Kunstfreunde!

Ich bin noch ganz fertig vor Ergriffenheit, trotzdem muss ich Euch einfach Bericht erstatten. Meine Begeisterung explodiert geradezu und muss mit der Welt geteilt werden!

Ich durfte ja heute wieder in die Anstalt. Zunächst war es eher ein Muss, denn da wusste ich noch nicht, was mich erwarten würde! Mir zittern immer noch die Finger und Haarspitzen! Meine Güte, besser kann ein Jahr kaum starten!

Seht selbst!

Foto

Ja, Ihr seht richtig und korrekt! Die berühmte Klo-Künstlerin hat wieder eines ihrer brillanten, großartigen, epochalen, weltbewegenden Werke geschaffen! Ihr seht es selbst: Einfach mal in die Kälte der Kachellandschaft so einen Schokoweihnachtsmann zu platzieren, das ist große Kunst, wie sie kaum jemand zu schaffen vermag! Beachtet auch die Symbolik, den bärtigen Geschenkebringer nah einer Ecke zu platzieren. Ganz famos!

Widmen wir uns nun den Details. Im Gegensatz zu normalen Schokoweihnachtsmännern trägt dieser einen güldenen Mantel. Die Bedeutung ist offensichtlich und braucht sicher nicht von mir erläutert zu werden, denn Ihr seid ja alle große Kunstkenner.

Im Arm hält der Weihnachtsmann ein Bärchen. Eines. Nicht zwei. Somit handelt es sich hier nicht um ein Bärchenpärchen. Wir wissen: Mit Bärchenpärchen ist alles klärchen. Da wir hier kein Bärchenpärchen sehen, ist somit nichts klärchen. Außerdem verzichtete die Künstlerin auf die scheiß Herzchen, an die man immer denken sollte. Mit der Auslassung von zwei Symbolen gelingt es dieser genialen Kunstschaffenden, finsterste Kälte zu symbolisieren! Hervorragend, grandios, bemerkenswert, einfach gut!

Ich nenne dieses Werk: „Weihnachten ist vorbei.“ Hoffentlich habe ich damit zumindest entfernt die Intention der großartigen Künstlerin getroffen!

Freunde der Kunst, ich werde Euch nun einige Zeit allein mit diesem Meisterwerk lassen! Auch Ihr werdet Euch vermutlich erst nach Stunden wieder klar artikulieren können. Das ist ganz normal, wenn man Zeuge einer Sternstunde der Kunst sein durfte! Ich kann Euch beruhigen, es ging mir nicht anders! (Nein, Frechmonster, die drei XXL-Caipis haben damit nichts zu tun! Frechheit!)

Und denkt dran: In nicht mal mehr 12 Monaten ist wieder Weihnachten!

Anmerkung für neue Leser, die ich an dieser Stelle herzlich begrüße und ihnen viel Spaß mit diesem bekloppten Blog wünsche: Bei den Werken der Serie „Kunst in der Anstalt“ handelt es sich um Installationen, die ich genauso in der Anstalt, in der ich meinen Cachaca verdiene, vorgefunden habe, meistens auf dem Damen-WC, manchmal auch woanders. Ich bin nur die Chronistin, die diese Meisterwerke fotografisch festhalten darf — eigentlich zu viel der Ehre, doch ich gebe alles!

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32 Kommentare zu “Kunstfreunde!

  1. Welch epochales Kunstwerk !!! Schöner wäre es natürlich gewesen, ER hätte zwei Bärchen in seinen Händen gehalten….
    Die Größe ist grad noch so akzeptabel, wenn ich von einer 10cm Fliesengröße ausgehe?!
    Liebes Wuffi Isi,
    die für Molly dicke Schlabberbussis schickt

    • Dass Du als große Künstlerin dieses Kunstwerk zu würdigen weißt, war mir klar. 🙂 Ja, das Weihnachtsmännchen ist sehr klein, ein Haps hätte gereicht, es zu verspeisen. Und ich befürchte, dass so etwas auch demnächst passieren wird. Kunstbanausen lauern überall!
      Liebe Grüße und Molly schickt natürlich haufenweise Gute-Nacht-Küsschen

  2. Ein derartiger Kunstgenuss gleich zu Anfang des Jahres toppt natürlich meine scheiß Neujahrsbambis um Längen. Auch wenn sich meine Akkuratheit etwas am linearen Aufbau der Kunstschöpfung stört, so kann ich dennoch die Asymmetrie des 21. Jahrhunderts auf mich wirken lassen. Epochaler kann Feng Shui nicht praktiziert werden. Denn wer sich auf einer Toilette als Feng-Shui-Symbol für Geldverlust und finanziellen Untergang eine derartige Symbolmacht in die Ecke stellt, der hat die Welt geprellt (reimt sich grad nix anderes).

    Die newspinscher Redaktion

    • Niemals hätte ich damit gerechnet, dass mir gleich am 2. Tag des neuen Jahres so ein Kunstwerk präsentiert wird. Ich bin immer noch voller Dankbarkeit. Werde ich dieses Jahr noch einmal so etwas großartiges erleben dürfen? Ja,die Asymmetrie in Kombination mit Feng Shui,mir kommen die Tränen. Tränen des Glücks. Auch, dass ich dieses Werk mit so großartigen Kunstkennern wie Euch teilen darf!

  3. Das ist einfach…. ja, mir bleibt die Spucke weg… WOW!! Ich finde es auch sehr ausgefallen, dass der Mantel des Männleins GOLDEN und nicht rot ist! Das muss einem erst mal einfallen!

    Aber hast du schon daran gedacht, dass vielleicht in dem Geschenkpäckchen das zweite Bärchen steckt? Dann wären es zwei Bärchen und somit ein Bärchenpärchen und mit Bärchenpärchen… du weißt schon… =P

    • Ja, nicht wahr? Das ist schon mal ein WOW wert.
      Die Theorie mit dem Bärchenpärchen in dem Päckchen könnte natürlich stimmen, aber wäre es nicht auch dann eine Grausamkeit, das eine Bärchen in ein Päckchen zu sperren, während sich das andere auf dem Arm die Welt angucken kann? (Oder umgekehrt: Das Bärchen im Päckchen ist vor den Grausamkeiten der Welt versteckt, während das Bärchen auf dem Arm der vollen, grausamen Wahrheit ins Gesicht sehen muss?)

  4. Auch ich bin beeindruckt von dieser Installation – ein Aufzeigen des Vergänglichen und gleichzeitig ein hoffnungsvoller Verweis auf eine ev. doch noch vor uns liegende goldene Zukunft betont durch den kaltwirkenden Hintergrund!!
    So wie eine gute Weissagung für das Jahr!!

    Liebe Grüße,
    Isabella

    • Du gibst diesem Kunstwerk einen Hauch von Optimismus, das gefällt mir! Ich hoffe, dass es die Künstlerin auch so meinte. Ansonsten wäre das Werk doch arg kalt, so dass es einem noch bei 30 Grad im Schatten ohne Caipi frösteln würde…
      LG und Knuddeleinheiten für das Hunderudel

  5. OH.MEIN.GOTT….
    Man beachte auch bitte, wie nahe das güldene Männchen an der Fliesenfuge platziert wurde…für mich eindeutig ein symbolischer Akt von Grenzüberschreitung… aber wohin? Ins neue Jahr? Zur Herrentoilette? In die unbekannten Weiten auf der Suche nach dem zweiten Bärchen?
    Ach wir werden es wohl nie erfahren, was sich dieser überlegene Künstlergeist dachte…

    • Genau! Die Grenzüberschreitung! Ich glaube, so viel Symbolik in einem einzigen Kunstwerk war nie!
      Zu gern würde ich einmal in die Gedankenwelt dieser Künstlerin eintauchen, um herauszufinden, was alles sie uns sagen möchte. Vermutlich überhaupt alles, was die Menschheit jemals beschäftigt hat! Ich sehe da durchaus auch Andeutungen, die auf den NSA-Skandal zielen…

  6. Ja sieht denn hier niemand, dass es sich bei der Abbildung dieses Werkes eindeutig um die Darstellung von Yin & Yang handelt? Seht doch die zwei Gesichter dieser Figur: Oben das schmollend weibliche und darunter das lachend männliche, welches das weibliche in sich integriert. Und was trägt diese Figur: Ein Bärchen und einen Würfel. Klare Symbole für das Gute und das Böse. Steht nicht der Würfel für das Spiel mit dem Teufel und das Bärchen für die göttliche Sanftmut!? Bedeckt wird das Werk vom goldenen Mantel des Schweigens – denn wer möchte sich schon auf der Damentoilette mit Gut und Böse auseinandersetzen? So symbolisiert dieses Werk auch die Gleichgültigkeit unseres Seins gegenüber den fraulichen Problemen auf diesem Planeten. Und steht diese Skulptur deshalb genau an der Grenze, ohne sie jedoch zu tangieren, weil sie diese soeben überschritten hat!? Symbolisiert diese Skulptur so nicht Aufbruch? Gar ihren eigenen und somit einen süßen – in eine bessere Welt?

    • Yin & Yang, eindeutig! So wie auch Susi und Strolch, Angie und Pofalla (früher), Pat und Patachon, Sonny und Cher, Micky und Minni, in diesem Kunstwerk ist ALLES enthalten! Du hast das in seiner Klarheit wunderschön erkannt.
      Kunst für eine bessere Welt im Damen-WC! Das wäre auch ein schöner Artikel. Oh, Moment mal eben, ein Anruf vom MoMA… Ah ja. Aha… Die wollen die komplette Kabine ausbauen und bei sich im Museum ausstellen, da können wir Frauen in der Anstalt ja von Glück reden, dass es noch zwei weitere Kabinen gibt.

  7. Ich würde sagen, der güldene Mantel zusammen mit dem Motiv „Weihnachtsmann“ steht für die Dekadenz des 21. Jahrhunderts. Und das das Bärchen allein ist, könnte ein Sinnbild für unsere soziale Isolation sein.

    • Wie ich schon weiter oben schrieb (und schon wieder zitiere ich mich heute selbst): „Definitiv! Ein Kommentar ohne Tippfehler ist im Angesicht dieses grandiosen Meisterwerkes kaum denkbar!“

  8. Ähm, ich möchte den Kunstgenuss hier nicht schmälern, aber nach ein paar Semester Mikrobiologie geht bei dem Gedanken an Schokolade (=Lebensmittel) in einer halböffentlichen Toilette ein wenig die Fantasie mit mir durch. *würg* Ich glaub’ ich muss mal schnell wo hin. *spei*
    Na, jetzt habe ich mich wohl definitv als Kunstbanausin geoutet. Sorry. 😉

      • Manchmal muss Kunst auch ekelerregend sein, denn diese Künstlerin schafft es, ALLE Emotionen zu wecken, und dazu gehört auch Ekel. 🙂
        Essen würde ich das Teil aber auch nicht, davon ab, dass man Kunst nicht isst, aber auch, wenn es keine Kunst wäre, würde ich das nicht essen.

          • Da bin ich leider etwas anders gestrickt, mir kann man relativ schnell den Ekel ins Gesicht treiben. 🙂 Gerade, was Essen betrifft. Wenn irgendwo im Fernsehen gekotzt wird, wird mir sofort mit übel. Oder neulich, als eine Kollegin von Essgewohnheiten in Asien erzählte — das konnte ich auch nicht so gut vertragen.
            Ganz übel ist es, wenn bei den Hunden mal das Essen in der verkehrten Reihenfolge rauskommt und ich das Erbrochene wegputzen muss — uh-oh,da bekomme ich das Würgen.

              • Ja, manche Gerüche sind auch ziemlich eklig…
                Ach, eigentlich geht es, so häufig muss ich eigentlich keine harten Sachen, die von Hutze & Hursch verursacht werden, erledigen. Sie übergeben sich nur sehr selten. Klar ist da das Häufchen-Einsammeln, aber das ist eigentlich auch nur eklig und vor allem problematisch bei Flitzeschiete, aber ich höre jetzt auf, nicht, dass uns nun schon vorm Rechner übel wird. 🙂
                Anstrengend war es auch, als Molly eine Zeitlang nicht gut gefressen hat und ich ihr die Tabletten (es sind leider nicht wenige) so in die Schnut stecken musste, aber das fand ich nicht eklig, nur insofern hart, dass sie es gar nicht mochte. Und das Messen vom Blutzucker und das Spritzen des Insulins ist für sie auch nicht so schön, aber es ist nichts, was mich ekelt. Blut und Spritzen kann ich zum Glück einigermaßen gut verknusen.

Ehrerbietungen hier rein, bitte ;-)

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