Stöckchenzeit: Charismatisches Stöckchen

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So, für ein Stöckchen muss jetzt einfach mal Zeit sein!

Charisma möchte folgendes von mir wissen, sie hat mich nämlich in den Kommentaren nachnominiert, weil ich so stöckchenverrückt bin.🙂

  1. Magst Du Awards? Beantwortest Du gerne Stöckchen? JAAAA, Stöckchen!
  2. Findest Du die angehende WeHe {Weltherrscherin aka Fellmonster} auch so crazy? Ganz normale, total seriöse Person, das Monster…
  3. Was hälst Du von der Trennung von ‚Brangelina‘? Oder ist Dir das schnuppe? Das ist mir sooooo egal. https://youtu.be/0LyAey51CmQ
  4. Arbeit: könntest Du ohne leben, wenn das Geld reicht? Ganz leicht und ohne Probleme! Ich würde mir schon eine sinnvolle Aufgabe suchen, aber ohne meine jetzige Arbeit könnte ich gut klarkommen.
  5. Freizeit: hast Du Hobbies? Welche/s? Was ist dieses „Freizeit“? So was hat eine angehende Weltherrscherin nicht. Hätte ich Freizeit, würde ich diese mit lesen, bloggen, fotografieren Rad fahren, spazierengehen und ähnlichem verbringen, aber das ist wie gesagt rein theoretisch. *bedeutungsschwer seufz*
  6. Lieblingsgetränk: Cocktail, Wein oder Bier? Cocktail, der mit C anfängt und bei dem Cachaca und Limetten eine tragende Rolle spielen.
  7. Lieblingsessen: nur mit Fleisch/Fisch oder lieber vegetarisch? Fisch geht bei mir gar nicht. Fleisch hin und wieder mal, aber auf keinen Fall jeden Tag. Gern auch mal ohne Fleisch.
  8. Zuhause kochen oder eher Essen {Pizza holen} gehen? Ich koche ja nur, wenn ich wieder Waffen brauche. Mit Gekochtem von mir schlage ich die hartnäckigsten Feinde in die Flucht.
  9. Was hälst Du von McDonalds & Co? Liebst Du Burger? Ich mag ab und zu einen GUTEN Burger. Damit ist McDonalds raus.🙂
  10. Fremdsprachen: beherrschst Du eine? Oder mehrere? Englisch so halbwegs, außerdem spreche ich fließend anstaltisch. Ja, das ist schon eine extra Sprache, was die da verwenden, vor allem Manager und Prozessmenschen.
  11. Deutschland: stinken Dir die politischen Ansichten der AfD auch so? JA! Und überhaupt der Rechtsruck in vielen Ländern. Zorn und Dummheit ergeben ein hässliches Paar. Wenn sich die etablierten Politiker mal wieder mehr auf sozial gerechte Politik konzentrieren würden, anstatt den Riesenkonzernen immer mehr Goodies zukommen zu lassen, könnte vielleicht noch die Trendwende geschafft werden. (Aktuell ja mal wieder die Idee, Autobahnen zu privatisieren, Versicherungskonzernen mal wieder was zuschustern, aber das ist nur ein Beispiel von viel zu vielen.) Ansonsten schön weiter so mit dem Wutdenken und damit, den Zorn auf bestimmte Menschengruppen zu lenken. Leider eskaliert so was. Die Geister wird man irgendwann nicht mehr los…

Oh, schon fertig? Das hat wieder Spaß gebracht. Ich denke mir aber dieses Mal keine neuen Fragen aus, das habe ich schon so oft getan, dass mein Kreativspeicher zurzeit leer ist. Nehmt doch das Stöckchen bitte einfach mit, die Fragen sind charismatisch-epochal.

 

Das kurze Leben des Ernst Lossa

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ernstEr ruft so laut er kann: Nur für ein paar Tage, Mutter – versprochen?“

Als Antwort lächelt sie. Sie küsst ihre Handfläche und bläst ihm ihren Kuss hinterher. Danach fährt sie sich mit der Hand über die Augen. Ernst sieht, wie sich ihre Lippen bewegen, als würden sie sagen: „Versprochen.“

Robert Domes – Nebel im August

Ernst Lossa (1929 – 1944 in der Anstalt Irsee)

Ernst ahnt in diesem Moment wohl nicht, dass er seine Mutter nie wiedersehen wird und nie wieder mit seinen Eltern zusammen sein darf. Seine Familie gehört zu den Jenischen. Im Winter wohnen sie meist in einer billigen Wohnung in Augsburg, im Sommer fahren sie mit dem Planwagen durch’s Land. Ernst` Eltern arbeiten als Restauratoren von Kirchenfiguren.  Ernst hat zwei jüngere Schwestern und einen kleinen Bruder. Ernst‘ Mutter leidet an Tuberkulose, kommt ins Krankenhaus – für die Fürsorgebehörde ein willkommener Anlass, Ernst und seine Schwestern…

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Ein Teil des AfD-Programms sachlich analysiert

 

„Es geht jetzt nicht um Politik. Es geht um Sachthemen.“
(Harald Lesch im nachfolgenden Video.)

Sollte es nicht in der Politik vor allem um Sachthemen gehen? Wie traurig ist es, dass selbst ein sachlicher, ruhiger, bedächtiger Mensch wie Harald Lesch diese beiden Punkte trennt? Ein Armutszeugnis für die etablierten Parteien.

Hier analysiert Harald Lesch den Teil des AfD-Programms, der sich mit dem Klimawandel beschäftigt. Wäre es nicht schön, wenn sich die Politiker der demokratischen Parteien und die politischen Medien mit großer Reichweite den Rest des Programms auch in der Form vornehmen würden, um diese Partei zu demaskieren?

Ist wirklich sehenswert. Die Politik könnte mehr Lesch-Mentalität gebrauchen.

Morgen dann wieder ein bekloppter Beitrag, das reißt sonst ein hier mit der Politik.

Jetzt verstehe ich das erst in Gänze …

 

… nämlich Hermiones Kommentar von neulich mit den Brötchen und der AfD. Bis dato hielt ich es nur für einen guten passenden Spruch, aber wie so oft im Zusammenhang mit der AfD steckt mehr dahinter. Mehr Dämlichkeit:

Natürlich hat die AfD diesen Tweet inzwischen gelöscht. Das tun die Niedrigdenker ja immer mit den Beiträgen, deren Dämlichkeit ins Extreme wuchert. Die normal-dummen Beiträge dürfen bleiben, ist ja klar, sonst wäre auf deren Social-Media-Kanälen kaum noch Content.

Fachfrage: Zwei AfD-Politiker sitzen in einem Raum. Jemand wirft von draußen eine Tüte mit zwei Discounterbrötchen rein. Was passiert?

Der IQ in dem Raum steigt schlagartig um ca. 1000 % an.

Ich sollte wirklich mal wieder mehr bei Twitter lesen. Dann wäre ich auch eher über das hier gestolpert:

warmalInnnenminister

Der Mann war mal Bundesminister des Innern und ist immer noch ein hohles… pardon, ich meinte natürlich hohes Tier in der CSU. Mehr muss ich dazu gar nicht sagen, der Tweet spricht für sich.

Bei Facebook entdeckt man aber auch wunderbare Perlen der Dämlichkeit:

gutDeutschmitderAfD

Jaaaa, klar, hier in Hamburg flogen den AfDämlingen die Plaster-Steine und die farb-Beutel non-stop um die Ohren. Das war aber ein völlig verkehrter Ansatz, typisch dämliche Rote SA, aber was kann man von mit Steuergeldern finanzierten Polizeiautoanzündern erwarten? Lieber U., wir Hamburger werden uns bessern! Beim nächsten Wahlkampf schlagen wir Euch lieber Beutel mit korrektem Deutsch um die Ohren, vielleicht fliegt einer direkt in Eure Gehirnzellenparkhäuser, da ist ja genug Platz (soooo viele freie Parkplätze dort, ein Träumchen!), und statt Plaster-Steinen (was immer das sein soll, Lego aus Plaste?) nehmen wir Duden.

Möge Hamburg niemals AfD-blau werden!

Seriös!



Wer Geldverdienstmöglichkeiten in solch hübscher Farbe verschickt, der kann es doch nur ehrlich meinen, oder? Das ist aber noch gar nicht mal das Wichtigste.

2015-03-13 22.20.42

Sondern das hier. Das gehört alles noch zu dieser „Arbeit! Arbeit! Arbeit!“-Mail dazu. Es umfasst quasi alle Themen, die uns beschäftigen, nur die Ideen von AfD-Petry fehlen — selbst Spammails haben anscheinend ihren Stolz. Flüchtlinge auf irgendeine Insel „zurückführen“, natürlich hat sie keine Ahnung, welche, das soll gefälligst die Bundesregierung klären; gesetzestreue Bürger sollen sich eine Knarre kaufen können, um sich, ihre Familie und ihre Freunde verteidigen zu können — hurra, US-amerikanische Verhältnisse; von den ganzen anderen Dummschwätz, den sie von sich gibt, ganz zu schweigen. Bei allem verständlichen Frust in Bezug auf die etablierten Parteien frage ich mich, wie man die AfD, in der die Dummheit offensichtlich nicht nur zu Hause ist, sondern sich fröhlich wie die Karnickel fortpflanzt, wählen kann.

(Übrigens: Einen Inselplan gab es in Deutschland schon mal: Den sogenannten Madagaskarplan der Nazis. Wie viele Beweise braucht es eigentlich noch, damit auch der letzte Wähler erkennt, welch Ungeistes Kind diese Partei ist?!)

2015-03-13 22.20.51

Sorry, ich bin wieder abgeschweift. Ist mir nicht gut bekommen, heute das Interview mit dieser Frau zu lesen. Zurück zum Spam.

Sehr schön fand ich die Mails, die ich eine Zeitlang in Sachen „Toilet Paper Coupons“ bekam. Als Verehrerin der geheimnisvollen Toilettenpapierrollenpappkern-Künstlerin in der Anstalt fühlte sich mein Innerstes total angesprochen, zumal die Bilder recht hübsch sind, wobei diese natürlich nicht mit den Werken der Künstlerin konkurrieren können.

2015-03-24 18.26.13 2015-03-26 20.25.41 2015-03-29 16.01.50 Toilettenspam

Wer hier nun Gedankengänge in der Art von Toilettenpapier –> Scheiße  –> AfD hat, dem möchte ich nicht widersprechen. Ich gehe nun ins Bett, bevor ich mich wieder reinsteigere. Gute Nacht.

Hund sein …

… im Hier und Jetzt leben, das gute Wetter genießen, den Augenblick zelebrieren, ich wünschte, ich wäre ein Hund. Ab und zu mal zoffen und sich eine Minute später wieder ein Schlabberküsschen auf die Schnauze geben. Kein Hass, kein Nachtragen, statt dessen viel Miteinander und Zuneigung. Ach, Menschheit, nimm Dir doch ein Beispiel an Nelly und Socks.

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Mit traurigen Gedanken an die Opfer von Terrorakten, Amokäufen und Kriegen.

  • Paris
  • Nizza
  • Kabul
  • Israel
  • Palästina
  • Würzburg
  • Bagdad
  • Istanbul
  • München
  • Manbidsch
  • und zu vielen anderen Orten

Nur noch zwei, drei unsortierte Gedanken.

Es verdichten sich die Hinweise, dass es sich bei dem Mörder in München um einen Amokäufer handelt. Was ich aber gestern, als man noch kaum etwas wusste, wieder in den sog. sozialen Netzwerken lesen musste, war erschreckend.

Glauben wir denn wirklich, dass

  • geschlossene Grenzen
  • Verurteilung einer ganzen Glaubensgemeinschaft
  • Hass, Hass, Hass

uns irgendeiner Lösung näherbringen werden?

Langfristig sollte es erfolgversprechender sein, eine Gesellschaft zu schaffen, in der

  • Mitmenschlichkeit
  • Hilfsbereitschaft (nicht nur Deutschen gegenüber)
  • Rücksicht
  • soziale Gerechtigkeit
  • Toleranz
  • Chancen für alle
  • Bildung, Bildung, Bildung, auch und gerade in Sachen Geschichte, Ursachen von Konflikten, Analyse von Zusammenhängen

die tragenden Werte sind, um den Hass zu reduzieren. (Ganz werden wir ihn nie beseitigen können, da braucht man sich nichts vorzumachen.)

Ich bin nicht blauäugig. Wir kommen nicht daran vorbei, Terrororganisationen auszuspionieren, um zumindest einige Anschläge zu verhindern (wie weit das gehen darf, ohne Grundrechte und notwendigen Datenschutz zu verletzen, ist ein weites Feld, um das es hier nicht gehen soll), auch habe ich kein Problem damit, dass Flüchtlinge registriert werden, wobei ich letzteres nicht für ein wirksames Mittel gegen Terroranschläge halte.

Grenzen schließen? Gar keine politisch Verfolgten mehr aufnehmen, keine Kriegsopfer? Nicht das, was ich mir wünsche, ich möchte eine Gesellschaft, in der Humanität eine wichtige Rolle spielt. Es ist tragisch, dass sich nicht alle EU-Länder einig waren. Hätte jeder EU-Staat eine Anzahl Flüchtlinge aufgenommen und für menschenwürdige Umstände gesorgt, wäre einiges besser gelaufen. Hier hat die EU als Gesamtgebilde definitiv versagt. Ich bin ein Anhänger des Prinzips EU als Solidaritätsgemeinschaft und bestimmter Werte. Wenn es nur noch darum gehen soll, Konzernmolochs freie Grenzen und Profitmaximierung zu ermöglichen, bräuchten wir sie in der Tat nicht mehr… Der Verlust wäre größer, als manch einer heute denkt.

Zum Schluss: Es ist ja jedes Mal wieder das gleiche, Menschen machen sich Gedanken, was jemanden so weit bringen kann, ihm völlig unbekannte Personen umzubringen. Sofort kommen andere Menschen mit dem Argument: „Um den Täter machen sich nun wieder alle Gedanken, während die Opfer nicht interessieren.“

Falsch. Es geht darum, die Lebensumstände des Täters zu analysieren, um vielleicht solche Taten und somit großes Leid zukünftig zu verhindern bzw. zu reduzieren. Das wird nie zu 100 % erfolgreich sein, aber es könnte, um mal Amokäufe als Beispiel zu nennen, helfen, in der Schule einige Gefährdete rechtzeitig zu erkennen und ihnen zu helfen, bevor es zum Äußersten kommt. Was fanatisch-radikalisierte Täter betrifft, dürfte das ungleich schwieriger werden, aber auch hier sind gewisse Ursachen bekannt. Wir dürfen davon ausgehen, dass mit jedem westlichen Bombenangriff, dem Zivilisten zum Opfer fallen, neue künftige Attentäter geschaffen werden.

Auge um Auge, Zahn um Zahn wird uns nicht weiterhelfen, so sehr der Wunsch nach schnellen, einfachen Lösungen in Anbetracht dieses sinnlosen Sterbens verständlich ist. Es wird nicht funktionieren. Gewalt zeugt Gewalt, Hass zeugt Hass.

Wer mich jetzt als Gutmensch beschimpfen will, soll sich die Zeit sparen und seine Tastatur auf ein Pokémon werfen. Ist sinnvoller. Mit Leuten, die solche „Argumente“ bringen, diskutiere ich grundsätzlich nicht mehr.

Und heute Abend wird es noch einen der üblichen bekloppten Artikel geben, Nelly wird sich mal wieder zu Wort melden.

Neulich …

 

… auf der AfD-Bayernseite:

AfDistvollwitzigey

Diese Perle deutscher Witzetechnik ist natürlich mittlerweile von deren Website verschwunden, diese Verp***-Taktik der Rechten kennen wir ja mittlerweile, man muss da gar nicht zwingend nach Großbritannien gucken. Schade nur, dass sie nicht ganz verschwinden, diese ganzen Pegidarmleuchter und AfDeppen. Aber beleuchten wir diesen Humor doch mal genauer.

Der bösen Lügenpresse glaubt also keiner mehr, schon gar nicht, wenn ein Flüchtling mal was richtig gemacht hat, denn: Das gibt es nicht! Flüchtlinge verhalten sich niemals korrekt! Das weiß man doch!1!!11!! Es ist auch so was von egal, dass diese Meldung sogar offiziell von der Polizei NRW veröffentlicht wurde. Lügenpolizei!!! Linksversiffter Bullenverein!!!!!

Ein Flüchtling greift zu Putzmitteln und reinigt seine Unterkunft. Meine Güte! Im Vergleich dazu ist Mario Barth der Loriot der Comedyszene. (Entschuldigung an Loriot, dass ich seinen Namen in einem Atemzug mit Mario B. verwende.)

Claudia Fatima Roth… Ach, kommt, der Witz ist nicht im Keller, dafür musstet Ihr viel, viel tiefer graben. Solche tiefen Löcher buddeln nicht mal alle Hunde der Welt zusammen.

Und nun noch mal für AfDlinge: Wie fändet Ihr denn solcherart Witze über Euch?

AfD-Mitglied …

… findet funktionierende Gehirnzelle, macht davon Gebrauch und tritt aus der AfD aus!

AfD-“Ich will zurück in die Adenauer Zeit”-Sympathisant…

… teilt sich die Haushaltsarbeit gerecht mit seiner Frau!

… liest einen Bericht über die Kriegserlebnisse von Flüchtlingen und entwickelt Mitgefühl, anstatt allen pauschal Asylbetrug zu unterstellen.

Beatrix von Storch …

… entdeckt in Argentinien den mittlerweile 127 Jahre alten Gröfaz und verliebt sich unsterblich. Er möchte sie aber erst nach dem Endsieg heiraten.

Tolle Taktik der AfDämlinge: Erst mal schön Öl ins Feuer gießen und dann schnell weg damit von der eigenen Website, um sich seriös zu geben. Wird schon funktionieren, steht ja jeden Tag leider mehr als nur ein Dummer auf.

So, genug von diesem Verein. Die nächste Woche werde ich in diesem Blog mindestens 4 meiner alten Artikel, die seit über einem Jahr in den Entwürfen dümpeln, veröffentlichen. Und nachher kommt noch ein Leseeindruck, da hänge ich auch schon wieder hinterher.

Leseeindruck: “Hammelsprünge – Sex und Macht in der deutschen Politik” von Ursula Kosser

 

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Worum geht es?

Treffen sich vier Politik-Journalistinnen, um in Erinnerungen zu wühlen – so in der Art kann man sich dieses Sachbuch vorstellen. Vor allem die 80er in Bonn werden ins Visier genommen.

Das Buch ist nicht halb so boulevardesk, wie der Untertitel befürchten lassen könnte. Mit Namen wird diskret umgegangen und nur wenige genannt. Bei einigen könnte man vielleicht anhand der Umschreibungen erahnen, um welche Politiker es ging, dazu bräuchte man aber wohl ein gutes Gedächtnis. Ich konnte damals zwar die Namen aller Minister runterbeten, aber heute würde ich nicht mal mehr die Hälfte der Namen auf die Reihe bekommen. Der Hammelsprung, so viel weiß ich aber noch, ist ein Abstimmverfahren, bei denen die Abgeordneten je nach “dafür”, “dagegen”, “ist mir doch schietegal” durch die entsprechende Tür latschen. Also ein hochpolitischer Titel.

Was der Leser erfährt, war zumindest für mich nicht allzu überraschend, aber ich bin ja auch schon älter und Mitte der 80er ebenfalls ins Berufsleben eingestiegen.

———————— monstermäßige Abschweifung ————————

Oja, lass mal wieder abschweifen! Damals in der Anstalt, es war Ende der 80er, arbeitete ich als Springerin. Nein, nicht als Walking Act in einem lebensgroßen Schachspiel, sondern an verschiedenen Arbeitsplätzen, wo Not an der Arbeitskraft war, sei es aus urlaubs- krankheits- oder Berge-von-Arbeit-Gründen. Eine der Gruppen, der ich damals schwerpunktmäßig angehörte, bestand aus 3 Frauen und vier Männern. Der Gruppenleiter war so richtig vom alten Schlag, zwei weitere waren auch schon so um die 60, einer war ca. Mitte 40. Damals war es Usus, dass die Frauen den Kaffee kochten und – ja, wirklich, ich veräppele Euch nicht! – auch in die Tassen gossen und an die jeweiligen Schreibtische brachten. Eine der Frauen war so sehr mit dieser Aufgabe verwachsen, dass sie die Zeiten selten vergaß (es gab vormittags und nachmittags Käffchen). Sollte sie doch mal 5 Sekunden über der Zeit gelegen haben, genügte ein “Ich habe Kaffeedurst” ihres Gegenübers, um sie wie von 1000 Taranteln gestochen aufspringen zu lassen, laut “Kaffeekochen!!!” zu rufen, und mit Höchstgeschwindigkeit, die einen Usain Bolt erblassen lassen würde, mit der Kaffeekanne zum Wasserhahn zu rennen.

War diese Frau nicht da, waren da ja noch die beiden anderen Frauen oder zumindest eine. Doch eines Tages passierte, was irgendwann geschehen musste: Keine von den dreien war anwesend. Aber ich. Also bekam ich von dem Gruppenleiter, einem widerlichen Ekel, die Aufgabe übertragen.

Und Ihr kennt mich, ich bin immer, wirklich immer, vor allem, wenn es um widerliche Ekel oder sexistische Kotzbrocken (der andere ältere, nur der Mitte 40er war ein sympathischer Mann), bestrebt, das Wohlergehen solcher Persönlichkeiten aufrechtzuerhalten, weil ich nämlich eine ganz Liebe bin! Was tue ich also? Ihr kennt das alle, der Büroalltag ist ermüdend, diese trockene Luft in den Räumen, das Starren auf Monitore oder Karteikarten (hey, es waren die 80er und die Anstalt war schon damals nicht die modernste ihrer Art!) führt zu überlasteten Äuglein, was hilft da besser als so’n schöner Kaffee? Ein starker Kaffee? Ein verdammt noch mal richtig starker Kaffee!!!! Also nicht nur einen normalen Löffel Pulver pro Tasse (die Anstaltstassen waren übrigens recht klein), sondern ordentlich gut gehäuft. Und dann noch einen extra für den deutschen Kaiser, den die beiden älteren zwar knapp verpasst haben dürften, aber das Gedankengut waberte noch genug durch ihre Köpfe.

Abführmittel hatte ich nicht zur Hand, schlechte Vorbereitung, würde mir heute nicht mehr passieren, dabei weiß man ja um die träge Verdauung von Büromenschen durch das viele Herumsitzen. Ich hätte sonst mein medizinisch wertvolles Getränk noch weiter zum Wohle der Kollegen optimieren können. Aber so war es auch schon gut.

Warum ich danach nie wieder Kaffee zu kochen brauchte, weiß ich bis heute nicht.

Ich erinnere mich auch gern daran, wie der sexistische Kotzbrocken mich mal fragte, ob ich kochen könne, ich mit “nein” antwortete und er meinte: “Was machst Du denn, wenn Du mal einen Freund hast?” Was soll so eine Frage, hatte er Angst, ich würde meinen Freund aufessen? Roh? Ich barfe doch nur meine Hunde, nicht mich. Ich habe aber ganz lieb geantwortet, dass ich ihm empfehlen würde, selbst zu kochen.

An manchen Menschen sind die ‘68er (sind an allem Schuld, außer an den Sachen, an denen die Flüchtlinge schuld sind) echt spurlos vorübergegangen. Und komme mir bitte keiner mit “Respekt vor dem Alter”. Bis zu einem gewissen Grad, ja, natürlich, aber das ist keine Entschuldigung für ekelhaftes Verhalten. Und damit meine ich gar nicht mal diese Kaffeekocherei, sondern z. B. das Mobben, das von dem sexistischen Kotzbrocken gegenüber einer Kollegin betrieben wurde. Oder das menschlich häufig sehr fragwürdige Verhalten des Gruppenleiters gegenüber seinen Mitarbeitern.

———————— monstermäßige Abschweifung ENDE ————————

Kommen wir zurück zum Buch. Wir erfahren also nicht nur von untreuen Politikern, sondern auch von der herablassenden Art der Bonner Elite (sog.) gegenüber Frauen, vor allem, wenn sie noch jung sind. Wir lernen, falls wir es noch nicht wussten, dass da noch eine Menge Staub von den Gehirnen vieler Menschen gepustet werden musste. Und auch heute ist das Thema noch aktuell, wie #Aufschrei vor kurzem deutlich zeigte. Heute kommen Diskriminierung und Belästigungen in anderem Gewand daher, nicht mehr so altherrenhaft wie noch in den 80ern (außer von Relikten wie Brüderle), aber es gibt sie noch. (Und natürlich kann diese auch von Frauen ausgehen, da es aber häufig eine Konstellation von Macht und Abhängigen ist, und es noch nicht soooo sehr viele Frauen in Führungspositionen gibt, liegt der Fokus halt immer noch auf dem männlichen Geschlecht…)

Eingestreut in das Buch sind übrigens auch Erlebnisse von ehemaligen Politikern und Journalisten, es kommen also auch Männer zu Wort. Der Grundtenor des Buches ist nicht, dass alle Männer Schweine sind. Das ist auch richtig so, ich hasse Verallgemeinerungen. Das Buch bietet auch viele Informationen über die damalige Gesetzeslage und Frauenpolitik, es ist also kein Tratschbuch (na ja, manchmal schon ein bisschen Winking smile). Auch die beginnenden 90er kommen noch vor und Begegnungen mit einer gewissen Angela Merkel, damals häufig spöttisch als “Kohls Mädchen” bezeichnet, werden geschildert.

Wie hat es mir gefallen?

Es war wie gesagt für mich nichts wirklich Überraschendes dabei. Ehebruch, Alkoholismus, herablassendes Verhalten, das alles sind nun auch keine Attribute, die nur auf Politiker zutreffen, mag das Klima in Bonn, weitab von deren Familien, dafür auch günstig gewesen sein. Interessant wäre es mal, ein Buch von Journalistinnen zu lesen, die die heutigen Erfahrungen schildern. So ein “Sie füllen ein Dirndl gut aus”-Brüderle ist ja doch eher von gestern oder sogar vorgestern. Aber die Gleichberechtigung ist immer noch nicht erreicht. An den Themen Ehebruch und Drogensucht wird sich nicht sooo viel geändert haben.

Nichtsdestotrotz wird die Atmosphäre in dem Buch gut geschildert. Vermutlich gibt es zurzeit wichtigere Sachbücher, die man lesen könnte, aber wer sich für die Entwicklung der Frauen im Berufsleben interessiert, kann damit nichts verkehrt machen. Ich gebe 4 XXL-Caipigläser.

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Zitat

Heute mal kein Zitat, sondern ein Video, die Szene wird auch im Buch erwähnt.

Einerseits traurig, andererseits gerade von eingeschränkter Aufnahmefähigkeit zu reden, wenn man selbst eindeutig mindestens ein Glas zu viel intus hat, ist schon irgendwie ironisch…

Das Cover

Das Cover ist eigentlich farbig, ich habe es von meinem E-Reader abfotografiert, daher die Grautöne. Es ist passend.

Zahlen, Daten, Fakten

Erschienen bei DuMont, 256 Seiten in der gebundenen Ausgabe, die ich ja nicht besitze, aber ich möchte Euch ja nicht ganz ohne Seitenzahlen sitzen lassen.

Erfüllte Aufgabe

Nr. 15, ein Sachbuch oder eine Biografie.

So, aktuell nur noch ein Buch im Rückstand, und bald steht die EM vor der Tür, da werde ich auch nicht so viel Zeit zum Lesen haben. Das Monsterblog ist also vor zu viel Buchbloglastigkeit bestens geschützt.

Er ist wieder da…

 

… der Typ mit dem Schnauzer. Nein, nicht der. Der andere. Und er hat ein Buch mitgebracht, irgendwas mit Wunschdenken und warum Politik so häufig scheitert.

Wollen wir uns das wirklich vom Thilo erklären lassen?

Aus dem Wörterbuch:

Sarrazinieren: Den immer gleichen dünngeistigen Abfall in Buchdeckel pressen lassen und dadurch das eigene Konto mit vielen ungeliebten Euros füllen. Setzt eine gewisse Bekanntheit und ein großes Maß an Ignoranz seitens des Verfassers voraus.

Gute Kunde: Wir brauchen das Werk nicht zu lesen. Von der Wunderbaren Welt des Wissens wurde mir folgender Link zugespielt:

http://www.taz.de/!5295134/

Nun sollte man ja eigentlich, bevor man über ein Buch und dessen Verfasser urteilt, das Erzeugnis lesen (oder sich vorlesen lassen – gibt es Sarrazins Bücher als Hörbuch, von ihm selbst vorgetragen?). Aber ganz ehrlich: In diesem Fall kann man getrost eine Ausnahme machen. Wer so einen Stuss von sich gibt (Zitat aus o. g. Artikel kopiert):

„Besonders diskreditiert sind bei Gleichheitsideologen alle Unterrichtsformen, bei denen sich eine Selektion nach der Intelligenz der Schüler und nach dem Bildungshintergrund der Eltern ergeben könnte. Die Gleichheitsideologen möchten offenbar nicht, dass sich die Kinder der Gebildeten und Bessergestellten in ihren eigenen Kreisen bewegen“,

der hat nicht den Anflug einer sachlichen Auseinandersetzung verdient. Chancengleichheit? Fürn Sarrarschin. Upps, sorry, auf der Maus ausgerutscht, sollte “fürn Hintern” heißen. Nicht, dass nun Socksi in seiner Eigenschaft als Botschafter der WEZ einberufen wird.

Noch eine gute Buchkritik: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-04/thilo-sarrazin-wunschdenken

Ja, ja, der Circus ist wieder in der Stadt. (Klick macht etwas größer.)

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PS: Es ist anzunehmen, dass in dem Buch auch wahre Dinge stehen; dass zum Beispiel mit der Bildungspolitik nicht alles zum Besten steht, ist den meisten Menschen eh klar. Auch andere Themen werden von Personen angesprochen, die dankenswerterweise darauf verzichten, irgendwelche qequirlten Herkunftsscheißtheorien unterzumischen, sondern die an einer sachlichen Diskussion und sinnvollen Lösungen interessiert sind.

PPS: Ja, dieser Artikel ist unsachlich. Und? Befinde mich damit in bester Sarrazin-Gesellschaft. Smile with tongue out

PPPS: Dranbleiben! Wochenende kommt ein epochaler Artikel. Ich traf einen wirklichen Superstar!

Ich hab mich so gefreut!

 

Achtung, der folgende Beitrag enthält Spuren von Sarkasmus. Bei Ironie-Intoleranz bitte nicht weiterlesen. Bitte aber ganz unten meinen Linktipp unter „Wichtig“ beachten. DANKE!

Die Panama-Papers sind ja nun in aller Munde. Keine Angst, ich blogge jetzt nicht seitenlang über Steueroasen, Briefkastenfirmen und was sonst noch so von sehr reichen Menschen genutzt wird, um Steuern zu sparen.

Ich freute mich aber sehr darauf, dass in den Blogs/Webseiten/Facebook-Seiten, die sich immer sehr kritisch mit dem Flüchtlingsthema auseinandersetzen, vor allem mit den hohen Kosten, die diese unserer überragenden westlichen Kultur doch so fernstehenden Asylantragsteller, die so tun, als seien sie Kriegsflüchtlinge, in Wirklichkeit aber doch nur in unser Schlaraffenland wollen und hier sämtliche Betrugsmaschen ausschöpfen (so ist es mehr oder weniger subtil zwischen den Zeilen herauszulesen), für uns Steuerzahler verursachen.

Gefreut habe ich mich auch auf neue „Spaziergänge“ zum Thema unsolidarische Superreiche. Frische Luft ist ja so gesund. Montage sind schon von den -gidas belegt, Freitag und Sonnabend ist Buli, Sonntag „Tatort“, aber Dienstag bis Donnerstag wären noch frei.

ABER:

Was lese ich zu dem Thema auf den Seiten?

Nichts! Rein überhaupt gar nichts! Es scheint diesen Bloggern/Website-Schreibern/Facebookern völlig egal zu sein, dass reiche Menschen durch Steuerhinterziehung einen Schaden für unser Staatswesen anrichten, der um einiges höher ausfallen dürfte als die Kosten für die Flüchtlinge. Es gibt leider keine richtig belastbaren Zahlen. Flüchtlingskosten: Irgendwas zwischen 20 – 50 Milliarden Euro in 2015. Steuerhinterziehung: Der Focus, eher nicht im Verdacht, zur linksversifften Gutmenschenpresse zu gehören, spricht von 100 Milliarden jährlich.

Und wohlgemerkt: Nicht alle diese Briefkastenfirmen sind illegal. Überhaupt nicht illegal ist das Verhalten großer Konzerne, die ihre Gewinne in Staaten versteuern, die mit niedrigen Sätzen locken. Deswegen muss so etwas wohl auch nicht weiter kritisch beäugt werden, zumal man offensichtlich genug damit zu tun hat, mehr oder weniger subtil Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen.

Ich rede hier übrigens nicht von Personen, die in der Lage sind, das Gesamtbild zu betrachten, sondern von Schreibern, die immer und immer und immer wieder nur die Negativbeispiele hervorzerren und sich weigern zu akzeptieren, was es heißt, Kriegsflüchtling zu sein. Während ich von den meisten “Gutmenschen” durchaus zu hören bekomme, dass ihnen bewusst ist, dass nicht alle Flüchtlinge ganz lieb seien und sich mit Feuereifer integrieren wollen – so viel zum Thema Realitätssinn. Natürlich gibt es betrügende Flüchtlinge, gewalttätige Flüchtlinge, wie es übrigens auch betrügende und gewalttätige Deutsche geben soll, aber das ist dann ja wenigstens unsere Kultur, nech?

Was schließen wir daraus? Gar keinen mehr aufnehmen, auch nicht die vielen Kriegsflüchtlinge, die einfach nur dankbar sind, ihr Leben retten zu können? Soll das wirklich die Konsequenz sein? Die Schreiber, an die ich denken muss, äußern sich hierzu interessanterweise nicht. Sie überlassen ihren Lesern die Schlussfolgerungen, lieb, oder?

Immerhin habe ich einige interessante Facebook-Kommentare gelesen. Einer wies darauf hin, dass ja nicht wirklich Kosten entstünden, es würden ja nur weniger oder keine Steuern bezahlt, das seien aber ja keine Kosten.

Aha. Mehr Steuereinnahmen = mehr Geld für z. B. die Infrastruktur oder zum Abbau der Schulden, das habe ich vor diesem weisen Kommentar gedacht, aber das würde vermutlich eh nur alles an die Flüchtlingshorden gehen, die betrügend durch deutsche Lande ziehen. Dann doch besser so!

Auch schön: Generell müssten Firmen niedriger besteuert werden, denn sie schaffen so viele Arbeitsplätze, und das täten sie sonst nicht.

Ach so. Nee, darauf einzugehen, ist mir zu doof, das wird sonst wieder so ein ellenlanger Artikel.

Wir fassen zusammen: Steuerflüchtlinge (übrigens ein scheiß Begriff, das sind nun wirklich keine Flüchtlinge, sondern Betrüger!) und Konzerne, die ihre Gewinne sonstwo versteuern, aber nicht in den Ländern, wo sie anfallen, sind anscheinend nicht so kritisch zu betrachten wie Flüchtlinge. Letztere schaffen nämlich keine Arbeitsplätze und sehen irgendwie auch noch so anders als wir aus, außerdem distanzieren sie sich nicht jeden Tag mindestens 20 x vom Islamismus, also raus damit oder gar nicht erst reinlassen.

Jetzt mal ganz ohne Sarkasmus: Lest bitte diesen Artikel bei DeutscheMuslima. Die Schreiber, die ich mit meinem Artikel meine, schmeißen sicher keine Brandsätze in Flüchtlingswohnungen oder üben sonstwie körperliche Gewalt aus. Aber diese Vorgehensweise, immer nur die negativen Aspekte zu beleuchten, teilweise auch noch mit falschen Fakten, ist Gift, das in die Hirne von Menschen, die nach Sündenböcken suchen, geträufelt wird und zu solchen Aktionen führen kann.

Zum Schluss möchte ich Euch noch dieses Video ans Herz legen. Ich weiß, dass ich bei meinen Stammlesern eh offene Türen einrenne (darüber bin ich sehr froh!), aber bei zweifelnden Menschen kann es vielleicht zu Nachdenklichkeit anregen. (Ich gebe die Hoffnung nicht so schnell auf.) Es ist berührend und hoffentlich auch aufrüttelnd.

(Habe ich bei Scrooge/Grenzwanderer entdeckt, danke dafür!)

Sorry fürs schon wieder Rumpolitisieren.

Klarstellung — einen Tag später

Ich habe eine Nacht über den Artikel geschlafen und möchte vorsichtshalber noch präzisieren, um welche Schreiber es mir vor allem geht. Definitiv nicht um die, die plumpe Parolen auf Facebook & Co. von sich geben, oftmals in einer Sprache, die nur noch entfernt an die ihres geliebten deutschen Vaterlandes erinnert…

Nein, es geht mir um die, die in relativ eloquenter Manier über das Thema Flüchtlinge schreiben und denen es damit gelingt, Menschen zu beeinflussen, denn es ist nicht alles falsch, was sie schreiben (meistens aber auch nicht alles richtig). Soweit ich es beurteilen kann, handelt es sich um Menschen, die einen guten Job haben, einen gewissen Wohlstand genießen dürfen, also gutsituierte Mittelschicht (Tendenz eher nach oben als nach unten). Was mich daran stört? Folgende Erfahrungen:

  • Es werden immer nur negative Erlebnisse/Erfahrungen mit Flüchtlingen geschildert
  • Kosten, Kosten, oh, was das alles kostet, unsere Steuergelder!
  • Der Versuch, in Diskussionen zu gehen (und glaubt mir, ich bin bei solchen Diskussionen — im Gegensatz zu diesem Artikel — sachlich, weil ich mir davon den größeren Gewinn erhoffe) endet i. d. R. ganz schnell, aber leider nicht durch überzeugende Argumente, sondern durch Wischiwaschi-Klatschen, indem einem sofort unterstellt wird, dass man ja fern jeglicher Realität sei (Kurzfassung: Gutmensch, aber sie formulieren es in der Regel geschickter)
  • Die Autoren sagen es nicht so direkt, aber eine ihrer größeren Sorgen scheint zu sein, dass ihr Wohlstand, ihr mehr oder weniger gemütliches Dasein, gefährdet ist, die größten Probleme in deren Leben scheinen eher zu sein, dass das geliebte Autochen sich im Schlagloch einen Achsenbruch holt
  • Was fehlt: Mitgefühl mit der Situation der Flüchlinge, selbst Wirtschaftsflüchtlinge kommen aus Zuständen, gegen die Hartz IV noch ein Traum ist (ich bin übrigens gegen Hartz IV, anderes Thema, nur um das klarzustellen). Bei aller Kritik an der Politik in Deutschland, aber ich bin trotzdem dankbar, dass ich hier geboren wurde. Und dazu habe ich nichts beigetragen. Wie auch die besagten Autoren nicht. Nur einmal in sich gehen, was wäre, wenn sie in z. B. Syrien geboren worden wären? Oder Nigeria? Schade, dass man es nicht einrichten kann, bestimmten Menschen so eine Erfahrung mal für einige Wochen am eigenen Leib erfahren zu lassen, ich gebe zu, dass ich es so manchem gönnen würde (ja, ich bin böse, hat sich das mit dem Gutmensch nun erledigt?). Einfühlungsvermögen ist kein fucking Gutmenschentum.
  • Häufiger findet man in diesen Artikeln Lob an Orban & Co. DAS ist für mich das Üble: Die Schlussfolgerung, einfach die Grenzen dichtzumachen (wird nicht immer explizit genannt, kann man aber, wenn man zwischen den Zeilen liest, entsprechend ableiten). Das ist unmenschlich. Das ist nicht mein Europa.
  • Vielleicht einfach mal selbst mit Flüchtlingen reden? Oder mit Soldaten, die aus dem Krieg kommen und traumatisiert sind? Oder überhaupt mit Menschen, denen es nicht so gut geht? Kann ich nur empfehlen. Hilft vielleicht gegen dumme Sprüche wie „die wollen nur in unser Schlaraffenland“.

Fazit: Ich bin nicht blauäugig, ich sehe auch die Probleme, die es gibt. Auf der einen Seite überfüllte Flüchlingsheime, während in anderen Bundesländern die Hälfte der Unterkünfte leersteht. Polizei, die häufig zu Streitigkeiten ausrücken muss (ob das so erstaunlich ist, wenn man 600 Leute in einen Baumarkt stopft, ohne Möglichkeit, sich mal zurückzuziehen, lasse ich dahingestellt, ich glaube, dass es auch bei deutschen Bewohnern unter den Umständen genügend Schlägereien geben würde…). Das Abkommen mit Erdogan ist eine Schande für die EU! Auch Köln (Silvester) habe ich nicht vergessen. Es gibt hier Diskussionsbedarf, wie man mit solchen Themen und Vorkommnissen umgeht. Aber wer meint, dass Grenzschließungen und Abkommen mit Diktatoren der richtige Weg sind, anstatt verfolgten Kriegsflüchtlingen zu helfen, und wir bleiben wie die Maden in unserem Wohlstandsspeck sitzen, dem sach ich dann mal: Fröhliches AfD-Wählen. Aber nicht wundern, was dabei rauskommt…

Und, ach ja, noch an die Leute, die sich Sorgen um die Menschen machen, die in diesem unserem Land (H. Kohl) nicht im Wohlstand sausen und brausen: Glaubt Ihr, dass es Obdachlosen, alleinerziehenden Geringverdienern etc. pp…. besser gehen wird, wenn die Grenzen dichtgemacht werden? Was hat die Politik in den letzten Jahrzehnten an Sozialpolitik auf die Beine gestellt, um den Wohlstand gerechter zu verteilen und für Chancengleichheit (Bildung! Bildung! Bildung!) zu sorgen? DAS wäre auch mal den ein oder anderen Spaziergang wert! Aber das Sündenbockverfahren funktioniert bei diesem Thema nicht so gut…

Wichtig!

Vorhin entdeckt, die Blogparade „Schreiben gegen Rechts“ ist nun vorbei und Anna hat noch mal richtig was auf die Beine gestellt: Die ganzen Beiträge als E-Book und PDF-Dokument gibt es nun bei ihr zum Download! Es sind sehr viele großartige Beiträge dabei. (Und ein überlanger schwafeliger, aber den kennt Ihr ja schon…😉 ) Danke, Anna, für diese wichtige Blogparade!

Ab morgen dann wieder der übliche Bekloppti-Wahnsinn hier im Blog, u. a. mit

  • Socksi, der sich jetzt doch mal persönlich zu Wort bellmelden will, denn er hat da eine dreiste Frechheit ohnegleichen zu veröffentlichen
  • schlechtem Einfluss der Helene Fischer auf bestimmte WEZ-Bewohner
  • einem epochalen Gewinn

PS: @Sie-weiß-schon-wer-gemeint-ist: Sorry, doch wieder etwas länger geworden! Ich arbeite dran…