Leseeindruck: „Der Thron der Sieben Königreiche“ von George R. R. Martin

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Zwei Leseeindrücke müsst Ihr heute von mir ertragen, da ich mir ja vier diese Woche vorgenommen habe und erst zwei gebloggt habe. Hier nun Nummer 3.

Worum geht es?

Hier haben wir den in Deutschland dritten Band der Reihe „Das Lied von Eis und Feuer“. Im Original gehört dieser Teil noch zum ersten oder zweiten Teil, keine Ahnung. In Deutschland ist es ja Unsitte geworden, populäre Fantasyreihen zu zerstückeln. Egal, jedenfalls geht es in diesem Buch immer noch um Macht, Intrigen, Einfluss, Mord und Totschlag, Krieg, politische Taktiken — das alles, während ein harter, langer Winter vor der Tür steht. Viele haben Interesse, sich auf den ungemütlichen Eisernen Thron der Sieben Königslande zu setzen. Mir als angehende Weltherrscherin sind solche Wünsche nicht fremd, aber was für ein Aufwand das alles ist! Ich selbst bin ja mehr für eine puschelige Variante der Eroberung.

Das Besondere dieser Reihe sind der relativ düstere Stil und die Charaktere, die sich nicht in ein Gut-oder-Böse-Schema pressen lassen. Sie sind sehr vielschichtig. Der Autor scheint ein guter Menschenkenner zu sein. Auch ist nicht sicher, ob die Hauptpersonen wirklich bis zum Schluss überleben, worauf man sich in traditionellen Fantasyromanen meistens verlassen kann.

Wie hat es mir gefallen?

Ich vergebe 4 XXL-Caipigläser, was „sehr empfehlenswertes Buch“ bedeutet und immerhin zwei Caipis mehr sind, als ich gestern Abend beim Caipi-Abend getrunken habe. Nun fragt sich vielleicht der ein oder andere, warum diese sicher zu Recht hochgelobte Fantasyreihe nicht 5 XXL-Gläser vom ollen Monster bekommt.

Meine Leseeindrücke sind gnadenlos subjektiv, es geht mir hier nicht um eine Rezension, ich kann nämlich keine Rezensionen schreiben. Und es gibt so zwei, drei Sachen, die mich leicht stören.

Das „Setting“ ist wieder sehr ans Mittelalter angelehnt. Das kann man dem Autor nicht vorwerfen, es ist eine persönliche Sache, ich habe schon so viele Fantasybücher durch, dass ich die Schilderungen mittlerweile teilweise ermüdend finde, denn die „spielen“ fast alle in einer Art Mittelalter. Wie gesagt, das ist keine Kritik am Autor! Die Schilderungen etc. sind sehr gekonnt.

Teilweise ist es mir zu gewalttätig. Das ist alles sehr realistisch, aber phasenweise ballt sich die Brutalität so dermaßen, da wünsche ich mir manchmal einen Tick mehr Humor und etwas weniger Tod und Sadismus. Natürlich kann die Handlung nicht ohne auskommen, es sind halt kriegerische Zeiten, und wir wissen alle, dass sich dann das hässlichste Gesicht der Menschen zeigt. Trotzdem: Mal durchschnaufen zu können, wäre nicht verkehrt.

Sehr, sehr viele Personen. Mir machen mehrere Handlungsstränge nichts aus, aber es gibt Schilderungen, wo zum Beispiel bei irgendwelchen Banketten Mitglieder aus -zig Adelshäusern aufgeführt werden und ich mich frage: Muss ich mir die jetzt alle merken, spielen die irgendwann noch eine tragende Rolle? Mein Namensgedächtnis kommt da an seine Grenzen.

Etwas zu wenig Fantasyanteil. Klar, es ist nicht alles wie auf unserer Erde (Sommer und Winter, die sich über mehrere Jahre erstrecken, es gibt die Wildlinge und Untote, und da ist die Geschichte um Daenerys, die ich am spannendsten finde, denn er ist momentan der fantastischste Handlungsstrang. Bei der Reihe „Das Rad der Zeit“ ist der Anteil der Fantasy um einiges höher, was mir sehr gut gefallen hat.

Das sind aber wirklich eher kleine Kritikpunkte, ansonsten finde ich die Romane spannend und werde natürlich weiterlesen. Wie oben schon erwähnt, sind die Menschen vielschichtig, manch einer, der einem zu Anfang unsympatisch war, sammelt im Laufe der Zeit doch den ein oder anderen Pluspunkt, und um einige Personen zittere ich regelrecht mit, denn ohne zu spoilern, dürfte sich rumgesprochen haben, dass der Autor eine bestimmte Strategie verfolgt. In einem Interview verriet er folgendes:

„Wir haben alle Filme gesehen, in denen der Held in der Klemme steckt – er ist von 20 Leuten umzingelt, aber man weiß, dass er davonkommen wird, weil er der Held ist. Man hat eigentlich keine Angst um ihn. Ich will, dass meine Leser und die Zuschauer [der Fernsehserie Game of Thrones] Angst haben, wenn meine Figuren in Gefahr sind. Ich will, dass sie sich davor fürchten umzublättern, weil es die nächste Figur nicht überleben könnte.“

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Lieblingscharakter

Arya, was die Sympathien betrifft. Sehr interessant auch der schlaue, schlitzohrige Tyrion und die bereits erwähnte Daenerys, aus Gründen, die ich hier nicht hinschreibe, weil sie zu viel verraten würden.

Zitat

Je länger er lebte, desto mehr begriff Tyrion eines: Nichts war jemals einfach und nur sehr wenig wahr.

Das Cover

Die Cover bestehen immer aus Wappen, hier haben wir das Wappen des Hauses Graufreud mit den Worten WIR SÄEN NICHT. Mir gefallen die Cover sehr gut.

Zahlen, Daten, Fakten

Taschenbuch: 576 Seiten

Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (21. Juni 2011)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3442268222

ISBN-13: 978-3442268221

Originaltitel: A Clash of Kings (Pages 1-332)

Erfüllte Aufgabe

Nr. 43: ein Buch mit einer Zahl im Titel

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18 Kommentare zu “Leseeindruck: „Der Thron der Sieben Königreiche“ von George R. R. Martin

    • Das ist wirklich nichts für Heidi oder Dich, auch noch aus anderen Gründen, die ich nicht erwähnt habe, mit einem Vorfall hatte ich besonders zu kämpfen und der hätte Euch auch gar nicht gefallen…
      LG und viele Schlabberküsschen von den Wölfchen

  1. FAN FAN FAN FAN FAN FAN

    =) Ich habe gerade eine GoT-Weste hinter mir auf dem Bürosessel, mein Pyjama besteht aus einem GoT-Shirt, „We do net sow“ – House Greyjoy steht auf einem anderen Shirt, zwei Poster im Schlafzimmer, ein GoT-Monopoly, etc. pp. – zusammengefasst: ich LIEBE die Bücher, ich LIEBE die TV-Serie!

    Und JA! Du hast recht, es sind mordsviele Personen und ja, man verliert manchmal den Überblick. Aber ich liebe diese Vielfältigkeit. Und frage nicht, wie die Brutalität in der Serie oft umgesetzt wird. Grausig! *brrr*
    Ich finde es toll, dass die Figuren niemals einschichtig/einseitig bleiben, manche Figuren HASST man am Anfang, liebt sie, hasst sie, liebt sie… jede Figur hat ihre positiven und negativen Seiten.
    Arya ist natürlich eine meiner Lieblingsfiguren, ebenso wie Tyrion oder Jon Snow. Ich mag aber auch Jaime oder den Bluthund.

    *hachz* Ich muss damit aufhören. Aber ich dachte mir, das ist jetzt eine gute Gelegenheit, um mich aus der Versenkung mal zu melden, meine allerliebste, nicht minder wertvolle, zauberhafte Sparversion! *kicher*

    House Stark – „Winter is coming“ ❤

    • Luxusversiiiiion, ich freue mich, dass Du Dich hier mal wieder meldest!!!
      Apropos Fan, ich glaube, das darfst Du mit Fug und Recht von Dir behaupten. Wenn man dann noch bedenkt, wie Deine schnurrige Majestät heißt…😉
      Ich brauche auch Merch-Zeuchs, als allererstes natürlich ein kleines Modell des Eisernen Throns, außerdem Figuren der Schattenwölfe und dann die „Haustiere“ (nicht wirklich passende Bezeichnung, aber ich will ja nix verraten) von Daenerys. Gleich mal recherchieren gehen, was es da so gibt.
      Die Serie möchte ich auch gucken, aber erst mal muss ich noch etwas weiter mit den Büchern kommen. Da ich ständig meine SuBs umschichte, weil andauernd ein „DAS MUSS ICH ALS NÄCHSTES LESEN!!!“-Buch dazwischenkommt, zieht sich das etwas.
      Die Vielschichtigkeit der Personen finde ich auch super, und ich habe auch generell nicht das Problem, dass es recht viele sind, nur hin und wieder die Aufzählungen bei irgendwelchen Banketten oder ähnlichen Veranstaltungen, da frage ich mich immer, ob ich mir die alle einprägen sollte, wer sympathisiert mit welchem Haus und König… Ist vielleicht auch gutes Training für meine Welteroberung.😉
      Jon Snow finde ich auch sympathisch, überhaupt dürften die Ereignisse an der Mauer noch sehr spannend werden, da erwarte ich mir einiges. Ich mag auch Bran Stark und noch ein paar andere. Aber am meisten Angst habe ich um die Schattenwölfe. Das ist so eine Macke von mir, selbst fiktive Tode von kleinen Kindern und Tieren (vor allem Hunden bzw. Wölfen) nehmen mich mit. Natürlich auch einige Tode von Erwachsenen, da klappt aber das Denken an „ist nicht real“ besser, aber die erstgenannten, das trifft irgendwas tief in mir… Bei Tieren vielleicht die Erinnerung an eigene Verluste… Deswegen würde ich z. B. auch „Die Wand“ nicht noch mal lesen, obwohl großartiger Roman.
      So, wir sollten uns alle warm anziehen, denn „Winter is coming“.😀

              • Kacke, man kann ja Geld ausgeben, das ist schlimm!
                Ich muss mich auch immer zurückhalten, wenn es nach mir ginge, würde ich ja alles zusammenkaufen, ABER mein Geldbörserl schreit immer laut „VETO“, „zerst fuadan bitte!“

                Oh ja, Ihre Majestät habe ich ja auch ganz vergessen. Inspiriert von Theon of House Greyjoy… Thea of house Schiefersteiner, queen of everything. *hihihi*
                WENN du die Serie mal guckst, wundere dich nicht, zu Beginn hält sie sich sehr eng an die Bücher und später driftet das zT. SEHR auseinander. Was aber eigentlich auch toll ist, weil man dann ja zweimal das Vergnügen hat, mit den Figuren mitzufiebern.
                Und das mit den ganzen Aufzählungen kenne ich – ein Freund von mir hat bisher alle Folgen bis inkl. der 5 Staffel gesehen und kennt die Figuren zT. jetzt noch nicht auseinander. Liegt aber auch daran, dass er die Bücher nicht gelesen hat (ein massiver Vorteil beim Gucken der Serie) und andererseits alles im Schnellverfahren geschaut hat. Und für „Game of thrones“ MUSS man sich Zeit nehmen!

                Mich nimmt es auch immer mit, wenn in Büchern Tiere sterben – wenn man ein (Mistviech) Tier zu Hause hat, ist das immer doppelt schlimm, finde ich. Und man kann nu nicht sagen, dass in ASOIAF außergewöhnlich wenige „Charaktere“ (Hallo Verallgemeinerung) sterben…

              • Fürs Aufpassen aufs Geld habe ich ja das Sparmonster… Okay, zurzeit ist es auf Weltreise, sicher eingesperrt… ähm… untergebracht in einem ausbruchssicheren Container schippert es über die 7 Weltmeere… Aber so generell prinzipiell ist es der Wächter über mein eh nicht vorhandenes Vermögen.
                Dass die Filme nach einer Zeit abweichen, habe ich auch gehört. Ich lasse mich mal überraschen, gucken möchte ich sie auf jeden Fall, bin auch auf die visuelle Umsetzung gespannt. Der Stoff bietet ja genug Möglichkeiten für grandiose Bilder und Szenen.
                Wie beruhigend, dass ich nicht allein mit meiner „Macke“ bin. Wir fiebern halt mit und gehen total in dem Bücherstoff auf. 🙂

    • Man muss wohl schon ziemlich fantasygeneigt unterwegs sein, um die Bücher zu mögen, vermute ich mal. Oder interessiert an Eroberungsstrategien. Ich lese die ja eigentlich nur aus beruflichem Interesse (Welteroberung). 😉
      LG und Zupferstupser von den Wölfchen @Schlappohren

  2. Muss ich auch mal lesen – bisher habe ich mich um ‚Game of Thrones‘ herumgedrückt. Aber von George R.R. Martin hab ich schon was {aus der Bibliothek ausgeliehenes} gelesen … 😉

Ehrerbietungen hier rein, bitte ;-)

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