Das war ja mal…

… ein merkwürdiger “Tatort” gestern Abend in der ARD. Ist dem Sender das Geld für Actionszenen ausgegangen? Nichts gegen Experimente, aber 90 Minuten lang 2 Verdächtige von 4 Ermittlern verhören zu lassen, das war schon etwas langatmig. Auch hätte man die Charaktere der Kommissare besser herausarbeiten können. Typ einsamer grauer Wolf, okay, nichts gegen einzuwenden, aber so müde? Den beiden Frauen fehlte es an Biss, und der Typ ohne Krawatte — sollte der für den Humor sorgen? Es ist noch ein langer Weg bis zu Thiel & Boerne…  Und alle waren sie so lieb zu den Verdächtigen. Kein “good cop, bad cop”-Prinzip zu erkennen.

Auch vermisste ich die Leiche, wobei zumindest im Laufe der Sendung klar wurde, wofür die beiden Verdächtigen in die sanfte Mangel genommen wurden: Sie sollen die gute Politik gemeuchelt haben. Schon nach kurzer Zeit, wenn nicht sogar vorher, war klar, dass die Ermittler die richtigen Verbrecher im Verhörzimmer sitzen hatten. Für Freunde des gepflegten Mitratens war dieser “Tatort” definitiv die falsche Wahl.

Irgendwie kamen mir die beiden Verdächtigen übrigens bekannt vor…

Da das alles andere als ein packender Krimi war, zappte ich ein bisschen durch die Programme. Qualitätsmedienleistung auf Privatsender, da ist ProSieben ja immer erste Wahl. Dort lief gerade “Schlag den Raab”, und zwar die Kandidatenauswahl. War recht langweilig: Die Jury, bestehend aus vier Personen, stellte einer Frau und einem Mann harmlose Fragen. Ab und zu wurde ein Zeitmesser eingeblendet. Vermutlich ging es darum, wer mehr oder weniger oder schneller oder weiß-der-Geier-was phrasig daherquatschen kann. Strategie der Frau war es wohl, den Raab komplett einzulullen und so die Million (oder wie viel gibt es dort zu gewinnen, ich habe keine Ahnung) zu gewinnen. Der Mann dagegen verweigerte teilweise Auskünfte. Ob das eine kluge Strategie ist? Selten so eine langatmige Kandidatenauswahl gesehen. Kein Wunder, dass der Raab seine Sendungen immer mehrere Tage überzieht.

Irgendwie kamen mir die Kandidaten übrigens bekannt vor…

Ich habe dann weitergeschaltet, RTL lohnt ja auch immer einen genaueren Blick. Aha, da lief eine Talkshow, anscheinend ein neues Konzept: Vier Moderatoren, zwei Gäste. Da es sich um RTL handelte, hieß das Thema vermutlich “Ich hatte einmal Sex mit dieser Frau, und nun habe ich rausbekommen, dass 9 ihrer 10 Kinder nicht von mir sind! Diese Schlampe!” Oder so ähnlich. Während sich die Frau bemühte, ihren Ex-Lover mit unkonkreter Politik (!!!) in den Schlaf zu reden, sah dieser eher so aus, als wäre er bereit, mindestens neun Kinder bei lebendigem Leib zu verschlingen. Oder zumindest ein kleines Kotelett. Das war bestimmt so ein Reality-Script-Gedöns, so etwas gibt es doch nicht in echt.

Irgendwie kamen mir die beiden Gäste bekannt vor…

Das war mir gestern alles zu viel, man kann doch das Wochenende nicht so unharmonisch ausklingen lassen. Worauf kann man sich verlassen, wenn einem der Sinn nach Romantik steht? Das gute alte ZDF. Da läuft Sonntag abends doch immer was von Pilcher & Co. Und ja, so auch dieses Mal! Ich wurde nicht enttäuscht. Das Setting war etwas seltsam, ein Studio, vier Moderatoren, das Paar, das sich noch finden musste, gegenüber. Ein flapsiger Mann bemühte ständig die Begriffe “Große Koalition” und bemühte sich herauszufinden, was denn getan werden müsse, damit es zu einer solchen käme… Ich vermisste so ein bisschen das Cornwall-Ambiente, aber man kann nicht alles haben, diese exotischen Drehorte kosten ja auch immer wahnsinnig viel Geld. Mann und Frau sträubten sich jedenfalls sehr gegen ihre Liebe, aber wir wissen ja, dass bei Pilcher & Co. immer alles gut wird. Leider schlief ich ein, bevor das Happy End gesendet wurde, aber man kann nicht alles haben.

Irgendwie kam mir das Liebespaar in spe so verdammt bekannt vor…

Highlight des Abends, auch für die Fashion-QUEEN (also mich): Die Schlandkette! Sie war in jeder Sendung vertreten, es handelt sich hierbei um ein absolutes Must-Have-Accessoire! Darauf eine Runde scheiß Herzchen: ♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥

Zum Schluss noch der Hinweis, dass der FDP ein kleiner Fehler unterlaufen ist — kommt selten vor bei der Partei, normalerweise sind die Fehler ja groß. Dieses Wahlplakat ist unvollständig:

plakat

Zum Glück gibt es ja mich, die FDP-Freundin, die den Fehler sofort ausgebügelt hat. Hier die korrekte, vollständige Version:

FDP_Plakat_optimiert Kopie

Nix zu danken, liebe FDP. Ich helfe, wo ich kann.

Bescheuert

Ich hoffe, Ihr guckt auch gerade brav den oberwichtigsten Brennpunkt aller Zeiten, der gerade läuft:

Wetterbrennpunkt

Oh, es ist Sommer. Oh, es ist warm. Oh, teilweise sogar sehr warm. Oh, wat ‘ne Überraschung. Oh, es gibt sogar teilweise heftige Gewitter. Oh, wat bin ich überrascht.

Allerdings ist dieses nicht der überflüssigste Brennpunkt aller Zeiten, das war wohl der, in dem über Ballacks Verletzung vor der WM in Südafrika berichtet wurde. Und das sage ich als Fußballfan.

Arrgh, einfach nur arrgh.

Geschichtsunterricht

Hefte raus, wir halten jetzt mal eine Geschichtsstunde ab. Unser heutiges Thema:

Das Frauenbild im Wandel der Zeit.

Ganz modern, wie wir hier in diesem Wissenschaftsblog nun mal sind, bedienen wir uns der Videoanalyse.

Eine alte Dr.-Oetker-Werbung aus den Fünfzigern:

Wir fassen zusammen:

“Backen macht Freude!” “Sie hat es viel besser als er, sie darf backen!” (Hm, hm, mir bereitet Backen überhaupt keine Freude, im Gegenteil, ich finde Backen sehr langweilig, und selbst Fertigbackmischungen überfordern mich.)

“Eine Frau hat zwei Lebensfragen: Was soll ich anziehen und was soll ich kochen?” (Meine Lebensfrage ist eigentlich eher: Welchen Cocktail trinke ich heute? Caipi? Cuba Libre? Mojito? Es sind noch Limetten da!)

“Und das Allerwichtigste für ihn ist der Pudding!” (Hat Rahm nie erwähnt! Ich melde daher leise Zweifel an.)

“Kuchen macht Männer sanft und verträglich!” (Ha! Wenn ich zu Rahm sage, dass ich ihm einen Kuchen backen möchte, wird er nicht sanft und verträglich, sondern versucht mich mit allen Mitteln, davon abzuhalten! Irgendwas stimmt doch hier nicht!)

Resümee: Die Frauen in den Fünfzigern waren anders als ich. Bestimmt haben die auch regelmäßig ihre Fenster geputzt, diese Vogelkillerinnen!

Doch es ist nicht alles Friede, Freude, Oetkerkuchen gewesen. Auch nicht in der Wirtschaftswunderzeit. Denn manche Frauen waren durchaus gestresst. Wir blicken auf diesen Werbespot:

Da lehnt sich die Frau doch tatsächlich gegen den Chef auf! Aber: “Frauengold nehmen!” Schon steht Madame demütig vor dem Herrn Direktor und entschuldigt sich kleinlaut.

Ich brauche diesen Stoff! Am besten gleich in der Größe einer Nebukadnezar-Flasche! (Oder bin ich mit 15 Litern noch zu zaghaft rangegangen?) Alles andere reicht für die Anstalt nie und nimmer aus!

Noch einer zum Thema:

“Bist Du etwa nicht mehr so hübsch wie damals?” (Do-hoch, ich halte meine Hässlichkeit auf hohem Niveau!)

“Frauengold schafft Wohlbehagen — wohlgemerkt an allen Tagen!” (“Wohlbehagen”, welch schönes, altes Wort…)

Bevor Ihr nun alle in die Apotheke rennt, vergesst es. Das Zeuchs gibt es nicht mehr. Anfang der 80er wurde der Stoff aus dem Handel genommen, da er krebserregende Stoffe erhielt. Nee, dann doch lieber die Nervenzusammenbrüche in der Anstalt durchstehen…

Wir springen in der Zeit vorwärts in die siebziger Jahre:

Der gute alte 7. Sinn. Nein, es handelte sich hierbei nicht um eine Satiresendung! Es war alles ernstgemeint!

“Frauen fahren meist vorsichtiger, weil ihnen die Übung fehlt. Sie behindern dann den fließenden Verkehr.” (Ja, da ist es mir viel lieber, wenn ein männlicher Autofahrer bei Rot mit mindestens 120 Sachen ohne Rücksicht auf Fußgänger drauflos kachelt und mich beinahe überfährt, wie vor einigen Tagen erst erlebt, denn immerhin: Er hat den fließenden Verkehr nicht aufgehalten! Alleine das zählt! “Alles fließt” wussten schon die alten griechischen Philosophen.)

“Viele Frauen scheuen das Anlegen des Sicherheitsgurtes, weil sie Angst um ihren Busen haben.” (Das wird’s sein… Männer haben sich damals, als es noch kein Bußgeld kostete, bestimmt immer brav angeschnallt.)

Resümee II: Das Frauenbild hat sich entscheidend gewandelt, welch ein Glück, dass heute diese Klischees der Vergangenheit… Ähm, Moment, meine Emanzenmonsterin weist mich da gerade auf etwas hin:

KlischeealarmDiese Werbung ist aktuell auf deren Website zu bestaunen. Im Jahre 2013.

Oder hier:

Arrgh

Arrrgh! Früh übt sich, was perfekt in Schubladendenken werden will (muss).

Allenthalben weiß man voll Bescheid:

Jungsgesöff

Jungs sind also gern mit Freunden unterwegs und treiben gern Sport. So weit, so super.

Und was ist mit Mädchen?

JungeMädchen

Die leben lieber in Märchenwelten. Das hat eine Trend-Tracking-Studie (kotz… ähm, tschuldigung) eindeutig ergeben, dann wird es ja wohl stimmen, denn bekanntlich sind alle Studien und Statistiken immer korrekt, selbst die, die sich widersprechen.

Mich erinnert das an meine Kindheit: Ich bekam immer Puppen geschenkt, obwohl ich mit Puppen überhaupt nichts anfangen konnte. Die staubten schön im Zimmer vor sich hin, während ich neidisch auf die tollen Spielsachen meines Bruders war. Aber, Ihr Werbefritzen und Marketingverantwortliche, das war in den 70ern!!! (Die tollen 70er… 1977 wurde übrigens endlich das Gesetz abgeschafft, dass Frauen ohne Zustimmung des Mannes nicht arbeiten gehen durften!)

Denen hier möchte ich ja zumindest noch einen gewissen Sinn für Ironie zugutehalten. Nicht so ganz gelungen, aber na ja… Die Werbung für die ARD-Sportschau in den letzten Jahren fand ich noch missglückter, da hat man wohl nicht mitbekommen, dass mittlerweile auch viele Frauen Fußballfans sind…

Wer noch mehr Beispiele haben möchte, kann hier bei “Ich kauf das nicht” mal gucken, daher habe ich auch meine Beispiele, die sonst womöglich an mir vorbeigegangen wären, so wenig, wie ich noch von Werbung mitbekomme…

Yippie-yippie-yeah, ich ziehe mich nun zurück in meine rosaplüschige Märchenwelt und träume davon, dass ein Märchenprinz kommt und mich aus der Anstalt befreit! Diamantenschmuck! Shopping! Nie mehr SAP! Und keine autofahrenden Frauen, die mich via Türaufreißen vom Rad holen, denn ich werde natürlich dann immer von einem Chauffeur in die Shopping Malls dieser Welt kutschiert… *trääääummmmm*

Was ist das?

Pengpengpengbummfuckknallwummsfuckpengpeng

Richtig, Ihr habt es alle erkannt: Der “Tatort” vom letzten Sonntag, zusammengefasst in 42 Zeichen. Ja, genau, der Til-Schweiger-Tatort. Ich habe ihn geguckt, denn ich bin nun mal ein neugieriges Monster. Hat jemand von Euch ihn auch gesehen?

Ich sach mal so: Ich bin zumindest dran geblieben. Der Assistent von Schweiger bzw. von Nick Tschiller, wie er im Film hieß, war noch das beste. Til Schweiger ist halt Til Schweiger, entweder man mag ihn oder nicht. Ich werde wohl kein Fan mehr… Ich meinte einen flüchtigen Augenblick lang, den Anflug eines zweiten Gesichtsausdrucks bei ihm entdeckt zu haben, vielleicht war es aber auch nur eine kurze Augenmigräne. Man weiß so wenig.

Dass er immer mindestens eine seiner Töchter mit unterbringen muss, scheint unvermeidbar zu sein. Wozu bloß? Reicht das Geld in der Familie nicht?

Die Szene mit “Ich kann keine weichen Eier kochen” hat mich zumindest etwas zum Grinsen gebracht. Vielleicht, weil ich mich seelisch aufgebaut fühlte — es gibt jemanden, der noch schlechter als ich kochen kann! (Jetzt sagt nicht, dass das nur im Film so sei. Demotiviert mich bitte nicht! Ich brauche Streicheleinheiten, keine Kloppe!) Wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich weiche Eier könnte, denn ich esse meine immer hartgekocht. Dieses Labberzeuchs, womöglich noch fast flüssig, mag ich nicht.

Immerhin: Die Elbphilharmonie-Baustelle war mal zu was nütze! Wenn der NDR die jetzt ca. 1 Million-mal für gutes Geld als Kulisse bucht, hat die sich vielleicht sogar in 87 Milliarden Jahren amortisiert.

Mit “Kommissarin Lund” konnte dieser “Tatort” jedenfalls nicht mithalten, mag auch daran liegen, dass ich nicht so viel Wert auf Action lege. Wobei ich bei “Lund” das Ende irgendwie unbefriedigend und unlogisch fand, aber ansonsten waren es wieder fünf spannende Folgen. Leider die letzten…

Ach ja: Wer bringt Til freiwillig schonend bei, dass häufiges “Fuck”-Sagen leider nicht dazu führt, Rahm Emanuel ähnlicher zu werden? Eine brutale Wahrheit, ich weiß. Blöd, dass er in diesem Blog über Rahms ständige Flucherei gelesen und diese falsche Schlussfolgerung gezogen hat, aber damit konnte ich nun wirklich nicht rechnen, oder?

Wird mal wieder Zeit für einen “Tatort” aus Münster. Das sind die besten! (Auch wenn der letzte etwas zu sehr gewollt klamaukig gestrickt war, aber selbst ein etwas schwächerer Münsteraner “Tatort” steckt noch viele andere in die Tasche.)

Realsatire

In der “ZEIT” von letzter Woche wurde das Thema “Zukunft des Journalismus” durchgekaut. Unter anderem wurden Medienmanager und Journalisten gefragt, wie guter Journalismus überleben kann:

Guter Journalismus wird immer überleben, egal auf welcher Oberfläche er die Menschen erreicht. Denn sie dürsten nach Informationen, Einordnungen, Geschichten. Frei nach Mathias Döpfner: Eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte…

Auch interessant ist die Antwort auf die Frage, wie man sich denn dafür einsetzen würde:

Wie in den vergangenen zwölf Jahren werde ich meine Redaktion auch in der Zukunft antreiben, ermutigen, quälen, provozieren, herausfordern und niemals lockerlassen – mich also nie mit dem Erst-, Zweit- oder Drittbesten zufriedengeben.

Das klingt ja beim ersten Lesen alles gar nicht so unvernünftig. Zur Realsatire wird das Ganze, wenn man weiß, wer sich derartig geäußert hat:

Kai Diekmann. Genau. Der Chefredakteur der Bild-”Zeitung”.

Wobei der letzte Satz mit dem “… nie mit dem Erst-, Zweit… blabliblubb… zufriedengeben” an Ehrlichkeit nicht zu übertreffen ist. Der Gute ist bekanntlich erst zufrieden, wenn seine “Zeitung” mit dem Allerletzten gefüllt ist…
(Quelle.)

Und dann war da noch die 22-jährige Studentin, die in dem “Bunga-Bunga”-Prozess gegen Silvio “3,5 Zentimeter” Berlusconi als Zeugin aussagte, dass sie auf den Partys nie “Szenen sexueller Natur” gesehen habe. Statt dessen hätte sich Berlusconi gern über Politik unterhalten.

Sag ich doch. Der Berlusconi hatte das Licht ausgeschaltet, damit die Frauen das kurze Elend (hier als “Szenen sexueller Natur” bezeichnet) nicht sehen können! Und dann noch die perfide Methode, die Frauen mit Gefasel über Politik abzulenken!

Hallo, Herr Berlusconi! Bevor Sie wieder in meine Sprechstunden kommen, besuchen Sie bitte unbedingt die Penispedia! Und nehmen Sie den Diekmann gleich mit.

Und da sage noch mal einer, die Erde sei kein Irrenhaus. Es wird wirklich Zeit für meine Weltherrschaft. So kann es ja nun wirklich nicht weitergehen!

(Fast) ausgeglichen…

Im letzten Spiegel war ein Test, ob man eher introvertiert oder extrovertiert ist. Bei mir ist das quasi fast ausgeglichen:

Von 15 “Introvertiert”-Fragen habe ich nur 13 ankreuzen müssen, dafür bei den “Extro”-Fragen (auch 15), die Wahnsinnsmenge von 1. Also alles im schönsten Gleichgewicht. ;-)

So in etwa war mir das vorher schon klar, ich weiß ja einigermaßen, wie ich ticke. Das ist doch wenigstens mal ein deutliches Ergebnis, nicht so’n Wischi-Waschi-Kram. :-)

Und jetzt können wir darüber nachdenken, wohin der Weg des ehemaligen Sturmgeschützes der Demokratie hinführen wird, wenn die jetzt auch mit solchen Tests anfangen… Manchmal frage ich mich, was Augstein sagen würde, wenn er aus dem Grab springen könnte und ihm jemand einen aktuellen Spiegel in die Hand drücken würde. Wobei der Artikel über “die Unauffälligen” ansonsten nicht so schlecht war, einiges war recht interessant. Immerhin wurden mal solche Aktivitäten wie Brainstorming und Gruppenarbeit kritisch beleuchtet. Das ständige Gefasel von Teamwork ging mir schon immer auf den Keks… Häufig passt das gar nicht, aber Hauptsache, es steht in jeder Stellenausschreibung, selbst, wenn man hinterher sein eigenes Aufgabengebiet beackert und nur in Ausnahmefällen in einer Gruppe arbeitet. Idiotisch.

Ich bin ja so froh…

… dass die “Tagesthemen” (geht um die Sendung, die eben in der Halbzeitpause lief) wissen, was die wichtigste Nachricht im Lande D ist. Nein, nicht das bisschen Aufstand in Syrien. Oder diese kleinen Unstimmigkeiten zwischen Israel und Iran. Die winzige Wirtschaftskrise ist es natürlich auch nicht. Sondern:

Kfz-Kennzeichen! Ramsauers Idee, den Städten und Gemeinden hier künftig freie Hand zu lassen.

Mal ehrlich: Es ist schon schlimm genug, dass sich diese Regierung mit derartig unwichtigem, überflüssigem Scheiß beschäftigt und dafür Zeit und Geld verbrennt. Dass aber in den “Tagesthemen”, immerhin öffentlich-rechtliches Nachrichtenfernsehen, auf das man dort doch so stolz ist, dieser Schwachsinn die allererste Meldung ist — das haut mich um.

Muss die Hitze sein… Hoffentlich.

Wirre Träume (6)

Heute Nacht war es mal wieder so weit: Ich habe einen meiner wirren Träume einigermaßen gut in Erinnerung behalten.

Ein Fernsehsender, welcher weiß ich nicht, aber es muss einer der Schrott-Privatsender gewesen sein, hatte mal wieder ein Trash-Format allerletzter Güte präsentiert. Es ging darum zu zeigen, wie Menschen reagieren, wenn sie einen anderen aus einer gefährlichen Situation retten sollen. Natürlich alles gestellt, was aber der unfreiwillige Hauptdarsteller nicht wusste. Folgendes Szenario: Ein Junge, ca. 10 – 11 Jahre, wird in ein großes Kellergewölbe gesperrt. Sein Nachbar soll ihn retten. Der Nachbar sieht in etwa aus wie Otto Rehhagel, nur viel kleiner (schätze so ca. 1,50 m) und mit sehr solariumgebräunter Haut. Der Junge mag den Nachbarn nicht, weil der seine Mutter angebaggert hat, nichtsdestotrotz eilt der Nachbar dem Söhnchen zu Hilfe.

Erste Szene: Ein schummriger Kellerraum mit einem großen Schrank und mehreren kleinen Schränken. Der Typ sucht in allen Schubladen, in denen ein Mensch aber gar nicht reinpassen würde — es sei denn, kleingeschnetzelt –, nur in den großen Schrank, dem einzigen geeigneten Versteck im Raum, guckt er nicht. Eine Stimme flüstert: “Schrank! Schrank!” Nun endlich öffnet Winz-König-Otto-Double diesen Schrank, dort befindet sich der Junge aber leider auch nicht.

Dann wird gezeigt, wie er durch das Kellergewölbe irrt, letztendlich kommt er zu einem großen Raum. Als er die Tür öffnet, wird er von einer ganzen Horde fröhlicher Kinder begrüßt. Danach bin ich aufgewacht.

Ein interessantes neues Fernsehformat, ich sehe schon die einschlägigen Produzenten bei mir Schlange stehen. Zwar gibt es Logiklücken — wie überzeugt man einen Menschen glaubhaft, dass sein Heldenmut gefragt ist, warum stutzt er nicht, wenn im Keller flüsternde Stimmen zu hören sind? — aber das ist ja völlig egal. Leichtgläubige Menschen, die man vorführen kann, finden sich immer, siehe Schwiegertöchter oder Schwiegersöhne gesucht oder wie das heißt. Nachdem es aus der Mode gekommen ist, körperlich stark von der Norm abweichende Menschen als Monster auf Jahrmärkten zur Schau zu stellen, musste ja dringend für Ersatz gesorgt werden, oh lasset uns dem Müllfernsehen aus tiefstem Herzen danken, dass wir auch heute noch etwas zum Begaffen haben…

(Auf die Gefahr hin, damit dem einen oder anderen auf die Füße getreten zu haben: Es gefällt mir nicht, dass naive Menschen dem Unterhaltungsmoloch zum Fraß vorgeworfen werden. Wenn Viertelpromis für 50.000 Euro in den Dschungel gehen und ordentlich veräppelt werden, ist das völlig okay, aber mit den Hoffnungen von Menschen, die im Leben eh schon die Arschkarte gezogen haben, zu spielen, finde ich armselig. Ich habe dieses Schwiegerdingens-gesucht zwar noch nie gesehen, aber mir reichen schon die Kommentare, die ich in den Facebook-Statusmeldungen teilweise mitverfolge, um zu ahnen, woher der Wind weht… Und dass der Fernsehsender einfach nur helfen will, möge mir bitte keiner erzählen…)

Ja, is’ denn schon Sommerloch?

Mit diesem Thema bin ich zwar etwas spät dran, da ich in den letzten Tagen nach Feierabend blogunlustig war, aber nichtsdestotrotz ist das Ganze so irrsinnig, dass ich meinem Blog diesen Inhalt unmöglich vorenthalten kann. Es geht um den Gastkommentar von Ansgar Heveling im Handelsblatt. Wer ist der Mann mit diesem schönen Namen? Ein CDU-Hinterbänkler, der im Jahre 1972 geboren wurde, was ich zunächst nicht für möglich gehalten habe, denn in dem Alter sollte man doch eigentlich nicht so sehr auf Kriegsfuß mit der virtuellen Welt stehen? Aber schauen wir uns mal auszugsweise an, was Herr Heveling zum Besten gibt (für den kompletten Geniestreich des Wahnsinns bitte zum Handelsblatt klicken).

Es ist der Kampf zwischen der schönen neuen digitalen Welt und dem realen Leben. Während die „digital natives“ den realen Menschen zum Dinosaurier erklären, vergessen sie dabei, dass es sich bei dieser Lebensform um die große Mehrheit der Menschen handelt.

Aha! Die “digital natives” sind also keine realen Menschen. Das dachte ich mir! Es handelt sich hierbei nämlich um Krötengeneräle, Monster, Dampfer, autarke Hirnklumpen, FDP-Zombies und Sigmar Gabriel (Facebook-Seite beachten). Von realen Menschen keine Spur, nirgends.

Das ist die Gelegenheit, schon jetzt einen vorgezogenen Nachruf auf die Helden von Bits und Bytes, die Kämpfer für 0 und 1 zu formulieren. Denn, liebe „Netzgemeinde“: Ihr werdet den Kampf verlieren. Und das ist nicht die Offenbarung eines einsamen Apokalyptikers, es ist die Perspektive eines geschichtsbewussten Politikers. Auch die digitale Revolution wird ihre Kinder entlassen. Und das Web 2.0 wird bald Geschichte sein. Es stellt sich nur die Frage, wie viel digitales Blut bis dahin vergossen wird.

Digitales Blut? Wie öööde. Da hat die Menschheit in ihrer Geschichte so viele Tonnen echtes Blut vergossen, das hat sich doch wohl bewährt, nun kommen Sie mit so einem virtuellen Scheiß. Und die Waffenindustrie? Hallo? Auch mal an die Arbeitsplätze denken, nech? Und die christlichen Würdenträger, die immer so schön die Kriegsgeräte segnen — das ist doch wichtig. Digitales Blut, da kann ich ja gleich Tomaten-Ketchup auf den Monitor schmieren oder Stirb langsam Teil 352 gucken.

Ich kann allerdings nicht mitkämpfen. Ich habe “Rücken” wegen einer Umräumaktion. Außerdem sehe ich Blut nicht so gern. Vielleicht hilft ja der Krötengeneral mit seinen zwei Soldaten aus.

Fachfrage: Geht virtuelles Blut aus virtuellen Teppichen raus? Ich frage für eine digitale Room cleaning managerin (früher: Putzfrau).

Auch wenn das Web 2.0 als imaginäres Lebensgefühl einer verlorenen Generation schon bald Geschichte sein mag, so hat es allemal das Zeug zum Destruktiven. Wenn wir nicht wollen, dass sich nach dem Abzug der digitalen Horden und des Schlachtennebels nur noch die ruinenhaften Stümpfe unserer Gesellschaft in die Sonne recken und wir auf die verbrannte Erde unserer Kultur schauen müssen, dann heißt es, jetzt wachsam zu sein. Also, Bürger, auf zur Wacht! Es lohnt sich, unsere bürgerliche Gesellschaft auch im Netz zu verteidigen!

Ich bin Mitglied einer verlorenen Generation? Oh. Und mein Lebensgefühl ist bald Geschichte? Das ist ja nicht so gut, irgendwie. Ich mag mein destruktives Lebensgefühl, auch wenn ich hier mittlerweile Ansätze des positiven Denkens zeige. Das kann einem allerdings bei Politikern wie Ihnen vergehen. Sind denn die Abzockerabmahnanwälte in Ihren Augen auch Wächter unserer bürgerlichen Gesellschaft? Geldgier ohne Leistung und auf Kosten anderer ist doch in unserem Land okay, das habe ich richtig verstanden, nicht wahr? Immerhin haben wir ja auch die FDP mit an der Regierung.

Sie [Die Idee des geistigen Eigentums] ist im Netz in Gefahr. Nicht weil Bits und Bytes aus sich heraus wie kleine Pacmans an den Ideen und Idealen unserer bürgerlichen Gesellschaft knabbern würden. Nein, es sind die Menschen, die hinter den Maschinen sitzen und eine andere Gesellschaft wollen.

Wie bitte? Jetzt sind wir auf einmal doch Menschen? Wie kommen wir denn zu der Ehre? Womit haben wir das verdient? Ich hatte wirklich die kleinen Pacmans in Verdacht. Und diese Tetris-Klötzchen! Das sind auch ganz fiese Bits und Bytes! Von diesem Klempner Mario ganz zu schweigen! Kennen Sie noch Space Invaders und Bildschirm-Tennis? Die hatten auch null Ahnung von den Idealen der bürgerlichen Gesellschaft. Weiter im Text, bitte.

Die die totale Freiheit apostrophieren und damit letztlich nur den „digitalen Totalitarismus“, wie es Jaron Lavier genannt hat, meinen. Es ist eine unheilige Allianz aus diesen „digitalen Maoisten“ und kapitalstarken Monopolisten, die hier am Werk ist. Auch wenn sie sagen, sie seien die Guten – nur weil man sagt, man sei gut, ist man es noch lange nicht.

Da, wo digitale Maoisten (jetzt doch wieder keine Menschen oder wie oder was?) und kapitalstarke Monopolisten Hand in Hand arbeiten, ist Unheilig nicht weit weg und singt uns ein Liedchen:

 

“Der Himmel zeigt sein rotes Kleid.” Maoismus, ganz klar. Apropos, nur weil man sage, dass man gut sei usw.: Da hab ich ja Glück, dass ich nie gesagt habe, ich sei eine gute Weltherrscherin. Brillant, das ja. Gut ist mir eh nicht gut genug. Aber zurück zum wirren Kommentar. Haben Sie uns noch mehr zu sagen? Ja? Oh, tolltolltoll!

Nun haben Wikipedia und Google in den letzten Tagen ihren starken Arm gezeigt. Doch Googles und Wikimedias dieser Welt, lasst euch zurufen: Auch wenn Wikipedia für einen Tag ausgeschaltet ist und Google Zensurbalken trägt, ist das nicht das Ende des Wissens der Menschheit. Welche Hybris! Lasst euch gesagt sein: Das Wissen und vor allem die Weisheit der Welt liegen immer noch in den Köpfen der Menschen. Also, Bürger, geht auf die Barrikaden und zitiert Goethe, die Bibel oder auch Marx. Am besten aus einem gebundenen Buch!

Spätestens, seitdem ich Ihren Gastkommentar las, beschleichen mich Zweifel an der Behauptung, dass die Weisheit der Welt in den Köpfen der Menschen liege. Für alle kann das nicht gelten. Oder sie liegt da tatsächlich, schläft aber tief und fest. Mal was anderes: Sind Sie auch so ein Mensch, der anderen Menschen nur dann Bildung zutraut, wenn sie gebundene Bücher besitzen? Dieses “gebunden” scheint Ihnen wichtig zu sein? Kommt nun als nächstes, nachdem Sie versucht haben, das Web 2.0 in die Versenkung zu schreiben, eine Philippika gegen Taschenbücher? Aber nicht wieder was von verbrannter Erde schreiben, Brennen und Bücher, das ist keine gute Kombination, in Deutschland schon mal gar nicht, doch so ein Missgeschick in Zusammenhang mit Büchern wird Ihnen als geschichtsbewusster Politiker sicher nicht passieren.

Natürlich verändert die fortschreitende Digitalisierung unsere Gesellschaft. Vieles wird einfacher. Auch dieser Text ist mit Hilfe der Errungenschaften der Digitalisierung entstanden. Aber wir sollten uns zu wehren beginnen, wenn einzelne Menschen hinter den vielen Maschinen uns unsere Lebensentwürfe vorschreiben. Noch ist es dazu nicht zu spät.

Und nun sind es auf einmal doch wieder Menschen. Das ist ja wohl wie mit dem Gänseblümchenblütenzupfen. “Er liebt mich… Er liebt mich nicht… Mensch… Nichtmensch… Mensch…” Und wenn Sie einfach mal ein Los ziehen und dann dieser Linie treu bleiben würden? Immerhin sind es dieses Mal nur einzelne Menschen, die hinter den vielen, vielen Maschinen sitzen. Ich sitze hier in Wahrheit auch vor 12.782 Rechnern, die ich dazu nutze, Blogs zu schreiben, um den Menschen meinen Lebensentwurf aufzuzwingen: Lange schlafen! Caipi nur in XXL-Gläsern! FC Bayern in die Kneipenliga! So was eben. Uppsi, nun habe ich mich verraten.

Natürlich soll niemandem verboten werden, via Twitter seine zweite Pubertät zu durchleben. Nur sollte man das nicht zum politischen Programm erheben.

Natürlich soll auch keinem Hinterbänkler verboten werden, ein Sommerloch im Winter stopfen zu wollen. Nur sollte man auch das erst recht nicht zum politischen Programm erheben.

Jetzt haben wir noch die Zeit, diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Wir brauchen den Citoyen, dem Werte wie Freiheit, Demokratie und Eigentum auch im Netz am Herzen liegen.

Allein schon…! Erst mal klären Sie bitte Ihre Wähler auf, dass Citoyen nicht diese Automarke ist. Ansonsten geht der Schuss nämlich ganz schnell nach hinten los, alle kaufen diese französischen Autos, und die deutschen Fahrzeuge bleiben festgeklebt wie Wulff im Bellevue in den Verkaufsräumen stehen. Wollen Sie das? Erst versuchen Sie, unsere Kanonenindustrie zu schwächen, nun auch noch die Autofabrikanten. An Ihrer Stelle hätte ich so langsam mal ein bisschen Angst vor der FDP. Gegen Hotels haben Sie aber hoffentlich nichts? Obwohl es da oft W-LAN gibt und sich Menschen — oder eben andere Kreaturen — ins Internet einwählen können, um dort ihr Unwesen zu treiben.

Tja, da ist ja wohl jemand ACTA-Fan. Warum nur habe ich das Gefühl, dass Freiheit und Demokratie jemandem nicht so am Herzen liegen wie das Eigentum und vor allem die Gewinne der großen Medienkonzerne? Aber das ist bestimmt nur meine destruktive Denkweise. Aus Versehen habe ich wohl auch schon Polen damit angesteckt. Das tut mir echt voll doll leid…

Mehr Infos zu ACTA:

FAQ
Stopp ACTA
Polen setzt Ratifizierung aus

Es ist schon klar, dass Künstler nicht für lau arbeiten wollen und können, aber das, was in dem Gesetz steht, würde die Internetkultur zum Negativen verändern und die Provider vermutlich dazu bringen, im Zweifelsfall lieber einmal mehr als zu wenig sperren… Es ist ja schon heute nicht so, dass das Internet ein rechtsfreier Raum ist, wie manche immer noch unverdrossen behaupten.

Kopfschüttelnd werde ich nun erst mal einen Happen essen gehen. Obwohl ich nur ein digital native bin, komme ich seltsamerweise ohne Nahrung nicht über die Runden.

Sie sind überall!

Mit aufklärerischem Dank an GaGaDa!

Und nun zu etwas komplett anderem. Wenn wir hier schon bei Aufklärung, Warnungen und Terrorismus sind, ist es an der Zeit, Euch ein Geständnis zu machen:

Ich kannte bisher Sibylle Weischenberg nicht! Das ist mir recht unangenehm, um nicht zu sagen, sogar etwas peinlich. Ich hoffe, Ihr könnt mir vergeben? Diese Bildungslücke gestopft hat übrigens Stefan Niggemeier, dem ich dafür gar nicht genug danken kann. In dem Artikel entdeckte ich das Video, das ich leider nicht einbetten kann, also klickt bitte unbedingt auf den Link und ruft das Video auf. Ich bitte zu beachten, dass es sich hierbei nicht um Satire oder ähnliches Zeuchs handelt. Die Dame ist eine ernstzunehmende, seriöse Society-Expertin!

Wichtige Feststellungen:

  1. Wulff hat schon wieder in die Pressefreiheit eingegriffen! Hat sich nur von den Öffentlich-Rechtlichen befragen lassen und Millllliooooonnnnneeeennnn von Menschen, die nur Privatfernsehen schauen, damit ausgegrenzt!! Unverschämt!!!! Despektierlich!! (Wobei, liebe Frau Weischenberg: Wer nur Privatfernsehen guckt, liest mit Chance zum Glück das Aufklärungsorgan Blöd, das uns ja vortrefflich auf dem laufenden hält.)
  2. Wulff ist Deutschlands Berlusconi. Aber weil wir Deutschen brav sind, geht es bei ihm nicht um Bunga-Bunga, sondern nur um Bussi-Bussi und Bling-Bling. Langweilig.
  3. Wulffs Homestorys waren furchtbar. Und alle haben sich in allen getäuscht.
  4. Frau Weischenberg kennt den Andenpakt! Respekt. Gut, den kannte ich auch, aber ich kannte Frau Weischenberg nicht, was natürlich eine viel größere Wissenslücke war. Ach was, Lücke, ein ganzer Krater.
  5. Frau Weischenberg erklärt in einfachen Worten und gestikulierend die Zusammenhänge. Was wären wir bloß ohne die privaten Fernsehsender? So geht Aufklärung, so muss politisches Qualitätsfernsehen aussehen!
  6. Die Kette finde ich interessant. Wo gibt’s die zu kaufen?

Ich bin so froh, dass ich nun Deutschlands führende Society-Expertin kenne. Wenn jetzt noch Herr Wulff zurücktreten würde, wäre ich sehr dankbar. Ich meine, wenn die Frau Weischenberg das sagt, muss das wirklich langsam mal eingetütet werden, oder? Wer soll denn da noch kommen und das dem Herrn Wulff erklären? Die Maus? Bernd das Brot? Eine sprechende Socke?  Einen fähigen Nachfolger habe ich bereits entdeckt.

Was ich immer noch wissen möchte: Davon abgesehen, dass auch ich für einen Rücktritt von Wulff bin, habe ich ein ungutes Gefühl, dass ausgerechnet die Blöd-”Zeitung” die treibende Kraft ist. Ich frage mich, wie es dazu gekommen ist, wo doch früher alles so bussi-bussi-home-storymäßig war und dann noch diese attraktive Ehefrau mit Tattoo, bla-bla. Gibt es dafür eine Erklärung, die an mir vorbeigegangen ist? Irgendwas muss dahinterstecken, die Blöd begreift sich doch nicht auf einmal als Wächterin der Demokratie.

Mein Ziel wird es jedenfalls sein, Frau Weischenberg für Rübenbrei TV zu engagieren, und wenn ich ihr dafür eine Samstagabend-Show versprechen müsste! Egal! Das ist sie uns wert! Dass sie von montags bis sonntags jeden Tag mindestens hundert Polit-Talkshows moderieren würde, versteht sich ja von selbst.