Kunst in der Anstalt, aber ausnahmsweise mal nicht in den Toilettenräumlichkeiten

Neulich in der Anstalt entdeckte ich diese Installation im Treppenhaus. Nun gibt es also neben der geheimnisvollen WC-Künstlerin einen virtuosen, aber ebenfalls anonymen Treppenhaus-Künstler.

Wie ist Eure Meinung zu diesem Werk? TITEX PLUS A1124 liegt beinahe parallel zu einem grünen Lappen auf einem Heizkörper. Eine Nahaufnahme (Bild 2) zeigt deutlich die Zerrissenheit von TITEX PLUS. Sein Etikett ist teilweise unleserlich. Ein klassisches Werk des 21. Jahrhunderts, das die Unruhen dieser Zeit prägnant auf den Punkt bringt. Eigentlich hätte es des Lappens hierfür gar nicht bedurft, aber der Künstler sagt uns zusätzlich: „Der Drache ist tot!“ Zumindest ist das meine Interpretation. Vielleicht geht es aber auch eher um kleine grüne Männchen vom Mars. Und dann der Hintergrund, diese Wand, die definitiv schon mehr erlebt hat, als gut für sie ist. Exzessives Leben am Limit! Es bleiben viele Fragen offen, zum Beispiel: Wann kommt endlich der Maler?

Ich bin wie immer tief beeindruckt. Nun sehet selbst die Herrlichkeit:

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„TITEX und Lappen lieben den Wärmekörper“, Kunststoff und Textil auf Metall, frühes 21. Jahrhundert

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Kunst in der Anstalt: Origami



Vermisst Ihr die Kunst in der Anstalt auch so? Für mindestens 6 Wochen kann ich nicht für Nachschub sorgen. Wie vorausschauend, dass ich Vorräte in den Entwürfen angelegt habe! Man muss für schlechte Zeiten vorsorgen, damit es nicht zu einer Kunstdürre kommt.

Die Künstlerin hat ihre Origamiphase eingeleitet. Hier ein eher schlichtes Werk:

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Man beachte die kleine Unregelmäßigkeit, die uns so vieles sagen soll. Und die Fußbodenfuge, symbolisiert sie eine Grenze, die überwunden wird?

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Aber selbstvrständlich werden wir auch mit einem hochkomplexen Werk verwöhnt:

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Großaufnahme. Ich sehe eine abstrakte Friedenstaube, passend zu den Olympischen Spielen. Habt Ihr die Eröffnungsfeier gesehen? Mir fehlte die Ehrerbietung an Cachaca und Caipi, da ist wohl meine Mail an die Organisatoren im Spam gelandet. Aber zurück zum Kunstwerk. Da liegt sie, die Botin des Friedens, zerknittert auf kaltem Fliesenfußboden. Ihr wisst, was die Künstlerin uns damit sagen will. Die Botschaft ist an Deutlichkeit nicht zu überbieten, meine ich. Oder?

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Mit diesen beeindruckenden, erschütternden Kunstwerken entlasse ich Euch in die Nacht.

Hinweis für neue Mitleser: Diese Arrangements finde ich genauso vor. Ich verändere nichts, sondern dokumentiere lediglich fotografisch.

Kunst in der Anstalt: Die Erschöpfte



Nebenan gibt es Kastenkunst zu sehen. Zeit, auch hier mal wieder ein Meisterwerk der geheimnisvollen WC-Künstlerin der Anstalt zu zeigen. Ich gehe davon aus, dass Ihr sehr nach ihren Werken dürstet. Geht mir nicht anders, ich möchte aber vermeiden, durch Masse eine gewisse Beliebigkeit zu erzeugen. Eine Übersättigung kann es nicht geben, nicht bei der Kunst, aber es gilt: Mach dich rar, dann biste nicht so schnell gar. (Das ergibt überhaupt keinen Sinn, außer für Kochgut, welches dem Topf durch die Strategie des Rarmachens entgeht.)

Als ich dieses Werk sah, wusste ich gleich, dass es nur „Die Erschöpfte“ heißen kann. Seht nur, wie schlaff, ja geradezu ausgelaugt, die Schleppe das Toilettenpapierrollenpappkerns herunterhängt. Ich vermute, dass die arme Kreatur vermutlich den halben Tag eine Schulung geben musste und am späten Nachmittag noch eine Telefonkonferenz mit der Konzernzentrale hatte. Ich sehe es vor meinem geistigen Auge: Der arme  Toilettenpapierrollenpappkern musste Toilettenpapierrollen im richtig Herumhängen schulen und tausend Diskussionen führen, warum so rum und nicht anders; und nachmittags ging es mit dem Konzerncontrolling um wichtige Sachen wie die richtige Kennzahlenermittlung von verbrauchtem Toilettenpapier und die preisliche Entwicklung desselben mit erfrischenden Diskussionen, ob man Reparaturbestellungen bei Materialkostenveränderungen mit einfließen lassen sollte. Wie oft werden Toilettenpapierrollen repariert? Und was sagt die Zeitschrift „Controlling & Management“ dazu?

Das sind so Fragen, die nicht beantwortet werden müssen, denn Einkaufscontrolling interessiert uns hier nicht, also wenden wir uns der Schönheit dieses Meisterwerkes zu. Beachtet bitte auch unbedingt den Spiegelungseffekt mit der WC-Bürste! Das ist wichtig!!!!1! Ich präsentiere Euch nun die Fotos in ihrer atemberaubenden Schönheit und riskiere damit, Euch eine schlaflose Nacht zu bereiten, aber so ist das mit großer Kunst: Sie wühlt auf, sie sorgt für Schlafstörungen, sie ist unverzichtbar.

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Hinweis für neue Leser oder auch Stammleser, die es vergessen haben: Diese Kunstwerke finde ich genauso in der Anstalt vor, da ist nichts fingiert oder von mir selbst in Szene gesetzt. Ich bin lediglich diejenige, die die Ehre hat, diese Meilensteine der Kunst fotografisch für die Jetzt- und Nachwelt festzuhalten. Und ich interpretiere gern mal so vor mich hin, ohne zu wissen, ob ich die Absicht der Künstlerin richtig verstehe. Aber solange sie keine Dokumentation dazulegt, darf ich das!

 

 

Die WC-Künstlerin und die populäre Kunst

Jaaa, die anonyme WC-Künstlerin kann auch Genres, die man gemeinhin nicht mit hoher Kunst in Verbindung bringt, bereichern. Schaut Euch bitte dieses Werk an!

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Ihr erkennt nichts? Okay, dann von vorne:

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Das ist doch eindeutig ein Superheld in Toilettenpapierrollenpappkernform! Man sieht es an dem im Wind wehenden Cape, und das, obwohl im Damen-WC kein Windhauch herrscht. Wenn das keine Superkraft ist, dann ist nichts eine Superkraft! Und im ersten Bild sehen wir unseren Held in Hochgeschwindigkeit zu seinen Einsätzen fliegen. Nun seht Ihr es auch klar und deutlich, nicht wahr?

Nun fragt Ihr Euch bestimmt: Was für Aufgaben soll denn bitte ein Toilettenpapierrollenpappkernsuperheld haben? Die Menschheit retten? Was interessiert ein Toilettenpapierrollenpappkern die Menschheit? Richtig gedacht. Aber glaubt mir, auch andere … ähm … Kreaturen bedürfen der Hilfe eines Superhelden. So fand ich kurze Zeit später dieses hier auf dem Anstaltsgelände:

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Schweiget, was die Fotoqualität dieses Bildes betrifft, lasst stattdessen die Aussage auf Euch wirken. Wir sehen hier eine von allen guten WC-Geistern verlassene Toilettenapierrolle mit nur noch ganz wenig Papier um ihren Pappkern. Dramatik pur! Ich vermute, dass die anonyme Künstlerin dieses Stillleben arrangiert hat, um zu verdeutlichen, worum es hier geht.

Dass sie aber auch in Treibhäuser schleicht und dort weitere Objekte platziert, verleiht der Kunstform der verstreuten Ausstellungsstücke eine neue Dimension:

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Ja, es ist das, wonach es aussieht! Moment, ich zoome näher ran:

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Eine noch ziemlich vollständig bestückte Toilettenpapierrolle und sogar mit Muster! Eine mittelmäßige Künstlerin hätte hier zu einer schlichten Form gegriffen, doch unsere Meisterin kennt natürlich auch das Spiel mit Ornamenten (sozusagen)! Ich war und bin ergriffen!

Um dem Kunstwerk die nötige Dramatik zu verleihen, wurde es im Herbst um folgende Installation ergänzt:

Herbst

Es ist Herbst. Es ist kalt. Der Toilettenpapierrollenpappkern hat keinen weichen Mantel aus Tissue, nackt bis auf die Pappe liegt er auf dem Gehweg. Sollte mit dem vorletzten Bild etwas wie Heimelig- und Puscheligkeit über den Betrachter gekommen sein, so wird dieses Gefühl nun stürmisch hinweggefegt. Meine Freunde der Kunst, mir fehlen weitere Worte. Diese Meisterleistung, ausgedehnt in einem Umkreis von 6 Kilometern und zeitlich um mehrere Monate versetzt, so etwas gab es noch nie!

Anmerkung 1 für neue Leser: Hier wurde nichts fingiert, ich habe diese Objekte in genau der Form vorgefunden und lediglich fotografisch festgehalten.

Anmerkung 2 für neue Leser: Ja, dieses Blog ist bekloppt. Sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt. Wenn auch unfairerweise erst am Ende des Artikels. Irgendwas ist ja immer.

Am Abgrund

 

So nenne ich das neue Meisterwerk der anonymen WC-Künstlerin in der Anstalt. Warum, das wird sich Euch sofort erschließen:

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Menschen ohne Kunstverstand würden hier nur einen Toilettenrollenpappkern, der auf einem Toilettenpapierhalter abgestellt wurde, sehen. Aber solche Menschen lesen hier ja nicht.

Die Nahaufnahme zeigt das Kunstwerk in seiner ganzen Dramatik:

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Doch warum steht dieser Toilettenpapierrollenpappkern am Abgrund? Ein PEGIDArmleuchter begründet es so: „Das ist Deutschland, welches von der drohenden Islamisierung in den Abgrund gerissen wird.“

Ein St.-Pauli-Fan meinte: „Schluchz. Mein Verein.“ (Gerade noch mal gutgegangen.)

Ein HSV-Fan… Ach, Ihr wisst schon, keine Mannschaft kann so nervenzerfetzend am Abgrund spazierengehen…

Das letzte FDP-Mitglied, ein gewisser Herr L., der mit der Interpretation, dass es sich um seine Partei handele, konfrontiert wurde: „Niemals! Das Gebilde ist nicht blau-gelb!“

Ähnliche Aussage von der sich zurzeit selbst zerlegenden (gut so!) AfD.

Sprich, wir wissen es nicht, denn wir wissen nichts über die Künstlerin. Denkt sie politisch? Ist sie womöglich ein Fußballfan? Oder nimmt sie Bezug auf die Rote Liste? Den Roten Knopf?

Was auch immer es sein mag: Selbst in dieser erschütternden Aussage des Werkes findet sich Schönheit, die ihresgleichen sucht, aber nicht finden wird:

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Dieser Faltenwurf! Diese Dynamik!

Ich lasse Euch nun mit diesem Kunstwerk allein, damit Ihr es einige Stunden lang andächtig bewundern könnt. Danach bitte ich um Eure Gebote für ein Foto, leider unsigniert. Ich akzeptiere auch Limetten als Zahlungsmittel.

Für neue Mitleser: Diese Kunstwerke finde ich wirklich in genau der Form in den Räumen unseres Abteilungs-WCs vor. Ich habe daran nichts verändert, ich habe lediglich die Ehre, diese epochalen Meisterwerke fotografisch für alle Kunstfreunde festzuhalten.

 

Kunst in der Anstalt — sie lebt noch!

 

Dieses Mal muss ich etwas weiter ausholen. Ihr kennt ja mittlerweile alle die Toilettenpapierhalter in der Anstalt:

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Neulich ergab es sich, dass eines dieser Teile nur noch sehr locker an der Wand hing. Eine arglose Toilettengängerin, deren Namen hier nichts zur Sache tut, riss das Teil aus Versehen ganz zu Boden. Mit einem wunderbaren Kladäääng natürlich. Die Feder des Druckknopfes schoss allerliebst unter der Toilettentür durch und fand sich an der Wand des Vorraumes wieder. Zurück blieb eine nackte Wand und drei nun nutzlose Schrauben:

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Das allein ist natürlich kein Kunstwerk, denn das habe ja nur ich… ähm, die Toilettengängerin, die nicht genannt werden will, kreiert. Viel interessanter war die Tatsache, dass die Anstalt ca. 2 Monate brauchte, um einen neuen Toilettenpapierhalter zu installieren. Zeit genug für die anonyme Künstlerin, dieser Installation das Leben zu schenken:

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Toilettenpapierrollenpappkern auf Kunststoffgehäuse eines Durchlauferhitzers vor und hinter Chromröhrchen und neben blank geputzen Kacheln, frühes 21. Jahrhundert, Künstlerin unbekannt

 

Man beachte auch die diversen Spiegelungseffekte, nicht nur an der Kachelwand, sondern auch an den Chromröhrchen. Große Kunst, noch größere Kunst, Anstaltskunst!!!!

Mittlerweile gibt es nun wieder einen Toilettenpapierhalter in diesem Raum, moderner sind wir aber nicht geworden. Retrodesign ist wohl in.

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Ich möchte mich ganz herzlich bei den zuständigen Facility Managern in der Anstalt bedanken, dass sie sich so viel Zeit mit dem Ersatz ließen, denn nur so schufen sie den Freiraum, den ein großer Geist wie die anonyme Künstlerin zwingend benötigt! Danke, danke, danke! Darauf eine Runde scheiß Herzchen: ♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥

Anmerkung für neue Mitleser: Hier ist nichts gestellt, diese Objekte fand ich wirklich so im Damen-WC vor. Ich bin lediglich die Chronistin, die die vergänglichen Kunstwerke fotografisch festhält.

Kunst!

 

Die Weihnachtstage sind vorbei,
die Tage der Völlerei.

Jetzt wird es Zeit, wieder etwas für unseren Hunger nach Kunst zu tun. Und wie es der Zufall so wollte, verwöhnte mich die berühmte anonyme Künstlerin der Anstalt mal wieder mit einem neuen Kunstwerk.

Haltet Euch fest! Dieses Mal verwendete sie nicht ihre üblichen Materialien, also Toilettenpapierpappkernrollen, sondern … Aber seht selbst!

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Material: Post-it auf Metall, 21. Jahrhundert

 

Ja, seht Ihr es? Ein kleines, unscheinbares Post-it, welches normalerweise dafür verwendet wird, auf irgendwelche Unterlagen gepappt zu werden, um z. B. Chefs zu sagen: Achtung, hier Zettel, wo Unterschrift gebraucht wird. Welch Verschwendung, wo man doch diese kleinen Post-its für große Kunst verwenden kann! Unsere geheimnisvolle Weltklassekünstlerin hat dieses erkannt!

Wenden wir uns der Interpretation zu.

  1. Die Farbe. Wir sehen grün. Grün, das könnte eine Unterstützung meiner Weltherrschaftspläne bedeuten. Vielleicht ist es aber auch eine Reverenz an die heilige Frucht, die Limette.
  2. Die Neigung des Objektes. Hier könnte man Willkür deuten, wir aber wissen es besser, denn wir kennen natürlich auch folgendes berühmtes Kunstwerk.

Die Caipi Lisa von der berühmten Künstlerin Limette da Cachaca! (Dieses Gemälde inspirierte später einen gewissen Leonardo da Vinci zu seinem Werk Mona Lisa, aber auch das wusstet Ihr bereits, oder?)

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Eine Untersuchung des Gemäldes mit Röntgenstrahlung ergab, dass die dritte Limette rechts unten im Glas (nicht sichtbar) genau den gleichen Neigungsgrad hat.

Mir fehlen vor Ergriffenheit weitere Worte. Nun seid Ihr dran. Preiset dieses Kunstwerk, lobet es, analysiert weitere Aspekte …

Euer Kunstmonster

Anmerkung für neue Leser, denen ich an dieser Stelle ein herzliches Willkommen zurufe: Diese Kunstwerke fand ich genau in dieser Form in der Anstalt (meistens in den Räumen des Damen-WC) vor. Ich halte sie lediglich für uns und die Nachwelt fotografisch fest und versuche mich an den Interpretationen.

Hachz! Hachz! Doppelhachz! Multihachz!!!!

Wie Ihr wisst, habe ich ja zurzeit Urlaub. Doch kurz bevor ich diese wohlverdiente Auszeit antrat, war es mir vergönnt, ein weiteres Kunstwerk der famosen, berühmten, großartigen, aber leider anonymen WC-Künstlerin ablichten zu dürfen.

Ich betrat die Damentoilette und sah es schon von weitem:

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Wieder ein Toilettenrollenpapierpappkern im Zentrum. Zunächst dachte ich: Hm, hatten wir ja schon häufiger. Die Brillanz, Epochalität und Genialität zeigte sich beim Näherkommen!

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Jetzt seht Ihr es auch, oder? Ein Toilettenrollenpapierpappkernengel! Die Symbolik mit dem verletzten linken Flügel spricht ja wohl für sich! Große Kunst zeigt auch immer das Verletzliche, das Unperfekte! Ein Werk, wie es seinesgleichen sucht, aber nicht finden wird! Großartig wie 10 XXL-Caipis!

Und weil dieses Engelswesen so fantastisch ist, verlinke ich es einfach mal mit Sabienes Aktion „Send me an Angel“. So ein Engel ward dort bestimmt noch nicht gesehen!

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Hinweis für neue Mitleser: Bei „Kunst in der Anstalt“ handelt es sich um Objekte, die ich genauso vorgefunden und fotografisch für die Jetzt- und Nachwelt festgehalten habe. Selbstverständlich wurden am Arrangement keine Veränderungen vorgenommen! Und ja, dieses Blog ist bekloppt. Gut erkannt.

Kunstfreunde!

Ich bin noch ganz fertig vor Ergriffenheit, trotzdem muss ich Euch einfach Bericht erstatten. Meine Begeisterung explodiert geradezu und muss mit der Welt geteilt werden!

Ich durfte ja heute wieder in die Anstalt. Zunächst war es eher ein Muss, denn da wusste ich noch nicht, was mich erwarten würde! Mir zittern immer noch die Finger und Haarspitzen! Meine Güte, besser kann ein Jahr kaum starten!

Seht selbst!

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Ja, Ihr seht richtig und korrekt! Die berühmte Klo-Künstlerin hat wieder eines ihrer brillanten, großartigen, epochalen, weltbewegenden Werke geschaffen! Ihr seht es selbst: Einfach mal in die Kälte der Kachellandschaft so einen Schokoweihnachtsmann zu platzieren, das ist große Kunst, wie sie kaum jemand zu schaffen vermag! Beachtet auch die Symbolik, den bärtigen Geschenkebringer nah einer Ecke zu platzieren. Ganz famos!

Widmen wir uns nun den Details. Im Gegensatz zu normalen Schokoweihnachtsmännern trägt dieser einen güldenen Mantel. Die Bedeutung ist offensichtlich und braucht sicher nicht von mir erläutert zu werden, denn Ihr seid ja alle große Kunstkenner.

Im Arm hält der Weihnachtsmann ein Bärchen. Eines. Nicht zwei. Somit handelt es sich hier nicht um ein Bärchenpärchen. Wir wissen: Mit Bärchenpärchen ist alles klärchen. Da wir hier kein Bärchenpärchen sehen, ist somit nichts klärchen. Außerdem verzichtete die Künstlerin auf die scheiß Herzchen, an die man immer denken sollte. Mit der Auslassung von zwei Symbolen gelingt es dieser genialen Kunstschaffenden, finsterste Kälte zu symbolisieren! Hervorragend, grandios, bemerkenswert, einfach gut!

Ich nenne dieses Werk: „Weihnachten ist vorbei.“ Hoffentlich habe ich damit zumindest entfernt die Intention der großartigen Künstlerin getroffen!

Freunde der Kunst, ich werde Euch nun einige Zeit allein mit diesem Meisterwerk lassen! Auch Ihr werdet Euch vermutlich erst nach Stunden wieder klar artikulieren können. Das ist ganz normal, wenn man Zeuge einer Sternstunde der Kunst sein durfte! Ich kann Euch beruhigen, es ging mir nicht anders! (Nein, Frechmonster, die drei XXL-Caipis haben damit nichts zu tun! Frechheit!)

Und denkt dran: In nicht mal mehr 12 Monaten ist wieder Weihnachten!

Anmerkung für neue Leser, die ich an dieser Stelle herzlich begrüße und ihnen viel Spaß mit diesem bekloppten Blog wünsche: Bei den Werken der Serie „Kunst in der Anstalt“ handelt es sich um Installationen, die ich genauso in der Anstalt, in der ich meinen Cachaca verdiene, vorgefunden habe, meistens auf dem Damen-WC, manchmal auch woanders. Ich bin nur die Chronistin, die diese Meisterwerke fotografisch festhalten darf — eigentlich zu viel der Ehre, doch ich gebe alles!

Kunst in der Anstalt — neuer Künstler aufgetaucht?

Kinners, Ihr alle kennt die berühmte WC-Künstlerin, die in der Anstalt ihre bahn- und wahnbrechenden Kunstwerke präsentiert. Aber neulich entdeckte ich diese Installation:

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Ich meine, hier eine andere, neue, frische künstlerische Handschrift zu erkennen. Auch darf ich mir hier zugute halten, dass ich den Grundstein dieses Kunstwerkes gelegt habe, denn dieser Kasten, auf dem der Ordner liegt, wurde von mir im Flur der Anstalt platziert. Das gute Stück ist mindestens 23 Jahre alt, denn ich bewahre ja fast jeden Scheiß solange auf, bis er nicht mehr zu verwenden ist, und das war hier der Fall, die meisten Schubladen bei dem Ding klemmten. Ich habe mich ja auch über mehrere Jahre mit einer Tastatur herumgeplagt, die man eigentlich nur mit Hammer und Meißel bearbeiten konnte, so schwergängig war die. Neulich hatten meine Kolleginnen die Schnauze von meinem Gefluche endgültig voll und schickten mich in unsere IT-Abteilung; nun habe ich eine wunderbare, leicht zu bedienende Tastatur. Oh, ich bin glaube ich etwas abgeschweift. (Findet Ihr nicht auch, dass abgeschwiffen viel schöner klingen würde?)

Zurück zur Kunst! Disziplin, bitte! Die wahre Meisterschaft bestand natürlich darin, einen Ordner auf meinen Ablagekasten zu platzieren. Und nicht irgendeinen Ordner, oh, nein! Seht Ihr diese kunstvoll geknickte Ecke? Und dann das schiefe Auflegen der Ordnungshilfe! Ein künstlerisch nicht veranlagter Mensch hätte den Ordner gerade auf den Kunststoffkasten mit den durchfallartigen Farben gelegt. Nicht so unser neuer geheimnisvoller Künstler!

Da harmoniert auch farblich alles! Achtet mal auf den Fußboden und den Ordner! Weltklasse, oder?

Verzeiht mir meine Aufregung, ich bin so euphorisch, dass ein weiterer Künstler von Weltgeltung sein kunstfertiges Wesen in der Anstalt treibt! Ich weiß gar nicht, womit wir das verdient haben!

Wie immer hat dieses Kunstwerk nicht lange überlebt; eifrige Kollegen aus unserer entsprechenden Abteilung haben die Artefakte entsorgt. Oder viel wahrscheinlicher, heimlich in ihrem Büro aufgebaut, wo sie sich jeden Tag an der Kunst ergötzen. Es sei ihnen gegönnt! Wo Anstaltskunst ist, lass Dich ruhig nieder, denn Künstler tragen keine Mieder! So oder ähnlich heißt doch das berühmte Sprichwort? *grübel*

(Aus meinem Entwürfeordner, damit das Blog hier nicht verhungert… Außerdem heißt es ja nun, 4 1/2 Wochen anstaltslose Zeit zu überbrücken. ;-))