Boah, nee, Vollspatenschwachmatenalarm!

Das glaube ich jetzt nicht! Gucke ich doch eben aus Neugier, wie viele Sterne das absolut lesenswerte Buch „Jeder stirbt für sich allein“ von Hans Fallada bei Amazon bekommen hat, und stoße auf diese Vollspatenschwachmaten hier:

Vollschwachmatenspaten

Arrgh! Es gibt bestimmt genug Leute, die die Bewertung bei Big A mehr oder weniger berücksichtigen. Natürlich richten diese beiden nicht viel an, da das Buch von den meisten der 140 Rezensenten mit der Höchststernezahl bewertet wurde, aber trotzdem! Wenn Doofheit leuchten würde, bräuchten wir keine Lampenindustrie mehr und man könnte die Erde noch in den entferntesten Galaxien sehen! Es gehört sich einfach nicht, ein Buch, schon gar nicht ein dermaßen brillantes, mit einem Stern zu bewerten, weil irgendeine Lieferung verschwunden ist.

Vor allem der erste scheint mit dauerstillgelegtem Hirn unterwegs zu sein; da, wo ich den Schwarzstift geschwungen habe, stand seine komplette Anschrift! Und eBuch? Ich hoffe, er meint nicht wirklich ein E-Book und erwartet dieses per Post. Aber wundern würde es mich bei dem nicht. Bei der zweiten Geistloskapazität waren es wenigstens nur Bestell- und Trackingnummer.

Es ist sehr warm, ich weiß…

Dass Unternehmen im 21. Jahrhundert die Kontaktaufnahme per E-Mail immer mehr erschweren, verpöne ich allerdings auch (wie die Wunderbare Welt wo weiß formulieren würde). Bin da gerade mit meinem DSL-Anbieter in einem kleinen Clinch, der möchte natürlich am liebsten Kontaktaufnahme via kostenpflichtiger Hotline (was ich nicht einsehe), außerdem bietet er die Möglichkeit eines Onlinechats (das geht schon eher) oder die Kontaktaufnahme via Telefax oder Brief (Brief!!!!) an. Wenigstens erwartet er nicht, dass das Schreiben auf einer alten Triumph-Adler-Schreibmaschine aus dem Jahre 1898 getippt werden muss.

Meistens findet man aber im Impressum doch irgendwo eine Mailadresse. Auch, wenn Unternehmen dieser Weg bestimmt nicht so gefällt, habe zumindest ich bisher nicht erlebt, dass meine Mails ignoriert wurden. Und Amazon, von dem ich zugegebenermaßen kein Fan mehr bin, gehört noch zu den Unternehmen, die Kontakt per Mail relativ einfach ermöglichen (habe das gerade mal nachvollzogen).

Das war der Wutbeitrag zum Wochenend-Ende. Morgen ist wieder Montag, vielleicht ein Tag, an dem verschwundene Büchersendungen doch wieder auftauchen oder sonstige wundervolle Dinge geschehen. Oder der Tag, an dem das arme Monster ab 16.30 Uhr noch eine Telefonkonferenz durchstehen muss…

PS: Es geht übrigens noch viel dämlicher, klickt mal zu Toms Wochenschau rüber und wundert Euch…

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42 Kommentare zu “Boah, nee, Vollspatenschwachmatenalarm!

  1. Oh, Ehrerbietungen! Menno, das dauert bei mir doch im Moment EWIG!!!
    Aber ich MUSS schreiben, wie sehr ich bei „Boykottiert Hamas“ gelacht habe.
    Liebes Wuffi Isi, aus dem noch immer unerträglich heissem Berlin!
    Schlabberbussis für Raspu anbei.
    PS: Telefon- DSL Rep. kann bis zu 36 Std. dauern

    • Über „Boykottiert Hamas“ musste ich auch grinsen, obwohl es eigentlich nur traurig ist… Es gibt wirklich dumme Menschen, ich weiß, dass es politisch unkorrekt ist, so was zu schreiben, aber es ist einfach wahr. Wobei man dem Boykott-Aufrufer zugute halten kann, dass er zumindest etwas zum Guten bewegen möchte. Vielleicht ist er ja auch noch ganz jung.
      36 Stunden ginge noch, davon sind ja schon ein paar um. Bei einer Freundin dauerte es mal mehrere Wochen, bis die Telekom den Internetzugang wieder hergestellt hatte. Das war eine Odyssee, deren Beschreibung ungefähr 5 x so lang wie obiger Text wäre…
      Hier isses auch noch ziemlich warm. Eigentlich nicht mehr richtig heiß, aber hohe Luftfeuchtigkeit. Und keine kurze Arbeitswoche in Sicht… ächz.
      Liebe Grüße und von Raspu Schlabberküsschen

        • Sechs Wochen ohne Internet, das ist schon ein Alptraum!
          2, 3 Tage würden mich nicht so stören, aber es ist immer die Ungewissheit, ob es wirklich bei den paar Tagen bleibt, denn die sagen einem ja meistens, läuft bald, was nicht immer stimmen muss.
          Ich mache jetzt auch mal ein paar internetfreie Stunden, gehe nämlich ins Bett. 🙂
          Liebe Grüße und noch mehr Bussis von Raspu

  2. Oh Ehrerbietungen!

    Eigentlich wollten wir ja lachen und schreiben, dass wir uns auf einer alten Triumph-Adler-Schreibmaschine aus dem Jahre 1898 heutzutage die Finger brechen würden.

    Aber so, nun ja Durchlaucht, bewundern wir Euren tollen Text… 😉

    LG sowie einen halbwegs erträglichen Montag

    Andrea und Linda

    • Fand ich doch vorhin zufällig beim Stöbern in den Einstellungen die Möglichkeit, eine individuelle Kommentarüberschrift zu wählen. Ich fand „Ehrerbietungen“ irgendwie passend in einem Welteroberungsblog, habe aber vorsichtshalber einen Zwinkersmiley dahintergesetzt. 🙂 Nicht, dass sich jetzt keiner mehr traut, hier etwas zu schreiben…
      Ich breche mir ja schon die Finger auf der schrottigen Tastatur in der Anstalt. Eigentlich müsste man die mit einem Hammer und Meißel „bedienen“.
      Ich danke für die Bewunderung und schicke Euch liebe Grüße und viele Knuddeleinheiten

  3. Sehr sehr schön und es brachte uns wieder massiv zum Lachen. Die komplette Anschrift in der Bewertung? Das geht man gar nicht. Und auf die E-Book-Lieferung per Post warten? Das klingt auch sehr gut. Sieh es positiv, solche Menschen erheitern uns alle 🙂

  4. Och nö… sooo blöd kann man im Internet doch nicht sein… wobei:
    Ich muss mich momentan fremdschämen. Ich kenne jemanden persönlich, der ein Video auf Youtube hochgeladen hat, in dem er anbietet, allen Leuten zu helfen, wenn sie Sorgen, Probleme oder Ängste haben. Ernstgemeint. Und er kann es eigentlich recht gut, zumindest im echten leben, deshalb verüble ich es ihm nicht einmal, aber… wie peinlich. Denn natürlich haben die meisten es so ernst genommen wie die Sprechstunde von Frau Dr. Dr. Dr. Fellmonster und gewisse Sorgen hingeschrieben, die alles andere als ernshaft gemeint waren. („Ich bin mit meine Penislänge unzufrieden“ „Mach ein Musikvideo von dir, in dem du…“ „Hilfe, ich bin schwul“ usw.)
    Wenn man so einen kennt, wird man automatisch knallrot, wenn man das auch nur sieht. Ich muss heute mal ein ernstes Wörtchen mit dem Jungen reden. Süß ist das irgendwie schon. Aber nicht so schlau. Und aus Anstand werde ich kein Wort darüber verlieren, wie er heißt und wo man das Video findet. Aber irgendwie… wenn man die Person dann persönlich kennt, ist das nicht mehr lustig. Auch, weil ich mich frage, was er denn für ein Vollspaten ist…

    • Ist der hilfsbereite Youtuber noch sehr jung? Ich kann ja verstehen, dass man in jungen Jahren so was einfach aus Naivität macht. Vielleicht ist auch der Typ, der auf Facebook zum „Hama(s)“-Boykott aufrief, erst 11 oder so… Manche Menschen müsste man echt vor sich selbst schützen.
      Bei den beiden Amazonierhelden glaube ich allerdings, dass sie in einem Alter sind, wo man das schon als dämlich bezeichnen darf. Der mit der Adresse hatte übrigens auch noch seine Faxnr. mit hingeschrieben. Seufz, kann ich da nur sagen…

      • Er ist älter als ich, aber geht noch zur Schule. Und wenn ich den Schwachsinn in dem Video bemerke, sollte er das eigentlich auch. Andererseits ist das ganze auch irgendwie nett gemeint. Ich kenne ihn ja und weiß ja wie er tickt

        • Ja, stimmt, aber heißt es nicht immer, dass Jungs in der geistigen Entwicklung nicht so schnell wie die Mädchen sind? 😈 Ist nicht von mir, liest man aber immer mal wieder.
          Hauptsache, er erkennt als Erwachsener, dass die Artikel beim Postillon Satire sind. Frag nicht, wie ich gerade drauf komme.

            • Neulich gab’s in einer anderen Satirezeitung die Meldung, dass Werder Bremen in der Saison 2014/15 die Lizenz entzogen wird — mindestens 2 Matz-abber hielten die Meldung für wahr und freuten sich wie verrückt.
              (Matz ab ist ein HSV-Blog, dessen Kommentarbreich von teilweise… seltsamen Gestalten bevölkert wird, und das ist noch lieb ausgedrückt.)
              In der Zeitung standen auch Artikel wie „USA schaffen CIA ab“ und ähnliches… Also sehr vertrauenserweckend. 😉

              • Ich habe ihm erzählt, dass er das mit einem Blog probieren soll und behauptet, dass Blogs ernster genommen werden. Mal sehen, ob er dem Intelligenztest standhält….
                Wobei man wirklich sagen muss, dass er nach allem was ich von ihm weiß, Psychologe werden könnte. Er versucht immer meine Träume zu deuten.
                Träume ich beispielsweise vom Fliegen, sagt er doch glatt, ich hätte Angst vorm Fallen bzw. Scheitern. Wie wär’s damit, dass ich einfach gerne Fliegen könnte? Aber er ist ja der Mister Traumdeuter…

              • Hat er ein Traumdeutungsbuch gelesen?
                Ich träume hin und wieder davon, dass ich aus Versehen ohne Schuhe in die Anstalt gehe. Manchmal, und das ist noch schlimmer, vor allem für die Kollegen, sogar ganz ohne Kleidung. Dort angekommen, merke ich es erst und versuche verzweifelt, mir etwas zum Anziehen bei Kollegen zu leihen, denn natürlich habe ich in den Träumen an den Tagen auch immer Besprechungstermine.
                Das kann er ja mal deuten. 😀
                Ich habe zwar hier mein Traumdeutungshuhn Trudi Träumlich, Motto „Träumen und schäumen tun wir alle“, aber ihre Analyse überzeugt mich nicht so richtig. (Sie glaubt, ich fände es einfach schön, Angst und Schrecken zu verbreiten. Pff.)

              • Bei vielen anderen Dingen kann er echt hilfreich sein. Wenn ich mal wieder hochphilosophisch werde und mich komisch fühle zum Beispiel, denn er meint es wirklich ernst wenn er mit einem redet.
                Es lag eher am Internet, dass er nicht ernst genommen wurde, weil das nicht der richtige Ort für persönliche Gefühle und Sorgen ist.

              • Das stimmt, allzu persönlich im Internet ist so ’ne Sache… Und bei YouTube sowieso, wenn ich mir da manchmal die Kommentare durchlese, gruselt es mich.

  5. Um zu deinem Traum zurückzukommen, es bedeutet, dass du dich in der Anstalt entweder
    a. schutzlos ausgeliefert fühlst und dich nach einem Schutz sehnst, der dir Halt gibt. Deine Nacktheit im Traum ist die Verbildlichung deiner Schutzlosigkeit.
    b. Dass du dich nach mehr Nähe und Puscheligkeit sehnst und dich aber nicht traust

    Da ich dir als Therapeutin keinen Zwang antun darf…

    • Frau Therapeutin, das klingt alles sehr schlüssig. Puscheligkeit ist in der Anstalt kaum vorhanden, obwohl ich ein Monster mit puscheliger Frisur auf meinem Schreibtisch stehen habe…
      Eine weitere Theorie könnte auch sein, dass ich einfach meine Ruhe haben möchte — und würde ich nackt in der Anstalt auftauchen, hätte ich die auch, zumindest, was persönliche Kontakte beträfe. 🙂
      Du darfst mir keinen Zwang antun, und ich darf meinen Patienten in der Anstalt auch keinen Zwang antun, obwohl ich sooooo gern würde… *muahahaha*

  6. Besonders super sind ja auch die, die Zubehör für irgendeines ihrer Gadgets bestellen, das von vornerein überhaupt nicht für das spezielle Gadget vorgesehen ist und die sich dann beschweren und schlecht bewerten, weil das Teil nicht passt. Ansonsten wäre es ja aber super.
    Gerade wieder bei der Suche nach Kamerataschen mehrfach erlebt, dass Leute zu doof waren, die richtige für ihre Kamera zu bestellen und dann 1 oder 2 Sterne Bewertungen abgeben.

    Denen sollte man auch mal ’ne Brieftaube mit ’spezieller‘ Kompetenz schicken.

Ehrerbietungen hier rein, bitte ;-)

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