Das Monster forscht

Von Zeit zu Zeit, wenn auch eher selten, beschäftige ich mich mit Forschung, quasi als Entspannung. Ich nenne diese Aktionen „Monster forscht“, denn man kann die Jugend auch nicht alles alleine erledigen lassen (ganz die fürsorgliche Weltherrscherin, woll?!) Natürlich lässt mir die Welteroberung nicht allzu viel Zeit für Forschungsaktivitäten, doch neulich erreichte mich eine Anfrage, die ich unmöglich ausschlagen konnte. Natürlich hole ich nun erst mal weit aus und schildere Euch in aller Ausführlichkeit die Vorgeschichte. Meine beiden Schwafelmonster haben mir nämlich Nachhilfeunterricht gegeben, yeah!

Alles fing mit dieser Statusmeldung von Isabella auf Facebook an:

Selbst als Hesse muss ich hier überlegen, ob ich es probieren würde … aber ich kenne da eine Caipi-Spezialistin, vielleicht kann ich sie ja zu einem monstermäßigen Test überreden 🙂

Worum es ging? Um diesen Artikel.

Äppelwoi-Caipirinha. Caipi wird allgemein als meine Kernkompetenz angesehen, scheint mir, denn Silke kommentierte:

Ich glaube Du bist gefragt! 🙂

Natürlich meinte sie mich damit. Und Heidi, ihres Zeichens Managerin der berühmten Isi, untermauerte:

Bingo Katrin!!!

Also konnte es nur eins geben: Herausforderung angenommen! Das Ganze begann am 16. Juni, ist also schon ein bisschen her. Meine nächste Aufgabe war es, Apfelwein in Norddeutschland aufzutreiben. Zwei Getränkeabteilungen durchstöberte ich erfolglos. Danach schlug mein spezielles Fellmonstertempo zu, unterstützt durch das heiße Sommerwetter, und ich fiel in eine Phase der Inaktivität. Ich setzte große Hoffnungen auf eine Weinhandlung in Bergedorf, und ganz zur Not hätte ich auch noch eine Kneipe aufsuchen können, von der ich weiß, dass es dort Äppelwoi gibt. Aber wie gesagt, die Wärme lähmte mein Engagement.

Einige Zeit später in Katjas Fotoblog sichtete ich ein Getränk mit Limetten. Ich erkannte es nicht auf Anhieb als Äppelwoi-Caipi. Aber es war was mit Limetten, also kommentierte ich:

Sieht lecker aus!

Katja antwortete:

Ich traue mich kaum, es dir gegenüber zuzugeben: es ist die hessische Variante der Caipi, mit Apfelwein statt Cachaca. …

Natürlich traute sie sich doch, denn sie ist ja nicht umsonst Mitglied des Elite-Teams. Bei mir setzten die Stichworte „Caipi“ und „Apfelwein“ eine Art schlechtes Gewissen in Gang, und ich nahm mir vor, nun mal das Forschungsprojekt in Angriff zu nehmen, wie ich Katja auch in den Kommentaren schilderte. Sie meinte:

Ich vermute mal, in Weinhandlungen gibt’s den nicht. Aber im Zweifel bekommst du ein Carepaket. 😀

Übrigens hatte auch Isabella mir angeboten, im Falle eines Falles (kein Äppelwoi) ein Carepaket zu schicken…

Noch glaubte ich aber an die Kraft der Weinhandlung in der Weltmetropole Bergedorf. In den nächsten Tagen sollte ihr ein Besuch abgestattet werden, das war mein fester Wille!

Die Tage war es aber so heiß und ich konnte mich nach der Anstalt dann doch nicht aufraffen… Nur zwei oder drei Tage später fand ich in der WEZ einen riesigen, sehr schweren Karton vor. Ich stutzte. Hatten die Monster wieder was bestellt? Weit gefehlt! Elite-Team-Kämpferin Katja hatte zugeschlagen!

Unterstützung der Caipiforschung — das kann gar nicht hoch genug angerechnet werden. Wer nun aber denkt, okay, sie wird wohl ein Fläschchen Äppelwoi geschickt haben, was für ein Experiment ja erst mal reichen würde, der irrt:

Es waren gleich sechs Flaschen!!!

P1080604

Der reinste Äppelwahnsinn! Außerdem gab sie mir weitere wichtige Hinweise, nämlich das Rezept für den „Hessen-Caipi“, welches von dem oben verlinkten leicht abweicht (1 Limette statt nur einer halben, was mir entgegenkommt, denn der Geschmack der heiligen Frucht soll natürlich zur Geltung kommen). Des Weiteren solle man dazu „ei gude wie“ stammeln. Das ist bestimmt eine Beschwörungsformel, die uns auf dem Weg zur Weltherrschaft weiterhilft. (Übrigens war ich kurz auf der Possmann-Website und las dort etwas von Theateraufführungen mit Äbbel-Ännchen. Äbbel-Ännchen, wie epochal ist das denn bitte schön? Da muss ich bei Gelegenheit weiter nachforschen. Äbbel-Ännchen, ganz großartig!)

Passendes Liedgut bekam ich auch empfohlen, nämlich:

Kenne ich als Kind der 80er natürlich. 🙂 Ich stellte also meine Playlist wie folgt ein:

RM

Nun begann ich die Forschungsarbeiten, ganz vorsichtig erst mal mit einem kleinen Cocktailglas. Apfelwein als solches soll ja aus einem „Gerippten“ getrunken werden, aber so etwas befindet sich nicht in meinem Besitz, und für das Limettenstampfen ist ein stabiles Cocktailglas eh geeigneter.

Ich achtelte eine heilige Frucht, presste dieser mit meinem XXL-Stößel den Saft aus den Innereien, kippte einen knappen Esslöffel Rohrzucker drüber, füllte das Glas mit Crushed Ice und zu guter Letzt natürlich ordentlich Apfelwein dazu. Ich habe es ja. 🙂

P1080610

Immer das gleiche: Liegt Limettenduft in der Luft, kommt von irgendwoher ein Monster angeschlufft.

Dann kam der entscheidende Moment: Die Geschmacksuntersuchung!

Und ich sage Euch: Es schmeckt lecker! Äppelwoi ist ja schon per se ein recht feines Gesöff, aber in Kombination mit der heiligen Frucht — sehr empfehlenswert!

Die Caipifrau in mir möchte anmerken, dass es streng genommen kein Caipi ist, denn es ist kein Cachaca enthalten, aber wir wollen mal nicht so sein, denn eine Alternativbezeichnung wie zum Beispiel

Caipiähnlichäppelwoirinha

wird sich wohl eher nicht durchsetzen. Ich könnte natürlich per Gesetz nachhelfen, aber es gibt so viele andere, dringendere, Aufgaben, insofern empfehle ich einfach allen, dieses Experiment gern auch mal durchzuführen, ohne Rücksicht auf den Namen.

Am Rande sei noch bemerkt, dass diese kleinen Cocktailgläser echt Mist sind. Kaum getrunken, schon alle. Mein nächster Äppelwoilähnlichcaipi wird mit zwei Limetten in einem XXL-Glas zubereitet! Genug Stöffsche habe ich ja! Natürlich werde ich dem richtigen Caipi nicht untreu, denn diese Aussage aus dem oben verlinkten Rezept

…für alle, denen der original Caipi zu stark ist

gilt für mich natürlich nicht!

Wisst Ihr, was mir vor ein paar Tagen in den Sinn gekommen ist? Dass ich mal wieder meinen berüchtigten Monsterpuschel-Award verleihen könnte. Im Gegensatz zu den meisten anderen Blogawards sind keine Bedingungen an das Teil geknüpft. Weder müssen neugierige Fragen beantwortet noch der Award an 87 Millionen Blogger weitergegeben werden. Letzteres ist sogar eher schwierig, da es sich hier um einen personalisierten Award handelt.

Puschel_Award_Katja

Ich weiß, dass Isabella Awards doof findet. Ich gebe ihr trotzdem einen, er kann ja hier verweilen und muss nicht mitgenommen werden. Ich kann aber meine Inspirationsquelle nicht ungenannt lassen.

Puschel_Award_Isabella

Damit möchte ich 1000 Dank für die Inspiration und die vielen Flaschen mit leckerem „Gesöff“ sagen!!!

Hier habe ich noch ein paar Nahaufnahmen, denn ich mag Nahaufnahmen von Limetten im Glas. Habe mir daraus natürlich gleich Header gebaut, die von Zeit zu Zeit hier auftauchen werden.

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39 Kommentare zu “Das Monster forscht

  1. Dodezu soach isch nur äns: Dass isch do als Unnäfroange noch nit selwä druff kumme bin, is e Schoand! Denn en Äbbelwoi geht immä noi! Un mit Limädde is des beschtimmt subbä!!! 😀

  2. Auf die Weltherrschaft, Limetten und Apfelwein-Caipi-Dingsda! =P
    Die Urkunden sind wohlverdient, Ich denke, Isi wird in diesem sepziellen Fall eine Ausnahme machen und diesen Award LIEEEBBENNN! =P

    • Prost!
      Die Urkunde ist allerdings nicht für Isi und auch nicht Die Isi, sondern für Isabella, ihres Zeichens Hüterin der Überraschungspakete Damon und Cara. Aber Isi und Die Isi haben auch einen Award verdient, wobei Isi Awards auch nicht mag, wie Die Isi dazu steht, weiß ich nicht, ist aber auch egal, ich werde bei nächster Gelegenheit zuschlagen. *muahahahaha*

  3. Ein tolles Experiment, Caipi aus Äppelwoi. Wenn du Nachschub suchst, wir wohnen fast an der Grenze zu Hessen, wir helfen dir also gerne aus 🙂 Aber ich denke, erst mal bist du gut versorgt. Und ICH, als gebürtiger Hesse, begrüße derartige Experimente natürlich zu gerne. Frauchen lässt fragen, ob du auch mal ein Experiment mit der echten Thüringer Bratwurst machen willst 🙂

    Wuff-Wuff dein Chris

    • Schmeckt wirklich gut, ich kann es nur empfehlen. Wer limettige Cocktails mag, sollte der Kombination auch was abgewinnen können. Gerade bei der Wärme schön erfrischend. Danke für das liebe Angebot in Sachen Nachschub, aber ich glaube, mit den Flaschen komme ich einige Zeit aus. 🙂 Es sei denn, die Monster kommen auch auf den Geschmack, dann habe ich ein Problem… Dagegen ist eine Heuschreckenplage nix…
      Thüringer Bratwurst ist auch lecker. Ich esse zwar nicht allzu oft Wurst, aber manchmal, wenn ich auf einem Stadtfest oder so was in der Art bin, halt da, wo es Bratwurststände gibt, und einem der Bratenduft in die Nase zieht, kommt der Hunger. Ihr habt es natürlich gut, Ihr sitzt ja quasi an der Quelle. 🙂
      Wurstexperimente sind glaube ich auch wichtig für die Menschheit, ich werde das im Hinterkopf behalten, auch wenn als meine Kernkompetenz „Getränke mit Limetten“ angesehen wird, Nahrungsmittelzubereitung eher weniger. 🙂

        • Ach, die Zubereitung ist ganz einfach. Du brauchst nur die besten Bratwürste der Stadt von Fleischer Oppel, einen Holzkohlegrill (das ist wichtig, auch wenn ganz viele plötzlich anderer Meinung sind, aber vom Elektro- oder Gasgrill ist es keine Thüringer Bratwurst mehr) und einen Grillmeister. Dann kann da nix mehr schief gehen, sagt das Frauchen. Also, falls du das Experiment starten willst, wir schicken dir auch Würstchen 🙂

          Wuff-Wuff dein Chris

          • Das hört sich alles so lecker an, allerdings scheitert es bei mir am fehlenden Holzkohlegrill. Ich habe tatsächlich nur einen Elektrogrill, obwohl ich Grillen mit Holzkohlegrill auch toll finde. Vielleicht sollte ich mir doch mal einen für „Forschungszwecke“ anschaffen, aber momentan geht es nicht, da ich mir einen konsequenten Sparkurs verordnen musste. Und mein Sparmonster passt auf wie ein Luchs…
            Aber auf jeden Fall Danke für das liebe Angebot! Ich komme darauf zurück, wenn ich mein „Labor“ entsprechend aufgerüstet habe. 🙂 Die Wissenschaft und Forschung soll leben!
            Wir schicken viele Knuddelgrüße

            • Sag deinem Sparmonster einen schönen Gruß, aber so ein einfacher, kleiner Holzkohlegrill reicht völlig aus. 😉 Den gibt es schon für 10 oder 20 Euro. Wünsche ihn dir am besten zu Weihnachten, da sollte dann im nächsten Sommer dem Thüringer Rostbratwurst und Rostbrätl-Grillen zum Zwecke der Forschung nix mehr im Wege stehen. 🙂 Ich freue mich schon auf deine Testergebnisse 🙂

              Wuff-Wuff dein Chris

              • Das ist ja wirklich ein günstiger Preis. Momentan versuche ich aber, den Sparkurs sehr konsequent einzuhalten, und hier mal 10 Euro, da mal 20 Euro, das läppert sich auch. Ich habe mir sogar untersagt, Bücher zu kaufen. Aber so ein Sparkurs dauert nicht ewig, ich werde das mit dem Grill im Hinterkopf behalten oder auf meine To-Do-List setzen. 🙂
                Liebe Grüße
                Deine Monstermeute

  4. Was für eine aufopferungsvolle, besondere Art der Forschung, pruuuuust.
    Du gehst ja echt ins Detail.
    Dazu noch der echte Äppelwoi aus Hessen. Da konnte ja nix mehr schief gehen.
    Nicht zu vergessen die Limetten, egal in welcher Quantität du sie einsetzt.
    Hat echt Spaß gemacht, dich bei der Forschung zu begleiten.
    Bärbel

  5. Ich bin begeistert, Du hast es wirklich getan – und Du hast es überlebt. Ist es nicht sehr gefährlich solche Tests an der zukünftigen Weltherrscherin direkt durchzuführen?! Da wäre doch ein Vortester sinnvoll … für den Fall, dass solche Getränke gefährlich sind und völlig unerwartete Nebenwirkungen haben (ich sage nur Stöffche-Abhängigkeit, anschauen aller alter Folgen vom „Blauen Bock“ und langsame Sprachverschleifung ins hessische Gebabbel).
    Deswegen bin ich ganz gerührt … ein puscheliger Award für mich – trotz der großen Gefahren in die ich die zukünftige Weltherrscherin gebracht habe!

    Liebe Grüße,
    Isabella mit den Ü-Paketen die Bussis für Raspu hier lassen

    • Wg. der Gefahr hast Du natürlich prinzipiell recht. Aber hier wusste ich ja, dass die Getränkebeschaffung von Katja durchgeführt wurde, und dann noch die Kombination mit der heiligen Frucht — diese eliminiert alle Gefahren, vor allem die vom „Blauen Bock“ (Kindheitstrauma, die Sendung mochte ich ja gar nicht) ausgehenden Nostalgiestrahlen. Besser als jeder Aluhut.
      Als Vortester habe ich normalerweise ja den Berlusconi hier. Es soll Leute geben, die bedauern, dass noch keiner versucht hat, mich zu vergiften. 😈 Aber an diesen Mann darf kein Tropfen des köstlichen Getränks verschwendet werden. Man darf ihm aber einen Bembel über den Kopp ziehen.
      Liebe Grüße und viele Knuddels für die Ü-Pakete. Raspu schickt liebe Stupser

  6. Pingback: Coole Blogbeiträge Woche 32/14 › Sabienes TraumBilder

  7. Bingo, liebes Fellmonsterchen,
    ich mag keine Awards, ABER einen Monsterpuschel Award zu bekommen, DAS wäre auch mir eine Ehre!!!!
    Liebes wuffi Isi, die schnell noch Bussis für Raspu schickt,
    denn erst ca am Freitag haben wir wieder „richtiges“ Internet

  8. Awwwwwww! Ein Monsterpuschelaward, nur für mich! Danke, liebe Katrin! ❤ ❤ ❤

    Ich freue mich, dass du die – öhm wie wär's mit Äppelwoipirinha? das geht locker flockig über die Lippen und so nennen wir die hier auch meistens – magst!
    Ich bin irgendwann zufällig über das Rezept gestolpert und obwohl ich eigentlich kein so großer Freund vom Stöffsche bin, musste ich das dringend probieren und siehe da: herrlich erfrischend und subba, wie die Hessin in mir gerade ruft!
    Bei uns eindeutig das Getränk des Sommers 2014. Ich hab in den letzten Monaten wahrscheinlich mehr Apfelwein getrunken als im bisherigen Leben zusammen. 😀

Ehrerbietungen hier rein, bitte ;-)

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