Anstaltskunst — hatten wir viel zu lange nicht mehr!

 

Ausnahmsweise befinden wir uns nicht in den WC-Räumlichkeiten, sondern präsentieren heute ein Werk der Heizungskunst, in dem eine Zigarettenkippe eine große Rolle spielt; diese wurde halb unter einem künstlerisch-origamisch bearbeiteten Papierknäuel versteckt. Zusammen mit der Wand, die eine ursprüngliche Rauhheit ausstrahlt, wie wir sie heutzutage nur noch in jedem fünften Treppenhaus sehen, ergibt dieses Ensemble eine spektakuläre Würdigung der Fluppenkunst. Ich glaube, wir werden noch viel von diesem Kippenkünstler sehen und hören, zumindest hoffe ich das sehr und spendiere ihm einfach hoffnungsvoll ein eigenes Schlagwort. Ich werde wie immer die Augen offen halten, zumindest, wenn sie nicht gerade mal wieder vor Müdigkeit zufallen…

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Wunderschön! Phänomenal! Allerliebst! Diese Harmonie, gepaart mit Disharmonie! Weltklasse!

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Kunst in der Anstalt: Rapunzel!

 

Übermorgen darf ich nach etwas über 2 Wochen zurück in die Anstalt. Oh, Glück, oh Freude, oh wild loderndes Zuneigungsgefühl!

Ähm, ja … Wir wollen uns etwas auf die Wiederkehr des Monsters in die Anstalt einstimmen, und womit ginge das besser als mit einem weiteren wahnbrechenden Kunstwerk der immer noch anonymen WC-Künstlerin?

„Rapunzel, lass Dein Toilettenpapier herunter“ nennen wir dieses Werk. Hilfreich lässt der Toilettenpapierrollenpappkern sein wallendes Geschmeide herab, um die Rolle, deren Papier im Blech schmerzhaft eingeklemmt ist, zu retten. Hört Ihr nicht quasi auch die Schmerzensschreie der mittleren Rolle?

Oh ja, dieses Thema gäbe Stoff (oder Toilettenapier) für einen abendfüllenden Spielfilm! Krimi, Drama, alles ist möglich, nur keine seichte Komödie!

(Anmerkung für neue Leser: Diese Werke finde ich genauso vor, ich habe nichts verändert, sondern dokumentiere lediglich mit der Handykamera!)

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Kunst in der Anstalt — knülliger Knüller!

 

Beim letzten Kunstwerk stellte Herr Ackerbau fest, dass die Klo-Künstlerin eine neue Schaffensphase eingeleitet zu haben scheint. Brutaler, aggressiver… Dieses Werk scheint eine Bestätigung zu sein:

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Und doch! Mit welcher Kunstfertigkeit sie das Toilettenpapier in den Toilettenpapierrollenpappkern geknüllt hat! Kloknüllknitterkunst, das ist der reinste Knüller; trotz der gewalttätigen Aussage bin ich tief beeindruckt.

Knüllige Grüße von Eurem Fellmonster

Kunst in der Anstalt? Oder vielleicht doch nicht?

Neulich sah ich einen Toilettenpapierrollenpappkern mitten in den Vorräumen der Damen-WCs liegen. Wir wissen, dass es sich hierbei um das bevorzugte Material der anonymen Klokünstlerin in der Anstalt handelt. Doch als ich die Räumlichkeit betrat, sah ich die Putzfrau Room Cleaning Service Managerin (nur echt ohne Bindestriche, weil Englisch!), wie sie auf den Toilettenpapierrollenpappkern trat. Nun war ich am Überlegen: Beobachtete ich die legendäre Künstlerin beim Erschaffen ihrer Kunst? Aber es sah so aus, als wäre die Room Cleaning Service Managerin nur aus Versehen drauf getreten. Ich bin ratlos. Zerstörung oder Geburt eines Kunstwerkes? Hier die Fotos:

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Socksi, der mich gern mal tritt (er nennt es „liebevolles Stupsen“), meint, dass das Kunstwerk durch das Herauftreten noch gewonnen habe. Nelly sagt, dass Kunst ohne Kekse sie nicht interessiere. Meine Monster fragen, wo der nächste Caipi bleibt. Ihr seht, ich bin auf Euren Kunstsachverstand angewiesen. Was meint Ihr?

Kunst in der Anstalt / Die Weggeworfene

 

Wir befinden uns immer noch in der Origamiphase der Künstlerin, deren Namen wir nicht wissen. Dieses Werk spricht für sich. Zusammengeknüllt und weggeworfen, achtlos, wie es schlimmer nicht geht, nicht mal der Papierkorb wurde getroffen. Ich lasse Euch nun mit diesem verstörenden Werk allein. Das müsst Ihr erst mal seelisch bewältigen, nichtsdestotrotz wünsche ich Euch ein schönes Wochenende, das hoffentlich für Euch alle ein schön langes ist.

PS: Ich wählte den Titel „Die Weggeworfene“, weil ich das Kunstwerk wie so oft in den Räumlichkeiten des Damen-WCs der Anstalt entdeckte. Es könnte natürlich auch sein, dass es sich um männliches Papier zum Abtrocknen der Hände handelt. Die Künstlerin lässt uns hier wie immer bewusst im Dunkeln stehen, und so sind wir ratlos und doch voller Interpretationen!

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Kunst in der Anstalt, aber ausnahmsweise mal nicht in den Toilettenräumlichkeiten

Neulich in der Anstalt entdeckte ich diese Installation im Treppenhaus. Nun gibt es also neben der geheimnisvollen WC-Künstlerin einen virtuosen, aber ebenfalls anonymen Treppenhaus-Künstler.

Wie ist Eure Meinung zu diesem Werk? TITEX PLUS A1124 liegt beinahe parallel zu einem grünen Lappen auf einem Heizkörper. Eine Nahaufnahme (Bild 2) zeigt deutlich die Zerrissenheit von TITEX PLUS. Sein Etikett ist teilweise unleserlich. Ein klassisches Werk des 21. Jahrhunderts, das die Unruhen dieser Zeit prägnant auf den Punkt bringt. Eigentlich hätte es des Lappens hierfür gar nicht bedurft, aber der Künstler sagt uns zusätzlich: „Der Drache ist tot!“ Zumindest ist das meine Interpretation. Vielleicht geht es aber auch eher um kleine grüne Männchen vom Mars. Und dann der Hintergrund, diese Wand, die definitiv schon mehr erlebt hat, als gut für sie ist. Exzessives Leben am Limit! Es bleiben viele Fragen offen, zum Beispiel: Wann kommt endlich der Maler?

Ich bin wie immer tief beeindruckt. Nun sehet selbst die Herrlichkeit:

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„TITEX und Lappen lieben den Wärmekörper“, Kunststoff und Textil auf Metall, frühes 21. Jahrhundert

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Kunst in der Anstalt: Origami



Vermisst Ihr die Kunst in der Anstalt auch so? Für mindestens 6 Wochen kann ich nicht für Nachschub sorgen. Wie vorausschauend, dass ich Vorräte in den Entwürfen angelegt habe! Man muss für schlechte Zeiten vorsorgen, damit es nicht zu einer Kunstdürre kommt.

Die Künstlerin hat ihre Origamiphase eingeleitet. Hier ein eher schlichtes Werk:

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Man beachte die kleine Unregelmäßigkeit, die uns so vieles sagen soll. Und die Fußbodenfuge, symbolisiert sie eine Grenze, die überwunden wird?

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Aber selbstvrständlich werden wir auch mit einem hochkomplexen Werk verwöhnt:

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Großaufnahme. Ich sehe eine abstrakte Friedenstaube, passend zu den Olympischen Spielen. Habt Ihr die Eröffnungsfeier gesehen? Mir fehlte die Ehrerbietung an Cachaca und Caipi, da ist wohl meine Mail an die Organisatoren im Spam gelandet. Aber zurück zum Kunstwerk. Da liegt sie, die Botin des Friedens, zerknittert auf kaltem Fliesenfußboden. Ihr wisst, was die Künstlerin uns damit sagen will. Die Botschaft ist an Deutlichkeit nicht zu überbieten, meine ich. Oder?

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Mit diesen beeindruckenden, erschütternden Kunstwerken entlasse ich Euch in die Nacht.

Hinweis für neue Mitleser: Diese Arrangements finde ich genauso vor. Ich verändere nichts, sondern dokumentiere lediglich fotografisch.

Kunst in der Anstalt: Die Erschöpfte



Nebenan gibt es Kastenkunst zu sehen. Zeit, auch hier mal wieder ein Meisterwerk der geheimnisvollen WC-Künstlerin der Anstalt zu zeigen. Ich gehe davon aus, dass Ihr sehr nach ihren Werken dürstet. Geht mir nicht anders, ich möchte aber vermeiden, durch Masse eine gewisse Beliebigkeit zu erzeugen. Eine Übersättigung kann es nicht geben, nicht bei der Kunst, aber es gilt: Mach dich rar, dann biste nicht so schnell gar. (Das ergibt überhaupt keinen Sinn, außer für Kochgut, welches dem Topf durch die Strategie des Rarmachens entgeht.)

Als ich dieses Werk sah, wusste ich gleich, dass es nur „Die Erschöpfte“ heißen kann. Seht nur, wie schlaff, ja geradezu ausgelaugt, die Schleppe das Toilettenpapierrollenpappkerns herunterhängt. Ich vermute, dass die arme Kreatur vermutlich den halben Tag eine Schulung geben musste und am späten Nachmittag noch eine Telefonkonferenz mit der Konzernzentrale hatte. Ich sehe es vor meinem geistigen Auge: Der arme  Toilettenpapierrollenpappkern musste Toilettenpapierrollen im richtig Herumhängen schulen und tausend Diskussionen führen, warum so rum und nicht anders; und nachmittags ging es mit dem Konzerncontrolling um wichtige Sachen wie die richtige Kennzahlenermittlung von verbrauchtem Toilettenpapier und die preisliche Entwicklung desselben mit erfrischenden Diskussionen, ob man Reparaturbestellungen bei Materialkostenveränderungen mit einfließen lassen sollte. Wie oft werden Toilettenpapierrollen repariert? Und was sagt die Zeitschrift „Controlling & Management“ dazu?

Das sind so Fragen, die nicht beantwortet werden müssen, denn Einkaufscontrolling interessiert uns hier nicht, also wenden wir uns der Schönheit dieses Meisterwerkes zu. Beachtet bitte auch unbedingt den Spiegelungseffekt mit der WC-Bürste! Das ist wichtig!!!!1! Ich präsentiere Euch nun die Fotos in ihrer atemberaubenden Schönheit und riskiere damit, Euch eine schlaflose Nacht zu bereiten, aber so ist das mit großer Kunst: Sie wühlt auf, sie sorgt für Schlafstörungen, sie ist unverzichtbar.

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Hinweis für neue Leser oder auch Stammleser, die es vergessen haben: Diese Kunstwerke finde ich genauso in der Anstalt vor, da ist nichts fingiert oder von mir selbst in Szene gesetzt. Ich bin lediglich diejenige, die die Ehre hat, diese Meilensteine der Kunst fotografisch für die Jetzt- und Nachwelt festzuhalten. Und ich interpretiere gern mal so vor mich hin, ohne zu wissen, ob ich die Absicht der Künstlerin richtig verstehe. Aber solange sie keine Dokumentation dazulegt, darf ich das!

 

 

Die WC-Künstlerin und die populäre Kunst

Jaaa, die anonyme WC-Künstlerin kann auch Genres, die man gemeinhin nicht mit hoher Kunst in Verbindung bringt, bereichern. Schaut Euch bitte dieses Werk an!

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Ihr erkennt nichts? Okay, dann von vorne:

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Das ist doch eindeutig ein Superheld in Toilettenpapierrollenpappkernform! Man sieht es an dem im Wind wehenden Cape, und das, obwohl im Damen-WC kein Windhauch herrscht. Wenn das keine Superkraft ist, dann ist nichts eine Superkraft! Und im ersten Bild sehen wir unseren Held in Hochgeschwindigkeit zu seinen Einsätzen fliegen. Nun seht Ihr es auch klar und deutlich, nicht wahr?

Nun fragt Ihr Euch bestimmt: Was für Aufgaben soll denn bitte ein Toilettenpapierrollenpappkernsuperheld haben? Die Menschheit retten? Was interessiert ein Toilettenpapierrollenpappkern die Menschheit? Richtig gedacht. Aber glaubt mir, auch andere … ähm … Kreaturen bedürfen der Hilfe eines Superhelden. So fand ich kurze Zeit später dieses hier auf dem Anstaltsgelände:

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Schweiget, was die Fotoqualität dieses Bildes betrifft, lasst stattdessen die Aussage auf Euch wirken. Wir sehen hier eine von allen guten WC-Geistern verlassene Toilettenapierrolle mit nur noch ganz wenig Papier um ihren Pappkern. Dramatik pur! Ich vermute, dass die anonyme Künstlerin dieses Stillleben arrangiert hat, um zu verdeutlichen, worum es hier geht.

Dass sie aber auch in Treibhäuser schleicht und dort weitere Objekte platziert, verleiht der Kunstform der verstreuten Ausstellungsstücke eine neue Dimension:

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Ja, es ist das, wonach es aussieht! Moment, ich zoome näher ran:

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Eine noch ziemlich vollständig bestückte Toilettenpapierrolle und sogar mit Muster! Eine mittelmäßige Künstlerin hätte hier zu einer schlichten Form gegriffen, doch unsere Meisterin kennt natürlich auch das Spiel mit Ornamenten (sozusagen)! Ich war und bin ergriffen!

Um dem Kunstwerk die nötige Dramatik zu verleihen, wurde es im Herbst um folgende Installation ergänzt:

Herbst

Es ist Herbst. Es ist kalt. Der Toilettenpapierrollenpappkern hat keinen weichen Mantel aus Tissue, nackt bis auf die Pappe liegt er auf dem Gehweg. Sollte mit dem vorletzten Bild etwas wie Heimelig- und Puscheligkeit über den Betrachter gekommen sein, so wird dieses Gefühl nun stürmisch hinweggefegt. Meine Freunde der Kunst, mir fehlen weitere Worte. Diese Meisterleistung, ausgedehnt in einem Umkreis von 6 Kilometern und zeitlich um mehrere Monate versetzt, so etwas gab es noch nie!

Anmerkung 1 für neue Leser: Hier wurde nichts fingiert, ich habe diese Objekte in genau der Form vorgefunden und lediglich fotografisch festgehalten.

Anmerkung 2 für neue Leser: Ja, dieses Blog ist bekloppt. Sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt. Wenn auch unfairerweise erst am Ende des Artikels. Irgendwas ist ja immer.

Am Abgrund

 

So nenne ich das neue Meisterwerk der anonymen WC-Künstlerin in der Anstalt. Warum, das wird sich Euch sofort erschließen:

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Menschen ohne Kunstverstand würden hier nur einen Toilettenrollenpappkern, der auf einem Toilettenpapierhalter abgestellt wurde, sehen. Aber solche Menschen lesen hier ja nicht.

Die Nahaufnahme zeigt das Kunstwerk in seiner ganzen Dramatik:

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Doch warum steht dieser Toilettenpapierrollenpappkern am Abgrund? Ein PEGIDArmleuchter begründet es so: „Das ist Deutschland, welches von der drohenden Islamisierung in den Abgrund gerissen wird.“

Ein St.-Pauli-Fan meinte: „Schluchz. Mein Verein.“ (Gerade noch mal gutgegangen.)

Ein HSV-Fan… Ach, Ihr wisst schon, keine Mannschaft kann so nervenzerfetzend am Abgrund spazierengehen…

Das letzte FDP-Mitglied, ein gewisser Herr L., der mit der Interpretation, dass es sich um seine Partei handele, konfrontiert wurde: „Niemals! Das Gebilde ist nicht blau-gelb!“

Ähnliche Aussage von der sich zurzeit selbst zerlegenden (gut so!) AfD.

Sprich, wir wissen es nicht, denn wir wissen nichts über die Künstlerin. Denkt sie politisch? Ist sie womöglich ein Fußballfan? Oder nimmt sie Bezug auf die Rote Liste? Den Roten Knopf?

Was auch immer es sein mag: Selbst in dieser erschütternden Aussage des Werkes findet sich Schönheit, die ihresgleichen sucht, aber nicht finden wird:

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Dieser Faltenwurf! Diese Dynamik!

Ich lasse Euch nun mit diesem Kunstwerk allein, damit Ihr es einige Stunden lang andächtig bewundern könnt. Danach bitte ich um Eure Gebote für ein Foto, leider unsigniert. Ich akzeptiere auch Limetten als Zahlungsmittel.

Für neue Mitleser: Diese Kunstwerke finde ich wirklich in genau der Form in den Räumen unseres Abteilungs-WCs vor. Ich habe daran nichts verändert, ich habe lediglich die Ehre, diese epochalen Meisterwerke fotografisch für alle Kunstfreunde festzuhalten.