Verlassene Flaschen # 3

 

Die Sterne stehen günstig, mal wieder hierzu einen Bericht abzuliefern, sagt mein sprechender Mondkalender:

Neulich in Bergedorf auf der berühmten Fischtreppe.

„He, Sie, geht es Ihnen nicht gut? Sie sind ja ganz grün im … ähm … Gesicht?!“

„Das können Sie laut brüllen! Mir ist speiübel! Mein Arzt hat mir eine Kneippkur verordnet, ich hatte aber Kneipentour verstanden!“

„Kenn ich, passiert mir auch andauernd. Na ja, ist ja beides mit viel Flüssigkeit, passt schon. Gute Besserung!“

In diesem Sinne schönes Wochenende und übertreibt es nicht mit irgendwelchen Touren.

Bergedorfer Sehenswürdigkeiten (5)

 

Erst kam der Einkaufswagen auf seinem schnittigen gelben Fahrrad rangerauscht, um dann schnell nach Hause zu telefonieren, natürlich nur mit dem pinken Hörer der Telefonzelle. So was gibt es auch nur am Bergedorfer Bahnhof. Und vielleicht an -zig anderen Bahnhöfen, aber irgendwas ist ja immer! Hauptsache, Einkaufswagen, denn Einkaufswagen sind gut, diese kleinen, bescheidenen Symbole der Konsumgesellschaft, diese drahtgewordenen Erinnerungen, dass wir keine Jäger und Beerensammler mehr sein müssen, oh, wunderbare Gefährte(n)!

Verlassene Flaschen # 2

Kinners, neulich bot sich mir ein erschütterndes Bild. Ich sah schon von weitem den von der Polizei mit dem klassischen Flatterband abgesperrten Tatort:

Da die Bergedorfer Polizei sämtliches mit „Polizei“ bedruckte Band für den G20-Gipfel aufbewahren musste, griffen sie auf eine Alternative zurück:

Wasserleitung? Nein, viel schlimmer, eine verlassene Flasche!

Zum Glück war sie ansprechbar, so dass ich ein Protokoll aufnehmen konnte.

Flasche: „Mit Erdbeerperlwein haben die Schweine mich abgefüllt! Danach konnte ich mich an nichts mehr erinnern! Ich vertrage keine Erdbeeren!“

Ich: „Können Sie sich daran erinnern, wie die Abfüller aussahen? Wie viele waren es? Wie alt waren sie? Was hatten sie an?“

Flasche: „Es waren mehrere Frauen! Sie brüllten was von Junggesellinnenabschied! Danach war Filmriss bei mir!“

Ich: „Okay, das reicht. Zumindest eine der Personen ist eh genug gestraft, wenn die demnächst heiraten wird. Außerdem muss ich eine Welt erobern. Sonnen Sie sich einfach noch ein bisschen, Wetter ist so schön. Ich muss weg.“

(Ganz ehrlich, ich lege mich doch nicht mit einer Horde Junggesellinnenabschiedsfeierbiesterinnen an. Bin ich lebensmüde oder was?)

In diesem Sinne schönes Wochenende! Ich selbst mache ganz viele Kreuze, wenn dieser furchtbare G20-Gipfel endlich vorbei ist. Was hier in Hamburg los ist, habt Ihr ja vermutlich alle mitbekommen. Ich hoffe, dass es zumindest keine Toten geben wird. Diese „Schwarzen-Block“-Aktivisten sorgen jedenfalls dafür, dass die wichtigen Anliegen der friedlichen Demonstranten kaum Beachtung finden. 😦 Diese Zerstörungswut und Gewalt ist kein Kampf für eine bessere Welt, sondern einfach Scheiße.

 

Rolling Stone’s 500 Greatest Hits # 495

 

Im April ’71 veröffentlichten Rolling Stones diesen berühmten Song:

Das ist gerade das wahnsinnige Kontrastprogramm hier, denn eben entdeckte ich in Herrn Ackerbaus Zweitblog diesen Artikel und natürlich musste ich einige Links anklicken. Irgendwas in mir ist stärker als die Vernunft … Dabei fand ich das hier, ich möchte Euch aber warnen. Ich selbst bin ja durch täglich eine halbe Stunde Helene Fischer (Ihr wisst schon, Opfer an den Fußballgott) dermaßen gestählt, was seltsame Musik angeht, ich weiß aber nicht, wie Ihr das verkraften würdet:

Okayyyy, es ist ein Kinderlied, mein Respekt für alle Eltern wächst gerade ins Uferlose.

„Nein, nein, ich wasch mich nicht, da bleibe ich lieber schmutzig im Gesicht, am Rücken … und am Po. So!“

„Am Po. So!“, das merke ich mir, das kann ich — ganz unabhängig vom Waschthema — ganz hervorragend in der Anstalt gebrauchen, es klingt viel netter als: „[Hier beliebiges Nervthema einsetzen] am Arsch!“

Leute, wie ewig lange hatten wir in diesem Blog den Körperzellensong nicht? Und brauchen ihn doch so dringend. Bitte schön, hier ist er!

Awwww, mir geht es gleich viel besser!

Am tollsten ist es übrigens, alle Songs gleichzeitig abzuspielen!

Verlassene Flaschen # 1

 

Verehrte Verehrende des bekloppten Blogwahnsinns, es wird wieder mal Zeit für eine etwas andere Blogaktion. Fotomaterial für diese Serie sammele ich schon seit Jahren.

Worum geht es überhaupt? Erinnert Ihr Euch noch an das Blog von Owyanna? Leider existiert es nicht mehr; leise hat es sich aus der Blogwelt zurückgezogen. Besagte Owyanna hatte eine extrem epochale Serie: Schirmleichen. Sie bekam Fotos von Schirmleichen geschickt und knipste natürlich auch selbst welche.

So etwas wollte ich auch. Ich trommelte also mein Kreativteam zusammen, welches nach wochenlanger Überlegung mit folgender Idee auf mich zukam:

„Fotografiere doch Schirmleichen und blogge darüber.“

Arrrgh. Wenn man sich nicht alles selbst ausdenkt! Ich überlegte also hin und her, letztendlich kamen zwei Themenkomplexe ins Finale:

  • Zerknüllte Zigarettenpackungen
  • Verlassene Flaschen

Zigarettenpackungen sind doof, vor allem, seitdem diese hässlichen Bilder drauf sind. Also kümmern wir uns um ein vernachlässigtes und doch brisantes Problem: Verlassene Flaschen.

Dann galt es noch, den Projektrahmen festzulegen. Wann sollte ich bloggen? Mein sprechender Mondkalender empfahl folgendes:

„Die Sterne stehen günstig, wenn sich das Sternbild Jungfrau in Kombination mit dem Sonne-Mond-und-Sterne-Aszendent im Ersten Haus befindet und an der Sternenbar einen Caipi trinkt, während der Vollmond alles überstrahlt.“

Ja, gut, kann man machen. Auf die Frage, wann und wie oft diese Konstellation eintrifft, erklärte mir der Kalender: „Alle 24 Millionen Jahre, 5 Monate und 3 Tage, das nächste Mal am 23.08.2315.“

Das ist doch Mist, ich bin zwar blogfaul, aber so schlimm ist es nun auch wieder nicht.

Ich entscheide also Kraft meines Amtes als künftige Weltherrscherin: Freitags werden verlassene Flaschen gezeigt. Aber nur, wenn ich an dem Freitag gerade Lust habe. Sonst nicht.

Und wer auch Lust hat, das bemitleidenswerte Leben verlassener Flaschen in die Öffentlichkeit zu bringen, kann das natürlich gern tun und sich unter dem jeweiligen Beitrag verlinken. Ich würde mich über diesen Akt der Solidarität mit verlassenen Flaschen sehr freuen.

Es gibt sogar eines meiner berühmt-berüchtigten Logos:

Das Projekt wird sich vor allem dadurch auszeichnen, dass ich schlechte Handyfotos präsentieren werde. Außerdem habe ich fast immer mit den Flaschen gesprochen, denn 100 Worte sagen mehr als ein unscharfes Handybild.

Lasst uns mit diesen glasigen Genossen starten:

Ich fand sie irgendwo,
allein an einer Bushaltestelle…

Ich: „Hey, Mädels, was geeeeeht? Wartet Ihr auf den Bus?“
Flasche 50: „Lass uns bloß in Ruhe! Ich bin gerade 50 geworden, ich fühle mich wie ausgeleert!“
Flasche Weiß-blau: „Was soll ich denn erst sagen? Ich bin über … Nein, darüber spreche ich nicht.“
Ich: „Steht ja auf Deinem Etikett. Meine Güte, ganz schön alt. Dafür hast Du Dich gut gehalten!“
Flasche 50: „Sämtliche Partygäste haben uns zurückgelassen. Diese … diese … Monster!“
Ich: „Nix gegen Monster, bitte. Da kommt der Bus, wollt Ihr nicht einsteigen?“

An dieser Stelle drehten sich die Flaschen schmollend weg. Ich stieg ein, und als ich Stunden später wiederkam, waren die beiden alten Flaschen nicht mehr da. Allein auf der Party zurückgelassen, ein Drama, das schändlicherweise bisher im Verborgenen geblieben war.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

 

Bergedorfer Sehenswürdigkeiten (4)

 

Fahrradfahrende Geister, das gibt es auch nur in Bergedorf. Mir sind zwar noch keine begegnet, obwohl ich oft zur Geisterstunde unterwegs bin, aber das Schild wird schon seine Berechtigung haben.

Aber ist es eine Lösung, wenn die Geister einfach nur wenden? Dann sind sie immer noch in Bergedorf. Who ya gonna call?

Nein, die rufe ich nicht! Ich habe ja selbst Gespenster in meiner Meute! Jetzt weiß ich auch, was das alles soll. Wenn die Geister wenden, fahren sie in die Richtung der WEZ. Die Verantwortlichen glauben wohl, dass ich alles aufnehme, Monster, Geister, Hexen, Dämonen, Teufel, und mit Caipi abfülle, so dass sie keine Gefahr mehr für die Allgemeinheit sind. Na, wartet nur ab… (Hier bitte diabolisches Lachen vorstellen!)

So reist das Monster

 

Eben habe ich den Routenplaner direkt von einer Facebookseite aus gestartet. Nun weiß ich, dass es nach Rountzenheim in Frankreich 295 km mit dem Heißluftballon sind. Klar, ich reise nur mit dem Heißluftballon, das bietet sich doch an, modernste Flugtechnik!

Ich habe dann einfach noch mal probiert, und es kam eine Alternative dabei heraus:

Ja, auch schön, ich hänge mich einfach an eine Drohne, warum nicht? Das ist schön luftig, bringt bestimmt Spaß. Mehr Versuche wage ich nicht, womöglich kommt irgendwann noch der Vorschlag, sich aus Federn und Wachs Flügel zu bauen. Anscheinend sollte man dieses Rountzenheim unbedingt auf dem Luftwege ansteuern.

Kunst in der Anstalt: Rapunzel!

 

Übermorgen darf ich nach etwas über 2 Wochen zurück in die Anstalt. Oh, Glück, oh Freude, oh wild loderndes Zuneigungsgefühl!

Ähm, ja … Wir wollen uns etwas auf die Wiederkehr des Monsters in die Anstalt einstimmen, und womit ginge das besser als mit einem weiteren wahnbrechenden Kunstwerk der immer noch anonymen WC-Künstlerin?

„Rapunzel, lass Dein Toilettenpapier herunter“ nennen wir dieses Werk. Hilfreich lässt der Toilettenpapierrollenpappkern sein wallendes Geschmeide herab, um die Rolle, deren Papier im Blech schmerzhaft eingeklemmt ist, zu retten. Hört Ihr nicht quasi auch die Schmerzensschreie der mittleren Rolle?

Oh ja, dieses Thema gäbe Stoff (oder Toilettenapier) für einen abendfüllenden Spielfilm! Krimi, Drama, alles ist möglich, nur keine seichte Komödie!

(Anmerkung für neue Leser: Diese Werke finde ich genauso vor, ich habe nichts verändert, sondern dokumentiere lediglich mit der Handykamera!)

2016-06-07 13.23.39

2016-06-07 13.23.45

Bergedorfer Sehenswürdigkeiten (3)

 

In der Weltmetropole Bergedorf braucht man nicht direkt auf den kalten, verdreckten Stufen sitzen und sich eine Blasenentzündung und eine teure Kleiderreinigungsrechnung einzufangen. Nein, wir sorgen für blümchengemusterte Sitzgelegenheiten! Da lässt es sich gleich viel gemütlicher das Muster der Mauer auswendig lernen.

Das einzige, was ich vermisse: Auf dem Muster sind keine scheiß Herzchen dabei, und das, wo man doch nie die scheiß Herzchen vergessen darf! Vermute, die Tourismusbehörde hatte zu große Angst vor Diebstählen. Schade, schade.