Leseeindruck: „Altes Land“ von Dörte Hansen

Da sind wir wieder mit Lesezeuchs …

Worum geht es?

Nach dem Zweiten Weltkrieg landet die kleine Vera mit ihrer Mutter im Alten Land bei der Bäuerin Ida Eckhoff. Willkommen waren sie nicht. Veras Mutter heiratet den Sohn der Bäuerin, der ein posttraumatisches Trauma aus dem Krieg mitgebracht hat. Einige Jahre später macht sich die stolze Preußin vom Acker, um einen wohlhabenden Hamburger zu heiraten. Vera bleibt mit ihrem Stiefvater zurück und führt ein eigenwilliges Leben im Dorf. Einige Jahrzehnte später nimmt sie ihre Nichte Anne samt Sohn Leon auf, die Ottensen nicht mehr ertragen kann, seitdem ihr Lebensgefährte und Vater von Leon sich in eine andere verliebt hat.

Wie hat es mir gefallen?

Sehr gut. In einer lakonischen, beinahe kargen Sprache, passend zu Norddeutschland, schildert die Autorin das Leben diverser Dorfbewohner — alteingesessene Obstbauernfamilien, aber auch Aussteiger. Fast alle bekommen mit teilweise unterschwelliger Ironie ihr Fett weg. Wer viel Action und Handlung mag, könnte sich mit dem Buch vielleicht langweilen, wer sich für das Leben von unterschiedlichen Menschen interessiert, hoffentlich nicht. Und AfDeppen sollte man vor allem die Schilderungen der Flucht aus Ostpreußen solange um die Ohren hauen, bis sie was begreifen, aber so viel Zeit hat eh kein Mensch.

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Lieblingscharakter

Vera Eckhoff. Eigensinnig bis hin zur Sturheit zieht sie ihren eigenwilligen Lebensstil durch. Glück und Zufriedenheit bringt ihr das allerdings nicht oft.

Das Cover

Gut, dass da unter anderem Äpfel Kirschen (was halt so passiert, wenn man das Alte Land vor allem mit Äpfeln in Verbindung bringt) drauf sind, so konnte ich noch ein Motto finden, das wird nämlich so langsam schwierig.

Zahlen, Daten, Gedöns

  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Penguin Verlag (13. März 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3328100121
  • ISBN-13: 978-3328100126

Erfüllte Aufgabe bei Daggis Challenge

Nr. 11, ein Buch mit etwas Essbarem oder einem Getränk auf dem Cover

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