A — Z-Challenge 2013

Dieses ist meine Projektseite für Bennimaus‘ A — Z-Titel-Challenge. Das ist mal ’ne andere Methode, den SuB anzugehen, ich bin gespannt, wie viele Buchstaben ich schaffen werde. Unter die Bücher werde ich jeweils direkt hier einen Kurzeindruck schreiben, damit mein Blog nicht zu bücherlastig wird.

Bennimaus ist erwartungsgemäß puschelig-großzügig:
„Bei den Buchstaben Q, X, Y, Ä, Ö, Ü reicht es, wenn der Buchstabe im Titel vorkommt. Der/Die/Das darf gezählt werden, kann aber auch ignoriert werden.“

  • Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick. Hier die kurze Vorstellung.
  • Bruderdienst von Jacques Berndorf. Ein Spionageschmöker, in der BND-Spione erstaunlich intelligent und tough sind. Ein verkapptes Imagwerk? Man weiß so wenig, es las sich aber ganz unterhaltsam. Nordkorea hat einen guten Deal abgeschlossen, was aber nicht allen gefällt…
  • Chicagoland Vampires — Frisch gebissen von Chloe Neill. Ja, ich habe es getan, ich habe einen Vampirroman gelesen, dieser ist der erste einer mindestens fünfbändigen Serie. Was ich davon halte, kann man hier nachlesen. Jedenfalls ist Chicago anscheinend ein gutes Pflaster für interessante Männer…
  • Der nasse Fisch von von Volker Kutscher. Der erste Fall mit Gereon Rath. Ein Krimi, der in den wilden 1920ern spielt, natürlich in Berlin… Die Stimmung dieser Zeit wird gut eingefangen, auch Politik spielt in den Fall stark mit rein, ich fand den Krimi sehr spannend. Gereon Rath hat zwar auch sein dunkles Geheimnis, die Masche „kaputter Kommissar“ wird aber zum Glück nicht zu sehr ausgereizt.
  • Ein plötzlicher Todesfall von J. K. Rowling. Kein bisschen potteresk. Der Roman pendelt zwischen Provinzpolitikposse und sozialem Elend. Letzteres ist gut geschildert; bei den Personen kommt mir die ein oder andere manchmal etwas zu klischeehaft beschrieben vor. Nichtsdestotrotz ein lesenswertes Buch mit allerdings sehr vielen unsympathischen Menschen und wenigen, die man wirklich mögen kann, zumindest ging es mir so.
  • Familienalbum von Kate Atkinson. Wer Familiengeschichten über mehrere Generationen hinweg mag und Sinn für englischen Humor hat, dem sollte das Buch gefallen. Wobei es kein komisches Buch ist, aber zwischendurch „haut“ die Autorin humorige Sätze raus, wie es wohl nur Engländer können. Tipp 1: Bei der Erwähnung von Fußnoten nicht im unteren Bereich anfangen zu suchen, wo denn die Fußnoten sind, so wie ich zu Anfang. 🙂 Es handelt sich hierbei um Kapitel, die rückblickend von den älteren Generationen erzählen. Tipp 2: Wer ein schlechtes Namensgedächtnis hat, sollte den Roman möglichst zügig lesen und nicht, wie ein gewisses Fellmonster, zu lange Pausen einlegen (stressbedingt), denn es kommen doch schon recht viele Personen vor. Für Freunde der Spannungsliteratur ist das Buch wohl eher nichts, sondern mehr für Leser, die eine leicht skurrile Erzählweise zu schätzen wissen. Mir hat das Buch gut gefallen.
  • Goldstein von Volker Kutscher. Der dritte Roman mit Gereon Rath. Mit einem amerikanischen Gangster, der den Kommissar im wahrsten Sinne des Wortes gut auf Trab hält, und der trotzdem irgendwie sympathisch ist. (Wie könnte er nicht, wo er doch einem SA-Mann einen Fußschuss verabreicht hat?)
  • Hundeshauptstadt Berlin von Lasse Walter. Eine für meine Verhältnisse ausführliche Beschreibung findet Ihr hier.
  • Ich arbeite in einem Irrenhaus von Martin Wehrle. Ein Sachbuch über Zustände in deutschen Firmen. Einiges klingt sehr vertraut, und der Autor hat mich in vielen Dingen, denen ich skeptisch gegenüberstehe, bestätigt (z. B. Assessment-Center, Fusionen, Konzernleitungen, die alles zentral regeln wollen etc.). Außerdem interessante Erkenntnis: Der Irrsinn färbt auf die Insassen ab. Ich kann also gar nichts dafür, dass ich bekloppt bin! Die Anstalt ist schuld! Das Buch ist in einem amüsanten Tonfall geschrieben, was nichts an der Tatsache ändert, dass die geschilderten Zustände irre sind.
  • Justiz von Friedrich Dürrenmatt. Ein Kantonsrat erschießt einen Professor, wird verurteilt und wandert ins Gefängnis. Dann beauftragt er einen jungen Rechtsanwalt, den Fall neu zu untersuchen, angeblich nur aus wissenschaftlichem Interesse…
  • Krabat von Otfried Preußler. Krabat ist ein Betteljunge, der sich von einem finsteren Müller anlocken lässt und unheimliche Dinge erlebt. Der Name „Mühle am Schwarzen Wasser“ hört sich ja auch schon unheilbringend an, oder? Ein sehr spannendes Jugendbuch.
  • Limetten retten in Sydney von Dany R. Wood. Zu diesem Buch kam ich auf etwas verschlungenen Pfaden, wie ich hier schilderte. Es ist ein Urlaubsroman, der — Ihr ahntet es vielleicht schon — hauptsächlich in Australien spielt. Vier Singles gewinnen die Reise bei einem Speeddating und geraten von einem Missgeschick ins nächste. Die Reiseleiterin, der auch die Speeddatingagentur gehört, möchte unbedingt, dass sich auf der Reise zumindest zwei dieser chaotischen Menschen verpaaren, denn sie möchte einen Liebesratgeber schreiben. Das Buch ist unterhaltsame Lektüre, gut geeignet für die Gartenliege o. ä. Und es hat ein sehr schönes Cover mit Limetten drauf.
  • Mexiko 1986 — Fußballfans ahnen es, hier haben wir ein Buch über die Fußball-WM 1986 in Mexiko. Dieses Werk erschien in der Reihe „WM-Bibliothek“ der Süddeutschen Zeitung und zeichnet sich dadurch aus, dass nicht einfach dröge die einzelnen Begegnungen geschildert werden, sondern man auch ein bisschen was drumherum erfährt, z. B., dass in Mexiko nicht mal ein Jahr vorher ein schweres Erdbeben stattfand, und auch der GAU in Tschernobyl wird erwähnt. Im Mittelpunkt steht natürlich trotzdem Fußball, aber es ist ebenfalls Raum für ironische Artikel wie die Frisuren der deutschen Nationalspieler, und auch ein Interview mit Franz Beckenbauer ist interessant, weil nicht nur die üblichen Bla-Bla-Fragen gestellt werden.
  • Nephilim von Gesa Schwartz. Der Auftakt der Serie „Die Chroniken der Schattenwelt“, ein spannender Fantasyroman, in dem der Sohn des Teufels die Hauptrolle spielt — wird er sich von seinem Vater dazu verführen lassen, auf die dunkle Seite zu wechseln? Die Entwicklung des Teufelssohnes wird sehr gut beschrieben, seine inneren Kämpfe, das Leben in einer für ihn zunächst fremden Welt… Kleiner Wermutstropfen: Manchmal geht es mir ein bisschen zu pathetisch zu, aber das betrifft zum Glück nur wenige Szenen. Gesa Schwartz hat eine faszinierende Welt geschaffen.
  • Owen Meany von John Irving. Owen Meany ist wohl eine der interessantesten Charaktere der Literaturgeschichte. Die Geschichte einer Freundschaft in den 50er und 60er Jahren, und auch ein sehr politisches Buch. Mehr möchte ich gar nicht verraten. Ich fand es großartig, absolute Leseempfehlung.
  • Physiotherapie und Wellness für Hunde von Dr. med. vet. Jennifer Nehls. Eigentlich darf ich gar nicht viel über Krankheiten lesen, ich bin leicht hypochondrisch veranlagt, nicht nur auf mich bezogen, sondern auch auf meine Hunde, vor allem auf Molly, was sich vielleicht durch ihre recht umfangreiche Krankheitsgeschichte zurückführen lässt. Dieses Buch habe ich gelesen, weil Dr. Jennifer Nehls Mollys Physiotherapeutin ist, und zwar eine sehr gute. Wer im Raum Bergedorf/Wentorf und Umgebung Bedarf hat: Kann ich auf jeden Fall empfehlen. Zurück zum Buch: Es ist ein guter Überblick über die Möglichkeiten und Ansätze, die die Physiotherapie bietet. Was es auf keinen Fall ist: Eine Anleitung zum selbst Ausprobieren. Das sollte immer ein Fachmann bzw. eine Fachfrau übernehmen! Man kann und soll einige Übungen dann auch mit seinem Tier selbst durchführen, aber diese sollten einem gründlich gezeigt und am besten auch noch mal überprüft werden, bevor man womöglich mehr Schaden als Nutzen anrichtet. Das Buch ist klar und verständlich geschrieben und richtet sich vor allem an Laien, die sich einen Überblick verschaffen möchten. Für Profis wie Silke oder aga80 dürfte nichts Neues enthalten sein, das ist aber auch nicht Intention des Buches. Da ich vom Nutzen der Physiotherapie hundertprozentig überzeugt bin, hat mir das Buch sehr gut gefallen.
  • Monsignore Quijote von Graham Greene. Ein Priester, der gegen seinen Willen zum Monsignore befördert wurde (keine Ahnung, was für ein Rang genau das in der katholischen Kirche ist, aber auf jeden Fall höher als Padre), und ein kommunistischer Ex-Bürgermeister unternehmen eine kleine Reise im Spanien, kurz nach der Franco-Zeit. Dabei führen Sie unterhaltsame, aber intelligente Dialoge über den Glauben, den Kommunismus und landen zwischendurch immer mal wieder in verzwickten Situationen (Übernachtung im Bordell). Der Monsignore, der Quijote mit Nachnamen heißt, erwähnt außerdem gern mal seinen angeblichen Vorfahren Don Quijote (genau — der mit dem Kampf gegen Windmühlen). Sein altersschwaches Auto nennt er Rosinante und hält dem Blechhaufen eisern die Treue. Großartiges Buch.
  • Rubinrot von Kerstin Gier. Eines dieser Bücher, die ich normalerweise nie gelesen hätte, aber dann fing ich an, diverse Buchblogs zu lesen, und in vielen wurde die Trilogie hoch gelobt. Und ja, es ist sehr unterhaltsam. Klar, vom Stil her Jugendbuch, aber witzig geschrieben und die Idee mit den Zeitreisen ist zwar nicht neu, aber trotzdem originell umgesetzt. Teenieromantik kommt zumindest im ersten Buch nur ansatzweise vor. Wie das in den Folgebänden sein wird, kann ich noch nicht sagen.
  • Der stumme Tod von Volker Kutscher. Der zweite Fall mit Gereon Rath. Die Krimis spielen zurzeit der Weimarer Republik, kurz vor ihrem Ende. Ich mag historische Krimis. Dieser spielt im Filmmilieu, der Übergang vom Stumm- zum Tonfilm gefällt nicht jedem… Mehrere Schauspielerinnen kommen ums Leben, hängen die Fälle zusammen oder handelt es sich um unterschiedliche Mörder? Ich empfehle, mit dem ersten Roman („Der nasse Fisch“) anzufangen, es handelt sich zwar um abgeschlossene Romane, aber im ersten Band erfährt man einige Hintergründe, z. B., warum es Gereon Rath nach Berlin verschlagen hat.
  • Die Toten, die niemand vermisst von Hjorth & Rosenfeldt. Der dritte Roman mit Sebastian Bergman, den brillanten Polizeipsychologen mit vielen persönlichen Problemen (das muss so, ist ja ein Skandinavien-Krimi). War wieder sehr spannend, wie schon die ersten beiden Bände, wobei ein großer Teil der Lösung relativ zum Schluss auf einmal ziemlich geballt geliefert wurde. Und das Buch hört mit einem Cliffhanger auf. Arrgh. Also hoffen wir mal, dass der vierte Band nicht lange auf sich warten lässt, aber die beiden scheinen recht flotte Schreiber zu sein.
  • Unser Mann in Havanna von Graham Greene. Eine Spionagepersiflage, die in Kuba, kurz vor der Castro-Revolution, spielt. Ein Staubsaugerverkäufer lässt sich vom Geheimdienst anwerben, um den Lebensstil seiner verwöhnten Tochter zu finanzieren. Einerseits stellt er sich ziemlich tüffelig an, andererseits schafft er es trotzdem, den englischen Geheimdienst an der Nase herumzuführen… Wer sich tiefere Einblicke in das Terrorregime eines Batista erhofft, ist mit dem Buch eher nicht so gut bedient, es gibt zwar hier und da Anspielungen, aber man merkt, dass es Greene eher darum ging, eine unterhaltsame, nicht zu düstere, Persiflage auf Geheimdienste zu schreiben. Auch warum man Kuba in der Vor-Castro-Zeit das „Bordell der USA“ nannte, wird nicht ganz deutlich, auch wenn öfter von Bordellen u. ä. die Rede ist. Fazit: Unterhaltsamer Roman: ja. Tiefere Einblicke in die kubanische Geschichte: eher nein.
  • Das Vorzelt zur Hölle von Tommy Krappweis. Tommy Krappweis, der Erfinder von Bernd dem Brot (zusammen mit Norman Cöster) schildert, wie er die höllischen Campingurlaube seiner Kindheit überlebte. Tommys Humor ist herrlich, er kann es einfach! Und er hat als Kind auch gerne die „Lustigen Taschenbücher“ gelesen. Da muss man ihn doch einfach mögen, oder?! Das Buch wurde mir übrigens von meinem Lieblingskröterich geschenkt. Danke für die sehr witzigen Lesestunden!
  • Wölfe von Hilary Mantel. Der brillante Roman über Thomas Cromwell. Ein tolles Buch. Ich empfehle allerdings, falls man mit der Zeit nicht so vertraut ist, vorher ein bisschen was über die Hauptpersonen nachzulesen (Wikipedia reicht), mir hat das jedenfalls dabei geholfen, den Roman noch mehr zu genießen.
  • Codex Regius von Arnaldur Indridason. Ein Islandthriller. Es geht um wertvolle isländische Handschriften, vor allem um den Codex Regius, was mich daran erinnerte, dass ich mich ja schon immer mal mit der „Edda“ beschäftigen wollte. Der Thriller ist spannend, hat aber seine Längen, und ich fand das Ende etwas zu gewollt dramatisch, aber für einige spannende Lesestunden auf jeden Fall ein geeignetes Buch.
  • Die Entdeckung der Currywurst von Uwe Timm. Die berühmte Liebesgeschichte einer Hamburgerin zu einem Soldaten, der in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges desertiert. Und eben die Entdeckung der Currywurst.
  • Zeichen ihrer Zeit von Marion Gräfin Dönhoff. Eine Sammlung ihrer Artikel aus der „Zeit“, außerdem einige Reiseberichte, Porträts, z. B. über Helmut Schmidt, Reden und Tagebuchauszüge. Das Buch enthält eine Auswahl der „Zeit“-Artikel aus jedem Jahrzehnt, beginnend mit den 1940er Jahren. Auch, wenn man nicht immer mit ihr übereinstimmt, merkt man, dass es sich bei der Gräfin um eine intelligente, nachdenkliche Frau handelte. Man sollte sich auch vor Augen halten, dass die Artikel aus der jeweiligen Zeit stammten und nicht nachträglich mit dem Wissen von heute geschrieben wurden. Das Buch ist somit auch eine kleine Zeitreise.

Bonus!

  • Ä von Max Goldt. Ja, das Buch heißt wirklich so. Einfach „Ä“. Bekomme ich einen Extrapunkt für exakte Themenerfüllung? 🙂 Es handelt sich hier um seine Titanic-Beiträge von 1995/96. Es ist eben Max Goldt. Lässt sich schwer beschreiben, diese Mischung aus Ironie und Abwegigkeit. Einfach großartig.
  • Schöne Scheine von Terry Pratchett. Ein Scheibenweltroman. Feucht von Lipwig soll die Königliche Bank von Ankh-Morpork wieder auf Kurs bringen. Es spielen außerdem mit: Ein kleiner Hund, der Bankdirektor wird, einige Golems, ein Typ, der Lord Vetinari sein möchte (völlig aussichtsloses Unterfangen, genauso gut könnten Männer versuchen, Rahm zu imitieren), Lord Vetinari höchstselbst und noch einige andere.
  • Kraut und Rübchen von Elke Pistor. Ein Landkrimi. Katharina, eigentlich eine Stadtpflanze, erbt einen Hof aufm Dorf und entdeckt Ungeheuerliches über eine Urahnin. Und dann sind da die Andeutungen diverser Dorfbewohner, was die Nachfolge ihrer Tante betrifft, aber so richtig rückt keiner mit Fakten raus. Das Buch an sich ist schon knuffig mit den liebevollen Zeichnungen der Kräuter und dem auf alt getrimmten Design. Im Anhang gibt es dann auch noch Rezepte, die mich allerdings weniger interessieren, das überrascht Euch vermutlich? Wobei — der Teufelszeugschnaps klingt nicht uninteressant. 🙂
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10 Kommentare zu “A — Z-Challenge 2013

  1. Pingback: 52 Bücher, Zwischenstand « Monstermeute & Zeuchs

  2. Pingback: Zwischenstand A-Z Titelchallenge › Buchkritik.org

  3. Die Entdeckung der Currywurst ist für mich als Berlinerin ja wohl Pflicht und wurde sofort auf den Reader gezogen 🙂 danke Monsterchen und ein gutes neues Jahr für dich.
    LG Claudia

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