Geschenke…

Heute ist es sicher großes Thema, über die Geschenke zu bloggen, die man bekommen hat. Will ich auch! Aber nur, weil ich ein epochales, geniales, sprachlos machendes Geschenk bekommen habe. Seht her und staunt. Ich war ergriffen und mir fehlten die Worte:

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Das Geschenk ist natürlich das Glas ganz rechts. Links ein normales Caipiglas, 0,3 l oder 0,35, jedenfalls irgendwas knapp unter der Wahrnehmungsgrenze. Das Glas in der Mitte: 0,5 l, Ihr kennt es noch von meinem XXL-Caipi-Rezept. Rechts: Bombastisch! Gigantisch! Großartig! 30 cm hoch. 20 cm Durchmesser. Und ich dachte schon, mein Traum von einem XXXXXXL-Caipi müsste bis zur Erlangung der Weltherrschaft auf Realisierung warten. ;-)

(Wie viele Limetten brauche ich für so einen Riesencaipi? *grübel*)

Und damit soll es auch erst mal genug des Säufer-Contents sein.

Caipi. XXL-Caipi!

Gestern blaue Fragmente im Himmel über Hamburg gesichtet. Was soll das? Wo war das trübe graue Wetter hin, ich war doch noch nicht fertig damit, die verschiedenen Grautöne am Firmament zu katalogisieren und auswendig zu lernen. Heute ist meine Welt wieder in Ordnung. Grau. Nieselregen. Perfekt.

Festgestellt, dass Rasputin, seines Zeichens Wohnzimmersatanswolf, Mandarinen mag. Nun auch beim Mandarinenessen einen aufmerksamen Hundeblick als Gesellschaft, der fragt: Fällt noch ein Stück runter?

Von Gina lobend erwähnt worden, doch harrt die Frage:

Wie kann einem nur täglich so viel Schwachsinn einfallen?

noch einer Beantwortung. Hier muss ich um etwas Geduld bitten, denn mir ist bis dahin gar nicht aufgefallen, dass ich Schwachsinn verzapfe, mir kam hier alles völlig normal und durchschnittlich vor. Es liegt an der Irrenanstalt. Gina sagt das auch. Dort flöße ich übrigens einer Kollegin mit meinen Selbstgesprächen Angst ein. Verstehe ich nicht, alle  potentiellen Psychopathen, Amokläufer und Welteroberer führen Selbstgespräche! Da bin ich mir ganz sicher! Warum also Angst vor mir haben? Seltsam. Wo war ich? Wer bin ich? Egal. Zurück zum Schwachsinn. (Ich war niemals richtig fort.) Die Lösung verbirgt sich in Ginas Artikel: Kindercontent! Also verkündete ich in ihren Kommentaren großmäulig folgendes:

Memo an mich: Schnell ein, zwei oder drei superintelligente, genauer gesagt schlaueste Kinder von Welt (bei den Genen ein Kinderspiel!) anschaffen, vielleicht wird’s dann normaler… :-) Bevor ich mich diesbezüglich an die Arbeit mache, wünsche ich Dir ein paar schöne, erholsame Weihnachtstage, damit Du im neuen Jahr voll angreifen kannst bei den Rennen.

Das mit den Weihnachtstagen wünsche ich natürlich allen Lesern, und denen, die mit Weihnachten nichts anfangen können, wünsche ich, dass sie die Tage einigermaßen gut überstehen und zumindest die freie Zeit genießen können. Der Kern der Aussage ist aber ein anderer, wie mir erst klar wurde, nachdem Gina folgendes antwortete:

@ Fellmonsterchen: Angesichts Deines Arbeitsplatzes ist das gaaaanz normal, keine Sorge. Viel Spaß beim Kinder machen! Halt uns öffentlich auf dem Laufenden, okay? :-))))

Mir wurde schlagartig bewusst, dass ich da reichlich unüberlegt ein neues Projekt gestartet habe. Eine kurze Recherche im Internet ergab, dass der Weg, auf einen Engel zu warten, der einem eine Schwangerschaft ankündigt, vor ca. 2012 Jahren zuletzt von einer gewissen Maria beschritten wurde. Daraus leiten wir folgende Erkenntnis ab: Es wird nicht nur auf meine Gene ankommen, sondern auch auf die des Mannes, denn ein Engel wird mir sicher nicht erscheinen. Und hier fangen die Probleme an. Ich kann nicht automatisch davon ausgehen, dass sich meine Gene so welteroberungslustig wie ich zeigen und alle anderen Gene übertrumpfen, also brauche ich für dieses Projekt einen exzellenten männlichen Projektmitarbeiter. Zunächst dachte ich: Kein Problem, ich habe ja eh im Januar/Februar mein Praktikum im White House (danach übernimmt Lakritz und Schokolade, falls sie dann noch will), und das Erbgut von Barack Obama kann so schlecht ja nicht sein. Dann fiel mir ein, dass er ja verheiratet ist. Das ist zwar im biologischen Sinn unwichtig wie nur irgendwas, z. B. eine Neujahrsansprache von Frau Merkel, aber für meine künftigen Themen hier ein großes Problem, denn dann werde ich nicht bloggen können, dass der Vater mit unserem  Kind Fußball spielt oder welche Gute-Nacht-Geschichten er vorliest. Die Suche geht also weiter.

Und was das alles mit Caipirinha zu tun hat? An diesem Punkt beschloss ich schlicht und einfach, dass es Zeit für einen XXL-Caipi sei. Und nun kommt die Premiere: Der erste nicht schwachsinnige Beitrag in diesem Blog, das Rezept für einen Monster-XXL-Caipi! Tusch, Triumphmarsch, Konfettiregen!

Was wir brauchen:

1. Einen Stößel, möglichst in XXL-Größe

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Links: Ein herkömmlicher Stößel, 15 cm lang (oder besser: kurz). Daneben: Ein XXL-Stößel mit einer stattlichen Länge von 24 cm. Natürlich kann man auch den kleinen verwenden, aber wir werden noch sehen, warum es mit dem längeren besser funktioniert.

2. Zwei Limetten

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Bitte keine Zitronen verwenden. (Kein Witz, ich habe das mal erlebt.)

3. Ca. sechs Teelöffel brauner Rohrzucker

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Die verwendete Menge ist Geschmackssache, hier muss man zu Anfang etwas experimentieren. Ich habe mit sechs Teelöffeln meine ideale Menge gefunden.

4. Ein Gefäß zum Dosieren des Zuckerrohrschnapses

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Ich verwende ein Schnapsglas. Fragt nicht nach Größe und cl, das geht hier alles nach gesundem Augenmaß. Ich nehme 3 – 4 Gläser, auch hier gilt: Geschmackssache und vielleicht ein bisschen eine Frage des erwünschten Pegels. Heute habe ich mir 3 1/2 Gläser gegönnt.

5. Cachaça (Zuckerrohrschnaps)

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Über die beste Sorte kann man sich wie immer trefflich streiten, sicher ist Pitú nicht die hochwertigste, aber mir schmeckt’s damit. Wie ich oben schon schrieb, ist die Menge Ansichtssache. Meine Meinung: Nicht weniger als drei und nicht mehr als vier Schnapsgläser.

6. Viel Eis (unbebildert, Foto vergessen)

Am Besten Crushed Ice. Es geht auch mit ganzen Eiswürfeln, aber in der zerkleinerten Form kann man besser rumrühren. Ich bereite mir allerdings ab und zu einen Caipi mit ganzen Eiswürfeln zu, so auch heute. In Brasilien ist das so üblich, der Caipirinha verwässert dadurch nicht so schnell.

7. Das Wichtigste! Das XXL-Glas!

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Links: Ein herkömmliches Caipiglas, 0,3 l (oder 0,35? Jedenfalls winzig). Rechts: Ein XXL-Glas!!! 0,5 Liter!!! Längerer Genuss!! Es geht hier ja nicht darum, möglichst viel Alkohol in möglichst kurzer Zeit in sich hineinzuschütten. Aber wenn man mit netten Leuten zusammensitzt und andauernd aufstehen muss, weil der Caipi schon wieder alle ist, stört das die Gemütlichkeit doch sehr. Von so einem XXL-Caipi hat man einfach länger etwas.

Und nun zur Zubereitung. Zunächst werden die Limetten abgewaschen und diese komischen Gnubbel an den Enden abgeschnitten. Danach werden die Guten geachtelt (also so ganz ohne Rechenkünste geht’s nicht, endlich habe ich den Sinn des Mathematikunterrichts erkannt) und ins Glas geschmissen. Danach wird der Rohrzucker ins Glas geschüttet. Nun kommt der XXL-Stößel zum Einsatz. Das Ganze wird ordentlich zermantscht, immer feste druff, damit die Limetten möglichst viel Saft spenden. Beim Stampfen hat sich eine drehende Bewegung sehr bewährt. Das alles geht mit einem XXL-Stößel einfach besser. (Übrigens: Ich glaube, dass Profis erst die Limetten zerstampfen und dann den Rohrzucker hinzufügen, aber meine Methode ist halt die, den Rohrzucker gleich beim Stampfen mit unterzurühren.)

Danach wird das Glas bis zum Rand mit Eis aufgefüllt. Dann die Krönung und auch sonst das Wichtigste: Zuführung des Cachaças. Zum Schluss spendieren wir dem Getränk noch einen oder mehrere Cocktail-Strohhalme (es gibt Menschen, die nicht unter zwei Strohhalmen anfangen zu trinken) und etwas, mit dem man das herrliche Getränk gut verrühren kann.  Geht zur Not auch mit dem Strohhalm, wenn man nix anderes hat. Das Ergebnis könnte so aussehen (hier mit ganzen Eiswürfeln):

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Danach heißt es: Prost! Am Besten entweder in netter Gesellschaft oder bei guter Lektüre genießen. Dazu passt leckerer Knabberkram, zum Beispiel Nachos mit scharfem Dip oder ähnliches.

Lecker, lecker…