Monsterratgeber: Vom Umgang mit einem Sparmonster

 

Liebe Monstersympathisanten,

von Zeit zu Zeit berichte ich hier über das Thema „Monsterhaltung“, denn in dem Zusammenhang gibt es einige Herausforderungen zu bewältigen, die es in sich haben.

Ihr kennt das alle: Ihr seid ein bisschen verschuldet, nur so im vierstelligen Bereich, und schon fühlt sich ein Monster berufen, Eure Finanzen in Ordnung zu bringen. Die Gattung der Sparmonster ist eine äußerst hartnäckige und lästige Plage. Es hat mich mehrere Monate gekostet, herauszufinden, wie man diese lästigen Gesellen in den Griff bekommen kann.

Hier berichtete ich über mein Sparmonster. Klingen die Methoden dieser Kreatur nicht brutal? Irgendwann wurde es mir zu viel. Das hält kein Monster aus, dieses ständige Gesabbel von der schwarzen Null (CDU-/CSU-Politiker?); als es dann noch anfing, die derzeitige Regierung in Sachen Finanzpolitik als Vorbild hinzustellen und der Begriff „Austerität“ hier häufiger fiel als „Caipirinha“, da war einfach mal Schluss mit Verdruss. Ich holte mein XXXXXXXL-Caipiglas, Ihr wisst schon, das 5-Liter-Glas, um mir einen etwas größeren Caipi zuzubereiten, als das Monster irgendwas von „Limetten einsparen“ murmelte. Irgendwann kommt im Leben eines jeden Monsters der Moment, in dem es die Kontrolle über sich verliert. Dies war so ein Moment. Ich wiederhole: Limetten einsparen! Nur, damit Ihr Euch der Dramatik der Situation bewusst werdet. Ich stülpte das XXXXXXXXL-Caipiglas voller Verzweiflung über das Sparmonster — und siehe da, ganz zufällig fand sich so die Lösung! Denn kein Monster wird mutwillig ein Caipiglas zerstören, also war es gefangen! Sicher, ich hätte es auch fesseln oder in eine Zelle sperren können, aber es hätte die Fesseln durchgekaut und die Gitterstäbe durchgebissen. Sparmonster können so etwas. Aber ein Caipiglas zerstören? Niemals!

Mit der Zeit richtete es sich dort wohnlich ein, die anderen Monster brachten regelmäßig Grundnahrungsmittel vorbei (Nougat und Caipi), und weil das arme Monster dazu neigt zu frieren, habe ich ihm sogar einen Ofen spendiert.

So sieht das ganze aus. Lasst Euch nicht von dem unbegeisterten Gesichtsausdruck des Monsters irritieren. Es geht ihm gut, es fühlt sich wohl, jede Zelle seines Körpers ist glücklich!

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Vor kurzem gab es allerdings ein kleines Problem. Ich musste das Sparmonster freilassen, denn ich brauchte das Caipiglas für eine typisch fellmonstrig-caipieske Weihnachtsdeko. Somit dürften Geldausgaben in der nächsten Zeit also gestrichen sein, aber irgendwann ist Weihnachten ja auch wieder vorbei. *muahahahaha*

Bestimmt befürchtet Ihr nun das Schlimmste, wenn Ihr von „fellmonstrig-caipiesker Weihnachtsdeko“ lest, denn bekanntlich bin ich für Deko- und Bastelarbeiten jeglicher Art total ungeeignet.

Monströse Abschweifung: Woran erkennt man, dass eine Kollegin in der Anstalt noch ziemlich neu sein muss?

Antwort: Sie bittet mich (mich!!!) darum, ihr bei dem Einpacken der Geschenke für die Tombola zu helfen. Mich. Geschenke einpacken. Das kann nur von jemandem kommen, der noch keine drei Monate in der Anstalt am Schaffen ist.

Zurück zum Fall. „Weihnachtsdeko“ heißt im Hause Fellmonster, dass ich einige wunderhübsche Weihnachtskugeln in mein XXXXXXXXL-Caipiglas fülle und sehr ungekonnt eine Lichterkette dazwischen propfe. Es sieht trotzdem hübsch aus. Auf den Fotos ist es nicht gut zu erkennen (fotografieren kann ich nämlich auch nicht), aber ich zeige es Euch trotzdem, damit hier mal ein bisschen besinnliche Weihnachtsstimmung aufkommt.

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Mit Beleuchtungseffekt, auch Lichterkette genannt (kein Lichterkettenmassaker!)

 

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Eine Nahaufnahme. Sind die Kugeln nicht hübsch? Ich mag Kugeln.

 

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Der Beweis: Es ist tatsächlich ein XXXXXXXXL-Caipiglas!

 

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Und das Ganze noch mal unbeleuchtet. Spart Strom.

 

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Aus der Rubrik „total vergurkste Fotos“. Aber irgendwie finde ich es trotzdem schön. Auf eine bekloppt-spezielle Art.

 

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Und das ist mein Adventsgesteck. Boot ist aus Dänemark, Sand ist aus Dänemark (original Henne-Strand-Sand), und das Faulmonster hätte ja mal die alten Nadeln raussammeln können… Aber Hauptsache, viele Kugeln. Kugeln sind schön.

 

Und? Fühlt Ihr schon, wie die weihnachtliche Stimmung in Euch langsam hochkriecht? Wehe, wenn nicht! Dann „Last Christmas“, nicht unter 10 x, anhören! Ich hatte dieses Jahr Glück. Bis heute Morgen. Da hat es mich das erste Mal erwischt. Erst am 9. Dezember. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass es Radiosender gibt, die dieses Lied schon im September spielen…

Monsterratgeber: Kommunikation in Zeiten der NSA-Schnüffler

Liebe Lesende,

Ihr kennt alle das Problem: Ihr möchtet die Welt erobern, schart ein Elite-Team um Euch und müsst natürlich wichtige Informationen austauschen. Im 21. Jahrhundert nutzt man dafür gern die digitalen Medien. Das ist Mist, denn mittlerweile hat dank Snowden der hinterletzte Hinterseer mitbekommen, dass es viele ungebetene Mitleser gibt. Bei sensiblen Aktivitäten wie Welteroberungen geht das ja mal gar nicht! Selbst der NSA-Ausschuss überlegt, wieder auf Schreibmaschinen umzusteigen (hoffentlich keine elektrischen! Wenn schon, dann die ganz alten, und dann schön mit Tipp-Ex rumpanschen!), weitere Alternativen wären Brieftauben, Buschtrommeln oder Rauchzeichen. Alles nicht sicher genug, Brieftauben könnten sich ablenken lassen, Buschtrommeln würden wg. Lärmbelästigung nur Ärger verursachen, und bei Rauchzeichen dächte eh jeder, dass sich Helmut Schmidt nähert.

Ich setzte zwei Mitglieder meines Elite-Teams auf dieses Thema an und bekam einige Tage später die perfekte Lösung serviert: Zunächst entfernt sich das Elite-Team-Mitglied von seinem Heimatort, am besten im Rahmen eines sog. Urlaubs. Kaum etwas wirkt unverfänglicher als sich erholende Menschen, die entspannt einen Caipi schlürfen oder durch die Gegend wandern.

An Urlaubsorten erwirbt man dann sog. Ansichtskarten. Es handelt sich hierbei um ein beschreibbares Element mit Bildern auf der Rückseite. Habt Ihr vielleicht schon mal gesehen. Die Elite-Teamies notieren nun die wichtigen Informationen auf der dafür vorgesehen Fläche. Mittels eines Postwertzeichens (manche sagen auch „Briefmarke“ dazu und fragen, ob man deren Sammlung gern mal sehen würde — hier kann ich nur sagen: Achtung! Immer fragen, ob es dazu einen Caipi gibt!) und der Angabe des Empfängers (in unserem Beispiel die Anschrift der WEZ) wird das Schriftstück auf die Reise geschickt und trifft einige Tage/Wochen (je nach Entfernung) in der WEZ ein. Extra dafür eingestellte Postboten (Briefträger, Zusteller, Fachkraft für Briefzustellung, Postal-Delivery-Manager) kümmern sich um diese wichtige Aufgabe.

Schauen wir uns einfach mal zwei Beispiele an. Natürlich nur die Rückseite!

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Der Klassiker! Wunderschöne Bilder vom Urlaubsort — dass das Elite-Team-Mitglied in Wirklichkeit in wichtiger Mission unterwegs ist, ist nicht zu erkennen. Die relevanten Informationen befinden sich auf der hier nicht sichtbaren Seite. Pech gehabt, liebe NSA & Spießgesellen! Diese epochale Karte kam von der lieben Anette. Ihr Eliteblog ist die nette Bücherkiste.

Ein zweiter Versuch, um sicherzugehen, dass die Methode funktioniert, wurde gestartet:

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Puscheligkeit pusht! Und ist somit ebenfalls ganz hervorragend geeignet, eine Postkarte zu zieren. Epochal, nicht nur vom strategischen Standpunkt aus gesehen. Dieses Schmuckstück mit wichtigen Insiderinfos wurde mir von Isabella geschickt, die zusammen mit Damon und Cara ein Elite-Trio bildet.

Nun höre ich schon Eure Einwände. Da kann doch jeder, der die Karten austrägt, mitlesen. Und womöglich auch noch andere, die dem Zusteller über die Schulter gucken. Auch Ralph Ruthe weist darauf hin: „Postkarten darf man“ (lesen). Alles richtig, aber sie sind ja gut getarnt. Überlegt mal: Wo würdet Ihr eine Limette verstecken? Unter vielen anderen Limetten, ganz genau. Und eine Cachacaflasche? Unter anderen Cachacaflaschen, richtig! Sicher besteht hier ein Risiko, zerstampft bzw. getrunken zu werden, insofern hinkt das Beispiel, doch Postkarten werden weder das eine noch das andere, sondern aufgehoben. Jedenfalls von mir, ich habe mich nämlich sehr über diese schöne Post gefreut! Endlich mal was anderes als Werbung oder Rechnungen im Briefkasten. Ich selbst bin leider ein sehr fauler Postkartenschreiber. Mit der Hand zu schreiben, ist für mich ziemlich nervig. Zum Einen habe ich eine grottige Handschrift, die ich nur mit viel Disziplin in eine beinahe lesbare Form zwingen kann; zum Anderen bin ich Linkshänder, und selbst mit Kuli verschmiert mir die Schrift teilweise. Dafür freue ich mich immer doppelt und dreifach, wenn ich Postkarten bekomme.

Ihr Lieben, ich schicke Euch ein dickes, fettes

DANKESCHÖN

mit scheiß Herzchen:

❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤

Das Blog hier…

… heißt ja Monstermeute, und eigentlich war es erklärtes Ziel, das Zusammenleben von Mensch und Monster nicht nur zu erklären, sondern auch — wo möglich — harmonischer zu gestalten.

Das gerade letzteres eine Herausforderung ist, möchte ich an folgender Begebenheit vor einigen Wochen (ja, es war noch Sommer) erläutern.

Es war zur Erdbeerzeit. Ich hatte mir also einen schönen Batzen Beeren mitgebracht und stellte diese voller Vorfreude auf meinen Schreibtisch. Nur eine halbe Minute war ich nicht im Raum; als ich wiederkam, bot sich mir folgendes erschütterndes Bild:

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Alle Erdbeeren weg! Aber nicht in meinem Magen, wo sie hingehört hätten! Ich sah gerade noch so mit tränenverschleiertem Blick, wie sich eines meiner Monster versuchte davonzuschleichen! Ha, nicht mit mir!

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Ich stellte das Ungetüm namens Grüneseinäugigeswurmmonster sofort zur Rede! (Die Monster haben alle so griffige Namen, die sich einem auf Anhieb einprägen, wirklich schön, und das mit meinem miserablen Namensgedächtnis.)

Ich: „Hör mal, Grüneseinäugigeswurmmonster, Du hast doch meine Erdbeeren gefressen!“
Monster: „Nein, bestimmt nicht. Ich bin nur ein armer, unschuldiger Wurm!“
Ich: „Gut, dann hast Du ja nichts gegen eine kleine Magenspülung und eine Befragung via Lügendetektor.“

An dieser Stelle fing das Monster an zu schluchzen. Wie furchtbar. Ich kann doch keine Monster weinen sehen!

Monster: „Ich gestehe. Aber ich hatte eine schwere Kindheit und auch heute habe ich noch ein total schweres Leben!“
Ich: „Wieso denn das? Du hast doch hier alles. Nougat, Caipi, Puscheligkeit, was fehlt denn noch?“
Monster: „Ich habe nur ein Auge! Ich fühle mich ständig diskriminiert. Das fängt ja schon mit der ZDF-Werbung an. ‚Mit dem Zweiten sieht man besser‘, und dann hält sich jemand das eine Auge zu! Wenn ich das mache, kann ich nichts mehr gucken, von wegen besser sehen!“
Ich: „Das ist doch total…“
Monster: „Und dann in der Literatur. ‚Er versank in ihren himmelblauen, wunderschönen, großen Augen wie in einem kristallklaren Bergsee.‘ Er versank in zwei Augen, nicht in einem!“
Ich: „Was ist denn das für Schundliteratur?“
Monster: „Das ist aus der Reihe ‚Die 1000 schönsten Liebesromane aus Frauenzeitschriften‘. Habe ich auf Dein E-Book geladen. Dafür musste ich allerdings Deine Bücher löschen, das ist doch nicht schlimm, oder?“
Ich: „Waaas? Meine ganzen Klassiker? Gelöscht für diese Schmonzetten? Drama, Monster! Kein Wunder, dass Du Dich nicht gut fühlst!“

Das Ende vom Lied: Ich hatte dem armen, kleinen Monster noch mehr Erdbeeren gekauft und versuche seit Wochen, es an bessere Bücher heranzuführen. Nun wisst Ihr auch, warum das mit der Welteroberung ein bisschen länger als geplant dauert. Ich habe so viel anderes zu tun.

PS: Ihr fragt Euch bestimmt, warum nicht noch mehr Monster die Erdbeeren verschlungen haben. Die waren alle in der Caipi-Lounge und kümmerten sich äußerst vorbildlich um meine Limetten- und Nougatvorräte.

Überarbeitet?

 

Hier der Test, ob Ihr überarbeitet seid:

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Wer stressbedingte Halluzis hat, dem empfiehlt Frau Dr. Dr. Fellmonster nicht nur sofortigen Feierabend, sondern wirkungsvolle Medikamente in Form von XXL-Caipis. Dosierung: mindestens 2.

gez.: Ihre Dr. Dr. Fellmonster, stets um Ihr Wohlbefinden besorgt

PS: Eigentlich wollte ich heute endlich mal über eine epochale Lieferung berichten, die mich bereits Anfang letzter Woche erreichte, aber s. o. — ich bin total überarbeitet! Vielleicht klappt es morgen. Immerhin habe ich schon mal die Fotos sortiert, sehr fleißig.

Da! Ich wusste es!

Ich bin nämlich vogelfreundlich, das ist nun endgültig erwiesen:

Verhütungsmethoden

Fenster nicht putzen

Der Verzicht auf das Fensterputzen führt zur Abnahme des Spiegeleffektes der Scheiben: Staub und Schmutz streuen das Licht, die Scheibe „wird matt“ und kann direkt gesehen werden.[4]

Es geht hier nicht um die Verhütungsmethoden, um einen weiteren Erdenbewohner zu vermeiden — da helfen ungeputzte Fenster eher nicht –, sondern um Schutz der Vögel vor Vogelschlag — sprich: Zusammenprall der armen Flatterwesen mit einem viel zu sauberen Fenster, welches als solches nicht mehr erkannt wird vor lauter Tiefenreinheit.

(Endlich eine neue Ausrede, warum ich meine Fenster so selten putze… Danke, liebe Vogelschützer! Ich mag Euch!)

Monsterratgeber (3)

Heute beantworte ich einfach mal wieder ein paar Fragen, die sich stellen, wenn man mit Monstern zusammenlebt.

„Woran erkenne ich, dass es meinen Monstern gut geht?“

Ganz einfach: Gehen Sie mit ihnen einkaufen. Wenn sie den Einkaufswagen voller Limetten packen, ist alles okay.

"Hab meinen Wagen vollgeladen, mit Limetten, den netten..."

 

„Warum haben’s Monster eigentlich nicht so mit der blöden Kocherei?“

Völlig klar. Weil sie zu klein sind, um an den Herd zu kommen. Ansonsten wären sie ganz großartige Köche. (Und erwarten Sie bitte nicht, dass die Monster auf einen Tritt oder ein Podest steigen, um an den Herd zu kommen. Beides wird aus religiösen Gründen strikt abgelehnt!)

"Meine Arme sind zu kurz zum Kochen!" (Ausrede sponsered by Bernd das Brot)

 

„Was kann ich tun, um die Monster gesund zu ernähren? Immer nur Nougat kann es doch nicht sein?!“

Das ist richtig. Monster essen durchaus auch Obst und Gemüse. Nur achten Sie bitte darauf, dass keine Limetten in der Nähe sind, wenn sie den Monstern gesundes Zeuchs auf den Tisch stellen. Limetten lenken Monster ab. Sie führen sogar dazu, dass die Monster auf den Tisch springen.

Limetten essen nicht Seele auf, lenken aber Monster ab.

 

„Und so ein Monsterhund, was frisst der am liebsten?“

So ein Monsterhund ist ein bisschen wie ein Hursch: Die Futtertüte kann gar nicht groß genug sein. Ich kann Ihnen nur raten, standhaft zu bleiben… Ansonsten haben Sie einen Hursch… ähm… Monsterhund, der ständig in der Futterecke herumwuselt, in der Hoffnung, dass noch was zu essen angewandert kommt. So was soll’s geben. Habe ich gehört. Von Bekannten, die ich gar nicht kenne.

"Mini? Ist das eines Monsterhundes würdig? Wo ist "Maxi"?"

 

Und wieder habt Ihr was dazugelernt. Wüsste ich es nicht besser, würde ich denken, hier ist Bildungsblog.

 

Ratgeber für Monsterfreunde (2)

In dieser in großen Abständen erscheinenden Reihe erzähle ich Wissenswertes über die Monsterhaltung für Monsterbesitzer oder solche, die es werden wollen. Wobei der Glaube, dass man die Monster besitzt, in die Irre führt. Es ist umgekehrt. Alles andere ist eine nette Illusion…

Heute betrachten wir aus aktuellem Anlass das Thema Aufklärung, sprich Monstersex. Eigentlich ist das alles kein Problem. Das Monster an sich wächst heran und hat irgendwann Sex, Aufklärungsgespräche sind nicht notwendig, sie erforschen alles allein.

Eigentlich.

Es sei denn, man hat ein spezielles Monster. Ein Monster, welchem eingeredet wurde, dass ein Aufklärungsgespräch nötig sei. Natürlich besitze ich so ein besonderes Exemplar. Es ist Ralphsroteslieblingsmonster. Ralph erwähnte neulich, dass es Zeit für ein entsprechendes Gespräch wäre.

Nun denn, je eher daran, desto eher davon. Also schnappte ich mir das Monster.

Ich: „Das ist jetzt das Aufklärungsgespräch, das Du unbedingt haben wolltest.“
Rotes Monster: „Aber ich würde das Gespräch lieber mit Ralph führen!“
Ich: „Nein, er hat gesagt, ich solle das erledigen.“
Rotes Monster: „Wenn Ralph das gesagt hat, ist das natürlich völlig in Ordnung.“
Ich: „Also… Da sind die Bienen und die Blüten, und die Bienen fliegen zu den Blüten…“
Rotes Monster: „Wieso reden wir denn jetzt über Imkerei?“
Ich: „Imkerei ist ein großartiges Hobby! Und wichtig. Vor allem muss man daran denken, die Bienen vor der Varroamilbe zu beschützen, da gibt es mehrere Methoden…“
Rotes Monster: „Aber wir wollten doch über Sex reden!!!!“
Ich: „Ach so, ja… Ich habe eine Idee! Ich kenne da jemanden, der Dich aufklären wird, so von Mann zu männlichem Monster! Das wird was!“

Und wer ist derjenige, der mir vorschwebte? Es kann nur einer sein! Der Mann der von allen Sexgöttern des Universums bewundert wird. Der Berlusconis Drei-Stunden-Sex-Angeberei süffisant mit „Drei Stunden, das reicht ja gerade für einen Quickie“ kommentierte (bevor Panik ausbricht: Er meinte das witzig. Ein bisschen). Der Mann, der nach einem Triathlon… und davor sowieso… aber lassen wir das.

Ihr alle wisst, von wem ich rede. Es ist natürlich *trommelwirbel-tusch-tadaaa*

Rahm Emanuel!

Wie es der Zufall will, bin ich ja seine persönliche Beraterin, was lag also näher, als ihn um dieses Gespräch zu bitten. Natürlich sagte er sofort bereitwillig zu.

Rahm: „Jetzt? Mitten in den Budgetplanungen für 2012? Das ist sehr ungünstig!“
Ich: „Bei den Budgetplanungen kann ich Dir ja helfen! Wir können unsere nächste Besprechung etwas verlängern.“
Rahm: „Kennst Du Dich überhaupt mit Budgetplanung aus?“
Ich: „Klar! Ich bin doch Deine Beraterin, da werde ich mich ja wohl mit Budgetdingsdazeuchs auskennen! Das ist nicht nur meine Welt, sondern mein Universum! Hachz, Budget… äh… dingens!“
Rahm: „Hm… Sicher? Es geht hier um ein Thema, das sehr von Zahlen geprägt ist. Zahlen mit vielen Stellen.“
Ich: „Zahlen! Super! Ich bring Excel mit! Das wird großartig!“
Rahm: „Na gut, wir verlängern die nächsten 10 Besprechungen um jeweils 2 Stunden, also schick das Monster vorbei.“

Gesagt, getan! Und während das Monster bei Rahm war, griff ich mir schnell die Bücher

  • „Was ist was? Budgetplanung für dumme Monster ganz einfach erklärt“ und
  • „Was ist was? Zahlen mit ganz vielen Stellen richtig ausgesprochen, für dumme Monster ganz einfach erklärt“

Sucht diese Bücher nicht im Handel. Das ist eine Sonderedition, die extra für mich geschrieben wurde.

Stunden später kam das Monster mit einem riesigen Packen Papier zurück. Rahm ist also nicht nur in der Praxis, sondern auch in der Theorie sehr gründlich. Das rote Monster war recht aufgeregt und plapperte sofort los.

Rotes Monster: „Der hat ja eine unheimliche Ahnung, der Mann! Vermutlich fast so viel wie Ralph. Ich weiß jetzt jedenfalls richtig gut Bescheid!“
Ich, die despektierliche Vermutung des Monsters überhörend: „Schön. Ich wünschte, ich könnte das über Budgetplanung auch sagen.“ Genervt schmiss ich das „Was ist Was“-Buch in die Ecke und notierte mir, eine neue Edition mit dem Titel „Was ist was? Budgetkrempel ganz einfach erklärt für besonders extrem dumme Monster“ in Auftrag zu geben.
Rotes Monster: „Ich brauche einige Sachen! Ein paar 1000er Packungen geriffelte Kondome, ein Büro ohne Fenster, ein Büro mit Jalousien vor den Fenstern, einen stabilen Schreibtisch, einen Konferenzraum, einen stabilen Konferenztisch, alle Räume abschließbar, ein geräumiges Auto mit getönten Scheiben, ein Kornfeld, eine lauschige Hütte im Wald, einen…“
Ich: „Ja, bekommst Du alles, kein Problem.“ (Es ist also nicht nötig, vorwurfsvoll zu kommentieren: „Was, mein Monster hat dies und das und jenes nicht?“, Herr DarkJohann. ;-))

Während ich der Aufzählung lauschte und einige der Zeichnungen anschaute, die Rahm angefertigt hatte, kam Ralphsroteslieblingsmonster irgendwann tatsächlich mal zum Schluss. „Was ich aber laut Rahm ganz dringend, am allerwichtigsten und überhaupt brauche, das ist eine persönliche Beraterin!“
Ich: „Das ergibt Sinn. Wozu sonst der Konferenzraum, hm?“
Rotes Monster: „Ich habe auch schon eine Anzeige aufgegeben! Guck mal!“

„Rotes Monster sucht persönliche Beraterin für Besprechungen.“

„Gut, oder?“
Ich: „Hm… ja.“

Ich gebe zu, dass ich skeptisch war, denn die Annonce lief in der Rubrik „Stellenanzeigen“, so dass die Gefahr bestand, „Besprechungen“ missverständlich zu interpretieren, doch meine Bedenken waren unbegründet, denn schon wenige Tage später trudelte eine Bewerbung ein. Kurze Rede, langer Sinn: Eine Bewerberin, aber was für eine! Absoluter Knaller! Volltreffer! Epochal! Wir luden sie sofort zu einem Vorstellungsgespräch ein. Leider verließ Ralphsroteslieblingsmonster der Mut, aber das ist ganz natürlich, es ist ja noch so jung. So stellte also ich die Fragen, um die Kompetenz zu ermitteln.

Ich: „Zählen Sie drei Dinge, die bei Besprechungen wichtig sind, auf.“
Bewerberin: „1. ein stabiler Schreibtisch, 2. kein PowerPoint, sondern nur Power, 3. die Länge. Also die Dauer der Besprechung, meine ich natürlich.“
Ich: „Perfekt! Sie sind für eine Probezeit eingestellt.“

Was für eine Freude. Ralphsroteslieblingsmonster testete gerade den Konferenztisch, den ich beschafft hatte, als ich die gute Nachricht überbrachte:

Aber nun wollt Ihr bestimmt erst mal ein Foto seiner persönlichen Beraterin sehen, stimmt’s? Okay, hier ist sie!

Ist die gigantisch? Habe ich zu viel versprochen? Diese glubschigen Augen! Der Riesenmund! Einfach genial! Monströs! Sie heißt übrigens Stanislava Stielauge.

Tja, wie ich bereits sagte, ein Volltreffer. Es läuft gut zwischen den beiden, Stanislava ist sehr angetan von der Kreativität des roten Monsters, aber das ist ja auch kein Wunder — bei dem Lehrmeister.

Apropos Lehrmeister, ich bin dann mal in einer Besprechung…

Ratgeber für Monsterfreunde (1)

Solltet Ihr das Glück haben, dass Euch ein oder gar mehrere Monster zulaufen, so kommt bitte nicht auf die Idee, Euch für den Chef der Meute zu halten. Es wird nicht funktionieren. Euer Heim wird ganz schnell zum Monsterdomizil, aber das heißt nicht, dass die Guten auf Euch hören, nur, weil sie bei Euch wohnen, Euer Essen essen, Eure Getränke trinken und unter Euren Betten schlafen. Aber ein erfreuliches Zusammenleben ist möglich, und falls es Euch jemals treffen sollte, wird diese kleine Ratgeberserie hoffentlich hilfreich sein.

Regel 1: Willst Du Dir einen Caipi zubereiten, habe immer einen Alternativplan im Hinterkopf. Es könnte nämlich dieses hier passieren:

Mein Cachaca! Mein! Mein! Mein!

Und dann bekomm das Monster mal von der Flasche losgeeist. Kaum zu bewerkstelligen; das Geschrei und Geweine ist nervenzerfetzend (fast so schlimm wie eine Westerwelle-Rede!!!), das hört man bis nach Brasilien. Also muss ein anderes Getränk her, es könnte zum Beispiel Cuba Libre sein. Das funktioniert. Allerdings gibt mir dieser leuchtende Blick eines anderen Monsters zu denken:

Oooh, ob man darin baden kann?

So, und was nun, wenn man in Ruhe einen Cocktail trinken will? Es ist nicht einfach. Man kann versuchen, in einem anderen Raum kiloweise Nougat zu stapeln. Wenn man Glück hat, ist der Hunger der Monster größer als der Durst… Viel Glück! Und schnell trinken!

Im nächsten Artikel berichte ich Euch von einer epochalen Sendung, die mich aus München erreichte und ausgiebig fotografisch dokumentiert wurde.