Dialoge (10)

 

Zuhause. Telefon klingelt.

Ich: “Fellmonster!”
Anruferin: “Guten Tag. Hier ist [bla-bla, hab ich mir nicht gemerkt, irgendein Callcenter] im Auftrag des Instituts für Meeresforschung.”
Ich: “N’Abend.”
Anruferin: “Gibt es in Ihrem Haushalt jemanden, der sich mit Meeresangeln beschäftigt?”
Ich: “Nein.” (Meeresangeln? Ralph soll das Meer nicht angeln, sondern für Chris neu buddeln etc. pp, denn würde er nur ein Meer angeln, fehlte es 1. an anderer Stelle und könnte 2. womöglich mit Blobfischen verunreinigt sein, und das kann ja keiner wollen.)
Anruferin: “Haben Sie denn im Bekanntenkreis jemanden, der in Frage käme?”
Ich: “Nein.” (Bei Mira kommen die Blobfische ja über Ikea in die Wohnung, aber das hätte glaube ich nicht gezählt.)
Anruferin: “Das ist aber schade. Es hätte ja sein können, dass Sie jemanden kennen.”
(Langjährige Erfahrungen mit Callcenter-Mitarbeitern haben mich gelehrt, dass die Anruferin nicht lockerlassen wollte, da wäre noch was gekommen. Ich hatte aber keine Lust mehr, denn es ist warm und ich bin mittlerweile wetterbedingt ziemlich ausgelaugt.)
Ich: “Selbst wenn, würde ich Ihnen die Kontaktdaten nicht geben.” (Ich bin doch nicht bescheuert und gebe einfach so Kontaktdaten raus! Hallo, geht’s noch? Nicht mehr alle Limetten im Glas?)
Anruferin: “Woher wollen Sie denn wissen, dass ich Sie danach gefragt hätte? Sind Sie Hellseherin?” (Tonfall Mischung aus überheblich und leicht aggressiv.)
Ich denkend: Nein, aber noch nicht ganz auf dem IQ-Stand einer abgewrackten Schaluppe angekommen.
Ich: “Das ist doch logisch! Was würde es Ihnen denn nützen, wenn ich nun ‘Ja, ich kenne entsprechende Leute’ gesagt hätte? Türlich hätten Sie die kontaktieren wollen, nützt Ihnen doch sonst nichts.”
Anruferin: Schweigt einige Sekunden.
Ich: Warte interessiert. Wird sie mich belehren, dass sie natürlich niemals Interesse an diesen Menschen gehabt hätte, sondern einfach nur so gefragt hat, weil ihr Kaffee noch nicht alle war und sie sich bis Feierabend mit sinnlosen Gesprächen die Zeit vertreiben wollte?
Anruferin: Legt kommentarlos auf.
Ich: “Ooooooch.”

Eine bestimmte Art von Callcentern ist echt eine Geißel der Neuzeit. Nicht auf die Mitarbeiter bezogen, die haben so ziemlich einen der ätzendsten Jobs der Welt und daher eigentlich mein Mitgefühl, gerade die, die Aufträge an Land ziehen oder eine bestimmte Anzahl von Umfrageergebnissen bringen müssen. Deswegen habe ich mich auch lange Zeit bemüht, auch zu solchen Anrufern freundlich zu sein. Aber es wird einem meistens nicht gedankt; im Gegenteil, viele von denen denken, sie haben ein Opfer gefunden. Neulich z. B. wurde gefragt, ob ich an einer ganz kurzen Umfrage teilnehmen möchte. Habe ich gedacht, okay, kann ich ja machen, hilft der Frau, ihre Quote zu erfüllen und mich kostet es nichts. Erste Frage, ob ich einen Hund hätte. — Ja. — Dürfen wir Ihnen Proben von Firma sowieso schicken? — Nein. — Warum nicht, tolles Futter, blabla. — Noch energischer nein. — Nächste Frage, irgendein Scheiß mit Versicherungen. Darauf reagiere ich ja sowieso allergisch. Habe dann nur geantwortet, dass es wohl doch nur darum ginge, mir irgendwelches Zeuchs zu verkaufen und ich dafür nicht zur Verfügung stünde, schönen Abend noch, aufgelegt. Thema durch.

Ich mache jetzt nur noch kurzen Prozess mit Callcentern. Bei der Hitze sowieso…

Dialoge (9)

Heute in der Handsprechstunde.

Ich rede mit der Ärztin über meinen knöchernen Stecksehnenanriss. Zwischendurch wird die Krankenschwester immer ziemlich panisch von einer Kollegin angerufen, eine Patientin, die operiert werden soll, dreht wohl etwas zu stark an der Panikschraube, weil ihr Arm mit einem Kreuz bemalt wurde. Hatte ich auch. So ein schöner runder Kreis mit einem Kreuz drin, wie auf einem Wahlzettel, wenn man es denn schafft, sich für eine der vielen tollen Parteien zu entscheiden. Während unseres ca. 10-minütigen Gesprächs kamen zu dem Thema drei Anrufe. Die Ärztin, eine sehr freundliche Person, wurde sogar leicht aggressiv. Beim dritten Anruf ging es dann auch noch um das Thema Vollnarkose.

Ärztin: “Die Patientin wird jetzt sowieso noch nicht operiert und eine Vollnarkose bekommt sie auch noch nicht in ihrem Zimmer.”

Ich: “Das wäre aber bei einigen Patienten doch eine gute Idee!”

:-)

Die Ärztin fand es witzig und bescheinigte mir einen guten Humor, obwohl das ja schon etwas gemein war.

Andererseits: Ist doch einfach so! Ihr erinnert Euch ja noch alle an meine Sprechstunden. Wie oft ich dem Berlusconi eine Vollnarkose mit der zehnfachen Dosis verpasst habe, weiß ich gar nicht mehr. Das Problem ist: Es brauchte nur das Dreibuchstabenwort mit S fallen (ausnahmsweise rede ich mal nicht von SAP), und der Kerl war schlagartig wieder wach! Da ich hauptsächlich Sexpsychos therapierte, war das schon ein Problem.

Ich meine, seht Euch allein das mal an:

  • sexgeschichten erna
  • kostenlose sexgeschichten sekretärin läuft nackt im großraumbüro
  • exhibitionistische sexgeschichten
  • sexgeschichten -entführung gefesselt die indianer
  • cheerleadersexgeschichten
  • sexgeschichten k.o.-tropfen
  • fremdgeschwängert worden sexgeschichten
  • regencape geschichten erotisch

Damit könnte ich reich werden — wenn die Geizlüstlinge nicht meistens auf “kostenlos” bestehen würden. Ach, es ist ein Elend. Aber weil Weihnachten ist, will ich mal nicht so sein. Erst mal die K.O.-Tropfen-Story:

An einem schönen Sommerabend fragte K.O.-Tropfen seine neue Bekanntschaft K.O.-Tropfline: “Zu mir oder zu Dir?”
“Ich komm noch mit zu Dir auf einen XXL-Caipi”, antwortete Tropfline entschlossen. Tropfen konnte sein Glück kaum fassen und trat das Gaspedal bei seinem Tropfomobil durch, um möglichst schnell seine Flaschenwohnung zu erreichen. Dort dann der Schock! Limetten waren alle! Und der Cachaca auch! Dabei kannte jeder in der K.O.-Tropfen-Community die eiserne Regel in Bezug auf Tropfline: “Ohne Caipi kein Sex!” Es stand ja sogar dick auf ihrer Facetropfseite, die von Milliarden Tropfen verfolgt wurde! Was nun, armer K.O.-Tropfen? So kurz vorm Ziel, und dann das! Sein Blick fiel auf zwei Zitronen. Und wenn er …? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! So malte er die Zitronen grün an und verwendete anstatt Cachaca K.O.-Tropfen, denn etwas anderes hatte er nicht im Haus, außer natürlich eine große Packung geriffelter Kondome. Stolz kredenzte er seiner Auserwählten den leicht modifizierten Caipi.
“Der Caipi schmeckt … irgendwie seltsam …”, murmelte Tropfline, bevor sie umkippte.
“Verdammter Mist”, fluchte Tropfen. So hatte er sich das nicht vorgestellt.
Er schritt sofort zur Wiederbelebung, indem er Tropf-zu-Tropf-Beatmung startete. Tropfline war ihm für die Reanimation sehr dankbar und danach hatten sie wilden Sex.
(Anmerkung: Das wirkliche Ende war viel unschöner. Tropfen wurde für das Panschen eines Caipirinhas zu lebenslänglichem Aufenthalt in der Wüste Gobi verurteilt, und Tropfline musste mehrere Wochen im Krankenhaus an den Cachaca-Tropf. Aber Ihr wollt ja immer Sex und Happy-End in den Storys, was soll ich machen?)

Was noch? Sexgeschichten mit Erna? Die wurde sogar vertont, hier, bitte schön:

Die Sekretärin, die nackt durchs Großraumbüro läuft? Stellen Sie einfach auf jeden Schreibtisch einen XXL-Caipi. Aber nicht in der Anstalt, da herrscht strengstes Alkoholverbot, und nackt durch Großraumbüros darf man dort auch nicht laufen. Mir fehlt deswegen die Inspiration für eine Geschichte.

Exhibitionistische Sexgeschichten — habt Ihr auch immer so ‘ne Angst, dass hinter dem nächsten Busch eine exhibitionistische Sexgeschichte hervorspringt? Ich erschrecke mich immer ganz dolle, wenn die mir plötzlich alle ihre Buchstaben zeigt!

“sexgeschichten -entführung gefesselt die indianer”: Das mit den gefesselten Indianern ist aber doch falsch? Wurden nicht immer die Cowboys an den Marterpfahl gefesselt? Egal, völlig egal! Ich habe da was entdeckt, das gleichzeitig die Dirndlfetischisten beglückt:

Cheerleadersexgeschichten, ja, da geht was!

Neulich, irgendwo in Chicago. Eine 87-köpfige Cheerleadergruppe bildete eine ihrer berühmten Körperpyramiden und wedelte mit ihren Puscheldingern herum (Pompoms oder wie die heißen, ich recherchiere jetzt nicht auch noch großartig rum, ist ja nur eine Sexgeschichte). Da lief der Bürgermeister Chicagos, Rahm E., vorbei, der mal wieder für einen Triathlon trainierte, und grüßte die Mädels freundlich winkend. Die Cheerleaderin an der Spitze kreischte laut “RAAAAAAHM”, sofort fielen die anderen 86 ein, und die Pyramide stürzte in sich zusammen. Rahm konnte sich gerade noch mit einem beherzten Zehnmetersprung retten, um nicht unter einer Traube aus wild gewordenen Cheerleadern begraben zu werden. Er blickte sich um und sah 87 kreischende Frauen, die sich die wenigen Klamotten vom Leib rissen. Sie brüllten “Rahm, ich will Sex mit Dir!” und ähnliche unanständige Avancen. Während auf dem Polizeirevier die ersten Anzeigen wegen Lärmbelästigung eintrafen, beschloss Rahm, Fersengeld zu geben. Natürlich hätte er die 87 Frauen spielend beglücken können, aber er hatte in einer halben Stunde eine Besprechung mit seiner pünktlichkeitsfanatischen persönlichen Beraterin und wollte auf keinen Fall zu spät kommen.
Nach zehn Kilometern drehte er sich um und stellte kritisch fest, dass es mit der Fitness der Chicago-Cheerleader-Zunft nicht zum Besten stand, denn es folgten ihm nur noch eine Handvoll kreischender Puschelschwingerinnen, und das, obwohl seine Beraterin doch immer sagte: Puscheligkeit pusht! Diese so schnell außer Atem zu bringenden Frauen wollten ausgerechnet mit ihm Sex? Rahm flitzte noch schnell in ein Geschäft, um Limetten, Cachaca und eine tausender Packung Kondome, natürlich die geriffelten, zu kaufen. “So, für eine Woche sollte das reichen”, stellte er zufrieden fest. Vor dem Geschäft lauerten ihm noch fünf keuchende Cheerleaderinnen auf, die er mit einem eleganten Sprung über ihre Köpfe hinweg stehen ließ, ganz der elegante, ehemalige Balletttänzer. Er steuerte 121 N LaSalle Street an, wo seine persönliche Beraterin bereits in dem fensterlosen Besprechungsraum …

Moment mal bitte eben, ja, was ist denn? Wie, das ist keine Cheerleadersexgeschichte, sondern droht eine Rahm-Persönliche-Beraterin-Story zu werden? Oh… Okay, das tut mir leid, aber immerhin kann ich mir jetzt schenken, die ganzen vier Stunden, die die Besprechung dauert, zu schildern. Das macht mein kaputter Finger eh nicht mit.

Was die fremd Geschwängerten betrifft, dann mal viel Spaß, aber bitte passt auf, dass Ihr an den Richtigen geratet. Man stelle sich mal vor, frau ließe sich von einem FDP-Politiker fremdschwängern! Hallo?! Immer an die Gene denken!

Zum Schluss möchte ich noch betonen, dass mir die Regencapefetischisten schon irgendwie ans Herz gewachsen sind. Die hätten bestimmt auch Gefallen an den widerlichen Thromboseprophylaxe-Strümpfen, die ich im Krankenhaus tragen musste (um mal wieder den Bogen zu meinem knöchernen Strecksehnenanriss zu schlagen), gefunden, das war auch so’n ekliges latexartiges Material. Bah! Ach so, da fällt mir doch noch eine Frage an das Plenum ein: Warum zur Hölle darf man bei einer OP nicht mal seinen eigenen Slip anhaben? Hat das was mit Hygiene/Keimfreiheit zu tun? Ich finde das nicht sehr überzeugend, vor allem, wenn man bedenkt, dass der KH-Schlüpper eher ein netzartiges Teil ist (Kinder der 80er, wer erinnert sich noch an die Netz-Shirts? So ähnlich). Da flutschen Keime, die ja eh auch am Körper wären, noch viel eher durch. Ich guckte jedenfalls sehr irritiert, was die Krankenschwester zu der erstaunten Frage “Wurden Sie denn noch nie operiert???” veranlasste. Doch, Ende der 80er oder Anfang der 90er wurde am Fuß ein Muttermal weggeschnippelt, da wurde aber nicht so’n Zinnober zelebriert. Später fragte ich zwei andere Krankenschwestern nach dem Sinn, die beide antworteten: “Fragen Sie mich nicht”, in genau dem Tonfall, den ich auch anwende, wenn mich Kollegen in der Anstalt nach dem Sinn völlig schwachsinniger Prozesse/Anweisungen fragen. GENAU SO! Ich könnte mir folgendes Szenario vorstellen: “Lieber Einkäufer, wenn Sie uns von diesen formunschönen Unisex-Höschen 87 Millionen Stück abkaufen, geben wir Ihnen einen Rabatt von 3 %!” Manch Einkäufer reagiert auf solche Angebote wie der Hursch auf ein Schweineohr: HABEN WILL!!! Nun sind 87 Millionen Stück ziemlich viele Stück, und wenn die Lagerkapazität dafür nicht vorhanden ist, muss halt der Verbrauch beschleunigt werden. Aber ich möchte niemandem etwas unterstellen, das ganze hat sicher einen medizinisch einwandfreien Sinn, der dem Krankenhauspersonal bloß nicht bekannt ist, bestimmt aber dem Management. Die haben dort auch Supermanager, die andauernd Prozesse neu strukturieren, das wurde mir erzählt, weil doch das ein oder andere am OP-Tag sehr kraus ablief, aber das wird ein anderer Blogartikel… (Das soll aber nicht gegen die Mitarbeiter gerichtet sein, die bisher, soweit ich mit ihnen zu tun hatte, alle sehr nett und freundlich waren.)

Ach so, da war noch was Interessantes in den Suchbegriffen:

  • wie heisst der horrorfilm in dem rosa kugelförmige fellmonster

Das hört sich interessant an! Kennt jemand den Film? Ich könnte mir vorstellen, dass das ein schönes Geschenk für

wäre. Bedenke: ROSA!!! :twisted:

Ach so, noch was, Ihr wollt ja bestimmt noch unbedingt ganz doll wissen, was nun mit dem Finger ist, noch ‘ne OP, ja/nein/vielleicht. Es ist so, dass sich das Teil, das mit der Schraube befestigt wurde, wieder abgesprengt hat. Ja, abgesprengt, das ist O-Ton der Ärztin. Cool, es hat sich abgesprengt. Haben die Ärzte nicht nur eine Schraube, sondern auch eine Mini-Dynamitstange mit eingebaut? Jedenfalls ist die Entzündung auf dem Rückmarsch. Der Oberarzt würde eine erneute OP empfehlen. Die Ärztin meinte aber, das eben maximal die Fingerspitze krumm bleibt. Auf die Frage, ob die Schraube denn auch so drin bleiben könne (was ja eh geplant war), meinte sie, das sollte man beobachten. Wenn die raus muss, kann man natürlich auch gleich den Kram noch mal richtig befestigen. What ever. Die soll drin bleiben, das ist voll das coole Inbody-Piercing! Die Fashion-QUEEN wird diesbezüglich demnächst einen neuen Trend ausrufen. Inbody-Piercing ist das neue Must-Have, da geht kein Weg dran vorbei!

(Liebe Titanschraubenhersteller, die Fashion-QUEEN wird Sie demnächst wegen einer kleinen Umsatzbeteiligung kontaktieren.)

Dialoge (8)

Heute Morgen beim Bäcker.

Mann betritt das Geschäft. “Gibt es hier einen Blumenladen in der Nähe?”

Während ich noch in Gedanken sortiere, welcher Blumenhändler am nächsten dran ist, antwortete eine der zwei Bäckereifachverkäuferinnen schon. Solche Geschwindigkeit darf man von mir vorm Frühstück nicht erwarten. Mann verlässt genauso grußlos wie er gekommen war die Bäckerei.

Verkäuferin 1: “Guten Morgen hätte er ja mal sagen können!”

Ich: “Neeeiiiiin! Auf keinen Fall! Das hätte doch zu viel Zeit gekostet! Eine Sekunde eingespart! Das ist Effizienz!”

Verkäuferin 1: “Stimmt, so viel Zeit hat man heutzutage einfach nicht mehr.”

Ich: “Ganz genau! Schnell muss alles gehen!”

Verkäuferin 2: “Guten Morgen. Können Sie mir sagen, ob hier ein Blumenladen in der Nähe ist? Das wär doch gegangen?!”

Echt mal jetzt, alles muss man den Leuten erklären. Einsparungen, Effizienz, tralalala…

Einige Minuten später, ich passiere die Pförtnerei der Anstalt. Es war wohlgemerkt immer noch vorm Frühstück. Das ist wichtig.

Zwei Männer stehen kurz hinter der Pförtnerei. Sie haben Zettel in den Händen.

Mann 1 zu mir: “Oh, wie schön, Dich zu sehen!” (Drückt mir einen Zettel in die Hand.) “Ich hatte extra für Dich eine Rose reserviert, aber nun habe ich doch eine zu wenig, ich hoffe, Du bist nicht traurig!!!”

Mann 2: Guckt irritiert.

Ich: Denkt langsam, weil es noch vorm Frühstück ist. Rose? Rose? Ach so, Rose, März, es muss wieder dieser Frauentag sein.

Ich: “Das macht gar nichts, dann freuen sich die anderen Frauen, kein Problem!”

Ich: Freut sich insgeheim, dass sie um das Problem Vasensuche für die Rose herumgekommen ist.

Mann 2: Guckt immer noch irritiert.

Mann 1: “Ich wünsche Dir einen schönen Frauentag!”

Ich: “Danke gleichfalls!”

Ich: Denkt 10 Meter weiter: Gleichfalls? Einem Mann einen schönen Frauentag wünschen, geht das, darf das, ist das legitim?

Aber ehrlich, lieber Mann: Wer sich traut, mich vorm Frühstück (VORM FRÜHSTÜCK!) mit mehr als einem kurzen Satz anzusprechen, der ist selbst schuld, wenn er verwirrte Antworten bekommt.

Wann wird das Thema “Menschen und Monster vorm Frühstück niemals mit mehr als einem Satz, und auch dieser sollte maximal aus 5 Worten bestehen, ansprechen” endlich ins Grundgesetz aufgenommen? Menschenwürde! Monsterwürde!

Darauf einmal den Zellensong! Brauche ich heute!

JEDE ZELLE MEINES KÖRPERS IST GLÜCKLICH…

Dialoge (7)

Mann (im Brustton der Überzeugung): “Du hast Deine Hunde bestimmt gut erzogen, oder?”
Ich: “… Ähm … Nein.”
(Danach folgte mein berühmter Vortrag, dass ich, wenn ich Hunde haben wollte, die sich nur auf Kommando rühren, mir ja gleich Stoffhunde in die Ecke setzen könne. Ein paar wichtige Kommandos können Hutze & Hursch, und die Hutze zieht nicht an der Leine, was bei dem Energiebündel durchaus angenehm ist, aber das war’s dann schon, ansonsten haben die ihren eigenen Kopf, und das soll auch so sein. Wobei ich natürlich dafür sorge, dass sie nicht einfach so auf Spaziergänger/Jogger/Fahrradfahrer/sonstige Mit- und Gegenmenschen zulaufen, ich respektiere, dass es Leute gibt, die Angst vor Hunden haben. Gerade vor so großen schwarzen wie der Flachlandhutze zittert durchaus der ein oder andere, was übrigens schon mal sehr hilfreich war, als Zeugen Jehovas bei mir vor der Tür standen… )

Das ist ja noch skurriler als der Kollege neulich, der meinte, ich könne bestimmt gut mit Geld umgehen. Was haben die bloß für einen Eindruck von mir? Ich scheine auf einige Menschen VERNÜNFTIG zu wirken. Interessant. Faszinierend.

Noch ein anderer Dialog, dieses Mal mit der besten aller Monstermütter.

Ich: “Ich habe jetzt eine App, die mir jeden Tag drei niedliche Hundebilder schickt.” (Ich zeige ein Foto.)
Monstermutter: “Das ist ja süß. Und wer hat das Foto geschossen? Diese Frau?”
Ich (irritiert): “Welche Frau?”
Monstermutter: “Na, diese Äpp!”

Da kann man mal sehen, wie gedankenlos man Begriffe verwendet, obwohl man eigentlich weiß, dass der Gesprächspartner damit nichts anfangen kann. (Die beste aller Monstermütter interessiert sich nicht für den ganzen Technikkram.)

Dialoge (5)

Gestern Morgen, ca. 8.20 Uhr, beim Bäcker:

Kundin: “3 Mohnbrötchen, bitte.”
Bäckereifachverkäuferin: “Können die in eine Tüte?”
Kundin: “Nein, können Sie die bitte in 6 Tüten aufteilen?”

Wie können bloß einige Leute schon so früh so schlagfertig sein? Beneidenswert…

Nun also Freitag, den läuten wir am besten mit etwas Puscheligkeit ein:

Puscheligkeit pusht!

So fängt der Freitag gut an, oder? Schön, dass man in WordPress Beiträge vordatieren kann, so gibt es schon morgens Puscheligkeit pur, denn natürlich bin ich um 6 Uhr noch nicht wach. :-)

 

Dialoge (4)

FC St.Pauli-Fan und ich unterhielten uns gestern über Frauenfußball. Zum Schluss meinte er: “Wenn Sie guten Fußball sehen wollen, müssen Sie morgen nach Lübeck fahren.”

Ich: “Spielt da der FC St. Pauli?”

Er: “Ja, genau. Gegen Ingolstadt.”

Ich: “Aha… Und Ingolstadt spielt also guten Fußball?”

Seinen Gesichtsausdruck hättet Ihr sehen sollen… Sagen wir mal so: Wenn Blicke die gesamte Limettenernte auf Jahre hinaus vernichten könnten, hätte ich mir neue Lieblingscocktails suchen müssen.

Aber natürlich drücke ich St. Pauli die Daumen und wünsche dem Verein einen schnellen Wiederaufstieg in die 1. Liga. Wir, die wir Zweitklassigkeit nur vom Hörensagen kennen, haben noch eine kleine Revanche-Rechnung mit den Kiezlümmeln offen. ;-)

NUR DER HSV!

Dialoge (3)

Heute Morgen in meinem Lieblingscafé beim Frühstück. Ich schütte mir eine Cola in den Körper, damit meine Zellen endlich mal den Weckruf hören. Von wegen “Jede Zelle meines Körpers ist glücklich”. Jede Zelle meines Körpers ist müde. Am Nebentisch sitzen zwei Rentnerinnen, die sich über das Leben von Hannelore Kohl, vor allem über ihre Krankheit, unterhalten. Und plötzlich sagt die eine in einem Ton, der zeigt, dass die Verabscheuung aus tiefstem Herzen kommt:

“Und der fiese, dicke Kerl hat sie auch noch betrogen!”

So viel zu dem Thema, dass Helmut Kohl bei der älteren Generation ein Held ist. Bei diesen beiden Damen jedenfalls nicht…

Dialoge (2)

Das ist mir so nicht gesungen worden, als ich damals meinen Arbeitsvertrag unterschrieben habe:

Anruf Kollege aus einer anderen Abteilung. Ein bisschen Geplauder über dies und das.

Kollege: “Meiner Kollegin ist ja neulich ein witziger Satz rausgerutscht. Sie füttert im Winter immer reichlich die Vögel und meinte zu mir: Ich bin gut zu Vögeln. Hahaha!!! Sie hat gar nicht kapiert, warum ich so lachen musste!!”
Ich: Antworte nicht gleich, weil ich auf der Suche nach meiner künstlichen Lache war.
Er: “Verstehen Sie? Sie ist gut zu vögeln, haha!”
Ich: Kichere schnell halbwegs überzeugend, bevor womöglich noch eine ausführliche Erklärung folgt.

Liebste Personalabteilung! Mir wurde damals nicht gesagt, dass ich mit Brüdern im Geiste von Mario Barth zusammenarbeiten muss. So geht das nicht! Dass Mario Barth damals noch gar nicht bekannt war, entschuldigt nichts! Wissen Sie eigentlich, was Sie damit angerichtet haben? Ich muss doch so ein Zeuchs sofort verbloggen (Bloggerkrankheit, ist einfach so). Was das wieder für Suchbegriffe gibt. Jetzt schickt Dr. Google bestimmt die ganzen Ornithologen zu mir. Was soll ich denen denn erzählen? Ich hätte ein paar Entenfotos, aber ansonsten…? Und überhaupt, warum reden Mitarbeiter im Sommer (astronomisch ist zwar noch Frühling, aber mir ist so sommerlich zumute und meteorologisch dürfte ich richtig liegen) über Winterfütterung? Was soll das? Wird hier nicht gearbeitet? Hallo?! Alles Psychos außer ich. So kann ich nicht arbeiten! So nicht! Ich fordere Humoristen vom Schlage eines Loriot in der Anstalt. Hach, wäre das schön…

Na gut, was soll’s, hier ein paar Vogelfotos, Enten und anderes Flugzeuchs, extra für Euch, liebe Vogelkundler:

Die berühmte Bergedorfer Wassertreppe!

Abtaucher statt Haubentaucher

Möwenschick statt Mövenpick

Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen!

Das Triumvirat tagt

Dialoge (1)

Meine Lieblingskollegin hat mir vor einiger Zeit eine Minzepflanze geschenkt, die in meinem Garten sehr gut gedeiht. Freitag in der Mittagspause dieser Dialog:

Ich: “Wochenende werde ich mir dann mal einen Mojito mit Deiner Minze mixen.”
Sie (ohne auch nur eine Sekunde zu zögern): “Davon kann man auch ganz leckeren Tee machen! Probier das mal.”

Tee??? Welch kühner Gedankensprung von Mojito zu diesem anderen Getränk…

1000-mal dürft Ihr raten, für was ich mich entschieden habe. :-D