52 Bücher, Woche 35

Das Thema “Fußball” wähle ich heute mal nicht… Ist wohl nicht so passend. Habe mich statt dessen für das hier entschieden, das meinen eigenen Hirnwindungen entsprungen ist:

Ein bekanntes Buch, von dem man fast nur Gutes hört, Dir aber gar nicht gefallen hat.

Die Gelegenheit, sich unbeliebt zu machen, ganz in der Tradition von Reich-Ranicki. ;-)

Meine Wahl fiel auf

“Brücke über die Zeit” von Richard Bach

Das Buch wurde mir von einem Bekannten wärmstens und eindringlich empfohlen. Richard Bachs bekanntestes Buch ist wohl “Die Möwe Jonathan”. “Brücke der Zeit” ist ein autobiographischer Roman. Wenn ich das noch richtig im Kopf habe, handelt das Buch zum Einen davon, dass sein Vermögen den Bach runtergeht, weil er einem falschen Freund die Verwaltung anvertraute; zum Anderen — das war der größere Teil — war er auf der Suche nach der großen Liebe… Der Verlust des Geldes führte, als ob der Herzensverdruss nicht reichte, dazu, dass er seine geliebte Fliegerei aufgeben musste, was, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, auch häufig thematisiert wurde…

Ich weiß nur, dass ich beim Lesen entweder die Gedanken

SEI NICHT SO VERDAMMT NAIV!!!! (In Bezug auf das Geld)

oder

FINDE ENDLICH DEINE VERDAMMTE SEELENGEFÄHRTIN!!!

hatte. Immer und immer wieder…

Das mit der Seelenverwandten hat auch geklappt, und ich glaube, für die Sehnsucht nach der Fliegerei fand sich ebenfalls eine Lösung (Leichtbauflugzeuge oder so was? Irgendwas nicht so Teures. Weiß nicht mehr…)

Nicht, dass ich nicht nachvollziehen kann, dass jemand Sehnsucht nach etwas hat, das er sehr liebte (Fliegerei) oder auf der Suche nach einer Partnerin ist. Aber nur diese Themen über ziemlich viele Seiten? So ganz dünn war der Roman jedenfalls nicht. Ich habe mich massiv gelangweilt, beinahe so viel wie beim Fußballspiel Spanien gegen Frankreich vor einigen Tagen. Aber Fußball wollen wir ja heute gar nicht so sehr thematisieren…

Jedenfalls habe ich so meine Probleme mit Büchern, in denen es nur um Romantik geht und das ganze noch ziemlich humorlos dargeboten wird. Und dieses ständige “Wäh, meine Fliegerei fehlt mir so” ist für den Leser nachvollziehbar, auf Dauer aber ermüdend, zumal, wenn der Herr so leichtgläubig ist, sein ziemlich großes Vermögen komplett aus der Hand zu geben…

“Die Möwe Jonathan” kenne ich nicht. Ich hoffe, dass das wirklich ein so schönes Buch ist, wie viele sagen, aber ob ich das jemals lesen werde, weiß ich nicht… Wenn das auch so gefühlsduselig ist, dürfte das nicht meine Welt sein. Aber zum Glück sind Geschmäcker ja verschieden. :-)

Schönes Wochenende!

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41 Kommentare zu “52 Bücher, Woche 35

  1. „Bis(s) zum Morgengrauen“ von Stephenie Meyer.
    Das Grauen hat nicht mal bis(s) zum Morgen gedauert, als ich nach nur 60 Seiten das Buch zugeklappt habe. Ich habe mich echt bemüht, aber mehr ging einfach nicht. Sorry.

      • An den Büchern scheiden sich ja auch die Geister… Mich schreckt schon der übertriebene (?) Hype ab, und mit Vampiren habe ich es auch nicht so… Wobei, was das Gehype betrifft, so hätte das beinahe verhindert, dass ich Harry Potter gelesen hätte. Aber zum Glück nur beinahe…

  2. Kurz und Schmerzlos bei mir waren es definitiv “Der dunkle 5 Uhr Tee der Seele” und “Der elektrische Mönche” von Douglas Adams beide Bücher sind die einzigen mir bekannten Vertreter von “Dirk Gently’s Holistische Detektei” ich habe mich selten so durch Bücher durch gequält und nur weil sie von Adams waren.

  3. Pingback: Überschätzte Literatur | Glotz_net

  4. Um derart legendär reizend reißerisch beim Zerreissen wie der Herr Reich-Ranicki daherzukommen, fehlt mir schlichtweg noch ein wenig selbstbewusste Überheblichkeit, aber ich arbeite dran :p …und natürlich Ignoranz – sicher hätte er solch nebensächlichem Machwerk nicht einmal annähernd soviel Beachtung geschenkt, wenn überhaupt welche ….gut, Projekt Ranicki also vollends gescheitert, was solls

    • Bei Dir kann ich leider gerade nicht kommentieren…
      Diese Art von Schicksalsliteratur lockt mich beinahe so wenig wie Horrorliteratur. Ich glaube, MRR hätte genauso wie Du gelitten. :-) Aber sei froh, dass Du die Werke nicht so brutal wie er verdammst, denn so kommst Du auch nicht zu der zweifelhaften Ehre, in einem Martin-Walser-Roman umgebracht zu werden…

  5. Der Turm von Uwe Tellkamp. Warum schreibe ich dir wenn es weniger schwül ist, vielleicht morgen, es ging mir jedenfalls so, dass ich mich immer wieder gefragt habe WAS bitte ist daran jetzt so toll?! Es nervt mich!. Hoffentlich haben die Kinder, die nicht um sieben pennen gleich ein Eis für mich oder wenigstens kalten Joghurt

    • Und — hatten die Kinder, die nicht um sieben pennen, ein Eis für Dich?
      Bin gespannt, ob das Buch mich auch so nerven wird, das liegt hier nämlich irgendwo auf irgendeinem SuB herum…

        • Oh, seit ihr beiden jetzt traurig, dass ich nur Samstag, Sonntag und gestern Migräne und Sichtfeldausfall hatte und nicht schreiben konnte?:mrgreen: Wollte euch nicht traurig machen.

          Sagen wir mal so: Es ist per se kein schlechtes Buch und ich finde den Schreibstil auch gut und es gibt tolle Passagen, ihr könnt es also ruhig lesen, wenn euch die Masse des Buches nicht abschreckt. Allerdings: Und das ist weshalb es mich so sehr genervt hat und ich es letztendlich nicht so gut finde, ich sehe darin keinen roten Faden. Also natürlich da wird diese Geschichte von dieser Arztfamilie in der DDR der 80er Jahre erzählt, die mit Otto-Normal-DDR-Bürger nicht viel zu tun hat. Schön. Doch sie wird eben nur erzählt. Mir fehlt der Zusammenhang zwischen den einzelnen Sachen in der Familie, die Spannung oder auch die Triebkräfte der einzelnen Charaktere. Zum Beispiel hat der Vater erst eine uneheliche Tochter von der keiner was weiß und später ein Verhältnis mit der Freundin von dem Sohn um den es sich hauprsächlich fokussiert und das ist alles einfach da, es gibt keine Entwicklung dahin (oder ich sehe sie nicht, doch dann bin ich nicht die einzige) oder kein Warum. Das Buch beginnt über Seiten mit in Kursivschrift gehaltenem Text, den der Onkel auf der Schreibmaschine tippt und der zwar irgendwas mit dem Ganzen zu tun haben soll, doch den Faden findet man nicht. Es wird zwar einer Familie im Umkreis der Protagonisten nach langem Hin und Her ein Ausreiseantrag gewährt, doch das erklärt nicht warum die Protagonisten, die sonst gutbürgerliche DDR-Akademiker waren dann im Zuge des Zusammenbruchs plötzlich mitdemonstrieren. Da war die Zeit vorher keine Motivation in die Richtung erkennbar. Endlich also, zumindest für mich, mehr oder weniger ein Zusammenwurf von Szenen. Mich hat es auch nicht gepackt, eben weil ich es nicht begriffen habe. Ich hab damals immer gehofft noch in die Geschichte reinzukommen, was das alles literarisch miteinander zu tun hat, doch dazu kam es nie. Leider.

          Ich glaube das ist so ein typisches Problem von Tellkamp – Sprache kann er gut, doch das ist nicht alles. Ich schrieb irgendwann mal über den Eisvogel, das andere Buch das ich von ihm habe, das von der Handlung (Terrorismus) ganz interessant ist. Allerdings verspricht die Exposition, dass man letztendlich drei Menschen in ihrem Weg so weit verfolgen kann, dass man sieht was sie antreibt genau das zu werden und zu tun was sie tun und das geschiet auch da nicht, bis auf in Ansätzen beim Protagonisten.

          Na ja, ich glaube, bei Tellkamp war das damals auch dieser Hype, heute spielt er wohl weniger eine Rolle.

          • Ach so: Eis hab ich nicht gekriegt. Kalte Käse-Weintrauben-Spieße und (später) Malzbier. Ich hatte nämlich total verhauen, dass einer der Jugendlichen oben volljährig wurde und für uns alle Buffett ausrichten wollte.

            • Mach keine Sachen, 3 Tage Migräne am Stück ist ja richtig Mist. :-( Hast Du das öfter?
              Käse-Weintrauben-Spieße, das hört sich auch lecker an, aber nicht ganz so lecker wie ein Eis. Von Nougat und Caipi fang ich jetzt gar nicht erst an. :-)

              • Nee, gar nicht. Ich vermute es ist das Wetter. Wir haben viel Gewitter. Mich haben auch weniger die Kopfschmerzen als der Gesichtsfeldausfall gestört. Wie beim alten Fernseher: Flackern und weg und dann plötzlich wieder da. Auch nicht soooo drastisch, doch ich konnte damit nicht lesen.

                • Das Wetter hat es in sich. Ich habe deswegen auch Kopfschmerzen, aber zum Glück nur normale, keine Migräne… Meine “Migräne mit Aura” hat sich auch schon länger nicht gemeldet, fällt mir gerade mal so ein. Gut so. Soll bloß wegbleiben. (Jede Wette, dass ich sie jetzt bald bekomme, weil ich schlafende Hunde geweckt habe…)

  6. Ha! Da fällt mir ganz spontan dieses fürchterliche “Gut gegen Nordwind” ein, das mir von einer Bekannten regelrecht aufgedrängt wurde. “Sooooooooooooooo toll! Muuuuuuuuuuuusst du uuuuuuuuuuuunbedingt lesen!” Tja, was soll ich sagen, ich habe mich wirklich bemüht. Habe das Buch aber irgendwann unbeendet entnervt in de Ecke gepfeffert. Und ich lese normalerweise so gut wie alles zuende, auch wenn’s mich nicht völlig begeistert.
    (Habe das sogar verbloggt damals…long time ago…)

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  8. Unbeliebt machen und arrogant sein, wie Reich-Ranicki? Ein geniales Thema, wie geschaffen für mich … also, frisch ans Werk. Aber erst das Stöckchen ;-)

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  10. Also dies hier kenn ich nicht. Die Möwe Jonathan hab ich aber irgendwann mal gelesen. Ob es so richtig gut war, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls hat es mich offensichtlich nicht ganz so nachhaltig beeindruckt. Sonst müsste ich ja noch irgendwas davon im Gedächtnis haben. Hmm ja, warte mal: Da gings teilweise auch ums Fliegen. Klar, ging ja auch um Möwen. *kicher*

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  12. “Schmonzetten” lese ich gar nicht – weil … keine Ahnung. Denn natürlich bin ich trotzdem ein romantischer Typ. Nur eben anders romantisch :mrgreen: Deshalb ist mir Herr Bach auch nur am Rande ein Begriff. Ich denke, wegen der Möwe. Aber ein Buch über eine Möwe, die auch noch einen Namen hat, würde ich per se wohl schon nicht anfassen ;-)

    • Ich lese Schmonzetten selten. Wenn sie wenigstens noch humorvoll sind, lasse ich es mir gefallen, ansonsten ist mir das einfach zu langweilig. Und als die Romantik verteilt wurde, habe ich wohl gerade unter einem Stein geschlafen, jedenfalls war ich wohl nicht präsent. :-)

  13. Pingback: 52 Bücher – Woche 35 › Buchkritik.org

  14. Ich lasse voll nach, jetzt bin ich dir schon 2 Artikel schuldig… nur momentan komm ich zu gar nix, bin damit beschäftigt, schwitzend und schnaufend, mit einem Rechen bewaffnet über Wiesen zu ziehen und Gras zusammenzurechen… =(

    Dabei schreit “Das Lied von Eis und Feuer – Band 3″ so sehnsüchtig nach mir!

    • Wobei ich niemandem das Buch verleiden möchte, Geschmäcker sind ja zum Glück sehr unterschiedlich, und wer es etwas gefühlsbetonter und nachdenklicher mag, ist damit vielleicht gut bedient. Bei Amazon gehen die Meinungen auch sehr auseinander… Ich glaube, was mich an dem Buch auch gestört hat, ist diese Ichbezogenheit… Leute, deren Denke ständig nur um ihr eigenes Dasein kreist, können schon mal langweilen, wenn sie das auf 300, 400 … Seiten ausbreiten.

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