52 Bücher, Woche 28

Da sind wir wieder! Die elende Hitzewelle ist vorbei bzw. zumindest nicht mehr ganz so schlimm. Das habt Ihr Rahm zu verdanken, der nach langem Widerstand dann doch endlich noch mal den Wettergott besuchte, um ihm Vernunft beizubringen. Mal sehen, wie lange es dieses Mal vorhält. Erst der ewig lange Winter, dann die tropische Hitze, ich glaube, der Typ hat zu viel Caipi mit Zitrone getrunken…

Jetzt aber endlich wieder Lesezeuchs! Wir steigen ganz seriös ein:

Ein Buch, wodurch du etwas gelernt hast.

Das ist noch ein Motto aus der letzten Saison, eingereicht vom Wurzelimperator.

Ich habe dieses Motto ausgesucht, weil es gut zu einem Buch passt, welches ich gerade fertiggelesen habe. Das ist der Vorteil der Projektmuddi, ich kann mir die Themen immer passend aussuchen. 🙂

„ADHS aus Sicht einer betroffenen Familie“ von Melanie Hirschmann

Mein Vorsatz, wieder mehr Sachbücher zu lesen, läuft relativ gut. ADHS betrifft mich zwar nicht persönlich, aber man hört und liest so einiges, von „ach, das sind doch nur wilde, schlecht erzogene Kinder“ bis „müssen mit Medikamenten ruhiggestellt werden“ sind alle möglichen mehr oder weniger halbgaren Äußerungen vertreten. Das Besondere an diesem Buch: Melanie Hirschmanns jüngster Sohn hat selbst ADHS. Deswegen ist es kein trockenes, gähnend langweiliges Buch mit Fachkauderwelsch, sondern direkt aus dem Leben gegriffen. Sagt ja auch der Titel schon. Trotzdem hat Melanie Hirschmann viele hilfreiche Informationen zu bieten. Sie betont aber immer, dass ihre Tipps nicht allgemeingültig sind, sondern es verschiedene Ausprägungen dieser Krankheit gibt. Das ist eine sehr sympathische Einstellung. Am Ende des Buchs hat sie viele hilfreiche Adressen bzw. Links zusammengetragen. Das Buch ist eine gute Mischung aus selbst erlebten Dingen und Fakten. Drüber gefallen bin ich übrigens via Kopfstand.net, und dort gibt es auch eine Leseprobe.

Was habe ich draus gelernt? Dass ADHS-Kinder nicht einfach nur sehr lebhafte Menschen sind, sondern wirklich erhebliche Konzentrationsschwierigkeiten haben und Unterstützung brauchen, dass aber nicht Mitleid, sondern Konsequenz, aber auch Verständnis nötig ist. Und noch so einiges anderes mehr. Erschreckend ist das Unverständnis, mit dem die Autorin teilweise zu kämpfen hat, z. B. in der Schule, auch bei Lehrern. Zum Glück gibt es aber auch positive Erfahrungen und Einrichtungen, bei denen man sich Unterstützung holen kann. Natürlich ist es nicht immer leicht, an diese Unterstützung zu kommen, das überrascht uns aber im Bürokratenwunderland Deutschland sicher nicht…

Das oben erwähnte Kopfstand.net ist übrigens ein interessantes Projekt von Mella, wir kennen ja alle ihre Seite Buchkritik.org, nicht wahr? Wenn nicht, dann spätestens jetzt. 🙂

Viel Spaß beim Wiedereinstieg ins 52-Bücher-Projekt wünsche ich Euch. Wir haben übrigens auch frisches Blut dazubekommen: Mira und Isi (nicht zu verwechseln mit der Ausnahmeschauspielerin Isi, die ja schon länger dabei ist). Daraus schließen wir messerscharf, dass ein Einstieg ins Projekt jederzeit möglich ist, alles andere wäre auch total unpuschelig. 🙂 Wer also Lust hat, noch mitzumischen, einfach melden. Ich denke, es lohnt sich noch, wir sind ja erst beim 28. Thema. Nach Lust und Laune können auch ältere Mottos nachgeholt werden, ist aber kein Muss, so wie auch nicht jedes neue Thema beackert werden muss. Alles nach Lust und Laune, ganz locker-flauschig.

Links zu den bisherigen Beiträgen der Teilnehmer gibt es in dieser Liste. Und hier kann man die Teilnehmerblogs anklicken und bestaunen. Yeah, ich habe endlich mal wieder daran gedacht, die Listen zu verlinken! Bei den letzten drölfzig Beiträgen habe ich es immer vergessen. 🙂

Advertisements

18 Kommentare zu “52 Bücher, Woche 28

  1. Das Thema ADHS hatte ich schon früher mit einem Blogger aus München erörtert. Ab welcher Altersstufe Eltern was unternehmen sollten, finde ich recht wichtig. Und vor allem keine Medikamente geben, bevor nicht Entspannungstechniken, Konzentrationsspiele/übungen u.a. ausprobiert worden sind. Mittelweile ist das einfache ‚Zappelphilipp‘ Symptom ja zu einer so facettenreichen Krankheit geworden, daß wirklicher Informationsbedarf vorhanden ist.
    Bin ich echt die Erste, die die 28. Woche verbloggt? Na dann:
    http://charisma1.blog.de/2013/08/18/52-buecher-woche-16319311/

    • Das Thema „Medikamente ja/nein“ wird in dem Buch auch behandelt. Es ist ein anstrengender Weg für die Eltern, bis man einen guten Weg gefunden hat. „Normale“ Kindererziehung ist ja schon nicht einfach, aber das ist noch mal eine ganz andere Herausforderung…

  2. So,so, es geht also weiter, mit einem Thema, wo bestimmt JEDER einen Beitrag dazu bringen könnte. Sogar mir würde ETWAS einfallen, doch im Moment bin ich voll ausgelastet, Vielleicht komme ich mal darauf zurück 🙂
    Aha, es gibt noch eine Isi, aber sie heisst ja „DIE Isi“ ?! Zur Not bin ich die „Isabella“, so ruft mich Heidi, wenn ich nicht gleich folge, und sie es ernst meint…
    Alle Links angeklickt, werde ich Heidi das Buch“Niemand hört mein Schreien“ auf jeden Fall ans Herz legen!
    Boah, mit den Listen warst du ja echt fleissig 🙂
    Liebes Wuffi Isi, die für Molly ein dickes Schlabberbussi, und für Raspu nette Stupser hier lässt

    • Oha, bei „Isabella“ ist also Alarmstufe rot, so ungefähr, wenn ich Raspu mit „Buuursche!!!“ rufe. 🙂 Dann weiß er auch Bescheid.
      „Niemand hört mein Schreien“ hört sich richtig schlimm an, ja, ja, der Busenfreund vom Berlusconi. Würgs.
      Viele Schlabberbussis für Dich von Molly und Stupser schickt der Buuuursche 🙂

  3. ADHS, ja….ein Thema, mit dem ich mich rein aus beruflichen Gründen dringend mal genauer befassen müsste, da es ja in diesem Kontext inzwischen kaum ausbleibt, dass man zwangläufig damit konfrontiert wird…und ich muss ehrlich sagen, dass ich dem ganzen immer sehr zwiespältig gegenüber stehe. Angesichts der Menge der inzwischen „ritalingeschädigten“ Kinder möchte ich nämlich einfach nur mal brüllen: „Gebt den Kindern keine Pillen, sondern Zuwendung, verdammt nochmal!“. Andererseits habe ich teilweise schon erstaunliche, positive Wirkungen beobachtet…
    Hm…definitiv ein Buch, welches ich mir mal auf meine Merkliste setze 😉

    Und da du schon so nett warst, mich in deinem Post nochmal explizit zu verlinken – *dankend verbeuge* – hab ich mich natürlich auch gleich an die Arbeit gemacht 😉 :
    http://www.blubb-blog.blogspot.de/2013/08/52-bucher-woche-28.html

    • Die Gefahr, dass jemand meint, lebhafte Kinder „ruhigstellen“ zu müssen, besteht wohl, das ist bitter, aber nachdem ich das Buch gelesen habe, war mir erst recht klar (hatte das vorher auch nicht bezweifelt), dass hinter ADHS mehr steckt als nur besonders wilde Kinder. Bei manchen sind die Medikamente dann wirklich hilfreich. Schwierige Situation, das abwägen zu müssen. Bin schon froh, nicht in so einer Situation zu sein.

  4. Pingback: 52 Bücher, Woche 28 | thatblog.de

  5. Pingback: Daggis Welt » Blog Archive » Contradictio in adiecto

  6. ohhhh erst gerade gesehen – schlimm wenn die Bayern immer so lange Urlaub haben 🙂

    Danke für das Vorstellen des Buches ❤ und schön, dass es Dir gefallen hat.
    Ja, leider werden viel zu viele Kinder einfach ruhig gestellt. Ich finde das schrecklich, aber manchmal sind die Medikamente einfach auch nur ein Segen.

    LG Mella

  7. Pingback: Lehrbuch – 28/52 — Die Wauzelwelt

  8. Pingback: Projekt 52 (28-34) | überschaubare Relevanz

  9. Pingback: Erotische Lesung | Glotz_net

Ehrerbietungen hier rein, bitte ;-)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s