… positiv zu denken. Ich hatte diese Aktion ja schon mal, mit Unterstützung von Mellas “Positiv gedacht”. Da mein Leben zurzeit nicht wie geschnitten Brot, sondern wie hinkendes Brötchen läuft, hilft es vielleicht, ein bisschen aus dem Stimmungskrater zu krabbeln…
gefreut: Ähm… ja. Das fängt schon so schwierig an. Ich freue mich ja nicht mal richtig auf meinen Urlaub. Versuchen wir mal den nächsten Punkt.
gelacht: Gestern in der Firma mit einer Kollegin herumgeblödelt, aber das versteht man nur, wenn man die Anstalt kennt, ich kann Euch also leider nicht dran teilhaben lassen. Man muss einfach dabei gewesen sein, viel durchgemacht haben, und dann kann irgendwann der Galgenhumor zuschlagen.
geschafft: Ich bin selbst geschafft. Und zwar so richtig. Allerdings ist auch ein größeres Projekt in der Anstalt, an dem ich viel mitgewirkt habe, erfolgreich zu Ende geführt worden, aber fragt nicht. Dafür habe ich sogar etliche Stunden von zu Hause aus gearbeitet.
gefunden: Dank Navi die Tierärztin mit dem Nachtnotdienst — Navis sind mit die großartigsten Erfindungen der Neuzeit.
geholfen: Ab und zu Kollegen, aber nix Weltbewegendes.
gegönnt: Zweimal in der letzten Zeit etwas eher ins Bett gegangen. Doll, wa?!
gekriegt: Wut- und Heulanfälle. Nee, halt, so ist das nicht gemeint, das ist ja positiv denken hier… Ich habe einen Token bekommen, damit ich von zu Hause aus arbeiten kann. Hm, auch nicht viel besser. Wie viele Versuche habe ich noch? Ach, das ist wie beim HSV-Spiel gegen Augsburg, die hätten noch 5 Stunden spielen können, ohne ein Tor zu schießen, so in der Art. Der nächste Punkt, bitte.
gelobt: Ich habe ‘ner Kollegin gesagt, dass etwas, was sie geschrieben hat, gut ist und sie das so abschicken kann. Okay, das ist kein richtig tolles Lob. Ach ja, jetzt habe ich es, ich lobe Molly (die Hurschdame) immer, wie tapfer und lieb sie ist.
gelernt: Lernen? Mein Geist ist der totalen Erschöpfung anheim gefallen. Da würde nichts mehr kleben bleiben. Neulich suchte ich abends wie blöde das Insulinfläschchen, denn ich wusste genau, dass es drei sein müssen, im Kühlschrank waren nur zwei, und wo war das Stück? In der Dose (übrigens allerliebst mit HSV-Rauten), in der ich die Spritzen aufbewahre. Hahaha, konnte ich natürlich wegschmeißen, muss ja kühl aufbewahrt werden, war ja auch nur noch fast voll, kostet ja nix, und ist ja nicht so, dass mein Konto tief in den roten Zahlen ist, ich traue mich schon gar nicht mehr nachzugucken, ob vielleicht sogar der Dispokreditrahmen gesprengt wurde, aber irgendwann würde sich die Bank schon melden, nech? Hat sie noch nicht getan, das ist total positiv! Ich merke schon, bei diesem Punkt habe ich wieder versagt. Mist.
geplant: Urlaub. Faul in einer Ecke rumliegen, Bücher lesen. Ich weiß jetzt schon, dass das nur bedingt etwas wird, auch ausschlafen geht nicht mehr, weil der Hursch ja immer möglichst zur gleichen Zeit die Spritze braucht, aber das ist alles egal, wenn sich die blöden Blutzuckerwerte bloß bald mal auf gutem Niveau einpendeln. Ach ja, wer einen guten Trick hat, wie man bei einem Hund, der dicke Fleischlappen als Ohren besitzt, einen Blutstropfen rauslocken kann, damit man die Werte messen kann, der möge das bitte in die Kommentare schreiben. Mit den üblichen Stechhilfen ist es sehr schwierig.
So, hat das nun geholfen? Ein bisschen ja, Bloggen ist eigentlich immer eine gute Abwechslung, und solange ich hier noch ab und zu was reintippe, bin ich auch nicht ganz am Boden, dann würde man nämlich nichts mehr von mir lesen. Kluge Menschen haben hier nun sicher auch rausgelesen, dass Molly Diabetes hat. Bitte keine Horrorstorys diesbezüglich, das würde mich nur noch mehr verrückt machen. Danke. Und nun gehe ich zu Bett, schon wieder eher als normal, das ist ja auch extrem voll positiv!
















