Leseeindruck: “Das Gedächtnis des Lichts” von Robert Jordan (und Brandon Sanderson)

Leute, ist Euch klar, dass einige bei Daggis Challenge schon –zig Bücher eingereicht haben? Wie schaffen die das??? Das müssen wahre Meister des Zeitmanagements sein. Aber egal. Unser Buch heute ist dieses hier:

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Worum geht es?

Wir schweigen bitte einen Augenblick ergriffen, denn das hier ist der letzte Band der epochalen Reihe “Das Rad der Zeit”. 37 Bände umfasst das Monumentalwerk von Robert Jordan im Deutschen, wobei hier die Eigenart deutscher Verlage zugeschlagen hat, aus einem Originalband mehrere kleinere zu machen. Im englischen Original handelt es sich um “nur” 17 Bände. Wenn man bedenkt, dass aber auch die deutschen geteilten Bände einen Umfang von jeweils ca. 600 bis 700 Seiten haben, bekommt man einen Eindruck vom gewaltigen Umfang.

Diese Bücher haben mich lange durch mein Leben begleitet. Jahrelang war es Tradition, dass ich im jährlichen Dänemarkurlaub mindestens einen Band gelesen habe. Dann erkrankte der Autor Robert Jordan unheilbar, doch zum Glück gab er vor seinem Tod Details an seine Familie weiter und Brandon Sanderson übernahm das Schreiben der letzten Bände, was ihm glücklicherweise sehr gut gelang. Ich habe das Lesen des letzten Bandes lange herausgezögert, weil ich wusste, dass danach ein großes Kapitel meiner Lesebiographie abgeschlossen sein würde.

Und worum geht es denn nun? Das verrate ich Euch nach meinem Monstergeschwafel natürlich gerne. Es ist ein Fantasy-Epos, und wie so häufig geht es Gut gegen Böse, und doch sind bei Robert Jordan genug Zwischentöne vorhanden, manchmal ist das Gute nur scheinbar gut und das Böse vielschichtig.

Das “Setting” ist, das kennen wir aus vielen Fantasyromanen, im Mittelalter angesiedelt, es gibt Schenken, Barden, die Waffen sind auch noch weit weg von Atombomben… Aber die Reihe ist viel mehr als Schwert gegen Schwert. Einige Frauen und Männer verfügen über besondere Kräfte, die sogenannten Aes Sedai. Die Frauen sind in der Weißen Burg organisiert und verfügen über großen Einfluss, kaum ein Monarch oder eine Monarchin, der/die ohne eine Aes-Sedai-Ratgeberin auskommt. Die Männer haben Pech, ihre Fähigkeit ist mit einem Makel behaftet… 

Wie hat es mir gefallen?

Großartig, und dieses Urteil gilt der gesamten Reihe. Robert Jordan versteht es, uns an der Entwicklung seiner Protagonisten hautnah teilhaben zu lassen. Von unbedarften Dorfbewohnern zu Kämpfern gegen den Dunklen König. Und endlich mal eine Fantasyreihe mit starken Frauencharakteren, sowohl auf der guten als auch auf der bösen Seite.

Ein kleiner Kritikpunkt: Zwischenzeitlich hatte es den Eindruck, als hatte sich der Autor mit seinen vielen Charakteren etwas verzettelt. Oder ging es nur mir so, wenn die 83. Aes Sedai an ihrer Stola zupfte? Aber im Angesicht der Großartigkeit dieses Epos’ ist diese Anmerkung nur ein kleines Körnchen Rohrzucker im XXL-Caipi.

Der letzte Band als solches ist kriegerisch, klar, es geht immerhin um die Letzte Schlacht. Für sich gesehen wäre es mir etwas zu viel Schlacht, aber als Abschluss dieser Reihe absolut passend. Und das Duell zwischen Rand und dem Dunklen König dürfte eines der faszinierendsten Kämpfe in der Gechichte der Fantasyliteratur sein.

Ich vergebe 5 von 5 XXL-Caipigläsern, was übersetzt heißt: “Extrem epochales Buch!” Hier stellvertretend für das Gesamtwerk. 5 Caipigläser vergebe ich nicht allzu oft.

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Lieblingscharaktere

Nynaeve und Mat. Wobei Nynaeve eine Zeitlang etwas nervig-anstrengend war, aber ich mag ihre kratzbürstige Art und dass sie hin und wieder übers Ziel hinausgeschossen ist – keine klassische Heldin, aber vor allem kein anschmiegsam-bedürftiges Weibchen. Und Mat? Der ist einfach cool. Smile Will eigentlich nur in Ruhe im Wirtshaus bei einem Würfelspiel sitzen und mit den Mägden schäkern, ist aber trotzdem immer zur Stelle, wenn man ihn braucht. Quasi ein heldenhafter Antiheld oder ein antiheldenhafter Held? Irgendwie so, jedenfalls fast immer mit einem flapsigen Spruch auf den Lippen.

Zitat

Endlich hatte er begriffen, dass der Dunkle König nicht der Feind war. Er war es nie gewesen.

Das Cover

Fantasymäßig halt. Passt gut, meinem orangenen Kraken gefällt es offensichtlich auch.

Zahlen, Daten, Fakten

Das Taschenbuch ist im PIPER-Verlag erschienen und umfasst spannende 701 Seiten.

Erfüllte Aufgabe

Nr. 57: Ein Buch aus einer Reihe.

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16 Kommentare zu “Leseeindruck: “Das Gedächtnis des Lichts” von Robert Jordan (und Brandon Sanderson)

  1. … „kaum ein Monarch oder eine Monarchin, der/die ohne eine Aes-Sedai-Ratgeberin auskommt. Die Männer haben Pech, ihre Fähigkeit ist mit einem Makel behaftet … “
    — ich glaube das wäre was für mich 😀

  2. Liebes Felli,
    da ich ja nicht wirklich Bücher lese,
    finde ich natürlich die ORANGE Krake total super!
    Liebes Wuffi Isi,
    die für Socksi & Nell Schlabberbussis schickt.

    • Das orange Teil ist total super, habe ich ja auch von einem ganz lieben Menschen geschenkt bekommen. ❤
      Bei der Reihe würde ich übrigens nicht vorschlagen, dass Du Dir die vorlesen lassen solltest — das wäre Schwerstarbeit für Deine Managerin. 🙂
      LG und von den beiden Lütten viele Küsschen mit Schlabber dran

Ehrerbietungen hier rein, bitte ;-)

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