Ich bitte dringend um eine Information!

Neulich auf SpOn:

Waaaah

Im ersten Satz die Formulierung “Die Elite des Landes…”, und der zweite beginnt mit “Dirk Niebel…”. Finde den Quatsch. Ich muss dringend wissen, welche Substanzen man zu sich nehmen muss, um so etwas zu schreiben. Es ist wichtig! Die Anstalt treibt mich in den Wahnsinn, vielleicht würden mir diese Drogen/Pilze/Klebstoffe/Pflanzen helfen, den Irrsinn bis zum Urlaub einigermaßen unbeschadet zu überstehen. Versuche mit etwas größeren Caipigläsern (5 Liter) haben ergeben: Das Mittel war es nicht. Da muss noch was Stärkeres her, aber was?

PS: Dass es auch Sexismus gegenüber Männern gibt, bestreite ich nicht. Eine Frage aber bleibt offen: Gibt es auch Sexismus gegenüber FDP-Politikern?

_______________________________________________________________________

 

Und jetzt noch ein Bild für Isi, um heute auch noch was Schönes zu erwähnen: Isi, guck mal, ich habe Dein Buch in meine Büchertabelle eingetragen:

Isi


Isi hat übrigens den Oscar gewonnen!

Jahaaaa…

… während die Niebelkerze lustig vor sich hinzündelt:

“Es zerreißt mich innerlich, wenn ich den Zustand meiner, unserer FDP sehe”,

sprach Brüderle auf dem FDP-Dreikasperle*-Treffen folgende Worte:

“Die FDP hat die Union besser gemacht!”

Laut Zeit hat er das sogar mehrmals gebrüllt. Und 67 % der FDP-Wähler halten Brüllerle … ähm, pardon, Brüderle für den besseren Parteivorsitzenden.

Mich zerreißt es ja auch, aber eher vor Freude. Was das Bessermachen der Union betrifft, übersetze ich mal:

“Den Scheiß, den wir in der Regierung und auch sonst so verzapfen, lässt den Unsinn, den die Union treibt, in mildem Licht scheinen.”

Als Rösler zu seiner Rede ansetzte, hat ihn auch noch ein Zuhörer als “Arschloch” beschimpft. Benimmse kennen die also auch nicht, diese Wich…te. Meine Güte, das ist wie mit Kanonen auf (Hohl-)Bratzen zu schießen…

Im September ist dann FDP-Abwahl. Mehr habe ich zu dem Treffen nicht zu sagen.

______________________________________________________________________________

*Noch sind sie mehr als drei, aber es ist nur noch eine Frage der Zeit, dass das Dreikasperletreffen der FDP in einem kleinen Puppentheater stattfinden wird, mehr Platz brauchen die dann nicht mehr.

Zwischendurch…

… habe ich mal wieder meine E-Mails bearbeitet, denn meine Office Managerin Trudi Träumlich hat gerade ihren sechsmonatigen Sonderurlaub angetreten, also musste ich selbst ran. Zuerst wollte ich den ganzen Quatsch einfach löschen, aber dann unterstellte mir eine Kollegin, dass ich über “Sozialkompetenz” verfügen würde, und so ging ich in mich (nachdem ich ergoogelt hatte, was es mit dieser ominösen Sozialkompetenz auf sich hat) und beantwortete zumindest zwei Hilfesuchenden ihre Mails. Aber seht selbst:

von: Superniebel@bmz.de
an: Weltherrscherin@worlddomination.com

Betreff: Teppichaffäre

Sehr geehrte Weltherrscherin,

Sie haben sicher mein kleines Problem mit dem Import des Teppichs mitbekommen. Nun frage ich Sie: Sind die alle verrückt geworden? Wie kann man denn von mir erwarten, dass ich mich mit Importen, Verzollen und so von Waren aus armen Ländern auskenne? Ich bin der … Moment mal eben, ich muss mal kurz bei Wikipedia gucken, wie die genaue Bezeichnung heißt… ah ja. Dirk Niebel, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, das bin ja ich. Könnten Sie evtl. per Dekret verbieten, dass dieses Teppichthema erwähnt werden darf? Ich habe so viele wichtige Arbeit zu erledigen. Unter anderem versuche ich, alle Posten hier in meinem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und … äh … Moment ich muss noch mal eben bei Wiki gucken, wie die komplette Bezeichnung heißt, ach Sie wissen schon.

Jedenfalls habe ich das Ziel, hier alle wichtigen Posten mit FDP-Mitgliedern zu besetzen. Wissen Sie eigentlich, wie schwierig das ist? Mir gehen langsam die FDP-Mitglieder aus! Sie haben nicht zufällig Lust, in unsere tolle Partei einzutreten? Sie würden sofort einen Job hier bekommen. Als… Wie heißt das noch mal? Irgendwas mit Staatssekretär? Auf jeden Fall wichtig und gut bezahlt. Obwohl man in der freien Wirtschaft mehr bekommt, aber da als FDP-Mitglied einen Posten zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Dabei reißen wir uns den A… ich meine, wir bemühen uns für diese Klientel, dass mir der Schweiß vom mit dem schneidigen Militärkäppi bedeckten Haupt fließt, da könnte man uns doch mal so einen Vorstandsposten bei Daimler anbieten oder etwa nicht?

Gucken Sie mal! Mein Slogan für den nächsten Wahlkampf! Habe ich selbst mit Paint gebastelt! Wie finden Sie es?

Diese tolle Schriftart habe ich auf meinem Computer entdeckt. Heißt … ach wissen Sie was? Das verrate ich Ihnen, wenn Sie mir helfen. Ein kleiner Aufruf von Ihnen, und die Teppichgeschichte ist Geschichte. Kleines Wortspiel, haha!

Herzliche Grüße

Ihr Dirk Niebel
Minister für entwickelnde Zusammenarbeit und … äh. Sie wissen schon.

Arrrgh! Ein Härtefall!

Meine Antwort:

von: Weltherrscherin@worlddomination.com
an: Superniebel@bmz.de

Re: Teppichaffäre

Herr Niebel,

wissen Sie eigentlich, was Pratchett über Leute, die verschwenderisch mit Ausrufezeichen um sich werfen, sagt? Dass sie auf einen kranken Geist schließen lassen. Aber zurück zum Fall. Ihre Idee, Wahlkampfplakate in Paint unter Einsatz von Comic Sans zu gestalten, ist richtig schnuckelig. Vor allem in der Webgemeinde werden Sie damit auf wahnsinnig viel Gegenliebe stoßen. Ihr altes Wahlkampfplakat fand ich aber auch recht nett, ich musste es nur wenig optimieren, schauen Sie mal:

Man beachte die Ergänzungen in rot. Aber wo ist Ihr Militärmützchen?

Wenden wir uns nun Ihrem Problem zu. Ich habe die Lösung. Sie wird Ihnen einen Popularitätsschub ohnegleichen bescheren. Danach können Sie quasi nach der Weltherrschaft greifen. Aber Sie müssen sich exakt an meine Anweisungen halten!

Sie rollen sich nackt in Ihren neuen Teppich ein. (Ja, ja, Ihr Mützchen dürfen Sie aufbehalten, ist ja gut.) Dann lassen Sie sich in die Münchner Allianz Arena schmuggeln, es ist aber unbedingt nötig, dass der FC Bayern München dort gerade spielt. Gegen wen ist egal, aber Schweinsteiger und Robben sollten auf dem Platz stehen. Wenn Sie auf dem Platz sind und das ganze Gejohle und so weiter hören, und Schluchzen von Robben, weil Ribéry ihn wieder “kleiner Dummkopf” nennt, dann ist Ihre Minute gekommen! Sie rollen sich aus dem Teppich! Vertrauen Sie mir, das läuft! So hatte schon Kleopatra bei Cäsar Erfolg, und Sie werden ja wohl Jahrtausende alte ägyptische Weisheit nicht anzweifeln?  (Kleopatra, nicht Klopapier, Du dämliche Rechtschreibprüfung! Nein, ich meinte nicht Sie, Herr Niebel, obwohl das Adjektiv “dämlich” auch bei Ihnen durchaus passend ist.)

Den Rest überlassen Sie einfach mir. Vertrauen Sie mir. Alles wird flauschig.

Mit eher nicht so freundlichen Grüßen

Fellmonster

So, das war Step 1. Jetzt noch schnell eine weitere Mail schreiben.

von: Weltherrscherin@worlddomination.com
an: Den_kleinen_Robben_bitte_nicht_ausschimpfen@sepplhosen.de; Schweini_hat_schnelle_Beini@sepplhosen.de

Betreff: Eine kleine Bitte

Hallo Jungs,

ich benötige demnächst Eure traumhafte Treffsicherheit. Irgendwann bei einem Eurer Heimspiele wird sich ein nackter Typ mit Militärkäppi aus einem Teppich rollen. Das ist nicht Kleopatra, sondern ein böser Flitzer, der den Fußball kaputtmachen will! Den müsst Ihr treffen! In Pfostentreffen seid Ihr schließlich geübt, also werdet Ihr diesen Vollpfosten ja wohl erst recht erwischen. Ihr geht wie folgt vor: Ihr tut so, als müsstet Ihr einen Elfer schießen und der Flitzer ist das Tor. Nee, halt, dann geht das daneben. Der Flitzer ist nicht das Tor, sondern das Tor ist ein kleines Stück neben dem Nackten. Nur in Eurer Phantasie natürlich, Ihr müsst Euch das bildlich vorstellen. Alles klar? Volle Konzentration, Jungs! Ich zähle auf Euch! Falls Ihr noch Fragen zu dem Thema habt, mailt mir, ich erkläre es gern in noch einfacheren Worten.

Gut Pfostenschuss und freundliche Grüße

Fellmonster

PS: Robben, leg Dir mal eine kürzere Mailadresse zu. So lange Texte liest der Ribéry nicht! Das will ja schließlich auch geistig verarbeitet werden, nech?

So, das war das. Soll mal keiner sagen, ich sei kein Menschenfreund, hilfsbereit, wie ich nun mal immer bin. Wird Zeit, dass die Bundesliga wieder anfängt!

Aber es kam ja noch viel schlimmer. Wer hat noch größere Sorgen als Niebel? Rrrrichtig! Der Herr Gauck. Der ist nämlich richtig angefressen, aber lest selbst:

von: Bundespräsident@bellevue.de
an: Weltherrscherin@worlddomination.com

Betreff: Glückssüchtige Gesellschaft

Verehrte Weltherrscherin,

wie Ihnen bekannt sein dürfte, bin ich der rhetorisch begabteste Bundespräsident, den dieses freie Land je hatte. Und was schlägt mir, der ich wagte, auf die Glückssüchtigen dieses Landes hinzuweisen, entgegen? Kritik! Anstatt meine brillante Rede, die Sie sicher gehört, gelesen und auswendig gelernt haben, in den höchsten Tönen zu loben, geschieht das Gegenteil.

Ich hoffe doch sehr, dass Sie in Ihrem millionenfach gelesenen Blog ein bis zwei oder auch hunderte Worte der Unterstützung für den brillantesten Präsidenten, den dieses freie Land jemals hatte, erübrigen könnten? Ich möchte mir an dieser Stelle noch den dezenten Hinweis erlauben, dass ich in meinen Reden bisher nicht auf das drängende Problem der Caipisucht in diesem freien Land eingegangen bin. Dieses betrachten Sie bitte als Wertschätzung Ihrer Person.

Hochachtungsvoll

J. Gauck
bester Präsident, den dieses freie Land je hatte

So, jetzt aber! Nun beweise ich Euch, was für ein grandioser Menschenfreund und Sozialkompetenzhaber ich bin, ich, Eure epochalste Weltherrscherin, die diese freie Welt je gehabt haben wird!

von: Weltherrscherin@worlddomination.com
an: Bundespräsident@bellevue.de

Re: Glückssüchtige Gesellschaft

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

mit Entsetzen und dem tiefsten Gefühl der Scham, zu dem ein monströses Wesen fähig ist, registriere ich, dass dieses Volk in unserem freien Land einfach nicht das ist, welches Ihro Brillanz, der größte Bundespräsident aller Zeiten, verdient hat! Schattenbewölkt ist mein Gemüt, gram beuge ich mein Haupt vorm Spiegel, weil wir Ihren Ansprüchen nicht im mindesten gerecht werden.

Doch trotz allem suchte und fand ich eine Lösung. Zunächst eine Bestandsaufnahme: Dieses glückssüchtige Volk hat also Probleme mit Gefallenen. Ja, wie kann das sein? Die Begeisterung anno 1914 und der grenzenniederreißende Optimismus 1939 — wo ist er geblieben? Hätten nicht Spuren davon in unserem genetischen Volksgedächtnis erhalten bleiben müssen? Ich wollte mit Sarrazin eine Runde über das Thema plauschen, der ist ja in Sachen Genetik top drauf, doch redet leider nicht mehr mit mir. Egal, ich habe die Ursache eh schon selbst ermittelt:

DIE VERDAMMTEN ’68er sind an allem schuld!

Das sind die nämlich immer! Fragen Sie mal Eva Herman. Seien Sie so frei. Die ’68er haben nämlich zu viel in unserem guten deutschen Genpool geplantscht und mit LSD und ihrem pazifistischen Gedankengut verseucht. Die mit ihrem “Make love not war”. Da haben wir’s doch. Bei der Liebe kommen entschieden weniger Menschen als im Krieg ums Leben. Da geht der ganze Gewöhnungsprozess zum Teufel und die Eltern fangen an, sich um ihre geliebten Sprösslinge zu sorgen, und wollen, dass es denen gut geht und so.

Was nun? Das zu wissen, ist ja schön und gut, aber wie kommen wir einen Schritt weiter? Ziel soll es sein, diese kleinkarierte Kritik verstummen zu lassen, aber da können Sie mit diesem verwöhnten Volk lange drauf warten. Fähnchen für die Fußballer, das ja, aber Flagge zeigen für Flakhelfer, das dann doch nicht.

Nächtelang zerbrach ich mir den Kopf, und ich meine, einen Lösungsansatz gefunden zu haben. Sie werden begeistert sein:

Sie erwerben ein Grundstück, selbstverständlich groß genug, um Ihren eigenen freiheitlichen Staat zu gründen. In irgendwelchen Kriegsgebieten gibt es genug tellerminenverseuchte Areale, die Sie für ein Butterbrot und ein Ei bekommen werden. Da will nämlich niemand leben, alles glücksverseuchte Schlaffis. Jedenfalls werden Sie dort mit einigen Getreuen einen Musterstaat aufbauen. Bitte nehmen Sie vor allem die FDP-Politiker mit, aber ein paar andere finden sich auch noch. Sarrazin ist auf jeden Fall Ihr Mann für die Finanzen. Uli Hoeneß wird für die Beleuchtung sorgen, einfach immer genug ärgern, dann strahlt die Wutbirne hell wie eine 1000000-Watt-Glühlampe.

Bitte vergessen Sie nicht, mir die Koordinaten des neuen Staates mitzuteilen! Ich werde dafür sorgen, dass mein Kumpel, der Pazifistenpräsident Barry Obama, eine Drohne vorbeischickt. Das muss so, damit sich keine Glückssucht entwickelt.

Vertrauen Sie mir. Alles wird flauschig.

Mit freundlichem Gruß

Fellmonster
Beste Weltherrscherin aller Zeiten und Länder

PS: Ich bin nicht caipisüchtig! (Die Rechtschreibprüfung schlägt als Alternative “machtsüchtig” vor. Das bin ich auch nicht, ich strebe aus reinem Verantwortungs- und Freiheitsgefühl nach der Weltherrschaft.)

Das war anstrengend. Ich brauche jetzt dringend einen XXL-Caipi.

Ich glaube, die anderen Mails lösche ich doch alle. Da ist noch eine vom Papst, irgendwas über Probleme mit irgendwelchen Banken. Und Preetz von Hertha BSC Berlin will von mir wissen, ob es erfolgversprechend sein könnte, ein Wiederholungsspiel vor dem Europäischen Gerichtshof zu erstreiten. Von den diversen Mails mit dem Betreff “Betreuungsgeld” von Merkel, Schröder, Seehofer und einem Dutzend anderer Gestalten ganz zu schweigen…

Moment mal eben …

… ich bin gleich für Euch da. Muss nur eben schnell telefonieren … Mist, schon wieder nur der Anrufbeantworter. Egal.

Hey, D., olle Hirnpflaume! Zum letzten Mal: Wann kapieren Sie endlich, dass Sie mit Ihrer sog. Zeitung, mit der ich nicht mal Hundekot aufsammeln würde, meine Welteroberungspläne zu unterstützen haben? Auch die Bildergucker müssen wissen, was Sache ist! Wenn Sie nicht bald Fellmonsterjubelartikel verfassen und vor der Krötengefahr warnen, werde ich Ihnen den Krieg erklären und die Elbe überschreiten. Das sag ich Ihnen! Meine Hasenarmee hat schon die Kanonen mit rosa (!!) Wattebäuschen geladen. Und die nackten Frauen werde ich in jeder BLÖD-Ausgabe mit Ugly-Smileys überdecken oder mit Nacktfotos von Berlusconi und Niebel ersetzen! Haben Sie verstanden? Ansonsten rufe ich Sie morgen wieder an. Ach so, können Sie mir die Telefonnummern von Herrn Döpfner und Frau Springer raussuchen, die will ich auch kontaktieren. Und wenn Sie nicht spuren, werde ich mich sogar an die höchste moralische Instanz in diesem unserem Lande wenden: den Herrn Bundespräsidenten. Dann rufen wir Sie beide täglich mehrmals an. Wollen Sie das wirklich? Also bis morgen!

So, das war das. Man hat’s nicht einfach als Welteroberin. Aber viel wichtiger ist eine Weisheit, an der ich Euch unbedingt teilhaben lassen muss:

“Ich glaube aber, dass wir mit dem neuen Personal Vertrauen zurückgewinnen können. Es braucht aber Zeit, das scheue Wild “Wähler” davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, wieder auf die Lichtung zu kommen.”

Das scheue Wild “Wähler”. Das passt ganz hervorragend in das Bild vom “Stimmvieh”, und da die Äußerung von einem FDP-sog.-Spitzenpolitiker kam, nämlich dem Herrn Niebel (Interview im “Spiegel” Nr. 1/2012), können wir davon ausgehen, dass es auch genauso gemeint ist.

Liebes Wild. Bewahrt Euch Eure Scheu. Sie ist gut. Sie schützt vor den bösen gelb-blauen (Stimm-)Jägern. Oder wollt Ihr etwa als Braten auf dem Teller von Herrn Niebel oder einer anderen FDP-sog.-Führungsfigur landen? Ich glaube nicht.

Übrigens haben es lt. Herrn Niebel FDP-Anhänger derzeit schwer, weil sie sich im Freundeskreis dafür rechtfertigen müssten, dass sie für die FDP werben. Mir stellen sich da zwei Fragen:

  1. FDP-Anhänger haben Freunde? Heißen die da nicht “nützliche Kontakte”, “Lobbyisten” oder “Parteispender”?
  2. Was heißt “derzeit”? Sollte Werbung für die FDP nicht immer zu Schwierigkeiten führen?

Schon ganz interessant zu beobachten, diese Selbstdemontage… Zeit für eine leicht abgewandelte Weisheit: “Den FDP-Liberalismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.” Weil Ochsen und Esel nämlich ziemlich schlaue und ggf. scheue Tiere sind … Damit möchte ich keinesfalls sagen, dass Rösler der Honecker der FDP ist. Rösler ist der schnellere Abbruchunternehmer … (HALLO? Rechtschreibprüfung? “Rösler” nicht kennen und als Alternative “Erlöser” vorschlagen — nur weil er uns von der FDP erlösen wird, ist das noch lange nicht die angemessene Wortwahl!)

Das war das Wort zur Montag-auf-Dienstag-Nacht. Gute Nacht.

Oh ja!

Das wäre ja total großartig! Was? Na, das hier!

Als mögliche Nachfolgekandidaten für den Außenminister-Posten wurden seit Längerem parteiintern Westerwelles Staatsminister Werner Hoyer, der Brüsseler Europapolitiker Alexander Graf Lambsdorff und Entwicklungsminister Dirk Niebel gehandelt.

(Fettdruck von mir hinzugefügt.)

Niebel als Außenminister! Muahahaha, wie klasse wäre das denn? Mit Westerwelle sind wir eigentlich schon blamiert genug, aber sage niemand, dass die Deutschen nicht in der Lage wären, sich zu steigern. Und wenn es nur auf dem Gebiet der Peinlichkeiten wäre.

Ich möchte Euch nicht die schönsten Passagen aus dem Spiegel-Interview unseres Unterentwicklungsministers vorenthalten. Das komplette Interview gibt es hier.

Entwicklungszusammenarbeit ist nichts Altruistisches. Wer Entwicklungshilfe nach dem Motto betreibt: “Einer gibt, der andere nimmt”, der lebt nicht in einer globalisierten Welt. Entwicklungszusammenarbeit nützt immer beiden. Das ist vielleicht nicht bei jedem gern gehört, der mit seinem selbstgestrickten Alpaka-Pullover seit den sechziger Jahren durch die Welt geht. Aber es ist die Wahrheit.

Nun frage ich mich allerdings, in welcher Welt jemand lebt, der Entwicklungshilfe vor allem als Hilfe für vom Schicksal gebeutelte Menschen in aller Welt sieht, unabhängig davon, ob es unserer Wirtschaft hier nützt, sondern, weil ihm einfach die Tränen kommen, wenn er sieht, wie die Kinder vor den Augen ihrer Mütter verhungern, und sich fragt, wo da die Gerechtigkeit ist.  Und wie heißt eigentlich die Welt, in der FDP-Politiker leben? Egomanien? Kotzbrockistan? Arschlochhausen?

Auf die Frage, was er aus dem Entwicklungshilfeministerium, das die FDP ja eigentlich abschaffen wollte, gemacht hätte:

Das ist nicht mehr das Almosenministerium der roten Heidi, sondern das Globalisierungsministerium von Dirk Niebel.

Ach so! Globalisierungsministerium. Ich lass das einfach mal so stehen, weil mir gerade die Worte fehlen. Das schafft auch nicht jeder… Wo ist bloß der alte “Spiegel” hin, der bei solchen Äußerungen mal richtig Contra gegeben hat? Aber das ist ein anderes Thema.

Sicher steht in dem Interview auch einiges richtiges, solche Sätze würde wohl jeder unterschreiben:

Überall dort, wo mit Lebensmitteln spekuliert wird und als Ergebnis Hunger von Menschen rauskommt, ist das verantwortungslos.

Nur: Wo sind Vorschläge, dieses Problem in den Griff zu bekommen? Ein maues “…aber Protektionismus ist kein Rezept”, mehr fällt ihm dazu nicht ein. Warum das wohl so ist? Weil es ihm in Wirklichkeit gar nicht darum geht, die Spekulationen einzudämmen oder ganz zu verhindern?

Dass es bei der Entwicklungshilfe nicht nur darum gehen kann, möglichst viel Geld in armen Ländern abzukippen, ist schon klar, zu oft haben sich dort nur irgendwelche geldgierigen Machthaber daran bereichert oder es hatte andere negative Auswirkungen, aber das, was der Niebel da von sich gibt, ist so typisch FDP, dass ich mich gerade wundere, warum mein Frühstück noch so friedlich im Magen verweilt…

Aber sagt mal selbst, wäre das nicht ein toller Außenminister? Nach wie vielen Tagen würden wir Guido Westerwelle vermissen? DAS schafft auch nicht jeder, da wäre selbst Chuck Norris überfordert, aber Niebel traue ich zu, dass auf einmal den Westerwellezeiten nachgetrauert werden würde…

Wer strickt mir einen Alpaka-Pullover? Ich möchte gern zu einer von Niebel verachteten Menschengruppe gehören, kann aber nicht stricken…

(Dieser Artikel enthält einige definitiv unsachliche Stellen, deswegen läuft er nicht in der “Warum ich die FDP nicht mag”-Serie.)

Monsternostalgiebloggingzeuchs (2)

Ich heute: Total kaputt… Für solche Tage habe ich das Nostalgieblogging “erfunden”: Das Bekloppteste aus meinem alten Blog. Heute: Die Niebelungensage, 1. Teil (im alten Blog am 22.02.2010 veröffentlicht).

——————————————————————————————————–

Deutschland braucht ein neues Nationalepos. Definitiv. Das Nibelungenlied ist doch mittlerweile arg verstaubt.

Lest nun den ersten Teil der

NIEBELUNGENSAGE!

Hach, Kinners, das wird schön! (Fotos beim Spiegelfechter entdeckt.)