saatgut – vielfalt statt einfalt

Diese Megamonsterkonzerne sind einfach zu groß und haben zu viel Macht, Monsanto ist da nur ein Beispiel von vielen. Selbst die Freie-Marktwirtschaftsjünger müssten eigentlich aufjaulen, denn ab einem gewissen Punkt ist durch allzu einflussreiche Konzerne der freie Wettbewerb stark eingeschränkt, aber komisch, die meisten von denen sind immer nur da, wenn es darum geht, Arbeitnehmerrechte u. ä. weiter einzuschränken…

campogeno

Ein aufwändiges und kostspieliges Zulassungsverfahren soll dafür sorgen, dass altes und seltenes Saatgut ganz von der Bildfläche verschwindet. Die Agrarlobby wünscht sich einheitliches, genormtes Saatgut um noch mehr Profit zu machen.

gemüseSchon bald soll nur noch amtlich zugelassenes Saatgut über den Ladentisch gehen. Das verpflichtende, aufwändige und kostspielige Zulassungsverfahren schreckt vor allem Kleinbauern ab, die die bürokratischen Hürden und hohe finanzielle Belastungen scheuen. Ergebnis wird sein, dass in absehbarer Zeit alte und seltene Gemüse-, Obst- oder Getreidesorten von der Bildfläche verschwunden sein werden – und genau das ist es, was die Agrarlobby gerne sehen würde.

Agrarmultis reiben sich die Hände

Um noch mehr Profit zu machen wünscht sich die Agrarlobby einheitliches, genormtes Saatgut. Über 6.000 alte Sorten gibt es in Österreich, doch ins amtliche Sortenregister haben es nur etwa 10% geschafft. Wer in Zukunft selbstvermehrtes Saatgut ohne Zulassung weitergibt – bezahlt oder unbezahlt – macht sich strafbar und muss mit…

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14 Kommentare zu “saatgut – vielfalt statt einfalt

  1. Falls es dich tröstet: Nicht nur. Wir kritisieren auch die Verquickung von Konzernen und Staat, wobei wir natürlich das Problem eher beim Staat sehen. Und auch hier wundert mich, dass der zitierte Artikel anscheinend nur mit den Konzernen ein Problem hat und gegen die agitiert, obwohl die kritisierte Regelung ja nicht von denen beschlossen und durchgesetzt wird.

    • Oja, jetzt bin ich getröstet. 🙂
      Es stimmt, die Regelung wird nicht von denen beschlossen und durchgesetzt, aber sie nehmen teilweise zu großen Einfluss, und das können sie u. a. auch, weil sie eine Größe erreicht haben, die ein Drohpotenzial zulässt („Arbeitsplätze“)… Und was da in Sachen Schmiergelder oder auch subtileren Einflussnahmen läuft, erfährt man ja auch hin und wieder.
      Weg von diesen Molochkonzernen, wieder zurück zu kleineren Einheiten, auch weg von dem Wahnsinn der langen Transportzeiten in Sachen Nahrungsmitteln etc., das wären mal so ein paar Schlagworte. Das würde auch eine gewisse Kontrolle vereinfachen. Ich bin nicht generell gegen Globalisierung, nicht jeder Staat wird jede Industrie aufbauen, aber wenn ich höre, dass wir mittlerweile Teigrohlinge aus China importieren… Ich halte es für einen Fehler, die sog. freie Marktwirtschaft (die nicht für alle frei ist, wenn große Konzerne oligopolmäßig relativ leichtes Spiel haben, aufkeimende Konkurrenz zu übernehmen oder sonstwie zu erledigen) ohne oder mit zu wenig Kontrolle vor sich hinwuchern zu lassen. Wir brauchen einen Staat bzw. viele Staaten, die Grenzen setzen. Und das nicht unbedingt beim kleinen Kneipenbetreiber, dessen sanitäre Anleitungen womöglich 30 Quadratzentimeter zu klein sind oder dessen Stühle 5,8 cm zu weit auf dem Gehsteig stehen… Mit „Kontrollen“ meine ich auf keinen Fall die teilweise ausufernde EU-Bürokratie.
      Jedenfalls: Je marktbeherrschender ein Konzern ist, desto größer die Gefahr der Abhängigkeit („too big to fail“), und ich vertraue in dieser Hinsicht so ca. nullkommanull auf die so gern geäußerte Freiwilligkeit in Sachen gesellschaftsverantwortliches Handeln…

        • Das ist OK, wir würden da vermutlich eh nicht auf einen Nenner kommen, obwohl es für andere vielleicht eine interessante Diskussion wäre, aber momentan bin ich dafür auch nicht so ganz in der richtigen Stimmung, insofern ist mir das sehr recht.

  2. Ich als Hund kenne mich da nicht so gut aus, doch mir ist es egal, ob eine Gurke zu rund, oder zu kurz ist, Hauptsache, ich kann sie „aufmampfen“ !!
    Heidi hat die Petition natürlich unterschrieben, auch Ulli nochmals 🙂
    Gutes Nächtle und schönen Sonntag,
    liebes Wuffi Isi, mit ’nem dicken Schmatzer für Molly, und ’nem freundlichen Rempler für Raspu

    • So sehen meine beiden das auch. Du isst also auch gerne Gurken? Raspu liebt sie und Molly isst sie auch ziemlich gern, allerdings hat sie sie zwischendurch auch mal „über“, dabei ist es ein ideales Leckerlie für eine „Zuckerschnute“.
      Liebe Grüße, auch an Heidi und Ulli, und für Dich viele Knuddeleinheiten und Molly schickt viele Bussis. Raspu stupst lieb.

  3. „ … Monsanto ist da nur ein Beispiel von vielen.“
    Kleine Info: Monsanto sagt offen, dass sie nicht an Marktanteile interessiert sind, sondern den GANZEN Markt haben wollen! Na denn …

Ehrerbietungen hier rein, bitte ;-)

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