Meine armen Kollegen!

 

Heute begab es sich in der Anstalt des eskalierenden Wahnsinns, dass kryptische Mails bei vielen Kollegen landeten. Sie bestanden aus dem Wort „Steuerungsinformationen“, gefolgt von einer geheimnisvollen Ziffernbuchstabenkombination, die sich über mehrere Zeilen wiederholte.

Was tun also meine Kollegen? Richtig! Sie schicken eine Mail an die künftige Weltherrscherin (also mich):

Hilfe, was ist denn das ?

Ihr kennt mich, ich klärte den Sachverhalt unverzüglich (bei mir bleibt ja nie was liegen, ist ja nicht so, dass ich schon seit Wochen über eine epochale Lieferung aus Berlin bloggen wollte und ein total interessantes Stöckchen liegt hier auch noch rum, aber sonst erledige ich immer alles gleich und sofort oder etwas später) und schrieb folgende Antwort:

Eine gute Frage, die ich mir auch stellte und mein Zweithirn mit der Dechiffrierung beauftragte. Es setzte sich auf seinen goldenen Thron und begann mit der Arbeit:

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Resultat: Es handelt sich um codierte Nachrichten, die in mehreren Wiederholungen folgendes aussagen:

MAKE AMERICA GREAT AGAIN!

AMERICA FIRST!

DONNY “THE HAIRSTYLE” TRUMP IS BEST MAN OF THE WORLD!

Wir werden hier alle gehirngewaschen. Bitte lösche diese Mail umgehend, ohne weiter darüber nachzudenken, du wirst ansonsten getrumpdingst.

Viele Grüße

Katrin

PS: Die offizielle Erklärung, dass die IT bei einem Test aus Versehen Mails an ca. ganz viele Leute geschickt hat, glaube bitte nicht. Lügen-IT! Kennt man ja. Alternative Fakten bekommst Du nur hier. 😉

Die armen Kollegen, und trotzdem suchen manche immer wieder unverdrossen Hilfe bei mir. Es ist halt eine Anstalt.

PS: Mein Zweithirn verdanke ich indirekt Raven, ich bin ja ein großer Fan von Professor Lovebrain (links im Bild) und irgendwann entdeckte ich im Internet Verwandte in anderen Farben, die hier einziehen durften und nur aus dem Grunde noch keinen Auftritt im Blog hatten, weil das so nachgeäfft wäre, aber andererseits: Was soll’s, sie sind so epochal und müssen gezeigt werden, wobei sie oft weghüpfen, meistens dann, wenn Hirn besonders dringend benötigt wird… Apropos Raven, guckt Euch unbedingt ihre letzten Artikel an, vor allem, wenn Ihr Harry-Potter-Fans seid! Das ganze Labor hat sie selbst gebaut und gebastelt! Genug abgeschweift, ich habe noch tausend Sachen zu erledigen. Gute Nacht, schlaft schön.

Kunst in der Anstalt / Die Weggeworfene

 

Wir befinden uns immer noch in der Origamiphase der Künstlerin, deren Namen wir nicht wissen. Dieses Werk spricht für sich. Zusammengeknüllt und weggeworfen, achtlos, wie es schlimmer nicht geht, nicht mal der Papierkorb wurde getroffen. Ich lasse Euch nun mit diesem verstörenden Werk allein. Das müsst Ihr erst mal seelisch bewältigen, nichtsdestotrotz wünsche ich Euch ein schönes Wochenende, das hoffentlich für Euch alle ein schön langes ist.

PS: Ich wählte den Titel „Die Weggeworfene“, weil ich das Kunstwerk wie so oft in den Räumlichkeiten des Damen-WCs der Anstalt entdeckte. Es könnte natürlich auch sein, dass es sich um männliches Papier zum Abtrocknen der Hände handelt. Die Künstlerin lässt uns hier wie immer bewusst im Dunkeln stehen, und so sind wir ratlos und doch voller Interpretationen!

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Guckt mal!

 

Guckt mal. Ein Toilettenpapier, das meinen Namen trägt! Ich habe es geschafft, ich bin auf dem Gipfel aller Dinge, die ein Mensch überhaupt nur erreichen kann, das toppt sogar die Mondlandung und die Erfindung des Aluhuts. Und vor allem: Es ist hochweiß!!!!1!!!Drölf-elf-hastenichtgesehn!!! Das einzige Ziel, das ich mir nun im Leben noch setzen kann: Ein vierlagiges Toilettenpapier mit Caipi-Aroma in grün, das meinen Namen tragen wird!

–live aus der Anstalt

Katrin,
total ergriffen

Kunst in der Anstalt, aber ausnahmsweise mal nicht in den Toilettenräumlichkeiten

Neulich in der Anstalt entdeckte ich diese Installation im Treppenhaus. Nun gibt es also neben der geheimnisvollen WC-Künstlerin einen virtuosen, aber ebenfalls anonymen Treppenhaus-Künstler.

Wie ist Eure Meinung zu diesem Werk? TITEX PLUS A1124 liegt beinahe parallel zu einem grünen Lappen auf einem Heizkörper. Eine Nahaufnahme (Bild 2) zeigt deutlich die Zerrissenheit von TITEX PLUS. Sein Etikett ist teilweise unleserlich. Ein klassisches Werk des 21. Jahrhunderts, das die Unruhen dieser Zeit prägnant auf den Punkt bringt. Eigentlich hätte es des Lappens hierfür gar nicht bedurft, aber der Künstler sagt uns zusätzlich: „Der Drache ist tot!“ Zumindest ist das meine Interpretation. Vielleicht geht es aber auch eher um kleine grüne Männchen vom Mars. Und dann der Hintergrund, diese Wand, die definitiv schon mehr erlebt hat, als gut für sie ist. Exzessives Leben am Limit! Es bleiben viele Fragen offen, zum Beispiel: Wann kommt endlich der Maler?

Ich bin wie immer tief beeindruckt. Nun sehet selbst die Herrlichkeit:

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„TITEX und Lappen lieben den Wärmekörper“, Kunststoff und Textil auf Metall, frühes 21. Jahrhundert

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Kunst in der Anstalt: Origami



Vermisst Ihr die Kunst in der Anstalt auch so? Für mindestens 6 Wochen kann ich nicht für Nachschub sorgen. Wie vorausschauend, dass ich Vorräte in den Entwürfen angelegt habe! Man muss für schlechte Zeiten vorsorgen, damit es nicht zu einer Kunstdürre kommt.

Die Künstlerin hat ihre Origamiphase eingeleitet. Hier ein eher schlichtes Werk:

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Man beachte die kleine Unregelmäßigkeit, die uns so vieles sagen soll. Und die Fußbodenfuge, symbolisiert sie eine Grenze, die überwunden wird?

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Aber selbstvrständlich werden wir auch mit einem hochkomplexen Werk verwöhnt:

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Großaufnahme. Ich sehe eine abstrakte Friedenstaube, passend zu den Olympischen Spielen. Habt Ihr die Eröffnungsfeier gesehen? Mir fehlte die Ehrerbietung an Cachaca und Caipi, da ist wohl meine Mail an die Organisatoren im Spam gelandet. Aber zurück zum Kunstwerk. Da liegt sie, die Botin des Friedens, zerknittert auf kaltem Fliesenfußboden. Ihr wisst, was die Künstlerin uns damit sagen will. Die Botschaft ist an Deutlichkeit nicht zu überbieten, meine ich. Oder?

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Mit diesen beeindruckenden, erschütternden Kunstwerken entlasse ich Euch in die Nacht.

Hinweis für neue Mitleser: Diese Arrangements finde ich genauso vor. Ich verändere nichts, sondern dokumentiere lediglich fotografisch.

Neue Bezeichnung 

 

Eben wurde mir ein Problem im Zusammenhang mit Datenexporten aus SAP mitgeteilt: Temporärer Shared-Memory-Engpass. Uninteressant, aber ich weiß nun, wie ich künftig meine Vergesslichkeit nennen werde:

Temporärer Memory-Engpass.

Das klingt viel besser als Vergesslichkeit. „Wo warst Du gestern, wir hatten doch einen Termin!“ — „Oh, sorry, ich hatte einen temporären Memory-Engpass.“

–live aus der Anstalt

Schlaaand-Monster

Die Aufregung in der WEZ wächst, bald tritt Schlaaand gegen Frankreich an. Hier sehen wir den Monsterfanclub kurz nach dem Spiel gegen Italien — total erschöpft.

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Das Schlandal, das schwarz-rot-goldene Monster im Hintergrund mit den Tentakeln ist mir bekanntlich von irgendeinem fernen Planeten zugelaufen und kann Stärkungsstrahlen an die deutsche Mannschaft schicken. Die Frage ist nur, wie viel Energie noch übrig ist, denn das Schlandal (vermutlich eine Frau) hat gegen Italien alles gegeben und ist trotz mehrerer Stärkungs-Caipis immer noch ausgelaugt. Davor sehen wir BOZILLA, der sich müde an Schlandal lehnt. Das blaue Teil ist ein kleines Fashion-Monsterchen, welches mehr damit beschäftigt war, von seinem Hut zu schwärmen, als das Fußballspiel zu verfolgen. Hier eine Großaufnahme, es bestand darauf:

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Glitzer, glitzer und Schleifchen, alles dran, was ein Fashion-Monsterchen glücklich macht. Morgen nun also das in meinen Augen vorgezogene Endspiel. Die Franzosen sind anscheinend nun richtig ins Rollen gekommen und haben ihre Nervosität und Anspannung gegen Island endgültig verscheucht. Deutschland mit mehreren Ausfällen. Ich bin gespannt und skeptisch. Werde Schlandal vorsichtshalber noch einen XXL-Caipi kredenzen, nach dem alten Monstermotto viel hilft viel.

Mir hilft momentan in der Anstalt vor allem folgendes Motto, welches ich mir hin und wieder ins Gedächtnis rufe, aber nur so ca. 100 x pro Tag, also alles im grünen Bereich:

lächle

Gute Nacht und auf einen spannenden Fußballabend! Für Fußballnichtmöger: Bald ist es vorbei und überstanden. 🙂

Kunst in der Anstalt: Die Erschöpfte



Nebenan gibt es Kastenkunst zu sehen. Zeit, auch hier mal wieder ein Meisterwerk der geheimnisvollen WC-Künstlerin der Anstalt zu zeigen. Ich gehe davon aus, dass Ihr sehr nach ihren Werken dürstet. Geht mir nicht anders, ich möchte aber vermeiden, durch Masse eine gewisse Beliebigkeit zu erzeugen. Eine Übersättigung kann es nicht geben, nicht bei der Kunst, aber es gilt: Mach dich rar, dann biste nicht so schnell gar. (Das ergibt überhaupt keinen Sinn, außer für Kochgut, welches dem Topf durch die Strategie des Rarmachens entgeht.)

Als ich dieses Werk sah, wusste ich gleich, dass es nur „Die Erschöpfte“ heißen kann. Seht nur, wie schlaff, ja geradezu ausgelaugt, die Schleppe das Toilettenpapierrollenpappkerns herunterhängt. Ich vermute, dass die arme Kreatur vermutlich den halben Tag eine Schulung geben musste und am späten Nachmittag noch eine Telefonkonferenz mit der Konzernzentrale hatte. Ich sehe es vor meinem geistigen Auge: Der arme  Toilettenpapierrollenpappkern musste Toilettenpapierrollen im richtig Herumhängen schulen und tausend Diskussionen führen, warum so rum und nicht anders; und nachmittags ging es mit dem Konzerncontrolling um wichtige Sachen wie die richtige Kennzahlenermittlung von verbrauchtem Toilettenpapier und die preisliche Entwicklung desselben mit erfrischenden Diskussionen, ob man Reparaturbestellungen bei Materialkostenveränderungen mit einfließen lassen sollte. Wie oft werden Toilettenpapierrollen repariert? Und was sagt die Zeitschrift „Controlling & Management“ dazu?

Das sind so Fragen, die nicht beantwortet werden müssen, denn Einkaufscontrolling interessiert uns hier nicht, also wenden wir uns der Schönheit dieses Meisterwerkes zu. Beachtet bitte auch unbedingt den Spiegelungseffekt mit der WC-Bürste! Das ist wichtig!!!!1! Ich präsentiere Euch nun die Fotos in ihrer atemberaubenden Schönheit und riskiere damit, Euch eine schlaflose Nacht zu bereiten, aber so ist das mit großer Kunst: Sie wühlt auf, sie sorgt für Schlafstörungen, sie ist unverzichtbar.

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Hinweis für neue Leser oder auch Stammleser, die es vergessen haben: Diese Kunstwerke finde ich genauso in der Anstalt vor, da ist nichts fingiert oder von mir selbst in Szene gesetzt. Ich bin lediglich diejenige, die die Ehre hat, diese Meilensteine der Kunst fotografisch für die Jetzt- und Nachwelt festzuhalten. Und ich interpretiere gern mal so vor mich hin, ohne zu wissen, ob ich die Absicht der Künstlerin richtig verstehe. Aber solange sie keine Dokumentation dazulegt, darf ich das!