52 Bücher, Woche 40

Achtung, schwieriges Thema! Aber auch ein sehr spannendes:

Dein Hasscharakter (im Sinne von: unnachvollziehbare Handlungen)

Wir verdanken diese interessante Herausforderung Steffi.

Ich habe mir richtig den Kopf zerbrochen. Hasscharakter als solches sind ja nicht schwer zu finden; zumindest, wenn man viel Fantasy und SF liest, dürfte das kein Problem sein, denn diese Romane sind ja häufig mit Bösewichten gespickt. Der Knackpunkt sind die unnachvollziehbaren Handlungen.

Wat bin ich froh, dass ich die Regel “Um 100.000 Ecken zu denken, ist ausdrücklich erlaubt!” aufgestellt habe. Mein Buch der Woche ist:

“2001 — Odyssee im Weltraum” von Arthur C. Clarke.

Und meine “Hasscharakter” ist kein Mensch, sondern der Computer HAL 9000. Etwas Unnachvollziehbareres als ein Computer, der Gefühle entwickelt, ist doch kaum vorstellbar, oder? Wobei ich HAL 9000 eigentlich nicht als Hasscharakter empfinde, obwohl er den Tod mehrerer Menschen verursacht… Bekannter ist wohl der Film von Kubrick, wobei wir dem Film den Roman zu verdanken haben. Ich zitiere der Faulheit halber aus dem Wikipedia-Artikel:

2001: Odyssee im Weltraum (Originaltitel: 2001: A Space Odyssey) ist ein einflussreicher Science-Fiction-Film aus dem Jahre 1968, der auf der Kurzgeschichte The Sentinel von Arthur C. Clarke basiert und ursprünglich Journey Beyond the Stars heißen sollte. Er entstand unter der Regie von Stanley Kubrick in England. Dieser entwickelte in Zusammenarbeit mit Clarke auch das Drehbuch. Aus der Zusammenarbeit entstand auch Clarkes Roman 2001. Clarke selbst beschreibt, dass die Arbeit an beiden Werken (Drehbuch und Roman) miteinander verzahnt war und oft Änderungen des Einen in das Andere einflossen und gibt an, dies sei ein „stimulierender, aber ziemlich teurer Weg [gewesen], einen Roman zu schreiben“

Ja, so sieht das aus. Wer mehr wissen will, kann den Wiki-Artikel anklicken, wird aber arg gespoilert. Das Buch zu lesen, ist besser. :-)

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48 Kommentare zu “52 Bücher, Woche 40

  1. Pingback: 52 Bücher – Woche 40 | Mestra Yllana's kleine, verrückte Welt

  2. Reihe mich gleich hinter Joan ein: Der Trotzkopf und vom Winde verweht – die Arbeit hat sich so herrlich minimiert, weil ich die Windverwehung schon einmal superpassend beschrieben hatte! *hihi*

    Aber ich hätte auch noch einen Computer im Angebot, mir fällt nur grad der Titel des Buches nicht mehr ein… hatte ich aber auch schon vorgestellt… ich glaub ich hab mich verfahren! :-P

  3. Sämtliche im Tellkampschen Turm und so ziemlich jeden der “Umfeld”-Charaktere in Das Wochenende von Bernhard Schlink.

    In Das Wochenende geht es um einen entlassenen RAF-Terroristen (fiktiv, soll jedoch an Christian Klar orientiert sein) für den seine Schwester ein Wochenende mit alten Weggefährten organisiert. Ich hatte das gekauft weil ich dachte, der Autor hätte ein paar Gründe sich so was anzuschließen recherchiert und das in seine Chararaktere gepackt. Fehlanzeige! Alles schwammig, kein Charakter hat für irgendwas eine richtige Motivation und auf mich wirkt das alles ziemlich hingeklatscht, nach dem Motto: Der braucht ein Umfeld, nehmen wir mal hier ‘ne Lehrerin, da ‘n Arzt, denn man weiß ja wie diese 68er sich entwickelt haben. Absolut nervig finde ich jedoch die Schwester, Christiane, die meint ihren Bruder vor alles und allem beschützen zu müssen. Die behandelt ihn wie ein dummes Blag. Man lernt sehr viel mehr über ihre Überbehütungskomplexe durch ihre Handlungen als über sonst was in dem Buch.

    Ach, und Walter Faber in Homo Faber geht mir auch immer mal wieder auf den Nerv. Ich finde der istb gut gemacht und gut gezeichnet und wäre er anders, dann würde die Geschichte nicht funktionieren, doch diese ganze unterschwellige Panik lässt mich immer ziemlich knurren.

    Ach zwei, Godot bei Beckett, weil der nie auftaucht. Obwohl: Wenn er das täte würde ich Vladimir und Estragon dann noch mögen?

    • Gut, nicht wahr? Aber Du hast es ja schnell und gekonnt gelöst. Euch ist eben kein Motto zu schwer…
      (Ich muss mal wieder eines meiner berüchtigten einfachen Mottos auspacken. Die werden seltsamerweise häufig als schwierig eingestuft… ;-))

  4. Eindeutiger Favorit im Rennen um den Titel “Nervtötendste Romanfigur aller Zeiten”: Mildred Montag [aus Farenheit 451].
    Die schiere Unmöglichkeit, eine Romanfigur von der Leserseite aus zu verprügeln, trieb mich an den Rand des Wahnsinns…

    • Ich sehe eine wütende Owyanna vor mir, womöglich zur nächsten Schirmleiche greifend, und auf ein Buch einprügelnd… :-)
      Vielleicht gibt es ja so was bald: Bücher in 3D mit Prügelfunktion, um sich an Hassfiguren abzureagieren. Dann braucht man keine Boxbirne mehr im Keller…

  5. Pingback: Der Tod des Märchenprinzen › Sabienes TraumBilder › 52 Bücher, Literatur, Mädels, SchönGeist › emanzipation, frauen, frauenbewegung

  6. Ich habe gerade den REGENROMAN von Karen Duve gelesen. Da kommen jede Menge Ekel-Personen vor, mehr oder weniger schlimm, dessen Handlungen man auch nicht nachvollziehen kann. Ein unglaublich intensives Buch, mit Ekelszenen, aber auch poetischen Momenten…
    Karin Duve ist in meinen Augen eine ganz grosse Schriftstellerin, und es ist sehr lieb von ihr, dass sie die grössten Schweinehunde im Buch am Ende elendlich umkommen lässt, wie sie es verdienen…

  7. Na das ist einfach.

    Luke Skywalker !
    Der hat dem Imperator seinen im Schweiße seines Angesichtes gebauten Todesstern zerstört.

    Ok Spaß bei Seite, mir fällt schon noch jemand ein.

  8. Pingback: 52, 40: Dein Hasscharakter « Sema IV

  9. Meine beiden Hasscharaktere sind die Hauptprotagonisten eines Buches, das ich nie zu Ende gelesen sondern ob seiner Nervtöterei irgendwann entnervt in die Ecke gepfeffert habe: Gut gegen Nordwind. Sie hieß glaube ich Emmy und er… keine Ahnung. Ist auch irrelevant. Seitenlanges umständliches Herumlavieren und unlogisches, für niemanden nachvollziehbares Verhalten auf beiden Seiten. Dazu eine für das angebliche Alter der beiden total altbackene Ausdrucksweise. Bah. Grausig.

    • “Gut gegen Nordwind” an sich ist schon ein seltsamer Titel… Ich hätte jetzt gern mal einen frischen Nordwind. Dieses komische Wischiwaschi-Wetter kann ruhig mal weggepustet werden…

  10. Pingback: Enzo. Die Kunst, ein Mensch zu sein – 52 Bücher — wauzelwelt

  11. Pingback: 52 Bücher – Woche 40 › Buchkritik.org

    • Ich habe langsam das Gefühl, dass Mottos, die ich als schwierig empfinde, für Euch total einfach sind, und wenn ich mal denke, huh, super einfach, sagen plötzlich alle, wat, nee, total schwer! :-)

      • Melde mich für die verkappte Seite des “Nicht einfach”-Findens. Gefühls-Mottos sollten generell zu den schwersten erklärt werden! Mein Hasscharakter (im Sinne von: unnachvollziehbare Handlungen) ist jeder, der diesem Credo widerspricht – So! :p ….aber geschafft – verhasste Scheißherzchen zum Aufatmen: ♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥

        • Genau so ist es! Meine Rede! Darauf eine Runde scheiß Herzchen:
          ♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥

  12. Pingback: Pathologische Empathie vs. Narziss Komplex | Glotz_net

  13. Pingback: Der Tod des Märchenprinzen › Sabienes TraumBilder

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