Monströse Presseschau (2)

Wir wollten ja über den Herrn Wagner reden.

Okay, Ihr vielleicht nicht, aber ich. Der Krötengeneral befürchtete schon eine neue #Aufschrei-Bewegung, ich denke aber, wir bewegen uns hier eher im Themenfeld #Lachkrampf. Jedenfalls gebe ich zu, dass ich manchmal tatsächlich auf den Onlineauftritt der Bild-“Zeitung” klicke (ich weiß, dass man das eigentlich nicht tut), meistens dann, wenn der BildBlog mal wieder was über besonders skurrile Artikel des Herrn Wagner schreibt. So auch dieses Mal. Der Link führt zum BildBlog, dort findet Ihr alle weiteren Links. Hah, geschickt vermieden, direkt zum Blut- und Busenblatt zu verlinken!

Es kommt aber noch besser: Der Wagner hat der “Welt” ein Interview gegeben, welches vor lauter Köstlichkeiten geradezu überläuft. Ich habe mich für Euch geopfert und sowohl die Post von Wagner als auch das Interview durchgearbeitet, um Euch die Höhepunkte darbieten zu können.

Übrigens sagt DoNotLink das hier, und eigentlich wäre damit alles gesagt:

DoNotLinkAber dann entginge uns so viel Komisches, und das wollen wir ja nicht, woll?

Erst mal die Kurzzusammenfassung seiner Post: Wagner bemängelt, dass die Geburtenrate mit der Sterberei in diesem unserem Lande (H. Kohl-Gedächtnisformulierung) nicht Schritt hält. Das ist Mist, weil… ach, das erklärt er gar nicht. Er weiß nichtsdestotrotz, woran es liegt. Die Frauen heutzutage laufen nur noch in Hosenanzügen herum, geben ihre Kinder in Kitas ab, verdienen mehr als ihre Männer und dann gehen die Väter auch noch in Teilzeit. Als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, trinken die Frauen auch noch Smoothies und sind Chefredakteurinnen, kurzum: Sie seien wie Männer. Sie sind keine Mütter mehr, sie wissen nicht, wie schön es ist, ein Baby, das schläft zuzudecken. (Ob es auch schön ist, ein Baby schon zuzudecken, wenn es noch nicht schläft, darüber schweigt sich Superwagner aus.)

Usw., kurz und gut: Schland ist dem Untergang geweiht, das sagt er zwar nicht, wir erkennen das aber messerscharf dank unserer smoothiegestählten Intelligenz. Die “Welt” war sich der Brisanz der wagnerschen Erkenntnisse ebenfalls bewusst und bat zum Gespräch. Hier für Euch meine Analyse dieser Perle des Journalismus.

Auf die Frage, ob Wagner Männer mehr als Frauen lieben würde, erfahren wir:

Ich mag mehr Männer als Frauen. Ich kann mich besser unterhalten mit ihnen. Bei Männern bin ich mehr Mann. Frauen sind für mich hexenhafte Wesen. Ich habe mehr Angst vor ihnen als vor Löwen oder Dinosauriern.

Richtig so! Da draußen laufen ja auch noch so viele Dinos herum! Und die Löwen überall in unserem Land, in den Wäldern, Parks und hinter Parkuhren! Selbst ich hätte Angst, wäre ich nicht ein hexenhaftes Wesen, das mit dem Besen schnell davonfliegen könnte, denn Dinosaurier und Löwen können in der Mehrzahl nicht fliegen, Flugsaurier ausgenommen, aber die bewerfe ich mit Bombastik-Buff-Bomben, die ich mir von meiner Freundin Gundel Gaukeley besorge. (Yo, das ist eine Hommage an Carl Barks, einige werden es erkannt haben.) Und doch werden diese Kreaturen, also die Löwen und Dinosaurier, immer trauriger, denn sie sind nicht so furchteinflößend wie wir Frauen!

Frauen, habe ich gehört, brechen einem das Herz.

Das habe ich auch schon mal gehört. Es soll ebenso Männer mit dieser Fähigkeit geben. Habe ich gehört. Natürlich habe ich in meinem nun fast 46 Jahren auf dieser Erde noch nie unter Liebeskummer gelitten, ist alles nur Hörensagen, genauso wie bei Herrn Wagner!

Sie [die Frauen] können Männer in den Wahnsinn treiben.

Und die Anstalt kann sogar Frauen in den Wahnsinn treiben! Das tut hier nichts zur Sache, wollte ich aber einfach mal erwähnen, denn ich liebe Abschweifungen. Wobei DIE Anstalt ja auch weiblich ist, das erklärt alles, muahahahaha, dass ich das nicht eher erkannt habe!

Wagner mag studierte kluge Frauen in Führungspositionen, doch:

Aber sie haben diese Gender-Welt längst überschritten. Sie sind das dritte Geschlecht: Das Hosenanzugsgeschlecht.

Oh, ich dachte mir schon länger, dass unsere Kanzlerin nicht von dieser Welt sein kann.

Was mich aufregt ist einfach dieses Management-Baby. Das Management-Baby all dieser durch perfektionierten, Kinder gebärenden Karrierefrauen, die ihre Babys wie Hermès-Handtaschen herumtragen, mit wunderbar trainierten Armen, an denen kein Fett hängt. Die vorgeben, alles zu schaffen. Ob sie arbeiten gehen, Fitness machen, sie tun es nur noch für sich.

Ich mag ja Menschen, die dem Egowahn verfallen und nur auf ihre Karriere fixiert sind, auch nicht so sehr gerne… Egal, ob männlich oder weiblich, wobei Herr Wagner die Väter, die sich ganz gern vor mehr Mitarbeit beim Elternsein drücken (ja, die gibt es nämlich auch) einfach mal elegant außen vor lässt. Außerdem soll es Karrierefrauen geben, die nicht alles nur für sich tun, aber das wird nun wieder viel zu komplex, nicht, dass noch meine dritte Gehirnzelle explodiert vor lauter Kompliziertheit.

Die arme Interwieverin ist kinderlos und ist auch noch Chefreporterin, das sind gleich zwei Minuspunkte auf einmal! Sie fragt Wagner, ob sie deswegen ein schlechter Mensch sei. Wagner, charmant wie immer:

Ja. Zum Teil schon.

Nur zum Teil? HALLO?!?!? Diese Frau ist das personifizierte Böse, der wandelnde Abgrund, der symbolische Caipi mit Zitrone!

Und dann erdreistet sie sich noch, nachzufragen, was so schlimm daran sei, dass auch sie wie der Herr Wagner einfach nur arbeiten und Geld verdienen möchte, anstatt sich umgehend im Kloster anzumelden (das mit dem Kloster habe ich ergänzt, denn das ist meiner Ansicht nach die einzig angemessene Buße).

Wagner möchte sich nicht als Richter über Frauen aufspielen, wie großzügig und verehrungswürdig, jedoch:

Aber was euch Frauen ja unterscheidet vom anderen Geschlecht ist die Gottesgabe, Kinder zu kriegen. Ich kenne mich nicht aus mit Frauenkörpern, ich bin ein völliger Laie in diesen Dingen.

Blöd, wenn man immer in Bio gefehlt hat, woll?

Aber ich weiß, dass ihr ein Geheimnis habt. Du hast das Geheimnis in dir ignoriert. Es ist so, als hättest du den Schlüssel dazu weggeworfen. Du bist ein funktionierendes Jobwesen. Du bist in einen falschen Anzug geschlüpft. Du bist dir nicht treu geblieben als Frau.

Moment mal eben, muss kurz auf den Kalender schauen. Doch, wir schreiben das 21. Jahrhundert. War mir da eben nicht mehr so sicher… Hätte ja sein können, dass der Doktor mit seiner TARDIS gelandet wäre, mich betäubt und im 19. Jahrhundert ausgesetzt hätte.

Ich weiß nicht, wie viele Frauen noch kochen können, wo es noch das Abendbrot gibt …

Keine Ahnung. Ich kann jedenfalls nicht kochen. Hilfe, ich bin ein funktionierendes Jobwesen! Hilft es, dass ich XXL-Caipi kann?

Ich frage mich, was das größere Glück ist: Doktor der Betriebswirtschaft zu sein oder Dr. Baby? Welche Frauen sind glücklicher: Die Generation meiner Mutter oder die Smoothie-Zicken heute?

Dr. Baby? Hä? Egal. Die Generation Deiner Mutter war bestimmt glücklicher. Es ist super, abhängig von einem Mann zu sein und aufgrund fehlender Ausbildung nur schwer weggehen zu können, falls die Ehe nicht funktioniert. Hat meine Mutter alles hinter sich, die war als alleinerziehende Frau mit Aushilfsjobs, um uns zwei durchzukriegen, aber soooo was von glücklich. Und sie kann kochen!! Einself! Besser wäre natürlich gewesen, sie wäre bei meinem Vater geblieben und hätte sich ihr Leben lang in einer unglücklichen Ehe gequält (und meinen Vater gleich mit). Von diesen Beispielen kenne ich leider auch einige.

Übrigens bin ich besorgt: Meine Mutter trank neulich einen Smoothie! Herr Dr. Wagner, was soll ich tun? Wird sie nun eine Smoothie-Zicken-Rentnerin?

Die Interviewerin fragt, welche Zicke das Herz von Herrn Wagner gebrochen hat. Aber bitte, so eine billige Unterstellung!

Es geht doch hier nicht um mich. Wo sind die Babys? Es geht mir halt nur um die Babys!

Die Babys sind in der Kita zwischengelagert, haste doch selbst in Deiner “Post von Wagner” erwähnt.

Die WELT-Zicke behauptet nun, dass viele Frauen Kinder haben möchten, die Männer sich aber drücken würden. Wagner weiß, warum, denn er weiß alles.

Die Männer haben heute Angst vor Frauen. Sie sind ihnen fremd geworden und die Männer vielen Frauen zu dumm.

Ein Mann redet dem Vorurteil, dass Männer dumm seien, das Wort. Hey, das ärgert sogar mich als Frau. Oder würde es, wenn ich Wagner ernst nehmen würde. Ist es nicht beruhigend zu wissen, dass es da draußen immer noch auch dumme Frauen gibt? Ich erwähne das gern, um den armen Männern etwas die Angst zu nehmen.

Danach kommt jede Menge Geschwalle, teilweise immerhin selbstkritisch, dass er sich nicht genug um seine Tochter gekümmert hätte. Ich musste erst mal den Schreck, dass dieser Mann sein Erbgut weitergegeben hat, verarbeiten, und das alles ohne Caipi! Aber weiter im Text. Heute würde er Teilzeit nehmen etc. bla-bla-sülz… Wenden wir uns nun dem Idealbild der Frau nach wagnerschen Maßstäben zu.

Ich mag natürlich keine mit einer Hexennase. Ich mag schon die schöne Frau … Ich will eine moderne, berufstätige, selbstbestimmte Frau, aber in einem veilchenblauen Kleid. Eine Hybrid-Frau sozusagen.

Veilchenblau… Wenigstens nicht rosa.

Meine Güte, ist das ein langes Interview. Ich springe mal zu den Frauen, die er bewundert.

Greta Garbo, die Frau des Widerstandskämpfers Stauffenberg, alle Astronautinnen. Frau Merkel ist toll.

Merkt Ihr was? Eure geliebte Weltherrscherin fehlt in der Aufzählung, aber davon mal ab: Frau Merkel??? Frau Merkel mit ihren Hosenanzügen? Die kinderlose Frau Merkel??? Oh-oh!

Frau Merkel arbeitet wie hundert Männer. Eigentlich ist sie eine Königs-Kobra.

Ein Satz, zu dem mir nichts mehr einfällt, außer: Die Königskobra ist die größte Giftschlange der Welt! Ich lasse das gern so stehen.

Über die Mutter seines Kindes:

… Und ihr Zauber war nicht, dass sie Fremdsprachenstudentin war und Lufthansa-Stewardess wurde, obwohl sie schon eine Star-Frau war. Als Mann willst du einen Edelstein, du willst ein Goldstück erobern. Sie hatte eine dicke Freundin dabei, die habe ich angesprochen. Und dann ist die Dicke mit mir einen Kaffee trinken gegangen. So habe ich mich über die Dicke zu der schönen Dünnen vorgearbeitet.

Zauber, Hexereien, alles irgendwie dubios. Ich bin übrigens froh, dick zu sein. Wie viele Hohlfrutteriche mir allein dadurch erspart geblieben sind, weiß ich nicht, aber es sind bestimmt einige! Darauf erst mal eine Nougatschokolade.

Herr Wagner glaubt nicht mehr an die Liebe. Die ganze Tragik in einem Satz:

Die Entzauberung kommt, wenn das geheimnisvolle Wesen plötzlich sagt: “Die Butter ist alle.”

Tja, ja, was mag erst passieren, wenn der Schicksalssatz schlechthin ausgesprochen wird: “Die Limetten sind alle!” Oder “Die Cachacaflasche ist leer!”

Oha, auf die beiden letzten Fragen antwortet er beinahe philosophisch… Und er nennt die Fragestellerin “Taube”. Die kennen sich schon 25 Jahre und duzen sich. Wie auch immer, hier der Schluss des Interviews:

Unser ganzes Leben ist eine Illusion. Es ist die Frau, die wegsegelt. Es ist der Traum, der bleibt.

Da segelt sie hin und weg, die Smoothiezicke. Das ist doch eigentlich ganz gut, oder?

Einige Zitate habe ich gnadenlos aus dem Zusammenhang gerissen, ich war so frei. Wer das komplette Interview lesen möchte, möge sich über den oben verlinkten BildBlog-Artikel zum Gespräch durchklicken. Ich wünsche viel Spaß. Wir wissen nun jedenfalls dank Wagner, warum es mit der Gesellschaft bergab geht und warum die Deutschen aussterben werden — früher oder noch früher. Verdammnis und Verderbnis möge über die Hosenanzüge kommen, denn sie sind das Symbol des bösen Zeitgeistes, der die süüüüßen Babys verhindert!

Herr Wagner, nehmen Sie DAS, muahahahaha!

Och nöööö…

 

… ich habe den ersten Tag vom Promi-Big-Brother verpasst. Und den zweiten auch. Dabei ist doch Ronald Schill dabei!

Für Nicht-Hamburger: Who the fuck ist Ronald Schill?

Ronald Schill war einer der peinlichsten Politiker, die Hamburg je hervorgebracht hat. Von 2001 bis 2003 war er Innensenator und zu allem Überfluss auch noch Zweiter Bürgermeister. Vorher erlangte er zweifelhaften Ruhm als “Richter Gnadenlos”. Die Bild-“Zeitung” liebte ihn.

Ole von Beust, unser damaliger Bürgermeister, schmiss ihn 2003 raus, weil Ronaldchen ihn angeblich gedroht hatte, zu veröffentlichen, dass Ole Roger Kusch nur zum Innensenator ernannt hätte, weil er sein Lebensgefährte gewesen wäre. (Ich kenne einige Leute, die mit der CDU nichts im Sinn haben, aber Ole von Beust mögen. Das fällt mir schon aus dem Grunde schwer, weil er damals dem unsäglichen Schill überhaupt erst die Regierungsbeteiligung ermöglicht hatte.)

So, nun wisst Ihr in groben Zügen Bescheid. Warum ich Euch das alles erzähle? Weil ich muss. Mein Enthüllungsjournalistenmonster hat damit gedroht, alle Limetten auszupressen und daraus Limettenpudding ohne Alkohol zu machen.

Enthüllungsjournalistenmonster

Das ist Enthüllungsjournalistenmonsti mit seinem Haustier, einer Zeitungsente

Der Schill, der zwischendurch mal Deutschland verließ, ist nun leider wieder aufgetaucht, und das nicht nur, um in den Deppencontainer von Sat.1 zu ziehen. Zu allem Überfluss hat er ein Buch geschrieben, so eine Art Autobiographie, die aber anscheinend hauptsächlich aus seinen Sexabenteuern besteht. (Ich hoffe aber, dass er nach dem Container wieder nach Brasilien zurückkehrt. Sorry, Brasilien.)

Die Bild-“Zeitung” veröffentlichte Auszüge. Daraus wiederum schnappte sich “Stern.de” einen Teil, der von einem HSV-Fan in einem Forum verlinkt wurde, weswegen ich drauf klickte. Manchmal sollte man Links links liegen lassen, doch nun war es zu spät!

Ich zitiere einen kleinen Teil:

“Sie kam viermal zum Orgasmus und ihre Schreie tosten durch den Wald. (…) Später trieben wir es zur Perfektion, und sie kam zwanzig Mal innerhalb einer Stunde. Bis sie einen Hörsturz erlitt.”

(Anmerkung Rahm: “Nur zwanzig Mal? Arme Frau! Manche Männer lernen es nie!”)

Enthüllungsjournalistenmonsti las diesen Artikel ebenfalls, und nun wird es sämtliche Romantik dieses Berichts gnadenlos zerstören, denn in Wirklichkeit war es anders! Enthüllungsjournalistenmonsti war nämlich dabei! Sagt es zumindest. Und so sah die gnadenlose Wahrheit aus:

Professionelle: “Okay, 20.000 Euro für eine Stunde inkl. Anfahrtszeit, aber wir gehen in den Wald! Ich will nicht mit Ihnen gesehen werden!”
Ronald McSchillig: “Ja, aber dann musst Du ganz laut schreien, um das ganze Getier im Wald zu vertreiben. Ich habe Angst vor den Marienkäfern und was es da sonst noch so gibt!” (Vermutlich fürchtete er, dass eine Ameise sein bestes Stück abbeißt — ein Biss und es ist weg. Anm. der Red.)
Professionelle: “In Ordnung.”

20 Sekunden später nach viel Gebrüll und vollzogener Dienstleistung (SchilliMcSilly verwechselte wohl Sekunden mit Orgasmen, kann ja mal passieren! Das ist wie mit den ominösen 20 Zentimetern.):

Professionelle: “Oh, was ist denn da runtergefallen? Sieht aus wie ein winzig kleines… Gehirn?”

Da haben wir es, es war kein Hörsturz bei der Prostituierten, sondern ein Hirnsturz bei SchilliMcMerktnix.

Ich bedanke mich bei meinem Enthüllungsjournalisten für Infos, die wir niemals haben wollten, und wünsche mir, dass jemand bestimmtes nächstes Jahr ins Dschungelcamp geht…

(Jetzt habe ich mir eben noch zwei kleine Filmchen, sog. “Highlights” (müssten eigentlich korrekterweise “Lowlights” heißen), aus der Sat.1-Mediathek angetan. Der Wendler ist ja auch dabei! Nee, das gebe ich mir nicht, so viel Selbstverliebtheit auf einem Haufen ertrage ich nicht.)

Gnihihihi…

Siehe § 4.

:twisted:

(Irgendwie fies für HSV-Fans, die es in die Bremer Gegend verschlagen hat … Und ich bin ja gar nicht so fanatisch, sympathischen Werderfans gönne ich durchaus leckere Getränke, ich empfehle aber lieber einen XXL-Caipi als einen Doppelkorn.)

Jetzt noch was Schlaaandiges, damit der Artikel wenigstens ein bisschen zum heutigen Tag passt. :-) (Mit Dank an Isis Managerin, die auf fb auf diese musikalische Perle aufmerksam machte.)

Spaß mit Excel

Ihr habt nervige Kollegen, die Ihr in den Wahnsinn treiben ein bisschen ärgern wollt? Vorausgesetzt, die arbeiten mit Excel, kennen sich aber nicht so gut aus, gibt es eine feine Möglichkeit in den Excel-Optionen:

Excelterror

Ganz Ausgebuffte nehmen das Häkchen bei “Vor dem Speichern…” auch noch raus. Effekt: Excel errechnet nichts mehr automatisch. Das wird dazu führen, dass der Kollege laut fluchend behauptet, Excel sei kaputt.

Nur ein kleines Scherzchen. :-D (So passiert neulich in der Anstalt, ich war allerdings nicht der Übeltäter, sondern diejenige, die die verzweifelte Kollegin gerettet hat. Ich bin eben eine ganz Liebe!) So was veranstaltet man natürlich auch nur mit Kollegen, die es verdient haben, z. B., wenn sie sich weigern, ihre Altlasten abzuarbeiten und meinen, ihr altes Zeuchs auf den neuen Kollegen abwälzen zu können, obwohl die Absprache ganz klar anders lautet. So was lassen wir dann einfach mal bis zum Vorstand eskalieren. (So redet man ja heutzutage in der schönen neuen Officewelt: “Das muss man eskalieren lassen.” Als ob das was ganz Normales wäre…) Und das Ganze wäre für jemanden, der seine alten Vorgänge ja gut kennen sollte, in maximal 4 – 5 Stunden abzuarbeiten, während ein neuer Kollege wesentlich länger dran sitzen würde… Manchmal, ja, manchmal geht auch ein Ruhe liebendes Fellmonster auf den Kriegspfad… Manchmal denke ich, dass ich zu alt für den Scheiß bin, andererseits ist es ein gutes Training für die Welteroberung.

Und in der nächsten Lektion lernen wir, wie wir SAP eine wunderhässliche rosa Oberfläche verpassen…

Nö, mir geht’s gut, ich bin gar nicht müde, ich hatte keinen scheiß Tag in der Anstalt, ich bin völlig ausgeglichen und die Ruhe selbst, alles ist flauschig, und nee, mit der sprungartig gestiegenen Anzahl aus dem Fenster gefallener Kollegen in der Anstalt habe ich natürlich nichts zu tun! Hallo?! Ich bin eine ganz liebe Person!

Was ist bloß aus Boris Becker geworden???

 

Die nicht mehr ganz so frisch Geschlüpften unter Euch erinnern sich bestimmt noch an den brillanten Sportler Boris Becker, der uns viele spannende Tennisspiele bescherte. Soweit ich mich erinnern kann, war sein Peinlichkeitsfaktor während der aktiven Zeit recht gering.

Das hat er danach alles nachgeholt. Besenkammeraffäre, Scheidungstheater, Steuerhinterziehung… Und es wird immer schlimmer. Nun dieser merkwürdige Twitterzoff mit Oliver Pocher (den ich immer noch für inszeniert halte — Bobbele wollte sein Buch promoten, Pocher hatte einen spannenden Gast für seine Show “Alle auf den Kleinen”) und sein Buch inklusive Vorlesestunden.

Guckt Euch das hier mal an. Eigentlich ist der Typ für Oliver Kalkofe schon ein zu einfaches Opfer. Becker mittlerweile auf einer Stufe mit Loddar Matthäus. Und die Frau! Er ruft sie wie vermutlich Paris Hilton ihren kleinen Schoßhund. Sie himmelt ihn an. 100 Jahre Emanzipation fürn Mülleimer.

Das ist doch unfassbar, oder? Braucht er das Geld? Es würde mich nicht wundern, wenn wir ihn in ein paar Jahren im Dschungelcamp “bewundern” dürften…

Mit der Bobbele-Weisheit “Geduld bringt Rosen” verbleibe ich mit adventlichen, vorweihnachtlichen Grüßen. Vorweihnachtliche Gefühle bringen Christrosen.

Spezialstollen

Da hat ein schlauer Bäcker in Dresden doch tatsächlich eine Marktlücke entdeckt und backt einen Liebesstollen. Das Rezept soll von Casanova stammen, das steht zwar nicht in diesem Artikel, wurde aber gestern im Radio behauptet und steht auch in der Ihgitt-“Zeitung”, dahin möchte ich aber nicht verlinken. Merkwürdigerweise wird der tolle Stollen auf der Bäcker-Website nicht angeboten, aber irgendwas ist ja immer.

Egal, die Idee hat jedenfalls Potential. Wir brauchen noch viel mehr Spezialstollen!

Uli-Hoeneß-Stollen: Als spezielle Zutat gibt es eine Feile und Dynamit, falls er wirklich in den Knast muss.

Brüderle-Stollen: Als zusätzliche Zutat müssen mindestens 100 Liter Wein hinzugefügt werden. Pro Stollen natürlich. Als Deko bitte ein Dirndl.

Sammer-Stollen: Mit 50 Liter Baldriantropfen — mindestens –, damit er sich nicht immer so aufregt.

Boris-Becker-Stollen: Mit KO-Tropfen, damit mal eine Zeitlang Ruhe ist.

Oliver-Pocher-Stollen: Gleiche Zutaten wie der Bobbele-Stollen.

Berlusconi-Bunga-Bunga-Stollen: 10 kg Viagra pro Stollen als Zutat sollten reichen, außerdem natürlich sämtliche Penisverlängerungsmittel, die es auf dem Spammarkt gibt.

Angela-Merkel-Stollen: Mit Centstücken, da freut sich die Austeritätskanzlerin. Für Wortspielfans: Es dürfen meinetwegen auch Austern hinzugefügt werden.

Veronica-Ferres-Stollen: Mit einem Mittel, das massive Hautausschläge, Pickel etc. verursacht, damit es die Chance auf ein, zwei deutsche Filme ohne ihre Beteiligung gibt.

Til-Schweiger-Stollen: Mit LSD — vielleicht bekommen wir dann mal einen dritten Gesichtsausdruck zu sehen.

Franck-Ribéry-Stollen: Mit Abführmittel. Zu verabreichen kurz vor jedem Sepplhosen-Spiel.

Kai-Diekmann-Stollen: Gebrauchtes Katzentoilettenstreu. Einfach so aus Spaß an der Freud. So viel Scheiß wie in seiner Zeitung können wir eh in zehn Millionen Stollen nicht verbacken…

Dieter-Bohlen-Stollen: Sekundenkleber, der seine Fr… ähm, sein Mundwerk für einige Zeit außer Betrieb nimmt.

Noch nicht realisiert werden kann leider der Seehofer-Stollen, da es noch keine Vernunftspillen gibt, die anstatt der Rosinen eingebacken werden könnten. Mein Forscherteam arbeitet mit Hochdruck daran.

Ach ja, nun ist mir der Appetit vergangen, aber diese Spezialstollen richten sich ja auch gezielt an die Namensgeber. :-) Ich gehe dann mal Fußball gucken.

Das war ja mal…

… ein merkwürdiger “Tatort” gestern Abend in der ARD. Ist dem Sender das Geld für Actionszenen ausgegangen? Nichts gegen Experimente, aber 90 Minuten lang 2 Verdächtige von 4 Ermittlern verhören zu lassen, das war schon etwas langatmig. Auch hätte man die Charaktere der Kommissare besser herausarbeiten können. Typ einsamer grauer Wolf, okay, nichts gegen einzuwenden, aber so müde? Den beiden Frauen fehlte es an Biss, und der Typ ohne Krawatte — sollte der für den Humor sorgen? Es ist noch ein langer Weg bis zu Thiel & Boerne…  Und alle waren sie so lieb zu den Verdächtigen. Kein “good cop, bad cop”-Prinzip zu erkennen.

Auch vermisste ich die Leiche, wobei zumindest im Laufe der Sendung klar wurde, wofür die beiden Verdächtigen in die sanfte Mangel genommen wurden: Sie sollen die gute Politik gemeuchelt haben. Schon nach kurzer Zeit, wenn nicht sogar vorher, war klar, dass die Ermittler die richtigen Verbrecher im Verhörzimmer sitzen hatten. Für Freunde des gepflegten Mitratens war dieser “Tatort” definitiv die falsche Wahl.

Irgendwie kamen mir die beiden Verdächtigen übrigens bekannt vor…

Da das alles andere als ein packender Krimi war, zappte ich ein bisschen durch die Programme. Qualitätsmedienleistung auf Privatsender, da ist ProSieben ja immer erste Wahl. Dort lief gerade “Schlag den Raab”, und zwar die Kandidatenauswahl. War recht langweilig: Die Jury, bestehend aus vier Personen, stellte einer Frau und einem Mann harmlose Fragen. Ab und zu wurde ein Zeitmesser eingeblendet. Vermutlich ging es darum, wer mehr oder weniger oder schneller oder weiß-der-Geier-was phrasig daherquatschen kann. Strategie der Frau war es wohl, den Raab komplett einzulullen und so die Million (oder wie viel gibt es dort zu gewinnen, ich habe keine Ahnung) zu gewinnen. Der Mann dagegen verweigerte teilweise Auskünfte. Ob das eine kluge Strategie ist? Selten so eine langatmige Kandidatenauswahl gesehen. Kein Wunder, dass der Raab seine Sendungen immer mehrere Tage überzieht.

Irgendwie kamen mir die Kandidaten übrigens bekannt vor…

Ich habe dann weitergeschaltet, RTL lohnt ja auch immer einen genaueren Blick. Aha, da lief eine Talkshow, anscheinend ein neues Konzept: Vier Moderatoren, zwei Gäste. Da es sich um RTL handelte, hieß das Thema vermutlich “Ich hatte einmal Sex mit dieser Frau, und nun habe ich rausbekommen, dass 9 ihrer 10 Kinder nicht von mir sind! Diese Schlampe!” Oder so ähnlich. Während sich die Frau bemühte, ihren Ex-Lover mit unkonkreter Politik (!!!) in den Schlaf zu reden, sah dieser eher so aus, als wäre er bereit, mindestens neun Kinder bei lebendigem Leib zu verschlingen. Oder zumindest ein kleines Kotelett. Das war bestimmt so ein Reality-Script-Gedöns, so etwas gibt es doch nicht in echt.

Irgendwie kamen mir die beiden Gäste bekannt vor…

Das war mir gestern alles zu viel, man kann doch das Wochenende nicht so unharmonisch ausklingen lassen. Worauf kann man sich verlassen, wenn einem der Sinn nach Romantik steht? Das gute alte ZDF. Da läuft Sonntag abends doch immer was von Pilcher & Co. Und ja, so auch dieses Mal! Ich wurde nicht enttäuscht. Das Setting war etwas seltsam, ein Studio, vier Moderatoren, das Paar, das sich noch finden musste, gegenüber. Ein flapsiger Mann bemühte ständig die Begriffe “Große Koalition” und bemühte sich herauszufinden, was denn getan werden müsse, damit es zu einer solchen käme… Ich vermisste so ein bisschen das Cornwall-Ambiente, aber man kann nicht alles haben, diese exotischen Drehorte kosten ja auch immer wahnsinnig viel Geld. Mann und Frau sträubten sich jedenfalls sehr gegen ihre Liebe, aber wir wissen ja, dass bei Pilcher & Co. immer alles gut wird. Leider schlief ich ein, bevor das Happy End gesendet wurde, aber man kann nicht alles haben.

Irgendwie kam mir das Liebespaar in spe so verdammt bekannt vor…

Highlight des Abends, auch für die Fashion-QUEEN (also mich): Die Schlandkette! Sie war in jeder Sendung vertreten, es handelt sich hierbei um ein absolutes Must-Have-Accessoire! Darauf eine Runde scheiß Herzchen: ♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥

Zum Schluss noch der Hinweis, dass der FDP ein kleiner Fehler unterlaufen ist — kommt selten vor bei der Partei, normalerweise sind die Fehler ja groß. Dieses Wahlplakat ist unvollständig:

plakat

Zum Glück gibt es ja mich, die FDP-Freundin, die den Fehler sofort ausgebügelt hat. Hier die korrekte, vollständige Version:

FDP_Plakat_optimiert Kopie

Nix zu danken, liebe FDP. Ich helfe, wo ich kann.