Ich war mal so frei …

 

… einen Teil des ausführlichen Kommentars von Franhunne4u zu meinem gestrigen Artikel via extra Beitrag hier reinzustellen, weil es sich so besser und übersichtlicher antworten lässt. Und ich diskutiere ja gern 🙂 Vor allem mit Menschen, mit denen man diskutieren kann, ohne dass es gleich persönlich wird. Mit mir gehen zwar ab und zu die Emotionen durch, aber das ist meistens aufs Thema bezogen, nicht auf den Diskussionspartner. In diesem Sinne erst mal danke für den ausführlichen Kommentar. Die Zitate sind immer von Franhunne4u aus dem o. g. Kommentar.

… Und nein, natürlich kann nicht jeder studieren und braucht es auch nicht. Wir haben genügend Stellen im Land, wo ein Studium nicht erforderlich ist, Kassierer im Supermarkt müssen nicht Wirtschaftswissenschaften studiert haben, Gärtner und Floristen brauchen kein Biologie- oder Botanik-Studium, der VW-Mitarbeiter am Band muss nicht Maschinenbau studiert haben.

Noch nicht … Es wird aber immer häufiger für Jobs, in die man sich früher auch noch als Realschüler reinarbeiten konnte, mittlerweile ein Studium gefordert — was nicht immer notwendig wäre. Ich bekomme es bei uns immer wieder mit: Anforderungsprofil hoch wie der Mount Everest, hochqualifizierter Mensch wird eingestellt, oh, plötzlich soll er aber auch Daten in SAP eingeben. Dafür hätte er aber nicht so viel studiert und sich weitergebildet, und die Stellenbeschreibung wäre doch eine ganz andere gewesen — zack, Abflug in der Probezeit (verständlich und konsequent) oder — schlimmer — in der Firma bleibend, weil Gehalt gut, und dort jahrelang schlechte Stimmung verbreitend, weil ja alles so scheiße ist.

ABER (… du wusstest, dass da noch ein Aber kommt, nicht wahr?)

ABERs machen Diskussionen erst richtig interessant. 🙂

Es kann auch nicht jeder, der nur 20 Stunden die Woche arbeitet (arbeiten kann, wegen gesundheitlicher oder familiärer Gründe, z.B.) erwarten, dass er ein Leben führt wie jemand, der 60 Stunden in der eigenen (manchmal recht kleinen) Firma wurschtelt, dabei das volle Risiko trägt und der NICHT aufstocken kann. Das fände ich genauso ungerecht.

Das sehe ich genauso. Ich bin nicht für „gleiches Gehalt für alle“, das ist unrealistisch und ungerecht. In dem von mir verlinkten Artikel ging es mir auch um die Behandlung der Mitarbeiter. Das hat schon Lohnsklaven-Niveau. Während sich vor allem in den großen Konzernen die Manager immer mehr die Taschen füllen.

Ich bin die Erste, die Kollegen, die viel leisten, ein gutes Gehalt gönnen. Ich habe einen Kollegen, der als Controller (einer von den Guten, Controlling ist ja nicht immer überflüssiges Zahlengeschubse, sondern — richtig ausgeführt — für eine Firma durchaus wichtig) unheimlich viel arbeitet, sehr intelligent ist, extrem gute Arbeit leistet, ich gehe davon aus, dass er bald AT-Gehalt bekommen wird, und das ist völlig okay für mich. Ich könnte seinen Job nicht bzw. vielleicht ja, wenn ich mich sehr anstrengen und etliche Controllingseminare besuchen würde. Er wird höchstwahrscheinlich Karriere machen und eine Führungsposition erreichen, er gehört zu den Menschen, bei denen ich 100 %ig sage: verdient!

Gleiches gilt auch für Manager, die gute Arbeit leisten, sollen ruhig ihren Firmenwagen haben und gut bezahlt bekommen. Nur: Wo hört die angemessene, verdiente Bezahlung auf und wo fängt die Unverschämtheit, die Gier, an? Beim 50-fachen Gehalt vom Arbeiter an der Maschine? Keine Ahnung, ich weiß nur, dass einiges aus den Fugen geraten ist, und zwar richtig extrem. Ganz zu schweigen, von den vielen schlechten und mittelmäßigen Managern. Für eine hohe Bezahlung sollte schon eine gewisse Arbeitsqualität abgeliefert werden.

Wo mir wirklich die Limette platzt: Wenn exorbitant hohe Gehälter mit der ach so großen Verantwortung und dem Risiko begründet werden. Wo tragen die Top-Manager, die oft genug eher Flop-Manager sind, denn die Verantwortung und Risiko? Wer von den Bankern, die die Wirtschaftskrise mit zu verantworten hatten, ist denn in den Knast gegangen oder musste zumindest etwas von den Prämien zurückzahlen? (Bei letzterem gab es glaub ich ein Thema bei der Deutschen Bank, hab das aber irgendwann nicht mehr so verfolgt.)

Nee, oft genug landen Manager, die in Firmen mittelmäßige bis schlechte Arbeit abgeliefert haben, sogar so weich, dass sie in anderen Firmen wieder einen Spitzenjob bekommen. Verstehen muss man das nicht, es wird wohl damit zusammenhängen, dass richtig gute Unternehmenslenker nicht auf Bäumen wachsen und nicht an jeder Straßenecke zu finden sind. Dass schlechte Leistung mit teilweise siebenstelligem Jahresgehalt bzw. Prämien entlohnt wird, stört mein Gerechtigkeitsempfinden sehr, zumal an genug anderen Stellen Geld fehlt.

Ein anderes Beispiel aus meinem Bekanntenkreis: Freundin möchte nach Babypause Teilzeit arbeiten, sie hat vorher als Assistenz der Geschäftsleitung gearbeitet und kann so einiges. Sie interessierte sich für einen Job bei einem kleinen Familienunternehmen. Der Inhaber konnte ihr nur ein niedriges Gehalt anbieten. Nicht, weil er raffigierig ist, sondern weil er sich mehr nicht leisten kann. Freundin hat das abgelehnt, obwohl sie es nachvollziehen konnte. Hier ist der Firmeninhaber für mich nicht unmoralisch, im Gegensatz zu vielen Konzernmanagern oder auch dem Haupteigentümer von H&M, der durchaus finanziell in der Lage wäre, für ein gutes Arbeitsklima zu sorgen.

Das ist einer der Gründe, warum ICH gegen ein Grundeinkommen bin.

Grundeinkommen ist ein Thema, zu dem ich noch keine abschließende Meinung habe. Jobs, die eine mittlere Qualifikation erfordern, also Sachbearbeiter-Ebene, ein Teil der Mittelschicht, werden immer weniger. Die Rationalisierung und Automatisierung frisst da einiges weg. Das ist eine Entwicklung, die nicht gestoppt werden wird, hier müssen neue Lösungen her. Wir werden auch nicht jeden Menschen für die hochqualifizierten Jobs ausbilden können, selbst wenn wir irgendwann mal das superduperste Bildungssystem haben sollten, denn Talente sind nun mal unterschiedlich verteilt.

Und unsere Welt wird auch immer komplexer. Nimm den Beruf in der Kranken- oder Altenpflege (wie der auch immer gerade genannt wird): Heute ist das mehr als Bettpfanne reichen und Verband wechsel. Die Herausforderungen mit den Antibiotika-resistenten Keimen erfordern eben tatsächlich ein größeres Verständnis für Hygiene, für Übertragungswege, für Möglichkeiten der Keim-Bekämpfung … unsere heutigen Krankenpflegenden sind fast selber kleine Mediziner. In anderen Ländern wird Krankenpflege studiert – weil man heute so viel mehr als früher wissen muss, auch, weil man heute mit anderen Herausforderungen zu kämpfen hat (mehr wirklich alte, pflegebedürftige Patienten, die anschließend in eine Pflegeeinrichtung müssen, mehr so früh geborene Kinder, dass sie früher als „nicht überlebensfähig“ angesehen worden wären, mehr so dicke Patienten – wie ich, die ich dankenswerterweise seltenst im Krankenhaus sein musste bisher – dass man noch ganz andere Hindernisse zu bewältigen hat). Da ist noch nicht mal eingerechnet, dass die Leute aus mehr Kulturkreisen als bisher kommen und dass im zwischenmenschlichen Bereich (Sprache, Schamgrenzen) sich auch Hindernisse auftun.

Ein Altenpfleger lernt heute schon drei Jahre, da ist hoffentlich mehr enthalten als nur Bettpfannen hinstellen. 😉 Nee, bin da ja ganz Deiner Meinung, und gerade, wenn man diese steigenden Anforderungen bedenkt, ist die geringe Bezahlung eine Schande.

Wir leben nicht mehr in der Ackerbau- und Viehzucht-Gesellschaft des Frühmittelalters – wir müssen mehr wissen (oder zumindest eine Ahnung haben, wie wir an dieses Wissen kommen können – du willst nicht wissen, welchen Vertipper ich gerade beim Wort Wissen hatte, Tipp: ein dem S benachbarter Buchstabe auf der Computertastatur). Sich einfach darauf zurück ziehen, dass wir im Notfall Straßen kehren und Rüben hacken geht nicht mehr … Wir leben in einer teil-digitalen Welt, diesen Teil sollten wir zumindest navigieren können. Wir leben in einer Welt, in der Effizienz gefragt ist, weil mehr Arbeit von weniger Leuten erledigt werden muss. Wir leben in einer Welt, in der es immer wieder neue Fragen gibt – und wir kommen nicht darum herum, Antworten zu suchen. Und irgendwann zu finden.

Isso… Die Hinweise auf steigende Komplexität und die allgegenwärtige Globalisierung sollte dennoch kein Freibrief für Ausbeutung sein, und ich bleibe dabei, dass der Umgang mit den H&M-Verkäuferinnen, wie in dem Artikel geschildert, genau das ist. Die Politik muss wieder dahinkommen, sich nicht von weltweit agierenden Großkonzernen steuern zu lassen, alles mit dem Totschlagargument der Wettbewerbsfähigkeit. Globalisierung kann auch positive Aspekte haben, das Zusammenwachsen der Welt, vielleicht ermöglicht uns das irgendwann doch mal den Weltfrieden, aber mit zügellosem Profitstreben, das allzu viele Menschen auf der Strecke lässt, wird das nichts. Politik muss hier Grenzen ziehen und Regeln vorgeben, denn von den Unternehmenslenkern wird diesbezüglich wenig zu erwarten sein.

Ein bisschen zurück in eine kleinteilige, regionale Ackerbau- und Viehzucht täte uns aus ökologischen Gründen übrigens nicht so schlecht… Was in der Agrarwirtschaft abläuft, ist teilweise einfach nur noch abartig.

Als ich den H&M-Artikel veröffentlichte, war meine Absicht vor allem, zu zeigen, dass auch in unserem Land, das im Vergleich zu vielen anderen Staaten wirtschaftlich recht gut dasteht, nicht alles Gold ist, was glänzt, und dass es auch hier Methoden gibt, mit Arbeitern und Angestellten umzugehen, die unter aller Würde sind und die Muddi Merkel & Konsorten offensichtlich nicht allzu sehr interessieren. Ich glaube, die hier mitlesen, wissen das eh, zumindest die Kommentare lassen auf Menschen schließen, die weiter als bis zum Gartenzaun denken, aber vielleicht verirren sich ja auch mal Leser hierher, die sich über solche Aspekte noch nicht so den Kopf zerbrochen haben.

Und außerdem muss es einfach manchmal raus, sonst platzt mir der Kopf. 🙂

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10 Kommentare zu “Ich war mal so frei …

  1. Ich glaube, wir liegen gar nicht so weit auseinander. Auch mir gehen die Extrembeispiele auf den Keks von extrem hoher Inkompetenz und extrem hohen Gehalt …
    und von extrem niedrigem Gehalt bei extremen Arbeitsbedingungen (bei mir arbeiten gleich zwei Freundinnen in der Pflege).

    Klar müsste sich ein wirklich reicher Staat leisten können, Pflege als Staatsaufgabe zu betrachten und die Menschen ordentlich zu bezahlen, die darin einen ordentlichen Job machen – anstatt diese Aufgabe zu privatisieren, dabei Ausbeutung Tür und Tor zu öffnen und Missbrauch Vorschub zu leisten.

    Wenn ich uns mit den USA vergleiche, stehen wir zwar immer noch paradiesisch da (dort kann man sich ja nicht mal den Arzt leisten, geschweige denn, einen Krankenhausaufenthalt), aber man muss sich ja nicht immer das Schlechteste als Vergleich wählen, man könnte ja auch mal dorthin gucken, wo es besser läuft. Wo Leute nicht zu arm sind, um trotzdem menschenwürdig ihre letzte Zeit zu verbringen. Weil sich die Gemeinschaft der Staatsbürger um sie kümmert.

    Momentan hätten wir sogar das Geld dafür! Aber … (es kommt IMMER ein Aber) – ich bin auch kein Träumer. Ich sehe, dass mit einer Pflegeversicherung allein soetwas nicht bewältigt werden kann. Da MUSS Steuergeld ran – und Steuerschlupflöcher für Firmen wie Amazon müssen dazu gestopft werden!

    • Das kann ich alles zu 100 % unterschreiben. Genug Geld ist im Umlauf, es ist bloß falsch verteilt. (Und damit meine ich nicht, dass jeder das gleiche verdienen sollte, aber Themen wie Steuerschlupflöcher oder die merkwürdige Steuerpolitik bei Gewinnen aus Finanztransaktionen etc….)

  2. Ich bin da ganz bei dir, aber ich würde gerne noch etwas einbringen. Wir sind immer sehr schnell dabei, „Schuld“ zu verteilen, wo es meiner Meinung nach keine zu verteilen gibt. „Man kann sich doch weiterbilden!“, „Man hätte auch was anderes lernen können!“ Also selbst wenn uns klar ist, dass nicht jeder studieren kann und muss. Irgendwo ist dann doch jeder selbst schuld und hat dann den Mund zu halten. Das finde ich extrem traurig. Wenn wir voreinander schon den Respekt verlieren, was sollen wir dann von Politikern erwarten, die erst recht in anderen Welten leben?
    Kleines Beispiel: Studenten, die bei uns arbeiten lassen die Dose mit Kaffeepulver in der Küche fallen. Eine beginnt den Dreck aufzufegen. Andere: „Warum machst du das weg? Du nimmst der Putzfrau die Arbeit weg!“ Wenn die Studenten schon denken sie wären was besseres, bevor sie überhaupt fertig studiert haben, wo soll das alles enden?

    • Die Ergänzung finde ich sehr gut. Diese Sprüche von „selbst schuld, hättest ja was Entsprechendes lernen können, blabla“ kommen ja so gut wie immer von Leuten, die es selbst geschafft haben. Und oft genug haben Mami und Papi den Weg geebnet, offensichtlich wurde dafür bei der Erziehung der mitfühlende Aspekt komplett vergessen. Klar gibt es auch Leute, die sich aus widrigen Umständen hochgekämpft haben, vielleicht ist es für diese sogar noch verlockender zu sagen, hey, wenn ich es geschafft habe mit meiner Vorgeschichte, warum andere nicht auch?

      Ja, diese Ignoranz und Gefühllosigkeit ist extrem traurig, das finde ich auch. Es passen nun mal nicht alle Menschen in das Schema Leistungsgesellschaft, und die, die versuchen mitzuhalten, zahlen teilweise einen hohen Preis. Ich weiß, wovon ich rede, von ungefähr kommen meine depressiven Erschöpfungen nicht, und mein Arzt hat mich schon gewarnt, dass er mir noch 1 bis maximal 2 Jahre gibt, wenn ich so weitermache, dann kompletter Zusammenbruch, umgangssprachlich für die Leistungsfetischisten Burn Out genannt, weil es cooler klingt als Depressionen…

      Ach ja, im Damen-WC liegt auch gern mal Papier auf dem Fußboden, kann ja „die Putze“ wegmachen, wird sich vermutlich gedacht. Ich sammel das immer ein und werfe es in den Papierkorb. Ich werde sehr schnell sehr unentspannt, wenn ich Bezeichnungen wie „Die Putze“ höre, mit dem entsprechend abwertenden Tonfall dabei.

      Studenten, die sich schon im Chefbüro wähnen, sind mir „die Liebsten“. Ich habe eine Zeitlang in der Anstalt in unserer Abteilung die Azubis und Praktikanten betreut, und es gab einen Zeitraum, da wurden zielgerichtet BWL-Studenten ausgewählt, die sich für alles zu fein waren. Die habe ich dann einem Kollegen überlassen, und dann war die ganze Zeit nur Unterhaltung auf — in deren Augen — hohem Niveau, man könnte es aber auch Schaumschlägerei nennen… Ich weiß, dass nicht alle so sind, in letzter Zeit hatten wir immer sehr sympathische Exemplare, bei denen ich denke, okay, wenn die in Führungspositionen kommen, ist noch nicht alles hoffnungslos…

  3. Hey, toller Artikel. Du sprichst mir aus der Seele. Ich war als Teenager übrigens sehr geknickt, als ich Buchhändlerin werden wollte, und mein mittlere Reife (mit einer 2 in Deutsch) nicht ausreichend war, es wurde nur ab Fachhochschulreife gesucht. Heute bin ich ganz froh, dass ich was anderes gelernt habe, lustiger weise mit der gleichen Schulbildung nun aber mehr Verantwortung trage und viel Eigenständiger und vielseitiger arbeiten kann ^^. Aber ich glaube damals ging es so richtig los, dass viele Ausbildungen nur noch mit ABI möglich waren und Hauptschüler, selbst wenn sie freiwillig eine 10. Klasse besucht haben, nur noch schlechte Chancen auf einen Ausbildungsplatz hatten.

    Im Arbeitsalltag habe ich auch erlebt, dass es gute und schlechte Manager gibt und auch viele Leute die ohne so einen Titel, deutlich mehr Verantwortung tragen. Es gibt so viele Stellen an denen die Gehälter einfach tierisch weit auseinander gehen, sei es bei Berufsgruppen oder einfach in Firmen.

    liebe Grüße
    Sandra

    • Hi Sandra, danke schön! (Du warst im Spam, warum auch immer, das Monsterbefreiungskommando hat Dich nun befreit. 🙂 )
      Manchmal sind negative Ereignisse im Nachhinein doch für was gut gewesen, um so besser.
      Es ist sehr wertvoll, wenn man seinen Job mag und auch Freude daran hat. Mir ging es lange Zeit genauso.
      Heute ist es ja sogar für Realschüler um einiges schwerer als zu meiner Zeit. Ich konnte mich noch entwickeln, hatte auch Zeit dafür, heute sollen die Leute ja am besten am 2. Tag schon perfekt im Job sein. (Etwas übertrieben, aber nur ein bisschen.)
      Liebe Grüße
      Katrin

  4. Ich hab jetzt noch nicht alles gelesen, muss aber auch was loswerden. Ich kann im Moment meinen Lebensunterhalt nicht selbst verdienen und lebe von meinen Ersparnissen. Ich bekomme keinen Cent mehr vom Staat. Ich habe Supermarkt, Buchladen, Altenheim, sogar Industriewäscherei versucht und niemand, der mich dabei beobachtet hat, streitet ab, dass ich nicht arbeiten kann. Aber die Gutachter von Versicherungen und Arbeitsamt sehen das natürlich ganz anders und unterstellen mir damit indirekt, ich würde lügen. Ich werde damit im Moment völlig alleingelassen. Ich habe es mir nicht selbst ausgesucht, dass Dinge in meiner Kindheit und Jugend und auch im Job, in dem ich immerhin 14,5 Jahre durchgehalten habe, mich seelisch kaputtgemacht haben. Ich habe übrigens auch was Anständiges gelernt. Wenn ich darüber nachdenke, wie viel Geld in den Händen von Menschen liegt, die einfach nur das Glück hatten, reiche Eltern zu haben, kommt mir die Galle hoch. Sorry, musste raus. Ich weiß, dass du da auf meiner Seite bist, Katrin.

    • Oje… Ich schick Dir in den nächsten Tagen mal eine Mail. Es ist eine Riesensauerei! Und leider bist Du keine Ausnahme, ich kenne mehrere solcher „Vorfälle“ (das ist man ja in den Augen der Entscheider), sei es körperliche, sei es psychisch, wo es nachweislich nicht geht, man diese Leute noch versucht hat, in Callcenter zu stecken, Menschen, die keine Stunde sitzen können…
      Es gibt genug, die was gelernt haben, deswegen hatte ich mich neulich auch über den Tweet von diesem CSU-Hansel oder war es CDU aufgeregt, aber ich habe auch nicht jedes Mal die Energie, meinen Zornüber solche [ZENSIERT] im Blog abzuladen.
      Ach ja, die reichen Erben… Und dann haste die FDP-P***, die sagen, nee, höhere Erbschaftssteuer für Reiche geht gar nicht, das Geld wurde ja schon mal versteuert. WTF???? Angenommen, ich hätte meinen BARF-Laden (mein Traum) und verdiene etwas Geld damit. Meinen Gewinn muss ich versteuern. Ich geh in ein Geschäft und kaufe mir was, z. B. was zu essen oder Limetten. Der Lebensmittelladen muss das auch wieder versteuern. Okay, kann auch was bei Amazon kaufen, die versteuern kaum was. Wenn mir jetzt durch ein Erbe 1 Mio EUR in den Schoß fällt, wo ist der Unterschied zu meinem Gewinn im BARF-Shop?
      Ich gehe erst mal Inspector Barnaby gucken,das hat eine beruhigende Wirkung auf mich…

        • Glaub ich nicht, vermutlich enden alle radikalen Weltverbesserungsversuche so wie bei „Farm der Tiere“. So eine kurze Geschichte, aber das Elend genau auf den Punkt gebracht.
          Damit will ich nicht sagen, dass man nicht versuchen soll, etwas zu verbessern. Nur an die großen Würfe, Ideologien, -Ismen, glaube ich nicht mehr. Dafür ist die Menschheit wohl nicht gemacht…

Ehrerbietungen hier rein, bitte ;-)

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