grundstimmung… Ist Montag, da ist das erlaubt.)
… während die Niebelkerze lustig vor sich hinzündelt:
“Es zerreißt mich innerlich, wenn ich den Zustand meiner, unserer FDP sehe”,
sprach Brüderle auf dem FDP-Dreikasperle*-Treffen folgende Worte:
“Die FDP hat die Union besser gemacht!”
Laut Zeit hat er das sogar mehrmals gebrüllt. Und 67 % der FDP-Wähler halten Brüllerle … ähm, pardon, Brüderle für den besseren Parteivorsitzenden.
Mich zerreißt es ja auch, aber eher vor Freude. Was das Bessermachen der Union betrifft, übersetze ich mal:
“Den Scheiß, den wir in der Regierung und auch sonst so verzapfen, lässt den Unsinn, den die Union treibt, in mildem Licht scheinen.”
Als Rösler zu seiner Rede ansetzte, hat ihn auch noch ein Zuhörer als “Arschloch” beschimpft. Benimmse kennen die also auch nicht, diese Wich…te. Meine Güte, das ist wie mit Kanonen auf (Hohl-)Bratzen zu schießen…
Im September ist dann FDP-Abwahl. Mehr habe ich zu dem Treffen nicht zu sagen.
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*Noch sind sie mehr als drei, aber es ist nur noch eine Frage der Zeit, dass das Dreikasperletreffen der FDP in einem kleinen Puppentheater stattfinden wird, mehr Platz brauchen die dann nicht mehr.
… gab es in einem Teil von Bloggerhausen recht hitzige Diskussionen darüber, ob es nicht möglich ist, in Blogs auch mal ernsthafte, wichtige Themen aufzugreifen. Die Diskussion möchte ich hier nicht aufwärmen, ich kann auch durchaus verstehen, dass einige Blogger davor zurückschrecken, da politische Diskussionen leider leicht in persönliche Beleidigungen ausarten. (Bei meinen Lesern habe ich da allerdings überhaupt keine Bedenken.)
Die Momos haben eine sehr gute Idee:
Lasst uns doch einmal eine Artikelkette schreiben über das, was die Nazis in unserm Land angerichtet haben und noch anrichten.
Lasst und Bilder posten von Stolpersteinen, Gedenkstätten, ausländerfeindlichen Parolen oder andern Dingen aus unserm täglichen Leben, wo dies ganz offensichtlich wird.
An diesem Projekt möchte ich mich in unregelmäßigen Abständen beteiligen. Eigentlich wollte ich hier etwas über die KZ-Gedenkstätte Neuengamme berichten, die hier ganz in der Nähe ist. Außerdem war mein Plan, die Gedenktafeln, die sich außerhalb des eigentlichen KZ-Geländes befinden, zu fotografieren. Das alles sollte schon im November/Dezember stattfinden. Ich hatte mich dann aber zeitlich mal wieder verzettelt, und dann kam noch die Fingergeschichte dazu, so dass ich im Moment nicht unbedingt mit dem Rad durch die Gegend fahre. Es würde zwar gehen, aber ist doch ein gewisses Risiko.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, der Artikel wird auf jeden Fall noch kommen. Ich möchte Euch heute aber einen Link ans Herz legen: Stolpersteine in Hamburg. Bei den Stolpersteinen handelt es sich um ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig.
In der Rubrik “Namen, Orte und Biografien” finden sich teilweise sehr ausführliche Lebensbeschreibungen der Ermordeten. Hinter der unfassbar hohen Anzahl der Opfer bekommen hier die einzelnen Menschen ein Gesicht, was die Unfassbarkeit der abscheulichen Taten noch mehr deutlich macht. Ich habe selbst noch längst nicht alle Biografien durchgelesen, denn das alles ist schwer zu ertragen.
Warum ich trotzdem darüber schreibe, obwohl das doch jetzt alles schon so lange her ist?
So lange in diesem Land immer noch Ausländer zu Tode gehetzt werden, so lange ein Sarrazin seine unterschwellig rassistischen Thesen darlegt, so lange deutsche Behörden sich gegenüber Ausländern inhuman zeigen, so lange eine Partei, die offen ausländerfeindliches Gedankengut propagiert, in einigen Länderparlamenten sitzt, so lange bleibt das Thema wichtig.
Natürlich wird es nicht wieder genauso passieren. Ein schnauzbärtiger Mann, der in Kneipen herumbrüllt, gilt heute nicht mehr als charismatisch und bekäme kaum die Mehrheit der Stimmen. Aber wehe, es gelingt den Rechten, eine Person ausfindig zu machen, die sich in den Medien gut darstellen kann — während ein Teil der Menschen in unserem Land immer mehr in die Ecke der Hoffnungslosigkeit geschoben wird, die Schere zwischen Arm und Reich immer mehr auseinanderklafft, Bildungschancen immer noch sehr von der sozialen Klasse, aus der man stammt, abhängen und der Regierung nichts anderes einfällt, als den Sozialstaat immer mehr zu demontieren. (S. gerade mal wieder Röslers neueste Ideen, aber da will ich jetzt gar nicht näher drauf eingehen.)
Natürlich steht nicht morgen das Vierte Reich vor der Tür, aber es gibt genug Gründe, wachsam zu sein und immer wieder deutlich zu sagen, dass kein Platz für Nazis in diesem Land sein darf.
Ich habe hier einige Links, um zu verdeutlichen, was ich mit meinen angesprochenen Beispielen meine:
Noch ein Bericht über eine unglaubliche Abschiebungsaktion
Es gäbe leider noch mehr Beispiele, aber fürs Erste reicht das, denke ich mal.
Morgen geht es dann hier wieder in bekannter, bekloppter Weise weiter, aber vielleicht hat ja der ein oder andere von Euch auch ein bloggenswertes Thema, das zu dem Projekt passt.
Danke an die Momos, die ein für die Blogosphäre eher untypisches, aber wichtiges Projekt ins Leben gerufen haben.
Reblogged from Mensch lebt nur einmal:
Reblogged von Bigi aus dem Synchronuniversum mit der Bitte an Euch, die Meldung ebenfalls zu veröffentlichen.
Meldung frisch aus dem Nordkurier
Ich habe mir nur erlaubt das Foto zum Thema passend auszutauschen
NEIN, Greifswald hat kein Naziproblem. Nein in Greifswald gibt es keine verfickten, hirnlosen, braunen Dummbratzen, die zu doof zum Kacken sind, am Leben gescheitert und mit ihrer Zeit nixx besseres anzufangen wissen, als nachts feige zu zerstören, zu schmieren und sich an den Säcken zu kratzen…
Bevor ich das heutige Motto in die Runde werfe, noch eine Info: Feedburner wird wohl demnächst eingestellt, diese Info habe ich in den letzten Tagen an verschiedenen Stellen gelesen. Was das mit dem Bücherprojekt zu tun hat? Ich hatte zum Projektstart via Feedburner einen Feed eingerichtet, der nur die Bücherartikel enthielt, für all die Menschen, die sich für den Rest des Blogs nicht interessieren. Im Laufe des Oktobers wird das wohl nicht mehr funktionieren, d. h., ich muss denjenigen unter Euch, die diesen Spezialfeed abonniert haben, nun leider zumuten, das gesamte Blog zu abonnieren (Feeds s. rechts oben). Tja, toll gemacht, Google, erst Feedburner für viel Geld kaufen und dann eingehen lassen…
Kommen wir nun aber endlich zu dem Bücherthema. Es ist mal wieder von mir und dieses Mal ziemlich speziell, bin gespannt, wie viele Beiträge dazu geschrieben werden. Eigentlich dürfte ich ja nur noch ganz einfache Themen nehmen, um den 900. Beitrag zu erreichen, aber ich glaube, das schaffen wir trotzdem.
Das Motto lautet
Politthriller
Ich liebe dieses Genre. Spionage, Verschwörungstheorien, das alles finde ich sehr spannend. Meine Lieblinge sind John le Carré und Frederick Forsyth, aber heute stelle ich das Buch “Anlass zur Unruhe” von Eric Ambler vor. Die Handlung spielt in Italien 1937, ein Geschäftsmann gerät in die Mühlen der Spionage und Gegenspionage… Interessant an diesem Roman ist, dass er 1938 erschienen ist, also vor dem 2. Weltkrieg und bevor die Judenverfolgung in den industrialisierten Massenmord gipfelte. Und doch befinden sich einige Andeutungen und Ahnungen in dem Roman, die der “Das konnte doch keiner ahnen”-Mentalität zumindest teilweise widersprechen. Einiges war durchaus bekannt.
Der Stil des Romans ist eher ruhig, nicht so auf Thrill wie viele heutige Romane gedrillt, nichtsdestotrotz fand ich die Handlung spannend, außerdem war für mich interessant, wie ein Schriftsteller 1937/38 auf diese Zeit blickte.
… viel schreiben über die Partei der Republikaner in den USA. Da wird ein Präsidentschaftskandidat aufgestellt, der sich weigert, seine Steuererklärungen zu veröffentlichen, betont, dass er nie weniger als 13 % Steuern bezahlt hätte, ein Loblied auf Steueroasen singt und dämliche Witze reißt (ihn hätte noch nie jemand nach einer Geburtsurkunde gefragt — eine plumpe Anspielung auf Obamas angeblich unklare Herkunft). Die als Wunschvizepräsidenten einen Helden der Teebeutelbande (“Tea Party”) wählen, der die Sozialleistungen in den USA massiv einschränken möchte — aber Hauptsache, die Steuern für die Gutverdienenden werden weiter gesenkt, denn angeblich würden so gaaanz viele neue Jobs entstehen. Wer das glaubt, hält vermutlich auch Sarah Palin für eine brillante Politikerin. Wir erinnern uns mit Grausen: Das war die Vizepräsidentschaftskandidatin vor vier Jahren. Die Frau, die Sex vor der Ehe für pfui-bäh hält, während ihre 17-jährige Tochter, natürlich nicht verheiratet, schwanger wurde. Dumm gelaufen. (Ich vermute, dass der Tochter einfach nicht klar war, dass man von Sex schwanger wird, vermutlich dachte sie eher, dass man einfach öffentliche Toiletten vermeiden müsse — oder was immer man als “Aufklärung” bekommt, wenn man so eine Mutter hat.)
Von dem Knalldeppen, der behauptet hat, dass Frauen durch Vergewaltigungen nicht schwanger werden können, da der Körper dann entsprechende Abwehrmechanismen anwenden würde, mal ganz zu schweigen. Der hat zwar inzwischen etwas zurückgerudert (er hätte sich ungeschickt ausgedrückt) und wurde von Romney in die Schranken gewiesen, nichtsdestotrotz gibt es viele Republikaner, die Abtreibungen generell verbieten wollen, Vergewaltigung hin oder her.
Man könnte diese Liste leider beinahe unendlich fortführen. Es fällt mir schwer, das zuzugeben, aber im Vergleich zu dieser Bande ist die deutsche FDP eine hochseriöse Partei.
Doch sparen wir uns, einen ellenlangen Artikel über diese Denkabstinenzler zu schreiben. Ein Cartoon bringt es kurz und knackig auf den Punkt:
Wenn es nur nicht so traurig und wahr wäre …
… dass die “Tagesthemen” (geht um die Sendung, die eben in der Halbzeitpause lief) wissen, was die wichtigste Nachricht im Lande D ist. Nein, nicht das bisschen Aufstand in Syrien. Oder diese kleinen Unstimmigkeiten zwischen Israel und Iran. Die winzige Wirtschaftskrise ist es natürlich auch nicht. Sondern:
Kfz-Kennzeichen! Ramsauers Idee, den Städten und Gemeinden hier künftig freie Hand zu lassen.
Mal ehrlich: Es ist schon schlimm genug, dass sich diese Regierung mit derartig unwichtigem, überflüssigem Scheiß beschäftigt und dafür Zeit und Geld verbrennt. Dass aber in den “Tagesthemen”, immerhin öffentlich-rechtliches Nachrichtenfernsehen, auf das man dort doch so stolz ist, dieser Schwachsinn die allererste Meldung ist — das haut mich um.
Muss die Hitze sein… Hoffentlich.