Leseeindruck: „Der mit dem Scheich tanzt“ von Stefan Bauer

Gaaanz toll und konsequent: Als ich mich dieses Jahr für die Challenge anmeldete, war ich wild entschlossen, fertig gelesene Bücher sofort zu verbloggen. Nun liegen hier schon wieder vier Exemplare, die nach einem Leseeindruck schreien… Egal, meine Inkonsequenz ist ja bekannt.

Kommen wir also zum Thema.

Worum geht es?

Der Autor (Stefan Bauer ist ein Pseudonym, keine Ahnung, wie sinnvoll das ist, weil in dem Buch mehrere Fotos von ihm sind) geht für ein Jahr als Paramedic nach Saudi-Arabien.

Wie hat es mir gefallen?

Wer nicht gerade unter einem Stein lebt, weiß zumindest grob über die Verhältnisse in Saudi-Arabien Bescheid, insofern überraschten mich die meisten Schilderungen nicht; einiges war trotzdem hart zu lesen, wenn es auf Einzelschicksale runtergebrochen wird. Aber Saudi-Arabien ist ja unser Best Friend in der Region, viele Waffenbestellungen machen es möglich, da ist es dann auch einfach mal nicht sooooo schlimm, dass dort gefoltert wird, es öffentliche Hinrichtungen gibt und mehrere Bevölkerungsgruppen so gut wie keine Rechte haben (Frauen, Gastarbeiter…). Tja, Syrien, vielleicht hätten große Waffenbestellungen bei US-amerikanischen Firmen geholfen?

Aber genug Zynismus. Der Autor beschreibt auch persönliche Aspekte, so dass wir eine gute Mischung zwischen medizinischen Einsätzen und seinem Privatleben haben. Zum Schluss merkte ich dann bei mir aber doch, dass es mit den medizinischen Notfällen so langsam genug war, zumal ziemlich am Ende ein äußerst furchtbarer Vorfall geschildert wurde. Für ganz schwache Nerven ist das Buch nichts… Es gibt aber auch schöne Momente, und es kommt auch nicht die ganze Bevölkerung des Staates schlecht weg. Bin mir trotzdem sicher, dort nie hinzuwollen, das wusste ich aber schon vorher.

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Lieblingscharakter

Der Autor selbst. Er hat einem Welpen das Leben gerettet, wie könnte ich ihn nicht mögen? Auch sonst spürt man, dass er seinen Job mit Herzblut ausübte und ein sehr mitfühlender Mensch ist.

Das Cover

Vielleicht geht es nur mir so, aber so ein bisschen sieht das Cover nach orientalischer Herrlichkeit aus, von der bekommt man aber nicht so viel zu lesen, was auch daran liegt, dass der Autor seine Einsätze hauptsächlich in einer armen Gegend absolvierte. Eigentlich kein schlechtes Cover, für meinen Geschmack aber in Hinsicht auf den Inhalt etwas zu verspielt.

Zahlen, Daten, Fakten

  • Broschiert: 336 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover) (8. Oktober 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785725515
  • ISBN-13: 978-3785725511

Erfüllte Aufgabe

Nr. 60: „Ein Buch das jemand für Dich bestimmt hat – Du wählst drei bis fünf Bücher aus, fotografierst oder stellst sie anderweitig auf Deinem Blog vor und lässt Deine Leser abstimmen, welches Du als nächstes lesen sollst.“ Ja, Ihr erinnert Euch vielleicht noch dunkel an die Abstimmung von vor drölfhundert Tagen. Das Buch war übrigens ein Geschenk meines Lieblings-Krötengenerals.

 

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13 Kommentare zu “Leseeindruck: „Der mit dem Scheich tanzt“ von Stefan Bauer

  1. Oh, ein Geschenk deines ärgsten Konkurrenten um die Weltherrschaft, da genügen trotz Welpenrettung natürlich 4 Caipigläser 🙂
    Liebes Wuffi deine Isi,
    die für die DREI WEZ Hündchen Schlabberbussis schickt.

    • Liebe Isi,
      4 Caipigläser sind sehr viel, sie bedeuten „Sehr empfehlenswertes Buch“.
      Und der Hund lebt nun mit anderen Hunden auf einer großen Ranch, wenigstens für ihn ist es gut ausgegangen.
      LG und viele Küsschen von den zurzeit drei Flauschnasen

  2. Interessantes Pseudonym-Stefan Bauer. Musste ich gleich mal googeln. Es gibt da noch „Dixi Man-Mein turbolentes Leben als Klohausfahrer“ von ihm. Ein Halloween Lesebuch hat er herausgegeben, „Zu cool zum sterben“ hat er übersetzt und einen Ratgeber wie Lehrer ihren pädagogischen Auftrag mit geeigneten Mitteln erfüllen können hat er auch geschrieben. Ein paar neue „Ring“-Geschichten für J.J.R.Tolkien und ein Sachbuch über Change Mangement. Letzteres ist eine Studienarbeit aus dem Fachbereich Psychologie. Ein Buch über Mitgliedstaatliche Finanzierung… Tja und dann ist der Mann laut einem Bastei-Lübbe Interview von 2015 arbeitslos. Hmmm…

  3. Ja,ich erinnere mich dunkel an die Abstimmung vor drölfhundert Jahren und ich glaube,für dieses Buch gevotet zu haben,bin also mitschuld,dass Du es lesen „musstest“ oder besser gesagt,ich war schon etwas neugierig auf dieses Buch aber zu faul,es selbst zu lesen.
    „Lesen ist eine intelligente Methode,sich selber das Denken zu ersparen“(Zitat von ich weiß nicht wem) und ich finde, lesen lassen,ist die Steigerungsform dessen.
    Also Danke fürs Lesen und vorstellen.
    Kaufen werde ich es sicher nicht aber vielleicht mal irgendwo ausleihen,schon weil ich auf die Welpenrettung neugierig bin.
    LG Uwe,
    der sich trotz oder gerade wegen das Covers schon so etwas in der Art vorgestellt hat.
    PS.
    Die Augenpatientin macht Fortschritte,Montag wurden Fäden gezogen,Ärztin war zufrieden,Kontrolle erst wieder im September.Nachtwachen und Lampenschirm nachts leider trotzdem noch erforderlich.Eine Naht neigt immer wieder etwas zu ganz leichten Blutungen,verschorft aber zum Glück wieder schnell.Heute Nacht probieren wirs ohne den blöden Trichter.
    PPS.Alles ok in der WEZ und in Bergedorf?
    Bei den aktuellen Bildern von den sogenannten Demonstrationen macht man sich ja zwangsläufig etwas Sorgen…

    • Schlaue Strategie. 🙂
      Ich erinnere mich dunkel, dass Erwin Strittmatter in „Der Laden“-Trilogie auch etwas in der Art mit dem Lesen schrieb, da ging es glaube ich darum, dass viel Lesen auch verhindern kann, selbst zu schreiben, weil es das Hirn zukleistert, so hat er es nicht formuliert, ich bekomme es nicht mehr zusammen, ist schon recht lange her, dass ich diese Trilogie gelesen habe. Auf jeden Fall sind das Fünf-XXL-Caipiglas-Bücher.
      Das hört sich doch schon ganz gut an mit Bernadett, hoffentlich sind die letzten Blutungen auch bald vorbei. Diese Trichter sind so lästig.
      In Hamburg ist leider zurzeit gar nichts in Ordnung, der Herr Scholz hat uns mit der Idee, in einer dichtbesiedelten Großstadt so eine Veranstaltung abzuhalten, richtig viel Mist eingehandelt. Ich hoffe, dass es keine Toten gibt. Geschäfteplünderungen und Aufmärsche von Polizisten mit Schnellfeuerwaffen haben wir nun schon alles.
      Ich bin froh, dass die WEZ außerhalb des Zentrums liegt, aber selbst in Bergedorf wurde heute ein Auto angezündet. Wobei das nicht zwingend was mit G20 zu tun haben muss. Vielleicht auch nur ein Trittbrettfahrer. Ich bin so froh, dass der Gipfel bald vorbei ist.

  4. Schön das du das Buch inzwischen gelesen hast. Selber habe ich es vor 4 Wochen auch zum zweiten mal gelesen. Es hat schon einige furchtbare Momente, bei dehnen man sich fragt, was soll das, wir wird man so und uns wird ständig in den unpassendsten Momenten Rassismus vorgeworfen, nur um sich in eine besser Position zu bringen. Das gibt einem einiges zu denken. Aber es ist nicht nur so, auch wundervolle malerische Momente schmücken das Buch.

    • Ja, neben der Welpenrettung fand ich es auch toll, dass er dort wirkliche Freunde gefunden hat und dass er auch mit seinen Kollegen über Politik reden konnte. Sehr lesenswertes Buch, noch mal DANKE dafür! Ich hatte vorher noch nie etwas von dem Buch gehört.

Ehrerbietungen hier rein, bitte ;-)

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