Was macht eigentlich der Monsterfinger?

Genau. Ihr wisst Bescheid. Er hat sich entzündet. Das ist Antibiotikum. Und Filmtabletten, wie epochal! Da könnte Rübenbrei TV gleich mal einen Pillenfilm drehen…
So was kann ja böse enden, da verletzt man sich an einer Fleischschneidemaschine den Finger, geht nicht zum Arzt, sondern lieber im Lake Michigan schwimmen, holt sich Infektionen, muss wochenlang ins Krankenhaus und kämpft mehrere Tage mit dem Tod. Furchtbar, oder? Letztendlich muss der halbe Finger amputiert werden. Das ganze sieht dann so aus:

Ich verzichte also besser auf mein Eisbad in der Elbe, damit es mir nicht wie Rahm ergeht (hat er mir eh verboten, er passt auf seine Beraterin auf) und lasse mir von SUUUPER-Monster immer schön meine Tabletten reichen:

Hätte Rahm damals ein SUUUPER-Monster gehabt, wären wohl noch alle Finger dran. Aber immerhin nimmt er es ja mit Humor:
“Of all the fingers to lose! I could not express myself for months. I had to learn to talk with my left hand.”
Aber zurück zu meinem Fall. Falls Ihr dachtet, dass am Kranksein wenigstens das Ausschlafen toll wäre: Nun ja.
Montag: 5.35 Uhr Wecker klingelt, da ich um 7 Uhr zur OP da sein musste.
Dienstag: 6.35 Uhr Wecker rappelt, weil ich um 8 Uhr in der Handsprechstunde sein musste.
Mittwoch: Ausschlafen. Yeah.
Donnerstag: dito. Hurra.
Freitag: 6.35 Uhr, Handsprechstunde
Samstag: Ausschlafen
Sonntag: 6.35 Uhr, die Handsprechstunde wartete, schön bei Blitzeis ins KH, natürlich 1000 neue Notfälle, daher entsprechend lange Wartezeit.
Montag: Toll, an Heiligabend darf ich ausschlafen!
Dienstag: 6.35 Uhr, mal wieder die Handsprechstunde aufsuchen.
(Wenn ich in die Anstalt muss, klingelt der Wecker übrigens erst um 7.15 Uhr.)
Aber ich will mich nicht beklagen, die Ärzte und Schwestern sind noch schlechter dran.
Jedenfalls dachte sich wohl das Fingerchen, so eine Entzündung allein ist ööööde. Und so lockerte sich die Schraube, was wohl heißt (wenn es nach den Ärzten geht): Noch eine OP. Wenn es nach mir geht: NEIN!
Wir, das waren ein netter Mann, den ich in der Handsprechstunde getroffen hatte, die Ärztin und ich, saßen in einem Warteraum, weil alles drunter und drüber ging. Blitzeis, Notfälle usw.
Ärztin: “Die Schraube hat sich gelockert.”
Ich: “Na, toll. Heißt das noch eine OP?”
Ärztin: “Wahrscheinlich, aber erst muss die Entzündung raus. Ich werde das morgen mit dem Oberarzt besprechen.”
Ich: “Und wenn das nicht operiert wird? Das wächst doch trotzdem irgendwie zusammen.”
Ärztin: “Ja, aber dann bleibt der Finger etwas krumm.”
An dieser Stelle wurde es Zeit für einen kleinen dramatischen Auftritt:
Ich: “Ich lasse das nicht noch mal operieren! Dann ist der halt etwas schief! Hauptsache, ich kann den bewegen und damit tippen!”
Skeptische Blicke.
Ich fuchtelte mit den Armen in der Luft herum. “Gucken Sie mich doch an! Ich bin eh hässlich, da schadet ein krummer Finger auch nicht mehr!!!”
Abschweifung: Eigentlich möchte ich so etwas ja nicht tun, also den Hinweis auf meine Hässlichkeit geben, höfliche Menschen fühlen sich dann merkwürdigerweise immer berufen, dieser Aussage, obwohl offensichtlich wahr, zu widersprechen, und an sich möchte ich ja niemanden in die Zwickmühle zwischen Höflichkeit und Wahrheit quetschen. Aber hier ging es um wichtige Überzeugungsarbeit. Da müssen alle Argumente auf den Tisch. Abschweifung Ende.
Jedenfalls lachten die beiden und machten zaghafte Anstalten, mir zu widersprechen. (Ha, ich bin auf einem guten Weg, die berühmte Comedieuse Maria Barth zu werden: Sie lachten, obwohl ich nichts Witziges gesagt hatte!) Die armen Menschen, das wollte ich nicht! Schnell schob ich hinterher: “So ein schiefer Finger hat doch Charme!” Die Ärztin lachte noch mehr und meinte: “Sie sind klasse!” Ja, ich denke, ich kann die Imtech Arena nun buchen, dreißig Abende hintereinander.
So, Kinners, das ist die Kurzversion, und die Beschreibung des total chaotischen OP-Tages steht ja auch noch aus, aber dazu fehlt mir momentan der Nerv, das dauert ja doch alles recht lange mit der Tipperei. Der Begriff “knöcherner Strecksehnenanriss” wird in der Tagwolke bestimmt noch recht groß.
Aber mit einem krummen Finger werde ich Rahm wenigstens ein kleines Stück ähnlicher sein. Hachz, toll.
Okay, die überragende Intelligenz wäre mir lieber gewesen, aber man kann ja nicht alles haben, nech?
Die Fashion-QUEEN hat Euch auch noch was mitzuteilen:

Finger-Fashion: Das trägt Finger diese Saison als Abendfingerkleid! Ein absolutes Must-Have in durchfallfarbigem Braun! Mehr It-Finger war nie!
Danke, liebe Fashion-QUEEN. Wieder was gelernt. Vor allem aber: YEAH!!! DER VERDAMMTE GIPS IST AB!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Mir bleibt jetzt noch, Euch ganz tolle Weihnachtstage zu wünschen! Ich habe leider kein hübsches Foto mit Hutze & Hursch im Schnee vorbereitet, mir fehlt momentan so’n bisschen der Elan. Aber Katzencontent geht ja immer, damit das hier wenigstens ein bisschen besinnlich-weihnachtlich zugeht:

Liebe Grüße
Euer Fellmonster