Das kurze Leben des Ernst Lossa

gazelleblockt

ernstEr ruft so laut er kann: Nur für ein paar Tage, Mutter – versprochen?“

Als Antwort lächelt sie. Sie küsst ihre Handfläche und bläst ihm ihren Kuss hinterher. Danach fährt sie sich mit der Hand über die Augen. Ernst sieht, wie sich ihre Lippen bewegen, als würden sie sagen: „Versprochen.“

Robert Domes – Nebel im August

Ernst Lossa (1929 – 1944 in der Anstalt Irsee)

Ernst ahnt in diesem Moment wohl nicht, dass er seine Mutter nie wiedersehen wird und nie wieder mit seinen Eltern zusammen sein darf. Seine Familie gehört zu den Jenischen. Im Winter wohnen sie meist in einer billigen Wohnung in Augsburg, im Sommer fahren sie mit dem Planwagen durch’s Land. Ernst` Eltern arbeiten als Restauratoren von Kirchenfiguren.  Ernst hat zwei jüngere Schwestern und einen kleinen Bruder. Ernst‘ Mutter leidet an Tuberkulose, kommt ins Krankenhaus – für die Fürsorgebehörde ein willkommener Anlass, Ernst und seine Schwestern…

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10 Kommentare zu “Das kurze Leben des Ernst Lossa

  1. Wie schrecklich… 😥
    Ich kann weder das Buch lesen, noch werde ich mir den Film anschauen.
    Auch das Tagebuch der Anne Frank habe ich nicht gelesen.
    Gute Nacht und traurige Grüße Heidi

    • Kann ich gut verstehen. Ich weiß auch nicht, ob ich das Buch in nächster Zeit lesen werde. Sollte Schullektüre werden, so ein konkretes Schicksal zeigt glaube ich viel deutlicher die Grausamkeit als die unvorstellbar hohen Opferzahlen.

  2. Ich persönlich mag ja keine Reblogs, die Perlengazelle wird das anders halten, wenn sie welche erlaubt, aber es ist gut darauf nochmal aufmerksam zu machen.

    Siehste ja am Kommentar vom Ackerbauer, den Fall kennt kaum einer, selbst wenn man in der Nähe wohnt. Die Euthanasie findet in der Besprechung – auch in der Schule – so gut wie nie statt.

    • Reblogs finde ich an sich ganz praktisch, da sie das Verlinken und Vernetzen vereinfachen, allerdings bemühe ich mich, nur wenig zu rebloggen. Blogs, bei dem jeder 10. Artikel ein Reblog ist, sind nicht so mein Fall. In diesem Fall kam mir die Funktion sehr gelegen, weil es ein wichtiges Thema ist, ich mich aber momentan nicht in der Lage fühle, einen eigenen Artikel darüber zu schreiben.
      Auch ich kannte den Fall nicht, mein Wissen über die Euthanasie ist eher allgemein, und vermutlich gibt es viele Menschen, die kaum etwas darüber wissen.

      • Es wird nicht angesprochen. Okay, meine Schule war ja eher seltsam, es hätte aber auch auf jeder öffentliche Schule passieren können: Lang und breit Holocaust, gerechtfertigt, aber kein Wort über irgendeine andere Gruppe, weder „Zigeuner“ noch Behinderte noch Homesexuelle noch politisch Andersdenkende noch… Georg Elser zum Beispiel habe ich erstmals als Erwachsene auf einer Briefmarke gesehen. Hätte man den nicht erwähnen können?

        • Georg Elser ist mir auch nur durch Privatlektüre ein Begriff geworden. In meiner Schulzeit lief das so: Die Weimarer Republik haben wir noch sehr gründlich durchgenommen. Die Zeit bis zum 2. Weltkrieg ging auch noch so gerade eben. Die Zeit ab 1939 wurde uns dann durch Filme nahgebracht, Marke US-Spielfilm mit heldenhaften Ami-Spionen, die mit Fallschirmen abspringen etc. Mein Geschichtslehrer war nicht schlecht, aber er muss vor dieser Zeitspanne das absolute Grauen gehabt haben, wir haben nicht mal die KZ-Gedenkstätte ganz in der Nähe besucht. Damals ist mir das alles nicht so aufgefallen, weil ich schon vieles privat über die Zeit gelesen hatte und somit die Filme einordnen konnte. Wie das auf die meisten meiner Mitschüler wirken mochte und welches Bild sie dann von der Zeit hatten, das ist mir erst viel später in den Sinn gekommen… In den Filmen ging es auch meistens „nur“ um den Krieg, kaum um den Holocaust und schon gar nicht um andere verfolgte, vernichtete Gruppen.

  3. Ich habe von den Film aus der Vorschau erfahren, erst jetzt merke ich das da viel mehr hinter stecken muss.
    Ob ich das Buch und/oder den Film anschauen werde weiß ich noch nicht, das ist wirklich ein harter Stoff.

Ehrerbietungen hier rein, bitte ;-)

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