Leseeindruck: „Duell“ von Arnaldur Indridason

Worum geht es?

Ein Islandkrimi der zur Zeit des legendären Schachduells zwischen Boris Spasski und Bobby Fischer spielt. 1972, der Kalte Krieg findet auch im Schachsport statt. Kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft wird in einem kleinen Kino ein Jugendlicher erstochen. Hängt die Tat mit der Schachweltmeisterschaft zusammen? Nebenbei lernen wir in Rückblenden einiges über Marian Briem (Ermittungsleitung) kennen.

Wie hat es mir gefallen?

Eigentlich ganz gut, aber weniger wegen des Falls, sondern eher, weil ich die Hintergründe des Schachduells interessant fand. Was den Fall betraf, so hatte ich relativ schnell eine Ahnung, in welche Richtung das lief, und die erwies sich als richtig. Wer als Leser nicht so viel „Privatgedöns“ aus dem Leben der Ermittler mag, der lässt besser die Finger vom Buch. Mir gefällt so was gut, weil es den Figuren mehr Tiefe verleiht. Jedenfalls, wenn es gut geschrieben ist.

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Lieblingscharakter

Marian Briem

Das Cover

Ich finde es sehr schön. Tolle Schachfigur und im Hintergrund das tosende Meer, das sind gleich zwei epochale Dinge auf einmal. Deswegen habe ich mir auch ausnahmsweise die gebundene Ausgabe gekauft.

Daten, Fakten, Zahlen

  • Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover) (17. Januar 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785724837
  • ISBN-13: 978-3785724835

Erfüllte Aufgabe

Nr. 44: ein Buch mit einen Protagonisten, dessen Vorname mit dem gleichen Buchstaben beginnt wie Dein eigener Vorname. Es gibt sogar eine Katrín im Buch, also fast 100 %ige Übereinstimmung.

 

Kurzkritik und ein Literaturstöckchen

Nein, ich bin nicht verschollen, zu früh frohlockt, werte Konkurrenz um die Weltherrschaft… Aber ich hatte eine extrem stressige Woche und brüte glaube ich eine Erkältung aus, zumindest fühle ich mich etwas maddelig. Bei uns niest das halbe Büro.

Kommen wir also zu etwas Erfreulicherem. kieliscalling hat mir ein schönes Stöckchen zugeworfen. Und sogar ein Literaturstöckchen, das ist was für das Büchermonster.

  1. Nimm das erste Buch in deiner Nähe
  2. Öffne das Buch auf Seite 123 und finde den dritten Satz
  3. Poste die nächsten drei Sätze
  4. Wirf das Stöckchen, die ursprüngliche Regel sagt 5, ich sage an wen auch immer, weiter
  1. *grapsch*
  2. Yeah, gefunden, gut dass ich bis drei zählen kann!
  3. Er kann Selbstmord begangen haben. Und er kann Opfer eines Verbrechens geworden sein. Ich habe über all diese Möglichkeiten nachgedacht. (Das ist aus „Verblendung“ von Stieg Larsson, das habe ich vor kurzem begonnen, deswegen lag es hier so rum.)
  4. Mal sehen… Ich weiß, dass Trixie Stöckchen mag. Das gleiche gilt für Kalle, da habe ich ja schon öfter mal eins mitgehen lassen. Dann hätten wir da noch meinen Lieblingshasen. Könnte mir auch vorstellen, dass Tuffelchen und Maryan vielleicht Lust haben, das Stöckchen zu fangen. Und dann habe ich hier noch so ein paar rumliegen für Leutchens, die das einfach mal so mitnehmen möchten.

Nun also meine Kurzkritik. Habe vor kurzem meinen ersten Islandkrimi gelesen: Gletschergrab von Arnaldur Indridason. Kurz vorm Ende des Zweiten Weltkrieges stürzt ein Militärflugzeug ab und verschwindet im Schnee eines isländischen Gletschers. Dort bleibt es aber nicht für alle Ewigkeit unter der weißen Pracht, sondern wird 1999 von amerikanischen Satelliten entdeckt. Das führt zu hektischen Aktivitäten des amerikanischen militärischen Geheimdienstes, der das Flugzeug unbedingt bergen lassen muss, denn es verbirgt ein unglaubliches Geheimnis… Dummerweise kommt den mit der heiklen Operation beauftragten Spezialisten eine Isländerin ins Gehege, die einen guten Grund hat, nachzuforschen, was auf dem Gletscher vor sich geht.

Das Buch lebt nicht von der Frage „Wer ist der Täter“, denn die Antwort darauf ist hier von Anfang an glasklar. Spannend ist zum Einen die Frage, was das große Geheimnis um das Flugzeug ist, zum Anderen fiebert man mit der Isländerin mit, die den Amerikanern nicht nur dicht auf der Spur ist, sondern auch von zwei skrupellosen Geheimagenten (oder eher Auftragskillern) verfolgt wird.

Ganz realistisch ist das Szenario nicht, aber mich hat das Buch gut unterhalten, ich war bis zum Schluss neugierig, was denn nun das ominöse Geheimnis ist und habe außerdem mit der Heldin mitgefiebert. Humor sucht man in diesem Buch allerdings vergebens, und es gibt einige recht brutale Schilderungen. Romantik kommt nur einmal kurz auf, also eher was für Krimi- und Thrillerfans.

Bekannt von dem Autor ist die Figur Erlendur von der isländischen Kripo (diese Info habe ich von einer Islandroman-Kennerin), die in diesem Roman keine Rolle spielt. Ich werde mir diese Romane sicher auch mal zu Gemüte führen, nun ist aber erst mal der schon oben erwähnte Stieg Larsson dran, und danach werde ich eine Krimipause einlegen und wohl mal wieder zu einem Scheibenweltroman greifen oder ein Sachbuch lesen.