Hund sein …

… im Hier und Jetzt leben, das gute Wetter genießen, den Augenblick zelebrieren, ich wünschte, ich wäre ein Hund. Ab und zu mal zoffen und sich eine Minute später wieder ein Schlabberküsschen auf die Schnauze geben. Kein Hass, kein Nachtragen, statt dessen viel Miteinander und Zuneigung. Ach, Menschheit, nimm Dir doch ein Beispiel an Nelly und Socks.

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Mit traurigen Gedanken an die Opfer von Terrorakten, Amokäufen und Kriegen.

  • Paris
  • Nizza
  • Kabul
  • Israel
  • Palästina
  • Würzburg
  • Bagdad
  • Istanbul
  • München
  • Manbidsch
  • und zu vielen anderen Orten

Nur noch zwei, drei unsortierte Gedanken.

Es verdichten sich die Hinweise, dass es sich bei dem Mörder in München um einen Amokäufer handelt. Was ich aber gestern, als man noch kaum etwas wusste, wieder in den sog. sozialen Netzwerken lesen musste, war erschreckend.

Glauben wir denn wirklich, dass

  • geschlossene Grenzen
  • Verurteilung einer ganzen Glaubensgemeinschaft
  • Hass, Hass, Hass

uns irgendeiner Lösung näherbringen werden?

Langfristig sollte es erfolgversprechender sein, eine Gesellschaft zu schaffen, in der

  • Mitmenschlichkeit
  • Hilfsbereitschaft (nicht nur Deutschen gegenüber)
  • Rücksicht
  • soziale Gerechtigkeit
  • Toleranz
  • Chancen für alle
  • Bildung, Bildung, Bildung, auch und gerade in Sachen Geschichte, Ursachen von Konflikten, Analyse von Zusammenhängen

die tragenden Werte sind, um den Hass zu reduzieren. (Ganz werden wir ihn nie beseitigen können, da braucht man sich nichts vorzumachen.)

Ich bin nicht blauäugig. Wir kommen nicht daran vorbei, Terrororganisationen auszuspionieren, um zumindest einige Anschläge zu verhindern (wie weit das gehen darf, ohne Grundrechte und notwendigen Datenschutz zu verletzen, ist ein weites Feld, um das es hier nicht gehen soll), auch habe ich kein Problem damit, dass Flüchtlinge registriert werden, wobei ich letzteres nicht für ein wirksames Mittel gegen Terroranschläge halte.

Grenzen schließen? Gar keine politisch Verfolgten mehr aufnehmen, keine Kriegsopfer? Nicht das, was ich mir wünsche, ich möchte eine Gesellschaft, in der Humanität eine wichtige Rolle spielt. Es ist tragisch, dass sich nicht alle EU-Länder einig waren. Hätte jeder EU-Staat eine Anzahl Flüchtlinge aufgenommen und für menschenwürdige Umstände gesorgt, wäre einiges besser gelaufen. Hier hat die EU als Gesamtgebilde definitiv versagt. Ich bin ein Anhänger des Prinzips EU als Solidaritätsgemeinschaft und bestimmter Werte. Wenn es nur noch darum gehen soll, Konzernmolochs freie Grenzen und Profitmaximierung zu ermöglichen, bräuchten wir sie in der Tat nicht mehr… Der Verlust wäre größer, als manch einer heute denkt.

Zum Schluss: Es ist ja jedes Mal wieder das gleiche, Menschen machen sich Gedanken, was jemanden so weit bringen kann, ihm völlig unbekannte Personen umzubringen. Sofort kommen andere Menschen mit dem Argument: „Um den Täter machen sich nun wieder alle Gedanken, während die Opfer nicht interessieren.“

Falsch. Es geht darum, die Lebensumstände des Täters zu analysieren, um vielleicht solche Taten und somit großes Leid zukünftig zu verhindern bzw. zu reduzieren. Das wird nie zu 100 % erfolgreich sein, aber es könnte, um mal Amokäufe als Beispiel zu nennen, helfen, in der Schule einige Gefährdete rechtzeitig zu erkennen und ihnen zu helfen, bevor es zum Äußersten kommt. Was fanatisch-radikalisierte Täter betrifft, dürfte das ungleich schwieriger werden, aber auch hier sind gewisse Ursachen bekannt. Wir dürfen davon ausgehen, dass mit jedem westlichen Bombenangriff, dem Zivilisten zum Opfer fallen, neue künftige Attentäter geschaffen werden.

Auge um Auge, Zahn um Zahn wird uns nicht weiterhelfen, so sehr der Wunsch nach schnellen, einfachen Lösungen in Anbetracht dieses sinnlosen Sterbens verständlich ist. Es wird nicht funktionieren. Gewalt zeugt Gewalt, Hass zeugt Hass.

Wer mich jetzt als Gutmensch beschimpfen will, soll sich die Zeit sparen und seine Tastatur auf ein Pokémon werfen. Ist sinnvoller. Mit Leuten, die solche „Argumente“ bringen, diskutiere ich grundsätzlich nicht mehr.

Und heute Abend wird es noch einen der üblichen bekloppten Artikel geben, Nelly wird sich mal wieder zu Wort melden.

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27 Kommentare zu “Hund sein …

    • Danke schön.
      Ja, eine ganze Gruppe, sei es eine Glaubensgemeinschaft, eine bestimmte „Rasse“ oder Pokémon-Go-Spieler 😉 , zu verurteilen, ist immer der falsche Weg. Es ist ein kompliziertes Thema, und nicht alle werden integrierbar sein, aber deswegen die Hilfe komplett zu verweigern, weil die Kultur ja so komplett anders sei und gar nicht in unser Land passen würde, steht einer Gesellschaft, die Weltoffenheit und Toleranz anstrebt, nicht gut zu Gesicht… Ich kenne Muslime, die die Frauen mehr achten als so mancher deutsche Macho. Klar, die „ey Alte, halt’s Maul“-Fraktion ist mir auch nicht fremd…
      Plus, in diesem Fall, die Vorverurteilung bereits nach kurzer Zeit, ohne auch nur ansatzweise Genaueres zu wissen. Und so was kommt nun mal überwiegend aus der Pegida/AfD-Ecke. Ein hässlicher schlecht schmeckender Cocktail, der da in der rechten Ecke steht.

      Ich wünsche Dir ein schönes Restwochenende. Gut, dass wir unseren Fluchtpunkt, den Garten, haben, oder? 🙂

  1. Leider ein heikles Thema mit unzähligen Facetten.
    Ich glaube, dass Nahrung, Bildung, Beschäftigung und Integration die Kernlösungsansätze sein könnten. Allerdings hilft das alles nur bevor jemand radikalisiert ist.
    Ich danke für Deinen interessanten und ausführlichen Artikel!

    Liebe Grüße

    Patrick

    • Ja, definitiv. Der Artikel hätte viel länger sein müssen, um die ganzen Aspekte mit unterzubringen. Ich habe mich auf ein paar Schlagworte begrenzt, weil ich momentan etwas zu erschöpft und müde für diese Themen bin, aber ich wollte zumindest etwas dazu schreiben, um zu zeigen, dass die plumpen „Lösungen“ von Pegida & Co. meiner Ansicht nach nicht helfen, sondern im Gegenteil gefährlich und unmenschlich sind.

      Wenn jemand erst mal radikalisiert ist, ist es fast immer zu spät, das sehe ich auch so. 😦

      Liebe Grüße und ein schönes Restwochenende trotz all dieser grässlichen Nachrichten

  2. Schön gesagt, aber ich denke Bildung ist an dieser Stelle nicht das Problem. Grundsätzlich ja, aber nicht hier. Der 2. Weltkrieg wird mittlerweile in den Schulen hoch un runter gekaut, aber da gibt es Volksverhetzer bei den Medien und in der Politik und die können legal und vom Job gedeckt ihre Lügen verbreiten. Ein de Maiziere hetzt gegen Flüchtlinge, und dann macht er in München einen auf betroffen. Angst haben die Menschen dort wo Hetze Alltag ist. Wo man ihnen ständig von den bösen Anderen erzählt. Viele Menschen in D glauben Deutschland wäre ein friedliches Land, aber in Europa gibt es kein Land das mehr Waffen produziert und exportiert als Deutschland. In der Weltrankliste sind wir auf Platz 3. Wer das friedlich nennt, hat Frieden nicht verstanden. Wir tragen Krieg in die Welt, wir überziehen andere Länder damit, wie foltern und morden und alles mit dem Staat im Rücken. Erwarten wir wirklich das alle Menschen das schlucken und niemand sich wehrt?

    • Bildung ist nicht DAS EINE Problem, aber ein Mosaikstein von mehreren.
      Ja, bei de Maiziere ist fehlende Bildung bestimmt nicht die Ursache, das ist kalte Berechnung, am Horizont winken die Wählerstimmen… Ein Nachteil der Demokratie ist das kurzfristige Denken vieler Politiker von Wahl zu Wahl (und doch hat sich die Demokratie bisher trotz allem als die am wenigsten fehlerbehaftete Form erwiesen).

      Ich verstehe unter Bildung auch das Denken in Zusammenhängen. Du hast ja die Waffenexporte als Beispiel genannt, genau solche Punkte sind es. In der Schule war es zumindest zu meiner Zeit oft so, dass einem zwar unheimlich viele Fakten in den Kopf gestopft wurden, auch zum Dritten Reich, aber das Ziehen von Parallelen zur heutigen Situationen, Ähnlichkeiten, Unterschiede, das war nicht so gefragt. Ich bin nun auch 30 Jahre raus aus der Schulmühle und hoffe, dass in der Hinsicht einiges besser geworden ist, wenn ich mich aber mit Leuten, die näher dran sind, unterhalte, scheint das nicht immer der Fall zu sein. So, wie es teilweise unterrichtet wird, ist die Denke „ach der Nationalsozialismus ist ewig her, was interessiert mich das heute noch“ nicht so unüblich. Mir hat früher in der Schule oft die Vermittlung des Sinns gefehlt. Warum musste ich in Mathe Gleichungen mit Unbekannten lernen, wozu ist das gut? Bei Politik hatte ich nicht das Problem, weil ich schon damals sowieso politisch interessiert war — damit stand ich in der Klasse allerdings beinahe allein da. Bei vielen anderen waren irgendwann einfach Ermüdungserscheinungen zu beobachten.

      Auch wäre das Erkennen der Ursachen für die ganze Situation im Nahen und Mittleren Osten sehr wichtig. Zu warm, jetzt viel darüber zu schreiben, aber ich denke, Du weißt, was ich meine. Ich bin mir sicher, dass es viele gibt, die gar nicht wissen, was die CIA so alles getrieben hat… Ich selbst bin da auch nicht sehr tief im Thema, habe mir aber schon ein, zwei Bücher notiert, die ich dazu lesen werde, allerdings nicht bei diesen Temperaturen. Das bewahre ich mir für den Herbst auf, momentan packt mein Hirn nur Sommerlektüre…

      Trotzdem wird es natürlich immer Menschen geben, die es trotzdem nicht verstehen oder aus Denkfaulheit nicht verstehen wollen oder einfach eine Gruppe als Ziel für ihre Wut brauchen… Und, nicht zu vernachlässigen, Mittelschicht, die einfach Angst um ihren Wohlstand hat und der ein oder andere es als am wichtigsten erachtet, dass er mit seinem geliebten Auto nicht ins Schlagloch fährt und doch bitte für Straßensanierung das Geld investiert werden sollte und nicht in Flüchtlinge…

      Ich bin selbst Mittelschicht und ich möchte meinen Lebensstandard auch gern behalten, mein Häuschen mit Garten für die beiden Anarchohündchen… Aber dass die Mittelschicht immer mehr schrumpft und gleichzeitig einen großen Teil der Finanzierung (Steuerpolitik, anderes Thema…) schultert, liegt aber eher daran, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird, das hat mit den Flüchtlingen nichts zu tun, das war schon vorher so, aber unsolidarische Reiche scheinen sich als Zielscheibe nicht so gut zu eignen, mit Menschen, die sowieso etwas fremd wirken, scheint das besser zu gehen. (btw: Ich respektiere jeden, der aus eigener Leistung ein Vermögen gemacht hat, aber wer viel hat, kann auch etwas mehr geben, und außerdem gibt es genug Reiche, die nur geerbt haben oder das Geld stammt aus dubiosen Finanztransaktionen, da wird mein Respekt dann deutlich weniger, aber ich schweife schon wieder extrem ab.) Im Übrigen: Ich wäre bereit, jährlich 100 Euro mehr zu zahlen, wenn ich wüsste, dass es den Menschen zugutekommt, die durch Schicksalsschläge auf der dunklen Seite des Lebens stehen, seien es deutsche Obdachlose, für die sich ja in den letzten 2 Jahren mehr denn je interessiert wurde, leider nur aus argumentationstaktischen Gründen, Flüchtlingen, schwer kranken Menschen, denen irgendwelche Medikamente nicht gezahlt werden, etc. pp… Mal davon ab, dass es genügend Steuerverschwendung gibt, wo sich auch noch der ein oder andere Euro heben ließe.

      Wo war ich? Irgendwas wollte ich eben noch schreiben, aber ich glaub, meine drei Hirnzellen haben sich schon auf die Sonnenliege gelegt… Fazit: Trotz aller Präventation wird es sowieso nie gelingen, solche furchtbaren Ereignisse ganz zu verhindern. Dieser Tatsache muss man sich einfach bewusst sein, da helfen doppelt so viele Polizisten und Überwachungen letztendlich auch nichts, das wird man aber von der CDU/CSU so nicht zu hören bekommen. Prävention wird helfen, solche Fälle zu reduzieren, was sich natürlich nicht messen lässt. So wie ich auch überzeugt bin, dass wir hier noch mehr Amokläufe mit höherer Opferzahl hätten, wenn hier die Waffengesetze à la USA gelten würden. Aber das kann ich statistisch natürlich nicht belegen.

      LG und genieß den sonnigen Restsonntag

      • Gut, das wir keine US Waffengesetze haben. Die Leichen würden uns überall begegnen. Um deine auf Sommer gedrillten Hirnzellen nicht all zu sehr zu strapazieren versuch ich es kurz zu machen: alles was du sagst ist richtig. Problem: wenn die Leute alles glauben was ihnen serviert wird hat das nichts mit fehlender Bildung zu tun sondern damit das sie gar nicht daran denken wollen das jemand andere Ziele verfolgt als das Wohl der Menschheit. Wer hinterfragt wird ruhig gestellt, so etwas ist nicht gewollt und das gilt natürlich auch für Lehrer. Schule ist vielfach zu theoretisch und deshalb schalten viele zwischendurch ab, daran hat sich nichts geändert und wenn man einen Lehrer hat der selbst nichts bringt sondern nur wiederkäut, da geht es auch nicht weiter. Bücher lesen und Rezensieren ist eine Möglichkeit, wird aber wenige Beeindrucken. Zusammenhänge aufzeigen ist ein Anfang und vielleicht… Erhol dich in der Sonne. Schönen Sonntag

        • Ja, das sind dann die „Denkfaulen“… Ich denke aber, dass es schon Fortschritte gegeben hat, auch wenn einem diese immer sehr langsam vorkommen. In den 50er Jahren wurde in den Schulen noch geprügelt und nur Frontalunterricht gehalten, letzteres war auch in den 80ern noch so gut wie immer der Fall. Man braucht wohl einen langen Atem für Veränderungen, aber wenn man in immer mehr Köpfen den Samen des kritischen Denkens pflanzen kann, ist schon einiges erreicht. Perfekt ist das alles noch lange nicht. Und wenn man sieht, dass in einigen anderen Ländern die Chancengleichheit viel weiter ist als in Deutschland (Thema Schüler aus ärmeren Verhältnissen), dann ist noch viel zu tun. Auch da ist das Interesse der meisten Politiker leider nicht wirklich groß, Bildungspolitik ist nur immer ein gern genommenes Schlagwort in Wahlkämpfen.

          • Frontalunterricht wird immer noch gelobt und angeblich gibt es für Schüler nichts besseres. An alten Hüten festhalten statt was neues zu machen ist in der Bildung absolut „in“. Klar, Änderungen kosten immer auch Geld und das kann man so schön für unnützes ausgeben. Warum also für sinnvolles?
            Also kümmern wir uns um den Samen des kritischen Denkens. Politiker werden es nicht tun.
            Einen schönen Wochenbeginn!

  3. Sehr guter Beitrag für so traurige Ereignisse – und es geht ständig weiter.
    Wir sind nicht mehr weit davon entfernt, dass solche schlimmen Ereignisse zum normalen Alltag gehören und es die Ausnahme ist, wenn mal nichts passiert. Ein schrecklicher Gedanke. Ich hätte da sehr gerne Unrecht.
    Ich kann da nur unterstreichen:
    Menschheit, nimm Dir doch ein Beispiel an Nelly und Socks..

  4. Was bin ich froh, dass ich ein Hund bin!!!
    Von Heidi soll ich dir ausrichten, dass sie den Beitrag perfekt findet.
    Liebes Wuffi Isi,
    die den beiden WEZ Wölfchen Schlabberbussis schickt.

  5. Hui, so ein schweres Thema als Blogartikel: Hut ab! Deine Gedanken halte ich grundsätzlich für sowas von richtig – leider sind das größte Problem auf diesem Planeten einfach die Menschen, die ihn bevölkern. Aber Bildung UND Empathie würden schon reichen, diese Welt bedeutend friedlicher zu machen.

    • Danke. Mir fällt es recht schwer, solche Artikel zu schreiben. Albern kann ich viel besser. Aber zumindest verwechsele ich nicht Publizist mit Populist, so wie der „gute “ Mario Barth auf seiner Facebookseite (hatte jemand verlinkt, ich bin kein Fan von ihm).

      Ja, zu dem Thema Mensch fällt mir immer dieser Cartoon ein:

      Kursiert im Netz mit leicht unterschiedlichen Texten…

Ehrerbietungen hier rein, bitte ;-)

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