52 Bücher, Woche 41

Kaum zu glauben, wie die Zeit rennt, wir sind schon in Woche 41. :shock: Das heutige Motto ist von Natira und heißt

“Nachtgedanken”

Ich denke nachts an alles mögliche; was halt gerade so anliegt und mich beschäftigt. Das gibt literarisch nichts her. Ich könnte ein Buch wählen, in dem sich jemand nachts oft den Kopf zerbricht oder ähnliches… Oder ich denke wieder um ein paar Ecken. Hatten wir eigentlich schon mal ein Gedicht im Verlaufe des Projektes? Ich glaube nicht. Nun denn: Bei “Nacht” musste ich spontan an diese beeindruckenden Verse aus Schillers “Das Lied von der Glocke” denken. Das ergibt zusammen auch eine Art Nachtgedanken. :-)

155

Wohltätig ist des Feuers Macht,
Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,

Und was er bildet, was er schafft,
Das dankt er dieser Himmelskraft;
Doch furchtbar wird die Himmelskraft,

160

Wenn sie der Fessel sich entrafft,
Einhertritt auf der eignen Spur

Die freie Tochter der Natur.
Wehe, wenn sie losgelassen
Wachsend ohne Widerstand

165

Durch die volkbelebten Gassen
Wälzt den ungeheuren Brand!

Denn die Elemente hassen
Das Gebild der Menschenhand.
[370] Aus der Wolke

170

Quillt der Segen,
Strömt der Regen;

Aus der Wolke, ohne Wahl,
Zuckt der Strahl.
Hört ihr’s wimmern hoch vom Thurm?

175

Das ist Sturm!
Roth, wie Blut,

Ist der Himmel;
Das ist nicht des Tages Glut!
Welch Getümmel

180

Straßen auf!
Dampf wallt auf!

Flackernd steigt die Feuersäule,
Durch der Straße lange Zeile
Wächst es fort mit Windeseile;

185

Kochend, wie aus Ofens Rachen,
Glühn die Lüfte, Balken krachen,

Pfosten stürzen, Fenster klirren,
Kinder jammern, Mütter irren,
Tiere wimmern

190

Unter Trümmern;
Alles rennet, rettet, flüchtet,
Taghell ist die Nacht gelichtet;

Komplettes Gedicht hier lesen. (Lohnt sich, es gibt da noch weitere großartige Sätze.)

Das lasse ich so stehen, das bedarf keiner weiteren Worte.

Schönes Wochenende! Ich freue mich nun auf die Woche Urlaub, die ich ab Montag habe.

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53 Kommentare zu “52 Bücher, Woche 41

  1. Nachtgedanken? Was ein Thema, mir fällt nix ein…. es ist zu früh!
    Kann es sein, dass jemand heimlich schon die Winterzeit eingestellt hat? Heute Morgen war es zum fürchten finster beim Aufstehen!

    • *hehe* So, hier bin ich – ein Wahnsinn, wie die Finger über die Tasten fliegen, wenn man weiß, was man schreiben soll.

      Ich hätte noch den Erlkönig anzubieten, der reitet ja auch durch Nacht und Wind mit seinem Kind im Arm…

      • Ob um 5.50 Uhr jemand die Winterzeit eingestellt hat, kann ich leider nicht beurteilen. Ich weigere mich, mitten in der tiefsten Nacht die Augen zu öffnen, um nachzugucken…
        Der Erlkönig ist auch sehr schön. Vielleicht schreibt ja noch jemand drüber.

        • Ich steh lieber früh auf und genieße 30 Minuten Ruhe und Frieden in der Früh im Büro. Dann treffen eh die nervigen Mitarbeiter ein (nicht alle, Robert zB. ist vorher schon da, aber der macht keinen Lärm und quatscht mich nicht voll, darum auch hochachtungsvoll “Kollege” genannt) und ich hab dann keine Ruh mehr…

          Aber Wochenende ist trotzdem eine Wohltat – diese Ruhe ohne diese nervigen Viecher hier…

          Der Erlkönig war das erste “ernsthafte” Gedicht, dass ich damals auswendig lernen musste – mir hats damals schon sehr gefallen!

          • Ja, es ist in der Tat so: Entweder ganz früh anfangen oder spät, um nachmittags Ruhe zu haben. Die normale Arbeitszeit, also ca. 8 Uhr beginnen, hat sich nicht bewährt. Deshalb sitze ich halt auch öfter mal abends lange im Büro, um was wegzuschaffen… Die ganzen Leichen unbotmäßiger Kollegen z. B…. Ähm, falsche Information. Streich das.

            • Habs schon vergessen, wovon sprachst du gerade? Roboter? ;-)

              Ich fange lieber früher an, Abends mag ich nicht im Büro rumsitzen, gewisse Mitarbeiter praktizieren nämlich genau das und auf die will ich nicht treffen!

              • Roboter, genau, ich rede ja quasi fast nur von Robotern… :-)
                Bei mir ist es umgekehrt, da ist schon eine liebe, aber sehr redselige Kollegin ganz früh da. Auch deswegen bietet sich das spätere Anfangen an, obwohl seit einigen Monaten ein dritter Kollege im Büro sitzt, der auch meist etwas länger da war. Als ich ab ca. 15 Uhr das Büro ganz für mich alleine hatte, war das auch nicht übel…

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    • Danke für die Urlaubswünsche! Yippie-yippie-yeah, es ist geschafft. Nachdem ich heute mal eben vier Besprechungen hatte (Tipp: Niemals sagen, dass man in Urlaub geht, und sei es nur eine Woche. Es müssen dann ja noch unbedingt, ganz wichtig, auf jeden Fall, wichtige Sachen vorher besprochen werden. Arrgh!)
      Ich bin leider ziemlich ungebildet, aber das Gedicht mag ich einfach sehr gern. Allein schon die Sprache ist wunderschön.

  4. Mir ging auch ein Gedicht durch den Sinn, als ich das Thema vorschlug, es war allerdings nicht “Die Glocke” (kannte ich bislang gar nicht, wir haben nur die Ballade “Der Handschuh” durchgenommen) oder “Der Erlkönig” (ich muss gerade an eine Kurzversion denken). Vermutlich wird es hier bald genannt …

  5. Das Buch „Nachtflug“ von Antoine de Saint-Exupéry passt ausgezeichnet zu diesem Thema und ich kann es nur empfehlen. :-)
    Dieser Autor hat weit mehr als nur „Der kleine Prinz“ geschrieben. „Wind, Sand und Sterne“ gehört zu meinen Lieblingsbüchern. Nur bei seinem unvollendeten Spätwerk „Die Satdt in der Wüste“ solltet ihr vielleicht vorsichtig sein. Es ist nicht schlecht, aber sehr anspruchsvoll da er es in einer Art Gleichnisse geschrieben hat.

  6. Pingback: Lyrik zur NachtGlotz_net | Glotz_net

  7. Wenn ich mich so umschaue, scheint es insgesamt ein überaus gedichtlastiges Thema zu werden, ich probiere mich derzeit als Mitläufer und mache daher keine Ausnahme :D …und nun habe ich Hunger ….auf Brot… :o

    • Bestes Gedicht aller Zeiten! Natürlich, wie könnte es anders sein? Von Mythenmetz und über Brot, das kann nur DAS GEDICHT ÜBERHAUPT sein. Vermutlich wird nun nie mehr jemand dichten, weil es das perfekte Meisterwerk bereits gibt.

  8. Hm, also ich habe vor zirka einer Dekade ein kleines grünes Büchlein, das Sandmännchen Büchlein von einer damaligen Freundin aus Halle/Saale geschenkt bekommen. Dort wird nicht nur die Geschichte vom Sandmännchen erzählt, sondern auch von anderen Sandmännern (z.B. bei E.T.A. Hoffmann) oder es sind Gute-Nacht-Lieder aufgelistet.

    Mehr fällt mir da gerade nicht zu ein. :( Außer unserer Dokumentationen in der Einrichtungen, doch da ist man schweigeverpflichtet. Und interessiert euch eh nicht. Alternativ hätte ich noch die Jammer-Textnachrichten meines Bruders aus den letzten drei Nächten, die gibt es jedoch zum Glück nicht in Buchform.

    • Jammer-Textnachrichten? Ich gebe Contra mit den Jammertiraden eines Ex-Kollegen, wenn er mal kleines Wehwechen… ähm, ich meinte ganz schwere Beschwerden hatte, also z. B. einen — halt Dich fest — Schnupfen mit zweimal Niesen am Tag!!!! Und als er mal einen Tennisarm hatte… Nein, das willst Du nicht wissen.

      • Dagegen ist mein Bruder dann so eine Art Held. Sein Leid wird “schon” vom Jobcenter, bei dem er nun beantragen muss (die haben mich im Übrigen prompt angeschrieben) verursacht. Im Moment tut er mir allerdings überhaupt nicht leid, er jammert nämlich weil die ihm gesagt haben, er müsse in der Tat in Kauf nehmen mal eine Stunde Anfahrt zur Arbeit zu haben und da er ungelernt ist ebenso nicht seinen Wunschjob zu bekommen. Das finde ich noch eine normale und richtige Aussage. Jetzt muss der Arme dann mal lernen, dass er nicht täglich Pommes essen gehen und bis in die Puppen vorm ICQ hängen kann. (Mit Backofenfritten scheint er überfordert zu sein.)

          • Also entweder “manchmal immer auf Dauer” oder “ein bisschen sehr”. Der kriegt es noch nicht mal hin meiner Mutter bei der Zimmersuche zu helfen, die soll ja zum 01.09. nach Norddeutschland und hat keine Ahnung von googlen oder Ähnlichem Internetbenutzungszeuchs hat, was allerdings helfen könnte bei der Unterkunftssuche. Da hieß es gestern, ich soll doch… Wieso denn ich? Der wohnt bei ihr und sieht sie täglich, der wird also viel besser wissen was für eine Art Zimmer sie haben will. Gott sei Dank wohnen wir an verschiedenen Orten :mrgeen:

            • Dann wird Deine Mutter also tatsächlich in Norddeutschland landen?
              Dein Bruder hört sich wirklich nach Phlegmatiker an. Hat er wenigstens hin und wieder mal schwungvolle Phasen, in denen er was auf die Reihe bekommt?

              • Mein letzter Stand ist, dass sie beim Anwalt war/ist und der sagt so leicht geht’s nicht. Was genau nicht geht weiß ich nicht, sie ist nicht sehr aussagekräftig per SMS und ich hab keine Lust mich zumüllen zu lassen, auch wenn sie mir leid tut, weil sie sämtliches für die Firma geopfert hat und jetzt den Tritt kriegt. Irgendwo in die Nähe von Bremen soll sie wenn ich das richtig verstanden habe. Da war sie nie, kennt keinen… Sie sagt, sie will versuchen wenn dann Hamburg zu verhandeln, da kennt sie wenigstens zwei Leute, weil sie irgendwo in in der Nahe ab und an Fortbildungen hatte. Lübeck wäre auch okay, da war sie schon,

                Schwungvolle Phasen heißt bei S. Fußballpartys und große Sprüche. Der jault jetzt, dass er dann ab nächsten Monat auch woanders wohnen muss und nicht wüsste wo, wenn es hart auf hart kommt. Dass er zumindest provisorisch zu seiner Freundin kann ist ja “nichts”. Ist sicher nicht toll, jedoch immer noch besser als die Situation meiner Mutter. Immerhin hat der heute seinen Allerwertesten zu einem Vorstellungsgespräch als Fensterputzer bewegt, sonst hätte ich in in den selbigen treten lassen (nicht den Fensterputzer).

                • Ganz so hoch reichen meine Verbindungen nicht, nur so bis in den Raum Leer.

                  Für deinen Bruder ist es vielleicht ganz gut, dass er jetzt gezwungenermaßen aktiv werden muss. (Und notfalls kannst du ja noch auf das Gebärden per Fuß zurückgreifen:) )

                • Schon blöd, wenn man aus der gewohnten Umgebung rausgerissen wird. :-(
                  Fensterputzer … Da soll sich das Bruderherz schon mal drauf einstellen, dass er den Spruch “Da können Sie anschließend bei mir zu Hause weitermachen!” (und ähnliche Variationen) nur ca. jeden Tag zu hören bekommen wird… Das habe ich allein in der Anstalt schon häufig aufgeschnappt, wenn die Fensterputzer bei uns aktiv waren. Fensterputzer scheinen diesen Spruch magnetisch anzuziehen…

                • Ist doch gut mit dem Spruch. Wenn er sich nicht zu doof anstellt, kann er Gewerbe anmelden und zumindest aufstocken, dann reichts wieder für Unser täglich Pommes gib uns heute :mrgreen:

                • Was meinen Bruder betrifft: Sehe ich ganz genau so. Für den ist das ein versteckter Vorteil, der kommt sonst nie klar in der Realität.

                • @Guinan: Gärtner hören bestimmt auch oft irgendwelche Sprüche mit Mördern.
                  Jetzt habe ich einen Ohrwurm, irgendwas mit “Der Mörder ist immer der Gärtner” oder so ähnlich von Reinhard Mey. Finde ich gerade bei der Tube nicht. Egal.
                  @Charlotta: Aber ich habe das Gefühl, dass die fragenden Frauen (es sind fast immer Frauen) eher nichts bezahlen wollen. Ob es dann trotzdem noch für die Pommes reicht? Apropos Pommes, die gibt es bei mir jetzt auch gleich — aus der Friteuse.

  9. Oh man mir fällt gerade irgendwie nix ein, aber ich muss ja noch einige Nachholen.
    Egal ich mache Nächste Woche mal einen Kurzurlaub , vielleicht hilft das ja mal mein Hirn wieder frei zu bekommen.
    OK ich habe nur 2 Tage Urlaub, aber hier im Süden ist Maria Himmelfahrt am Mittwoch auch noch frei und daraus lässt sich dann ab Mttwoch was machen.
    *antriebslos vor mich dahindümpel*

    • Kenne ich mit der Antriebslosigkeit. Gestern hatte ich die Kiste gar nicht an, und da dachte ich, hey, das hat gut getan… Also wäre mir eigentlich mal nach einer Onlinepause, aber das liegt natürlich auch am super Wetter, das hier zurzeit ist…

  10. Oooooh, oh oh. Das klingt wie der Titel des Buches, das ich schon seit Ewigkeiten schreiben will. Allerdings wäre ich mit dem Exposé dazu jetzt mal eben auf die Schnelle dann doch mehr als überfordert. Mal sehen, ob mir noch etwa anderes dazu einfällt. *grübelngeht*

    • Hm, schade, das Exposé hätte ich gern mal gelesen. Aber kommt Zeit, kommt Buch. :-) Und bei dem schönen Wetter soll man ja auch nicht stundenlang vor der Kiste hängen. Oder halt nur nachts, was wieder zum Thema passt.

      • Stimmt. Ich hatte dann auch eigentlich vor, irgendeine Nacht zum Schreiben zu nutzen. Aber irgendwie war diese letzte Woche sehr komisch. Gerade was mein Zeitmanagement anging. Montag fühlte sich wie Sonntag an. Dienstag dann aber wie Mittwoch. Mittwoch ist gefühlt ausgefallen. Donnerstag war dann eigentlich schon Freitag, weswegen ich Freitag früh fast nicht aufgestanden wäre – Wochenendgefühle?? Habs dann aber doch geschafft. Nur eben den Beitrag nicht. Vielleicht heute nacht, mal sehen…

        • Merkwürdig, das ging mir gestern und heute so, also gestern dachte ich, dass Sonnabend wäre, heute war mir so sonntagsmäßig zumute. Aber ich kann ja morgen noch mal ausschlafen. Herrlich. Danach hat mich das Arbeitsleben wieder. Und wieder mal habe ich gemerkt, wie es mich nervt, 5 Tage in der Woche total gegen meine innere Uhr zu leben. Na ja, kann man nicht ändern, Hauptsache, ich habe einen Job…

  11. Pingback: 52 Bücher – Woche 41 – Nachtgedanken › Buchkritik.org

  12. Gut dass man hier um Ecken denken darf. Denn mit Lyrik habe ich es nicht so….
    Erlkönig hätte aber auch gut gepasst – ist das einzige Gedicht, was ich gerne mal gelernt habe.
    Vielleicht so als Motto- Zitate, die man immer braucht – und gerne mal abwandelt
    (Wer schleicht nur Nacht und Wind? Es ist der Sohnemann, mein Kind….) der mal wieder nicht brav schläft *grins*

    LG Mella

    • Ich denke, dass es nicht zwingend ein Lyrikthema ist, aber anscheinend wird es öfter damit verknüpft. Oder lag es nur daran, dass ich mit einem Gedicht angefangen bin? Man weiß so wenig. ;-) Du hast es jedenfalls sehr vielfältig gelöst.

  13. Pingback: Nachtgedanken – 52 Bücher — wauzelwelt

  14. Mein Beitrag – nachgereicht. Und natürlich vom Herrn Geheimrat.

    Wandrers Nachtlied.
    Der du von dem Himmel bist,
    Alles Leid und Schmerzen stillest,
    Den, der doppelt elend ist,
    Doppelt mit Erquickung füllest,
    Ach ich bin des Treibens müde!

    Was soll all der Schmerz und Lust?
    Süßer Friede,
    Komm, ach komm in meine Brust!

    P.S.: Die letzten Wochen war ich ein wenig “unpässlich” ;-)

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