Monströse Presseschau (2)

Wir wollten ja über den Herrn Wagner reden.

Okay, Ihr vielleicht nicht, aber ich. Der Krötengeneral befürchtete schon eine neue #Aufschrei-Bewegung, ich denke aber, wir bewegen uns hier eher im Themenfeld #Lachkrampf. Jedenfalls gebe ich zu, dass ich manchmal tatsächlich auf den Onlineauftritt der Bild-“Zeitung” klicke (ich weiß, dass man das eigentlich nicht tut), meistens dann, wenn der BildBlog mal wieder was über besonders skurrile Artikel des Herrn Wagner schreibt. So auch dieses Mal. Der Link führt zum BildBlog, dort findet Ihr alle weiteren Links. Hah, geschickt vermieden, direkt zum Blut- und Busenblatt zu verlinken!

Es kommt aber noch besser: Der Wagner hat der “Welt” ein Interview gegeben, welches vor lauter Köstlichkeiten geradezu überläuft. Ich habe mich für Euch geopfert und sowohl die Post von Wagner als auch das Interview durchgearbeitet, um Euch die Höhepunkte darbieten zu können.

Übrigens sagt DoNotLink das hier, und eigentlich wäre damit alles gesagt:

DoNotLinkAber dann entginge uns so viel Komisches, und das wollen wir ja nicht, woll?

Erst mal die Kurzzusammenfassung seiner Post: Wagner bemängelt, dass die Geburtenrate mit der Sterberei in diesem unserem Lande (H. Kohl-Gedächtnisformulierung) nicht Schritt hält. Das ist Mist, weil… ach, das erklärt er gar nicht. Er weiß nichtsdestotrotz, woran es liegt. Die Frauen heutzutage laufen nur noch in Hosenanzügen herum, geben ihre Kinder in Kitas ab, verdienen mehr als ihre Männer und dann gehen die Väter auch noch in Teilzeit. Als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, trinken die Frauen auch noch Smoothies und sind Chefredakteurinnen, kurzum: Sie seien wie Männer. Sie sind keine Mütter mehr, sie wissen nicht, wie schön es ist, ein Baby, das schläft zuzudecken. (Ob es auch schön ist, ein Baby schon zuzudecken, wenn es noch nicht schläft, darüber schweigt sich Superwagner aus.)

Usw., kurz und gut: Schland ist dem Untergang geweiht, das sagt er zwar nicht, wir erkennen das aber messerscharf dank unserer smoothiegestählten Intelligenz. Die “Welt” war sich der Brisanz der wagnerschen Erkenntnisse ebenfalls bewusst und bat zum Gespräch. Hier für Euch meine Analyse dieser Perle des Journalismus.

Auf die Frage, ob Wagner Männer mehr als Frauen lieben würde, erfahren wir:

Ich mag mehr Männer als Frauen. Ich kann mich besser unterhalten mit ihnen. Bei Männern bin ich mehr Mann. Frauen sind für mich hexenhafte Wesen. Ich habe mehr Angst vor ihnen als vor Löwen oder Dinosauriern.

Richtig so! Da draußen laufen ja auch noch so viele Dinos herum! Und die Löwen überall in unserem Land, in den Wäldern, Parks und hinter Parkuhren! Selbst ich hätte Angst, wäre ich nicht ein hexenhaftes Wesen, das mit dem Besen schnell davonfliegen könnte, denn Dinosaurier und Löwen können in der Mehrzahl nicht fliegen, Flugsaurier ausgenommen, aber die bewerfe ich mit Bombastik-Buff-Bomben, die ich mir von meiner Freundin Gundel Gaukeley besorge. (Yo, das ist eine Hommage an Carl Barks, einige werden es erkannt haben.) Und doch werden diese Kreaturen, also die Löwen und Dinosaurier, immer trauriger, denn sie sind nicht so furchteinflößend wie wir Frauen!

Frauen, habe ich gehört, brechen einem das Herz.

Das habe ich auch schon mal gehört. Es soll ebenso Männer mit dieser Fähigkeit geben. Habe ich gehört. Natürlich habe ich in meinem nun fast 46 Jahren auf dieser Erde noch nie unter Liebeskummer gelitten, ist alles nur Hörensagen, genauso wie bei Herrn Wagner!

Sie [die Frauen] können Männer in den Wahnsinn treiben.

Und die Anstalt kann sogar Frauen in den Wahnsinn treiben! Das tut hier nichts zur Sache, wollte ich aber einfach mal erwähnen, denn ich liebe Abschweifungen. Wobei DIE Anstalt ja auch weiblich ist, das erklärt alles, muahahahaha, dass ich das nicht eher erkannt habe!

Wagner mag studierte kluge Frauen in Führungspositionen, doch:

Aber sie haben diese Gender-Welt längst überschritten. Sie sind das dritte Geschlecht: Das Hosenanzugsgeschlecht.

Oh, ich dachte mir schon länger, dass unsere Kanzlerin nicht von dieser Welt sein kann.

Was mich aufregt ist einfach dieses Management-Baby. Das Management-Baby all dieser durch perfektionierten, Kinder gebärenden Karrierefrauen, die ihre Babys wie Hermès-Handtaschen herumtragen, mit wunderbar trainierten Armen, an denen kein Fett hängt. Die vorgeben, alles zu schaffen. Ob sie arbeiten gehen, Fitness machen, sie tun es nur noch für sich.

Ich mag ja Menschen, die dem Egowahn verfallen und nur auf ihre Karriere fixiert sind, auch nicht so sehr gerne… Egal, ob männlich oder weiblich, wobei Herr Wagner die Väter, die sich ganz gern vor mehr Mitarbeit beim Elternsein drücken (ja, die gibt es nämlich auch) einfach mal elegant außen vor lässt. Außerdem soll es Karrierefrauen geben, die nicht alles nur für sich tun, aber das wird nun wieder viel zu komplex, nicht, dass noch meine dritte Gehirnzelle explodiert vor lauter Kompliziertheit.

Die arme Interwieverin ist kinderlos und ist auch noch Chefreporterin, das sind gleich zwei Minuspunkte auf einmal! Sie fragt Wagner, ob sie deswegen ein schlechter Mensch sei. Wagner, charmant wie immer:

Ja. Zum Teil schon.

Nur zum Teil? HALLO?!?!? Diese Frau ist das personifizierte Böse, der wandelnde Abgrund, der symbolische Caipi mit Zitrone!

Und dann erdreistet sie sich noch, nachzufragen, was so schlimm daran sei, dass auch sie wie der Herr Wagner einfach nur arbeiten und Geld verdienen möchte, anstatt sich umgehend im Kloster anzumelden (das mit dem Kloster habe ich ergänzt, denn das ist meiner Ansicht nach die einzig angemessene Buße).

Wagner möchte sich nicht als Richter über Frauen aufspielen, wie großzügig und verehrungswürdig, jedoch:

Aber was euch Frauen ja unterscheidet vom anderen Geschlecht ist die Gottesgabe, Kinder zu kriegen. Ich kenne mich nicht aus mit Frauenkörpern, ich bin ein völliger Laie in diesen Dingen.

Blöd, wenn man immer in Bio gefehlt hat, woll?

Aber ich weiß, dass ihr ein Geheimnis habt. Du hast das Geheimnis in dir ignoriert. Es ist so, als hättest du den Schlüssel dazu weggeworfen. Du bist ein funktionierendes Jobwesen. Du bist in einen falschen Anzug geschlüpft. Du bist dir nicht treu geblieben als Frau.

Moment mal eben, muss kurz auf den Kalender schauen. Doch, wir schreiben das 21. Jahrhundert. War mir da eben nicht mehr so sicher… Hätte ja sein können, dass der Doktor mit seiner TARDIS gelandet wäre, mich betäubt und im 19. Jahrhundert ausgesetzt hätte.

Ich weiß nicht, wie viele Frauen noch kochen können, wo es noch das Abendbrot gibt …

Keine Ahnung. Ich kann jedenfalls nicht kochen. Hilfe, ich bin ein funktionierendes Jobwesen! Hilft es, dass ich XXL-Caipi kann?

Ich frage mich, was das größere Glück ist: Doktor der Betriebswirtschaft zu sein oder Dr. Baby? Welche Frauen sind glücklicher: Die Generation meiner Mutter oder die Smoothie-Zicken heute?

Dr. Baby? Hä? Egal. Die Generation Deiner Mutter war bestimmt glücklicher. Es ist super, abhängig von einem Mann zu sein und aufgrund fehlender Ausbildung nur schwer weggehen zu können, falls die Ehe nicht funktioniert. Hat meine Mutter alles hinter sich, die war als alleinerziehende Frau mit Aushilfsjobs, um uns zwei durchzukriegen, aber soooo was von glücklich. Und sie kann kochen!! Einself! Besser wäre natürlich gewesen, sie wäre bei meinem Vater geblieben und hätte sich ihr Leben lang in einer unglücklichen Ehe gequält (und meinen Vater gleich mit). Von diesen Beispielen kenne ich leider auch einige.

Übrigens bin ich besorgt: Meine Mutter trank neulich einen Smoothie! Herr Dr. Wagner, was soll ich tun? Wird sie nun eine Smoothie-Zicken-Rentnerin?

Die Interviewerin fragt, welche Zicke das Herz von Herrn Wagner gebrochen hat. Aber bitte, so eine billige Unterstellung!

Es geht doch hier nicht um mich. Wo sind die Babys? Es geht mir halt nur um die Babys!

Die Babys sind in der Kita zwischengelagert, haste doch selbst in Deiner “Post von Wagner” erwähnt.

Die WELT-Zicke behauptet nun, dass viele Frauen Kinder haben möchten, die Männer sich aber drücken würden. Wagner weiß, warum, denn er weiß alles.

Die Männer haben heute Angst vor Frauen. Sie sind ihnen fremd geworden und die Männer vielen Frauen zu dumm.

Ein Mann redet dem Vorurteil, dass Männer dumm seien, das Wort. Hey, das ärgert sogar mich als Frau. Oder würde es, wenn ich Wagner ernst nehmen würde. Ist es nicht beruhigend zu wissen, dass es da draußen immer noch auch dumme Frauen gibt? Ich erwähne das gern, um den armen Männern etwas die Angst zu nehmen.

Danach kommt jede Menge Geschwalle, teilweise immerhin selbstkritisch, dass er sich nicht genug um seine Tochter gekümmert hätte. Ich musste erst mal den Schreck, dass dieser Mann sein Erbgut weitergegeben hat, verarbeiten, und das alles ohne Caipi! Aber weiter im Text. Heute würde er Teilzeit nehmen etc. bla-bla-sülz… Wenden wir uns nun dem Idealbild der Frau nach wagnerschen Maßstäben zu.

Ich mag natürlich keine mit einer Hexennase. Ich mag schon die schöne Frau … Ich will eine moderne, berufstätige, selbstbestimmte Frau, aber in einem veilchenblauen Kleid. Eine Hybrid-Frau sozusagen.

Veilchenblau… Wenigstens nicht rosa.

Meine Güte, ist das ein langes Interview. Ich springe mal zu den Frauen, die er bewundert.

Greta Garbo, die Frau des Widerstandskämpfers Stauffenberg, alle Astronautinnen. Frau Merkel ist toll.

Merkt Ihr was? Eure geliebte Weltherrscherin fehlt in der Aufzählung, aber davon mal ab: Frau Merkel??? Frau Merkel mit ihren Hosenanzügen? Die kinderlose Frau Merkel??? Oh-oh!

Frau Merkel arbeitet wie hundert Männer. Eigentlich ist sie eine Königs-Kobra.

Ein Satz, zu dem mir nichts mehr einfällt, außer: Die Königskobra ist die größte Giftschlange der Welt! Ich lasse das gern so stehen.

Über die Mutter seines Kindes:

… Und ihr Zauber war nicht, dass sie Fremdsprachenstudentin war und Lufthansa-Stewardess wurde, obwohl sie schon eine Star-Frau war. Als Mann willst du einen Edelstein, du willst ein Goldstück erobern. Sie hatte eine dicke Freundin dabei, die habe ich angesprochen. Und dann ist die Dicke mit mir einen Kaffee trinken gegangen. So habe ich mich über die Dicke zu der schönen Dünnen vorgearbeitet.

Zauber, Hexereien, alles irgendwie dubios. Ich bin übrigens froh, dick zu sein. Wie viele Hohlfrutteriche mir allein dadurch erspart geblieben sind, weiß ich nicht, aber es sind bestimmt einige! Darauf erst mal eine Nougatschokolade.

Herr Wagner glaubt nicht mehr an die Liebe. Die ganze Tragik in einem Satz:

Die Entzauberung kommt, wenn das geheimnisvolle Wesen plötzlich sagt: “Die Butter ist alle.”

Tja, ja, was mag erst passieren, wenn der Schicksalssatz schlechthin ausgesprochen wird: “Die Limetten sind alle!” Oder “Die Cachacaflasche ist leer!”

Oha, auf die beiden letzten Fragen antwortet er beinahe philosophisch… Und er nennt die Fragestellerin “Taube”. Die kennen sich schon 25 Jahre und duzen sich. Wie auch immer, hier der Schluss des Interviews:

Unser ganzes Leben ist eine Illusion. Es ist die Frau, die wegsegelt. Es ist der Traum, der bleibt.

Da segelt sie hin und weg, die Smoothiezicke. Das ist doch eigentlich ganz gut, oder?

Einige Zitate habe ich gnadenlos aus dem Zusammenhang gerissen, ich war so frei. Wer das komplette Interview lesen möchte, möge sich über den oben verlinkten BildBlog-Artikel zum Gespräch durchklicken. Ich wünsche viel Spaß. Wir wissen nun jedenfalls dank Wagner, warum es mit der Gesellschaft bergab geht und warum die Deutschen aussterben werden — früher oder noch früher. Verdammnis und Verderbnis möge über die Hosenanzüge kommen, denn sie sind das Symbol des bösen Zeitgeistes, der die süüüüßen Babys verhindert!

Herr Wagner, nehmen Sie DAS, muahahahaha!

Als ich Grippe hatte…

… war ich sogar zu erschöpft zum Lesen, also habe ich mich quer durchs deutsche Fernsehen gezappt. Ich möchte Euch gern an meinen Erkenntnissen teilhaben lassen, denn dieses Blog dient ja auch der Verbreitung von Kultur. Und Beklopptheit. Um meine Daten visuell zu unterstützen, knipste ich den Bildschirm vom Bett aus mit meinem Handy. Was wie schlechte Qualität aussieht, ist natürlich in Wirklichkeit künstlerisch wertvoller als ein Instagramfilter. Ist nämlich quasi alles handgemacht.

Zunächst landete ich auf einem Shopping-Kanal. Diese bunten Shirts sollen also der Hit der Saison sein:

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Laut Moderatorin würden diese Blumen auch alle in unseren Gärten wachsen. Ja, hm? In meinem habe ich die noch nicht entdeckt, aber vielleicht blühen die ja unter der Erde. Wenn es im TV gesagt wird, muss es doch stimmen. Ich zappte jedenfalls weiter, prompt kam der nächste Fashion-Shopping-Kanal:

2015-04-22 09.48.16Yeah, Knastlook! Die Fashion-QUEEN (das bin ich in einem Nebenberuf) ist total begeistert. Da kann man doch glatt mal den Uli Hoeneß stilgerecht im Gefängnis besuchen. 63 % Polyester, aber nur 20 % Titel… Was gibt es denn noch so?

Astro TV! Das gibt es tatsächlich noch, ich dachte, es wurde eingestellt! Hier eine Kartenleserin, die ihre Karten in rasender Geschwindigkeit auf den Tisch warf und in maschinengewehrsalvenmäßigem Tempo ihre Voraussagen aus dem weisen Mund schoss.

2015-04-22 09.50.08Zumindest, wenn die Anrufer nicht vor Begeisterung, durchgekommen zu sein, ihr Telefon vor Schreck fallen ließen und direkt mit dem Fernsehapparat gesprochen hätten — was die Kartenlegerin zweimal verzweifelt mit “Sie müssen ins Telefon sprechen, nicht zum Fernseher!” kommentierte, aber leider zwecklos. Eine Anruferin hatte dann aber doch die nötige innere Ruhe und stellte souverän ihre Frage, denn ein Mann sei in ihr Leben getreten… Die Prophetin hatte daraufhin sofort messerscharf erkannt, dass da ein neuer Mann eine wichtige Rolle spiele, aber das sei nicht der Richtige, von dem solle sie sich mal trennen, da gäbe es in Zukunft den Richtigen, das sei aber nicht dieser, der würde ihr nicht guttun… Man stelle sich mal vor, die Anruferin hört darauf. Zack, eine womöglich gute Beziehung zerstört. Mir wurde ein bisschen übel und ich drückte weiter auf der Fernbedienung herum.

Und stieß auf Techno-Schnecken. Ja, wirklich! Ich weiß nicht, was Schnecken-Uli dazu gesagt hätte, aber diese Viecher waren noch viel schneller und hektischer als das, was normalerweise so durch den Garten kriecht (vermutlich auf der Suche nach den Blumen, die auf den oben gezeigten Shirts abgebildet sind). Die lieferten sich Verfolgungsrennen, als wäre man bei The Fast and The Furious oder wie das heißt gelandet.

2015-04-22 17.22.07 2015-04-22 17.22.13 2015-04-22 17.22.49 2015-04-22 17.22.52Eine Verhöhnung des Schneckenprinzips! Ich war ganz und gar nicht amüsiert. Die Handlung hatte ich eh nicht begriffen, aber das schieben wir mal auf mein grippegeschwächtes Gehirn. Oder es gab gar keine Handlung, wäre ja auch möglich. Dann kam auf einmal Königin Bananica ins Bild:

2015-04-22 17.24.38Was hatte Ihre Majestät für ein Problem? Na, das glaubte ich ja kaum! Erkältung 10! Da wurde es mir zu bunt und ich habe weitergezappt. Kommt mir doch nicht mit einer läppischen Erkältung, während ich mit einer Grippe im Bett liege! Unglaublich! Beinahe frech! Na ja, die ist nur Bananenkönigin, ich aber Weltherrscherin. Das ist schon ein Unterschied.

2015-04-22 17.24.40Wobei die vier Augen schon ganz praktisch sind, oder? Direkt ein bisserl monströs. Meine Bananen haben keine Augen.

2015-04-22 17.24.54Ich muss Euch etwas gestehen. Ich habe eine dunkle Vergangenheit. Früher habe ich die Lindenstraße geguckt. Das war mal eine Tradition mit meiner Mutter: Sonntags 18:40 Uhr Lindenstraße. Das blieb noch eine Zeitlang haften, bis ich dann 2006 entnervt damit aufhörte. Zu meiner Begeisterung entdeckte ich, dass EinsFestival alte Lindenstraßenfolgen zeigte! Noch mit Else Kling. Else Kling war sowieso die Beste! Hier mit Röschen und Hubertchen!

2015-04-22 18.04.39Logisch auch mit Mutter Beimer. Die gibt es immer noch, ja, ich habe auch zwei aktuelle Folgen während meiner Grippe gesehen. Weiß nicht mehr so recht, was passiert ist, Kinder hatten beinahe eine Küche abgefackelt, irgendwelche Leute haben sich gestritten, aber viel mehr ist nicht hängengeblieben. Hier jedenfalls noch mal the one and only Klatschtante!

2015-04-22 18.08.18Und hier noch mal in einem klassischen Kittel, wunderschön.

2015-04-22 18.21.38Tennis erwischte ich auch irgendwann, dieses hier war eine Frau Görges (?), die sich wacker mühte, ihre Gegnerin zu schlagen, das zog sich aber ewig hin, drei Matchpoints verdaddelte sie, ob sie es irgendwann noch schaffte, weiß ich nicht. Das Foto schoss ich hauptsächlich, weil ich ihr Dress so hübsch farbenfroh fand:

2015-04-22 21.01.52Dass sie nicht allein durch dieses knallige Pink ihre Gegnerin niederzwingen konnte, muss wohl daran gelegen haben, dass die andere in ihrer Kindheit mit Barbiepuppen abgehärtet wurde. Anders konnte ich es mir nicht erklären.

Ansonsten habe ich mich durch etliche Sitcoms geguckt, über die Deutschland schon seit Jahren nicht mehr spricht und die ich nun endlich kennenlernen durfte. Die für mich beste Sitcom war “The Big Bang Theory”, die fand ich auf Anhieb sehr lustig. Bei “Two And A Half Men” fand ich einige Folgen gut, einige aber eher mau. “How I Met Your Mother” gefiel mir, da fehlte mir allerdings einiges an Vorwissen. Alle anderen habe ich — bestimmt fieberbedingt — mittlerweile verdrängt und vergessen. :-) Und in 10 Jahren berichte ich Euch vermutlich, was ich von “The Walking Dead” und dieser anderen Serie mit dem Drogentyp, wo mir gerade der Name nicht einfällt, und “Game Of Thrones” halte…

Eine weitere epochale Entdeckung war die Wiwaldi-Show. Erinnert phasenweise an die Muppets, einige oder auch alle Folgen gibt es bei der Tube, schaut mal hier. Ich liebe ja vor allem die tierischen Puppen. Die möchte ich am liebsten alle in meiner Meute haben. :-) Na ja, fast alle. Durch einige Blogs geisterte schon dieser Auszug hier:

So süß waren Kakerlaken noch nie. :-)

Zum Schluss lege ich Euch noch eine glückskeksige Weisheit ans Herz, so etwas bekomme ich immer von meiner freundlichen Mahjong-App, wenn ich eine Runde erfolgreich bestritten habe.

2015-04-24 18.28.01Ätzend, so einen Traum habe ich tatsächlich ab und zu, aber immerhin bin ich damit offensichtlich nicht allein. Und über 4 Minuten, das lag auch an der Grippe, so langsam bin ich im Normalbeklopptenzustand nicht.

Och nöööö…

 

… ich habe den ersten Tag vom Promi-Big-Brother verpasst. Und den zweiten auch. Dabei ist doch Ronald Schill dabei!

Für Nicht-Hamburger: Who the fuck ist Ronald Schill?

Ronald Schill war einer der peinlichsten Politiker, die Hamburg je hervorgebracht hat. Von 2001 bis 2003 war er Innensenator und zu allem Überfluss auch noch Zweiter Bürgermeister. Vorher erlangte er zweifelhaften Ruhm als “Richter Gnadenlos”. Die Bild-“Zeitung” liebte ihn.

Ole von Beust, unser damaliger Bürgermeister, schmiss ihn 2003 raus, weil Ronaldchen ihn angeblich gedroht hatte, zu veröffentlichen, dass Ole Roger Kusch nur zum Innensenator ernannt hätte, weil er sein Lebensgefährte gewesen wäre. (Ich kenne einige Leute, die mit der CDU nichts im Sinn haben, aber Ole von Beust mögen. Das fällt mir schon aus dem Grunde schwer, weil er damals dem unsäglichen Schill überhaupt erst die Regierungsbeteiligung ermöglicht hatte.)

So, nun wisst Ihr in groben Zügen Bescheid. Warum ich Euch das alles erzähle? Weil ich muss. Mein Enthüllungsjournalistenmonster hat damit gedroht, alle Limetten auszupressen und daraus Limettenpudding ohne Alkohol zu machen.

Enthüllungsjournalistenmonster

Das ist Enthüllungsjournalistenmonsti mit seinem Haustier, einer Zeitungsente

Der Schill, der zwischendurch mal Deutschland verließ, ist nun leider wieder aufgetaucht, und das nicht nur, um in den Deppencontainer von Sat.1 zu ziehen. Zu allem Überfluss hat er ein Buch geschrieben, so eine Art Autobiographie, die aber anscheinend hauptsächlich aus seinen Sexabenteuern besteht. (Ich hoffe aber, dass er nach dem Container wieder nach Brasilien zurückkehrt. Sorry, Brasilien.)

Die Bild-“Zeitung” veröffentlichte Auszüge. Daraus wiederum schnappte sich “Stern.de” einen Teil, der von einem HSV-Fan in einem Forum verlinkt wurde, weswegen ich drauf klickte. Manchmal sollte man Links links liegen lassen, doch nun war es zu spät!

Ich zitiere einen kleinen Teil:

“Sie kam viermal zum Orgasmus und ihre Schreie tosten durch den Wald. (…) Später trieben wir es zur Perfektion, und sie kam zwanzig Mal innerhalb einer Stunde. Bis sie einen Hörsturz erlitt.”

(Anmerkung Rahm: “Nur zwanzig Mal? Arme Frau! Manche Männer lernen es nie!”)

Enthüllungsjournalistenmonsti las diesen Artikel ebenfalls, und nun wird es sämtliche Romantik dieses Berichts gnadenlos zerstören, denn in Wirklichkeit war es anders! Enthüllungsjournalistenmonsti war nämlich dabei! Sagt es zumindest. Und so sah die gnadenlose Wahrheit aus:

Professionelle: “Okay, 20.000 Euro für eine Stunde inkl. Anfahrtszeit, aber wir gehen in den Wald! Ich will nicht mit Ihnen gesehen werden!”
Ronald McSchillig: “Ja, aber dann musst Du ganz laut schreien, um das ganze Getier im Wald zu vertreiben. Ich habe Angst vor den Marienkäfern und was es da sonst noch so gibt!” (Vermutlich fürchtete er, dass eine Ameise sein bestes Stück abbeißt — ein Biss und es ist weg. Anm. der Red.)
Professionelle: “In Ordnung.”

20 Sekunden später nach viel Gebrüll und vollzogener Dienstleistung (SchilliMcSilly verwechselte wohl Sekunden mit Orgasmen, kann ja mal passieren! Das ist wie mit den ominösen 20 Zentimetern.):

Professionelle: “Oh, was ist denn da runtergefallen? Sieht aus wie ein winzig kleines… Gehirn?”

Da haben wir es, es war kein Hörsturz bei der Prostituierten, sondern ein Hirnsturz bei SchilliMcMerktnix.

Ich bedanke mich bei meinem Enthüllungsjournalisten für Infos, die wir niemals haben wollten, und wünsche mir, dass jemand bestimmtes nächstes Jahr ins Dschungelcamp geht…

(Jetzt habe ich mir eben noch zwei kleine Filmchen, sog. “Highlights” (müssten eigentlich korrekterweise “Lowlights” heißen), aus der Sat.1-Mediathek angetan. Der Wendler ist ja auch dabei! Nee, das gebe ich mir nicht, so viel Selbstverliebtheit auf einem Haufen ertrage ich nicht.)

Monströse Presseschau (1)

Eine neue Serie im Blog. Ich werde in unregelmäßigen Abständen oder vielleicht auch gar nicht einige Zeitungsmeldungen kommentieren, natürlich nur das Wichtigste vom Wichtigsten. So seid Ihr für jeden Small und Big Talk künftig bestens gerüstet.

Schauen wir als erstes mal eine Meldung aus der Weltgazette “Bergedorfer Zeitung” von vor ein paar Tagen an.

Die Diddlmaus ist Geschichte!

Das als solches ist nicht die riesengroße Nachricht, auch wenn Depesche-Boss Schiötz das Aus der Maus bedauert:

“Was mir unverständlich ist, ist die Entwicklung, dass Diddl bei Kindern und Jugendlichen heute kaum noch eine Rolle spielt.”

Viel wichtiger ist, was uns der Firmenchef sonst noch so verrät:

“Wir haben neue Figuren erarbeitet und mit denen auch Erfolg.”

Heißt genauer: Die Konsumentinnen von vier bis sieben Jahren werden mit der “Style Princess” gelockt, die älteren Mädchen beschäftigen sich bitte intensiv mit dem Thema “Topmodels”.

Das hört sich schon mal richtig gut an. Unerschrocken, wie ich als künftige Weltherrscherin nun mal bin, habe ich recherchiert, was sich hinter “Style Princess” und “Topmodels” verbirgt.

Zuerst die Prinzessinnen. Ich lud mir direkt auf der Depesche-Website die Produktinfo in PDF herunter. Wer auch will, bitte sehr. Erst mal sieht alles schön rosa-pink aus, das gefällt. Textauszug:

Kreativer Spaß für die Kleinen! In dieser Kollektion für kleine Mädchen ab 3 Jahren dreht sich alles um die süße Prinzessin Mimi und ihre vielen wunderhübschenKleider!

Doch schon ab drei, das ist richtig so! Wollte schon bemängeln, dass es laut Zeitungstext erst ab vier Jahren losgehen soll, aber ich sage Euch, liebe Eltern: Mit Sinn für wunderhübsche Kleider und Adelskram kann man gar nicht früh genug anfangen! Man muss doch Prioritäten setzen! Auch wichtig:

Eine Taschenserie und Produkte wie das Badehandtuch oder Kuschelkissen in verschiedenen Farben runden das Programm ab.

Eine Taschenserie! Taschen sind das Doping der Frauen, das weiß man ja. Und was ist mit Schuhen?! Von Schuhen steht hier aber nichts! Wir merken: Nichts ist so gut, dass es nicht noch verbessert werden könnte.

Von Kleinauf mit dem Wesentlichen vertraut gemacht, steht den etwas älteren Mädchen die nächste Stufe, die sie erklimmen müssen, bevor. Topmodel! Hierfür wurde sogar eine wunderschöne Website gestaltet. Weltklasse, phänomenal, phantastisch, exorbitant! Hier lernen die Mädels wichtige Begriffe wie “Sedcard” und “Boutique” kennen. Aus Zeitgründen und nur deshalb (nicht, dass hier jemand denkt, mich hat das Intro verscheucht), ist es mir leider nicht möglich, die Geheimnisse dieses Webauftrittes näher zu erforschen, aber Ihr alle seht, dass die Spieleindustrie in die richtige Richtung läuft… ähm, pardon, schreitet, so sagt man ja wohl in der Modewelt zu dem Catwalk-Gelatsche. Kleidung, Style, Fashion, die weiblichen Erdenbürger werden — zumindest in Schlaaand — perfekt auf das Erwachsenwerden vorbereitet. Ich bin so glücklich!

Liebe Eltern, sollten Eure süßen Prinzessinnentöchter trotzdem Berufswünsche wie Astronautin, Tierärztin oder womöglich sogar Autoschrauberin (ih-gitt, das ist doch das mit dem Schmieröl und macht Flecken auf der Kleidung!) werden wollen, ist bei der Erziehung gehörig was schiefgelaufen, aber das lässt sich alles in Ordnung bringen, einfach einmal quer durch das ganze rosapinke Sortiment kaufen und glücklich werden! Wenn dann nicht Berufswünsche wie Model, Pop-Chartdudel-Sängerin, Glamour-Schauspielerin oder Spielerfrau ganz oben stehen, weiß ich auch nicht weiter, ich kann hier ja nicht alle Probleme lösen.

Spielerfrau ist mein Stichpunkt! Wir gucken uns die nächste Perle deutscher Presseerzeugnisse an. Vor ein paar Tagen gab es mal wieder eine kostenlose

Bild-“Zeitung”,

und ich hatte leider vergessen, den schönen Ruthe-Aufkleber an meinen Briefkasten zu pappen:

Aufkleber_von_Ralph_Ruthe

Also hatte ich das potentielle Hundekotaufsammelpapier in meinem Kasten. Wenn es schon mal da ist, gucke ich doch mal rein, sagte ich mir. Wegen der Unerschrockenheit und so. Diese Ausgabe beschäftigt sich mit der Fußball-WM. Ich möchte der Bild-“Zeitungs”-Redaktion einen kleinen Tipp geben, ganz kostenlos:

Lasst doch einfach das nächste Mal Euren Inhalt ganz weg und nur die Werbung drin! Das würde die Qualität ungemein steigern!

Vielen Dank. Und nun zu den Spielerfrauen, die eine ganze riesige, dessous-getränkte Bilderseite in Beschlag nehmen dürfen (seht Ihr, liebe Mädchen, dafür lohnt sich die Beschäftigung mit dem Thema “Topmodels” ungemein, vielleicht werdet Ihr auch mal Spielerfrau und taucht in der Bild-“Zeitung” auf). Cathy Fischer, das ist die Freundin von Mats Hummels, ist gar nicht mal dumm, wie sie betont. Abitur mit der Note 2,0 und BWL-Studium mit 2,3 abgeschlossen, sogar ein Auslandsjahr in den USA hat sie unbeschadet überstanden. Das ist alles toll, toll, toll, aber liebe Mädchen: Um dann als TV-Moderatorin und Mode-Kolumnistin zu arbeiten, braucht Ihr den Abi- und BWL-Quatsch nicht zwingend, sondern vor allem gutes Aussehen und einen berühmten Fußballer als Freund. Lasst Euch nichts anderes einreden!

Nun glaube ich Cathy Fischer wirklich, dass sie nicht dumm ist, aber zum Glück merkt man es dem Artikel nicht an. Wäre ja noch schöner, wenn ich beim Bild-“Zeitungs”-Lesen denken müsste! Sie berichtet kurz und knapp über einige andere Spielerfrauen, und das ist ungefähr so interessant wie ein leeres Caipiglas. Entweder sind die Spielerfrauen extrem lieb, super hübsch oder bodenständig, manchmal auch grazil wie eine Elfe, Müllers haben ein Gestüt und Cathy würde sich trotz Pferdehaarallergie an die Tiere rantrauen, aber nur, wenn Lisa ihr hilft. Anscheinend kann Lisa dafür sorgen, dass Pferdehaarallergie in ihrer Nähe verschwindet?! Auch eine schöne Superkraft. Meine Superkraft ist ja, Caipi in meiner Nähe ganz schnell verschwinden zu lassen, das nur am Rande.

Ihr seht, es ist ungemein wichtig für Mädchen, die richtigen Berufe anzustreben. Für diesen superlieben, zuckersüßen, bodenständigen Artikel hat Cathy Fischer vermutlich mehr Geld bekommen (beinahe hätte ich “verdient” geschrieben, hahaha, ich kleines Scherzkeksmonster, ich) als eine Krankenschwester für 50 Nachtschichten.

Ich hoffe, mit dieser Zusammenfassung der wichtigsten Pressemeldungen seid Ihr nun gut für was auch immer gerüstet.

Liebe Grüße

Eure fürsorgliche, mega-bodenständige Weltherrscherin

Das war ja mal…

… ein merkwürdiger “Tatort” gestern Abend in der ARD. Ist dem Sender das Geld für Actionszenen ausgegangen? Nichts gegen Experimente, aber 90 Minuten lang 2 Verdächtige von 4 Ermittlern verhören zu lassen, das war schon etwas langatmig. Auch hätte man die Charaktere der Kommissare besser herausarbeiten können. Typ einsamer grauer Wolf, okay, nichts gegen einzuwenden, aber so müde? Den beiden Frauen fehlte es an Biss, und der Typ ohne Krawatte — sollte der für den Humor sorgen? Es ist noch ein langer Weg bis zu Thiel & Boerne…  Und alle waren sie so lieb zu den Verdächtigen. Kein “good cop, bad cop”-Prinzip zu erkennen.

Auch vermisste ich die Leiche, wobei zumindest im Laufe der Sendung klar wurde, wofür die beiden Verdächtigen in die sanfte Mangel genommen wurden: Sie sollen die gute Politik gemeuchelt haben. Schon nach kurzer Zeit, wenn nicht sogar vorher, war klar, dass die Ermittler die richtigen Verbrecher im Verhörzimmer sitzen hatten. Für Freunde des gepflegten Mitratens war dieser “Tatort” definitiv die falsche Wahl.

Irgendwie kamen mir die beiden Verdächtigen übrigens bekannt vor…

Da das alles andere als ein packender Krimi war, zappte ich ein bisschen durch die Programme. Qualitätsmedienleistung auf Privatsender, da ist ProSieben ja immer erste Wahl. Dort lief gerade “Schlag den Raab”, und zwar die Kandidatenauswahl. War recht langweilig: Die Jury, bestehend aus vier Personen, stellte einer Frau und einem Mann harmlose Fragen. Ab und zu wurde ein Zeitmesser eingeblendet. Vermutlich ging es darum, wer mehr oder weniger oder schneller oder weiß-der-Geier-was phrasig daherquatschen kann. Strategie der Frau war es wohl, den Raab komplett einzulullen und so die Million (oder wie viel gibt es dort zu gewinnen, ich habe keine Ahnung) zu gewinnen. Der Mann dagegen verweigerte teilweise Auskünfte. Ob das eine kluge Strategie ist? Selten so eine langatmige Kandidatenauswahl gesehen. Kein Wunder, dass der Raab seine Sendungen immer mehrere Tage überzieht.

Irgendwie kamen mir die Kandidaten übrigens bekannt vor…

Ich habe dann weitergeschaltet, RTL lohnt ja auch immer einen genaueren Blick. Aha, da lief eine Talkshow, anscheinend ein neues Konzept: Vier Moderatoren, zwei Gäste. Da es sich um RTL handelte, hieß das Thema vermutlich “Ich hatte einmal Sex mit dieser Frau, und nun habe ich rausbekommen, dass 9 ihrer 10 Kinder nicht von mir sind! Diese Schlampe!” Oder so ähnlich. Während sich die Frau bemühte, ihren Ex-Lover mit unkonkreter Politik (!!!) in den Schlaf zu reden, sah dieser eher so aus, als wäre er bereit, mindestens neun Kinder bei lebendigem Leib zu verschlingen. Oder zumindest ein kleines Kotelett. Das war bestimmt so ein Reality-Script-Gedöns, so etwas gibt es doch nicht in echt.

Irgendwie kamen mir die beiden Gäste bekannt vor…

Das war mir gestern alles zu viel, man kann doch das Wochenende nicht so unharmonisch ausklingen lassen. Worauf kann man sich verlassen, wenn einem der Sinn nach Romantik steht? Das gute alte ZDF. Da läuft Sonntag abends doch immer was von Pilcher & Co. Und ja, so auch dieses Mal! Ich wurde nicht enttäuscht. Das Setting war etwas seltsam, ein Studio, vier Moderatoren, das Paar, das sich noch finden musste, gegenüber. Ein flapsiger Mann bemühte ständig die Begriffe “Große Koalition” und bemühte sich herauszufinden, was denn getan werden müsse, damit es zu einer solchen käme… Ich vermisste so ein bisschen das Cornwall-Ambiente, aber man kann nicht alles haben, diese exotischen Drehorte kosten ja auch immer wahnsinnig viel Geld. Mann und Frau sträubten sich jedenfalls sehr gegen ihre Liebe, aber wir wissen ja, dass bei Pilcher & Co. immer alles gut wird. Leider schlief ich ein, bevor das Happy End gesendet wurde, aber man kann nicht alles haben.

Irgendwie kam mir das Liebespaar in spe so verdammt bekannt vor…

Highlight des Abends, auch für die Fashion-QUEEN (also mich): Die Schlandkette! Sie war in jeder Sendung vertreten, es handelt sich hierbei um ein absolutes Must-Have-Accessoire! Darauf eine Runde scheiß Herzchen: ♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥

Zum Schluss noch der Hinweis, dass der FDP ein kleiner Fehler unterlaufen ist — kommt selten vor bei der Partei, normalerweise sind die Fehler ja groß. Dieses Wahlplakat ist unvollständig:

plakat

Zum Glück gibt es ja mich, die FDP-Freundin, die den Fehler sofort ausgebügelt hat. Hier die korrekte, vollständige Version:

FDP_Plakat_optimiert Kopie

Nix zu danken, liebe FDP. Ich helfe, wo ich kann.

Bescheuert

Ich hoffe, Ihr guckt auch gerade brav den oberwichtigsten Brennpunkt aller Zeiten, der gerade läuft:

Wetterbrennpunkt

Oh, es ist Sommer. Oh, es ist warm. Oh, teilweise sogar sehr warm. Oh, wat ‘ne Überraschung. Oh, es gibt sogar teilweise heftige Gewitter. Oh, wat bin ich überrascht.

Allerdings ist dieses nicht der überflüssigste Brennpunkt aller Zeiten, das war wohl der, in dem über Ballacks Verletzung vor der WM in Südafrika berichtet wurde. Und das sage ich als Fußballfan.

Arrgh, einfach nur arrgh.

Geschichtsunterricht

Hefte raus, wir halten jetzt mal eine Geschichtsstunde ab. Unser heutiges Thema:

Das Frauenbild im Wandel der Zeit.

Ganz modern, wie wir hier in diesem Wissenschaftsblog nun mal sind, bedienen wir uns der Videoanalyse.

Eine alte Dr.-Oetker-Werbung aus den Fünfzigern:

Wir fassen zusammen:

“Backen macht Freude!” “Sie hat es viel besser als er, sie darf backen!” (Hm, hm, mir bereitet Backen überhaupt keine Freude, im Gegenteil, ich finde Backen sehr langweilig, und selbst Fertigbackmischungen überfordern mich.)

“Eine Frau hat zwei Lebensfragen: Was soll ich anziehen und was soll ich kochen?” (Meine Lebensfrage ist eigentlich eher: Welchen Cocktail trinke ich heute? Caipi? Cuba Libre? Mojito? Es sind noch Limetten da!)

“Und das Allerwichtigste für ihn ist der Pudding!” (Hat Rahm nie erwähnt! Ich melde daher leise Zweifel an.)

“Kuchen macht Männer sanft und verträglich!” (Ha! Wenn ich zu Rahm sage, dass ich ihm einen Kuchen backen möchte, wird er nicht sanft und verträglich, sondern versucht mich mit allen Mitteln, davon abzuhalten! Irgendwas stimmt doch hier nicht!)

Resümee: Die Frauen in den Fünfzigern waren anders als ich. Bestimmt haben die auch regelmäßig ihre Fenster geputzt, diese Vogelkillerinnen!

Doch es ist nicht alles Friede, Freude, Oetkerkuchen gewesen. Auch nicht in der Wirtschaftswunderzeit. Denn manche Frauen waren durchaus gestresst. Wir blicken auf diesen Werbespot:

Da lehnt sich die Frau doch tatsächlich gegen den Chef auf! Aber: “Frauengold nehmen!” Schon steht Madame demütig vor dem Herrn Direktor und entschuldigt sich kleinlaut.

Ich brauche diesen Stoff! Am besten gleich in der Größe einer Nebukadnezar-Flasche! (Oder bin ich mit 15 Litern noch zu zaghaft rangegangen?) Alles andere reicht für die Anstalt nie und nimmer aus!

Noch einer zum Thema:

“Bist Du etwa nicht mehr so hübsch wie damals?” (Do-hoch, ich halte meine Hässlichkeit auf hohem Niveau!)

“Frauengold schafft Wohlbehagen — wohlgemerkt an allen Tagen!” (“Wohlbehagen”, welch schönes, altes Wort…)

Bevor Ihr nun alle in die Apotheke rennt, vergesst es. Das Zeuchs gibt es nicht mehr. Anfang der 80er wurde der Stoff aus dem Handel genommen, da er krebserregende Stoffe erhielt. Nee, dann doch lieber die Nervenzusammenbrüche in der Anstalt durchstehen…

Wir springen in der Zeit vorwärts in die siebziger Jahre:

Der gute alte 7. Sinn. Nein, es handelte sich hierbei nicht um eine Satiresendung! Es war alles ernstgemeint!

“Frauen fahren meist vorsichtiger, weil ihnen die Übung fehlt. Sie behindern dann den fließenden Verkehr.” (Ja, da ist es mir viel lieber, wenn ein männlicher Autofahrer bei Rot mit mindestens 120 Sachen ohne Rücksicht auf Fußgänger drauflos kachelt und mich beinahe überfährt, wie vor einigen Tagen erst erlebt, denn immerhin: Er hat den fließenden Verkehr nicht aufgehalten! Alleine das zählt! “Alles fließt” wussten schon die alten griechischen Philosophen.)

“Viele Frauen scheuen das Anlegen des Sicherheitsgurtes, weil sie Angst um ihren Busen haben.” (Das wird’s sein… Männer haben sich damals, als es noch kein Bußgeld kostete, bestimmt immer brav angeschnallt.)

Resümee II: Das Frauenbild hat sich entscheidend gewandelt, welch ein Glück, dass heute diese Klischees der Vergangenheit… Ähm, Moment, meine Emanzenmonsterin weist mich da gerade auf etwas hin:

KlischeealarmDiese Werbung ist aktuell auf deren Website zu bestaunen. Im Jahre 2013.

Oder hier:

Arrgh

Arrrgh! Früh übt sich, was perfekt in Schubladendenken werden will (muss).

Allenthalben weiß man voll Bescheid:

Jungsgesöff

Jungs sind also gern mit Freunden unterwegs und treiben gern Sport. So weit, so super.

Und was ist mit Mädchen?

JungeMädchen

Die leben lieber in Märchenwelten. Das hat eine Trend-Tracking-Studie (kotz… ähm, tschuldigung) eindeutig ergeben, dann wird es ja wohl stimmen, denn bekanntlich sind alle Studien und Statistiken immer korrekt, selbst die, die sich widersprechen.

Mich erinnert das an meine Kindheit: Ich bekam immer Puppen geschenkt, obwohl ich mit Puppen überhaupt nichts anfangen konnte. Die staubten schön im Zimmer vor sich hin, während ich neidisch auf die tollen Spielsachen meines Bruders war. Aber, Ihr Werbefritzen und Marketingverantwortliche, das war in den 70ern!!! (Die tollen 70er… 1977 wurde übrigens endlich das Gesetz abgeschafft, dass Frauen ohne Zustimmung des Mannes nicht arbeiten gehen durften!)

Denen hier möchte ich ja zumindest noch einen gewissen Sinn für Ironie zugutehalten. Nicht so ganz gelungen, aber na ja… Die Werbung für die ARD-Sportschau in den letzten Jahren fand ich noch missglückter, da hat man wohl nicht mitbekommen, dass mittlerweile auch viele Frauen Fußballfans sind…

Wer noch mehr Beispiele haben möchte, kann hier bei “Ich kauf das nicht” mal gucken, daher habe ich auch meine Beispiele, die sonst womöglich an mir vorbeigegangen wären, so wenig, wie ich noch von Werbung mitbekomme…

Yippie-yippie-yeah, ich ziehe mich nun zurück in meine rosaplüschige Märchenwelt und träume davon, dass ein Märchenprinz kommt und mich aus der Anstalt befreit! Diamantenschmuck! Shopping! Nie mehr SAP! Und keine autofahrenden Frauen, die mich via Türaufreißen vom Rad holen, denn ich werde natürlich dann immer von einem Chauffeur in die Shopping Malls dieser Welt kutschiert… *trääääummmmm*

Was ist das?

Pengpengpengbummfuckknallwummsfuckpengpeng

Richtig, Ihr habt es alle erkannt: Der “Tatort” vom letzten Sonntag, zusammengefasst in 42 Zeichen. Ja, genau, der Til-Schweiger-Tatort. Ich habe ihn geguckt, denn ich bin nun mal ein neugieriges Monster. Hat jemand von Euch ihn auch gesehen?

Ich sach mal so: Ich bin zumindest dran geblieben. Der Assistent von Schweiger bzw. von Nick Tschiller, wie er im Film hieß, war noch das beste. Til Schweiger ist halt Til Schweiger, entweder man mag ihn oder nicht. Ich werde wohl kein Fan mehr… Ich meinte einen flüchtigen Augenblick lang, den Anflug eines zweiten Gesichtsausdrucks bei ihm entdeckt zu haben, vielleicht war es aber auch nur eine kurze Augenmigräne. Man weiß so wenig.

Dass er immer mindestens eine seiner Töchter mit unterbringen muss, scheint unvermeidbar zu sein. Wozu bloß? Reicht das Geld in der Familie nicht?

Die Szene mit “Ich kann keine weichen Eier kochen” hat mich zumindest etwas zum Grinsen gebracht. Vielleicht, weil ich mich seelisch aufgebaut fühlte — es gibt jemanden, der noch schlechter als ich kochen kann! (Jetzt sagt nicht, dass das nur im Film so sei. Demotiviert mich bitte nicht! Ich brauche Streicheleinheiten, keine Kloppe!) Wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich weiche Eier könnte, denn ich esse meine immer hartgekocht. Dieses Labberzeuchs, womöglich noch fast flüssig, mag ich nicht.

Immerhin: Die Elbphilharmonie-Baustelle war mal zu was nütze! Wenn der NDR die jetzt ca. 1 Million-mal für gutes Geld als Kulisse bucht, hat die sich vielleicht sogar in 87 Milliarden Jahren amortisiert.

Mit “Kommissarin Lund” konnte dieser “Tatort” jedenfalls nicht mithalten, mag auch daran liegen, dass ich nicht so viel Wert auf Action lege. Wobei ich bei “Lund” das Ende irgendwie unbefriedigend und unlogisch fand, aber ansonsten waren es wieder fünf spannende Folgen. Leider die letzten…

Ach ja: Wer bringt Til freiwillig schonend bei, dass häufiges “Fuck”-Sagen leider nicht dazu führt, Rahm Emanuel ähnlicher zu werden? Eine brutale Wahrheit, ich weiß. Blöd, dass er in diesem Blog über Rahms ständige Flucherei gelesen und diese falsche Schlussfolgerung gezogen hat, aber damit konnte ich nun wirklich nicht rechnen, oder?

Wird mal wieder Zeit für einen “Tatort” aus Münster. Das sind die besten! (Auch wenn der letzte etwas zu sehr gewollt klamaukig gestrickt war, aber selbst ein etwas schwächerer Münsteraner “Tatort” steckt noch viele andere in die Tasche.)

Realsatire

In der “ZEIT” von letzter Woche wurde das Thema “Zukunft des Journalismus” durchgekaut. Unter anderem wurden Medienmanager und Journalisten gefragt, wie guter Journalismus überleben kann:

Guter Journalismus wird immer überleben, egal auf welcher Oberfläche er die Menschen erreicht. Denn sie dürsten nach Informationen, Einordnungen, Geschichten. Frei nach Mathias Döpfner: Eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte…

Auch interessant ist die Antwort auf die Frage, wie man sich denn dafür einsetzen würde:

Wie in den vergangenen zwölf Jahren werde ich meine Redaktion auch in der Zukunft antreiben, ermutigen, quälen, provozieren, herausfordern und niemals lockerlassen – mich also nie mit dem Erst-, Zweit- oder Drittbesten zufriedengeben.

Das klingt ja beim ersten Lesen alles gar nicht so unvernünftig. Zur Realsatire wird das Ganze, wenn man weiß, wer sich derartig geäußert hat:

Kai Diekmann. Genau. Der Chefredakteur der Bild-“Zeitung”.

Wobei der letzte Satz mit dem “… nie mit dem Erst-, Zweit… blabliblubb… zufriedengeben” an Ehrlichkeit nicht zu übertreffen ist. Der Gute ist bekanntlich erst zufrieden, wenn seine “Zeitung” mit dem Allerletzten gefüllt ist…
(Quelle.)

Und dann war da noch die 22-jährige Studentin, die in dem “Bunga-Bunga”-Prozess gegen Silvio “3,5 Zentimeter” Berlusconi als Zeugin aussagte, dass sie auf den Partys nie “Szenen sexueller Natur” gesehen habe. Statt dessen hätte sich Berlusconi gern über Politik unterhalten.

Sag ich doch. Der Berlusconi hatte das Licht ausgeschaltet, damit die Frauen das kurze Elend (hier als “Szenen sexueller Natur” bezeichnet) nicht sehen können! Und dann noch die perfide Methode, die Frauen mit Gefasel über Politik abzulenken!

Hallo, Herr Berlusconi! Bevor Sie wieder in meine Sprechstunden kommen, besuchen Sie bitte unbedingt die Penispedia! Und nehmen Sie den Diekmann gleich mit.

Und da sage noch mal einer, die Erde sei kein Irrenhaus. Es wird wirklich Zeit für meine Weltherrschaft. So kann es ja nun wirklich nicht weitergehen!

(Fast) ausgeglichen…

Im letzten Spiegel war ein Test, ob man eher introvertiert oder extrovertiert ist. Bei mir ist das quasi fast ausgeglichen:

Von 15 “Introvertiert”-Fragen habe ich nur 13 ankreuzen müssen, dafür bei den “Extro”-Fragen (auch 15), die Wahnsinnsmenge von 1. Also alles im schönsten Gleichgewicht. ;-)

So in etwa war mir das vorher schon klar, ich weiß ja einigermaßen, wie ich ticke. Das ist doch wenigstens mal ein deutliches Ergebnis, nicht so’n Wischi-Waschi-Kram. :-)

Und jetzt können wir darüber nachdenken, wohin der Weg des ehemaligen Sturmgeschützes der Demokratie hinführen wird, wenn die jetzt auch mit solchen Tests anfangen… Manchmal frage ich mich, was Augstein sagen würde, wenn er aus dem Grab springen könnte und ihm jemand einen aktuellen Spiegel in die Hand drücken würde. Wobei der Artikel über “die Unauffälligen” ansonsten nicht so schlecht war, einiges war recht interessant. Immerhin wurden mal solche Aktivitäten wie Brainstorming und Gruppenarbeit kritisch beleuchtet. Das ständige Gefasel von Teamwork ging mir schon immer auf den Keks… Häufig passt das gar nicht, aber Hauptsache, es steht in jeder Stellenausschreibung, selbst, wenn man hinterher sein eigenes Aufgabengebiet beackert und nur in Ausnahmefällen in einer Gruppe arbeitet. Idiotisch.