Derzeitiger Gemütszustand

Ich reiße mir jetzt jedes Haar einzeln aus, das ist entschieden weniger schmerzhaft als der Wahnsinn, der hier abgeht.

–live aus der Anstalt

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39 Kommentare zu “Derzeitiger Gemütszustand

    • Das ist sehr lieb! Eigentlich gibt es da nicht so viel zu erzählen, es ist mal wieder das Zusammentreffen einer dunklen Phase mit (zu) viel Arbeit, was zu massivem Überforderungsgefühl führt. Scheiß depressive Erschöpfung. Ich vermisse meine alte Leistungsfähigkeit. Ich hatte solche Phasen zwar auch früher, aber seltener.
      Na ja, hab ich wieder was zu erzählen, wenn übernächste Woche meine Therapeutin wieder da ist. Dieses Thema hatten wir glaub ich auch erst drölfhundertmal. Ein Wunder, dass sie noch nie in den Sitzungen eingeschlafen ist.

        • Alle anderen glauben, dass ich leistungsfähiger wie immer bin. Was sie nicht wissen: Dass es a) nicht mehr 100 %ig stimmt und b) viel mehr Willenskraft als früher kostet, einen gewissen Grad zu halten.
          Anstrengend, das alles. Ja, man wird mürbe, ich fühle mich teilweise wie ein altes Gerät, das so langsam auf das Ausgedientsein hinsteuert…

          • Wenn es nicht mehr geht, lass dich mal für ein paar Wochen aus dem Verkehr ziehen. Ein offener Umgang mit dem Problem ist nicht möglich? Bei mir hat das damals eine WEile lang gut funktioniert, aber mir ist klar, dass das nicht überall geht. Letzten Endes hat es bei mir die letzte Konsequenz auch nur herausgeschoben, aber das muss ja nicht passieren.

            • Wenn ich jetzt nicht Urlaub gehabt hätte, hätte ich das gemacht.
              Ich geh mit dem Problem offen um. Eine Strategie, die ich nur bedingt weiterempfehlen kann. Letztendlich gucken die Chefs halt doch auf die Leistung, auch wenn sie mehr oder weniger Verständnis haben. Ich würde es trotzdem immer wieder so offenlegen, wie soll sonst jemals der letzte Volldepp begreifen, dass Depression eine richtige Krankheit ist? Es muss aber letztendlich jeder der Situation entsprechend selbst entscheiden. Ich weiß mittlerweile von einigen Kollegen, dass sie ebenfalls Depressionen haben — die das aber ansonsten verschweigen. Und das kann ich wie gesagt auch gut nachvollziehen.
              Bald bekomme ich einen neuen Chef, mal sehen, wie der das finden wird…

    • Wenn ich während der Arbeit, wenn es mir gerade schlecht geht, an die beiden denke, wird es noch schlimmer, weil sie nicht bei mir sind.
      Noch 6 Tage, dann Urlaub. Ist ja auch kein Zustand, immer nur aufs Wochenende und den nächsten Urlaub hinzuleben, aber so ist es irgendwie geworden. Eigentlich müsste ich mir einen anderen Job suchen,der mich zufriedener macht. Leichter gesagt als getan. Außerdem ist nicht alles schlecht, ich habe z. B. super Kollegen, ein wichtiger Faktor. Trotzdem geht es so auf Dauer nicht weiter.

      • Das klingt ja ganz so,als ob ein neuer Job wirklich das Beste wäre,nette Kollegen hin oder her.Zu einigen von denen könntest Du ja auch im neuen Job private Kontakte unterhalten.Hast Du Dich schon mal umgesehen,wer etwas Passendes zu bieten hätte?Klar ist solch ein Schnitt wirklich schwer aber wenn Du ihn auf die lange Bank schiebst,wird er immer schwerer.Sagt sich so leicht daher…
        Liebe und mitfühlende Grüße zum Wochenende
        Uwe
        P&B schicken trübe und verregnete Schlabberküsschen an die hanseatischen Puschelwölfe!

        • Ja, ich suche, aber das ist sehr schwierig.

          1. Ich werde demnächst 48 Jahre alt.
          2. Ich bin irgendwie nur so halb qualifiziert, weil ich einen Job mache, der aus Sammelsurium besteht. Ich weiß nicht mal, wie ich den nennen soll.
          3. Ich würde auf keinen Fall wieder in einem Konzern anfangen. Wenn, dann mache ich etwas ganz anderes. Neulich hätte ich beinahe meinen Traumjob entdeckt, nicht von den Aufgaben her, die wären eher so lullimäßig durchmischt, aber es wäre in der KZ-Gedenkstätte hier in der Nähe gewesen, also was absolut Sinnvolles. Aber es wären nur 20 Wochenstunden gewesen und die noch sehr schlecht bezahlt (s. Punkt 5, das geht bei mir nicht).
          4. Ich schrecke vor Vorstellungsgesprächen zurück, weil ich eine totale Niete im „Selbstverkaufen“ bin. Mir wird außerdem blümerant bei dem Gedanken, komplett bei null anzufangen, was das Aufbauen einer Reputation betrifft (in der Anstalt hart erkämpft).
          5. Die Anstalt zahlt ziemlich gut, und ich brauche das Geld. Haus abbezahlen, meine Mutter unterstützen, und die Höllenhündchen kosten ja auch ein bisschen. Und dann soll auch noch mal ein Caipi für mich drin sein. 🙂
          6. Die Anstalt ist in der Nähe, wir haben Gleitzeit, ich kann immerhin einen Tag Home Office machen. Auch für die Höllenhündchen gut. Wenn ich daran denke, was Pendler für eine Zeit opfern müssen…

          Es spricht also auch einiges für die Anstalt. Optimal wäre es, innerhalb der Anstalt einen anderen Job zu machen, vielleicht ergibt sich da mal was.

          Es wird übrigens immer schwieriger, so als mittel qualifizierter Mensch was zu finden. Die Gesellschaft wird da noch was zu bewältigen haben, wenn es irgendwann zwischen hochqualiziert und Dienstleistern nicht mehr so viele Jobs geben wird. Das dauert nicht mehr lange. Aber die Politiker denken ja nur von Wahl zu Wahl. Vielleicht pusten Donni und Kimmi uns aber eh vorher weg.

          Das mit den Kollegen würde übrigens erfahrungsgemäß nicht klappen, nur, wenn sich richtige Freundschaften gebildet haben. Alles andere schläft erfahrungsgemäß nach einer Zeit ein. Mag auch an mir liegen, ich bin nicht der beste Kontaktpfleger. Es ist auch gar nicht so, dass ich die Leute alle in der Freizeit sehen müsste, aber mir ist wichtig, dass der Umgang untereinander gut ist. Mir würde der beste Job nichts nützen, wenn ich in einer Gruppe mit Weibsen arbeiten müsste, die nur über Kosmetik, Klamotten und Kerle reden würden. (In der Ausbildung hatte ich mal so etwas erlebt. Es waren sehr lange 2 Wochen.)

          LG und von den beiden Anarchohündchen viele Küsschen für die Langohrigen

          • Danke für diese erschöpfende und ehrliche Antwort.Einiges hatte ich ja schon so oder ähnlich vermutet.Da die Anstalt ja doch auch so einige Vorteile bietet,wäre es vielleicht wirklich das Optimalste,wenn sich innerhalb mal was anderes ergeben würde.(Daumen drück !)).Vielleicht kannst Du da etwas dezent Nachforschungen anstellen,vielleicht Spionage-Monster in die Chefetage und ins Personalbüro einschleusen?
            Das mit den Kollegen sehen wir übrigens ganz genauso.

            LG Uwe
            P & B bedanken sich für die Küsschen,sind aber zu müde um etwas zu erwidern.Wir haben für 10 Tage einen befreundeten vier Jahre jüngeren Mischlings-Rüden in Vollpension bei uns aufgenommen,weil seine Leute in Spanien sind.Falls Ryan Air nicht auch noch pleite macht,wird er am Dienstag wieder abgeholt

            • Eventuell ergibt sich bald etwas in Form einer Back-Office-Stelle. Mal sehen… 100 % der Leute, mit denen ich darüber sprach, meinen allerdings, dass ich mich nach kurzer Zeit sehr langweilen würde.
              Langeweile oder Überfoderungsgefühle, das ist wie eine Wahl zwischen FC Bayern München oder Bayer Leverkusen.
              Ein wilder Mischlingsrüde, hey, das kenne ich! Glaub ich, dass das anstrengend sein kann, Nelly sagt das auch ab und zu, hat den verrückten Socksi aber trotzdem lieb.

              • Lieber zu Tode langweilen als sich zu Tode arbeiten!
                Ich drück die Daumen,dass es mit der Stelle klappt.
                Du wirst schon nicht vor Langeweile umkommen,aber hast vielleicht etwas mehr Zeit ,Dich etwas mehr um so wichtige Projekte wie die Kunst in der Anstalt zu kümmern.
                Die Veränderung tut Dir sicher gut.
                Viel Glück!Aber jetzt genieße erst mal den Urlaub mit den Anarchohündchen.
                LG vom Rudel an die Meute

              • Ja, das stimmt, sehe ich im Prinzip auch so. Nur werden diese Art Arbeiten ja immer mehr automatisiert, nicht, dass ich dann bei der nächsten Kündigungswelle mit auf der Liste bin. In der Hinsicht ist mein derzeitiger Job vielleicht etwas sicherer. Alles nicht so einfach. Zum Haareraufen! Lottogewinn wäre eine gute Lösung.
                LG und von den Anarchohündchen Schlabberküsschen

              • Löttogewinn klingt wirklich nach ner guten Lösung.
                Ich hab grade gestern einen Gutschein fürs EuroJackpot Lotto bekommen.
                Ich persönlich glaub ja nicht an Lotto,aber vielleicht sollte ich den Mal aus dem Papierkorb fischen und Dir gelegentlich zukommen lassen.
                LG und wilde Knurrer und Stubser von den Schlappohren an die puscheligen

              • Die Wahrscheinlichkeit, eine große Summe zu gewinnen, ist ja auch sehr gering, aber immerhin passiert es mehrmals jährlich. Ein bisschen träumen darf man ja. 🙂
                LG und viele Zupfer von den beiden Verrückten aus der WEZ

  1. Oh je, da können wir uns die Vorderpfoten reichen. Bei mir läuft die letzte Zeit alles so was von quer. Weiß nicht, was ich verbrochen habe. Ohne meine beiden Wuffis wär das nicht zu ertragen. Du kriegst ja zum Glück auch Hilfe von Deinen Puschels.
    Da müssen wir durch.
    Tierische Grüße und extra viele Knuddels
    Edith mit Nera + Lila

    • Ja, unsere Puschels sind mehr wert als alles Gold der Welt!
      Frag mich nicht, was wir verbrochen haben, vielleicht haben wir einfach einen gehässigen Schicksalssachbearbeiter. Wobei ich schon schlechtere Phasen hatte, eigentlich ging 2017 so im Großen und Ganzen, nur halt die scheiß Depression und die Überforderungsgefühle bei der Arbeit zehren an meinen Nerven.
      Aber Hauptsache, den Puscheln geht es gut.
      LG und viele Knuddels für Nera und Lila

    • Warum eigentlich nicht? Ach so, die Gesetze… Habe diesen Spruch auf einem kleinen Schnapsglas stehen, vielleicht sollte ich das mal als Warnung mit in die Anstalt nehmen. Denn nicht ALLE heißt ja nicht, dass ich nicht gar KEINEN … lassen wir das lieber. 🙂 Muss unbedingt mein Grinsen wiederfinden. 2 Tage noch, dann URLAUB!!!!1!

Ehrerbietungen hier rein, bitte ;-)

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