Pakt mit der Finsternis, Teil 8

Im letzten Teil gelang es mir, endlich das Passwort zu knacken, um persönlich in die Hölle zu gelangen und mit dem Teufel zu verhandeln, nachdem meine beiden Unterhändler bei ihrem Besuch nur Schwachsinn ausgehandelt hatten.

Ich war also einige Minuten lang bewusstlos und erwachte auf einem teuren Marmorboden. Das wunderte mich, denn laut dem Bericht meiner Unterhändler sollte in der Hölle so gut wie alles aus Stahl sein.

„Sie haben also das Passwort herausgefunden. Gratuliere!“, hörte ich eine tiefe männliche Stimme sagen. Ich blickte auf und sah, dass ich direkt vor einem sehr großen, protzigen Schreibtisch gelandet war. Und hinter diesem Möbelstück saß er. Der Fürst der Finsternis, mein Vertragspartner. Er lächelte leicht spöttisch. Ich rappelte mich schnell auf, um einen etwas würdevolleren Auftritt zu ermöglichen.

„Ähm, ja…“, murmelte ich. „Hallo.“

Der Teufel erhob sich und schüttelte mir die Hand. „Willkommen in der Hölle.“ Er war schlank und wirkte durchtrainiert, aber nicht übertrieben muskulös. Am auffälligsten war seine dunkelrote Haut. Sein schulterlanges Haar war leicht lockig und pechschwarz. Und die Augenfarbe! Ein leuchtendes Rot!

Bevor Ihr fragt: Die Körpergröße habe ich Euch natürlich auch mitgebracht: 1,82 m.

„Es freut mich, dass Sie das Passwort erkannt haben. Aber so schwer war das ja auch nicht, oder?“ Er wies auf ein riesiges Bücherregal. „Faust. Was hätte ein passenderer Zugangscode sein können? Wussten Sie, dass es mittlerweile 93 Teile dieses Meisterwerks gibt?“

Ich erinnerte mich dunkel daran, dass ich der seltsamen Glaskugel damit gedroht hatte, Bekanntschaft mit meiner Faust zu schließen. Nun ja, was zählt, ist das Ergebnis, oder? „Was soll das heißen, 93 Teile?“ erkundigte ich mich, um vom Thema ‚Kennwort‘ abzulenken.

„Nun, Johann Wolfgang von Goethe ist wie jeder hier bestrebt, meine Wünsche zu erfüllen.“ Er lächelte und strich über einige Bücherrücken. Teures Leder, das war offensichtlich. „Und ich war an Fortsetzungen sehr interessiert.“

„Goethe ist hier? In der Hölle?“ fragte ich überrascht. Damit hätte ich nicht gerechnet.

„So ist es.“ Sein Lächeln wurde intensiver, und ich könnte schwören, dass das Rot in seinen Augen leicht flackerte wie… Höllenfeuer.

Während ich den Teufel anstarrte (nicht weil er so gut aussah, nein, natürlich nicht, ich war nur völlig verwirrt, weil Goethe in der Hölle schmoren musste!), trat ein kleiner, magerer Mann an seinen Schreibtisch und verbeugte sich. „Meister. Wenn ich mir den Hinweis erlauben darf… untertänigst… für ein Businessmeeting sind Sie nicht ganz adäquat gekleidet… äh… der Dresscode…“

Luzifer blickte dem Mann kurz ins Gesicht und wandte sich dann an mich. „Sind Sie ebenfalls der Ansicht, dass ich falsch gekleidet bin?“

Dazu muss man wissen, dass der Teufel mit nacktem Oberkörper herumlief, allerdings zum Ausgleich eine teure, schwarze Anzughose trug, und auch mit den auf Hochglanz polierten Schuhen hätte er jederzeit an einer Aufsichtsratssitzung teilnehmen können. Aber wer war ich, dass ich ihn auf diesen seltsamen Stilmix aufmerksam machen sollte? Joop oder Lagerfeld? Außerdem war ich Gast und wusste, was sich gehörte. Also antwortete ich: „Ich habe nichts auszusetzen, Herr… ähm… Fürst der Finsternis…“

„Nennen Sie mich einfach Luzifer.“ Er blickte mir kurz in die Augen, um sich dann wieder dem Hutzelmännchen, welches übrigens ganz perfekt in Nadelstreifenmanagermontur gekleidet war, zuzuwenden. „Sie wissen, was Sie zu tun haben“, sagte Luzifer gelangweilt. Der Kritiker nickte zitternd, ging in eine Ecke und legte sich selbst in Ketten. Dabei wimmerte er leise. Luzifer lächelte kalt und zufrieden.

„Wer ist der Mann?“ fragte ich.

„Das, meine Liebe, ist der Unternehmensberater der mit einigen seiner Artgenossen die gesamte Hölle restrukturiert hat. Bevor Sie zu sehr in Mitleid schwelgen: Der Mann ist für zehntausende von Entlassungen verantwortlich. Ich schätze seine Effizienz, aber manchmal wird er etwas übermütig, und dann wird er bestraft. Dieser Ort hier ist keine Pyjamaparty, auf der sich alle lieb haben!“

„Wenn Sie ihn richtig bestrafen wollen, gründen Sie doch einfach eine florierende Firma und zwingen ihn dazu, Personal einzustellen“, schlug ich vor. „Aber keine unfähigen Banker oder Manager, damit die Strafe ihre volle Wirkung entfalten kann“, ergänzte ich schnell. Der Unternehmensberater schluchzte auf und stammelte um Gnade. „Bitte nicht, keine Neueinstellungen, alles andere, aber nicht das, haben Sie Erbarmen. Lieber esse ich meine Machiavelli-Bücher auf!“

„Erbärmlicher Wicht“, kommentierte der Teufel. „Sie haben jedenfalls Talent“, meinte er zu mir. „Das beweist, dass ich die richtige Wahl getroffen habe. Setzen Sie sich doch.“ Er nahm wieder hinter seinem Schreibtisch Platz und wies auf einen Besucherstuhl. „Lassen Sie uns die Verhandlungen zum Abschluss bringen!“

„Es gibt da ein Problem. Meine Unterhändler haben etwas versprochen, das wir nicht halten können. Wir haben keinen Einfluss darauf, ob die blöde Paris Hilton in die Hölle kommt oder nicht. Ich weiß auch nicht, warum Bill und Lafontainette so einen Schwachsinn versprechen konnten.“

Luzifer machte eine wegwerfende Handbewegung. „Die Hilton wird auf jeden Fall in die Hölle kommen. Das ist kein Problem. Mein Sohn war leider nicht fähiger als Ihre Unterhändler. Ich freue mich schon darauf, Miss Hilton Tag und Nacht mit einem Haufen Philosophinnen und Politikerinnen in eine Bibliothek einzusperren. Kommen wir nun zu meinen Forderungen: 1. Sie laden mich zu einem Besuch auf der Erde ein und zeigen mir einiges. Ich brauche etwas Abwechslung. 2. Sie werden, nachdem auch Sie zwangsläufig irgendwann hier landen werden, meine Assistentin. Sind Sie damit einverstanden?“

„Hm… Sie würden bei uns auf der Erde aber extrem auffallen. Na ja, vielleicht geht zur Karnevalszeit was in der Hinsicht. Und zu 2., ist damit so was wie Sekretärin gemeint? Dafür bin ich völlig unbegabt, ich habe schon in der Irrenanstalt einen Boss in den Wahnsinn getrieben. Und das nur als Urlaubsvertretungs-Sekretärin. Dafür aber in Rekordzeit! Musste ja auch, Urlaubsvertretungen dauern nur maximal drei Wochen.“

„Das ist mir bekannt. Steht alles in Ihrer Akte. Nein, Sie sollen so etwas wie meine Stellvertretung werden. Wissen Sie, wie lange ich keinen Urlaub hatte? Jeder Gewerkschafter würde weinen. Sie zögern? Lassen Sie uns doch einen kleinen Rundgang machen, dann zeige ich Ihnen das Höllensegment, in dem Sie landen würden, falls Sie mein großzügiges Angebot ausschlagen. Das wird Sie sicher überzeugen.“ Er erhob sich und bedeutete mir, ihm zu folgen. Schon nach wenigen Schritten standen wir draußen, links und rechts die riesigen Gebäude aus Stahl, die mir schon von meinen beiden unfähigen Unterhändlern beschrieben wurden. Der Teufel hatte ein Gerät, das Ähnlichkeiten mit einem Navigationsgerät hatte, in der Hand. „Schauen wir uns doch mal dieses hier an“, murmelte er und tippte auf das Display. Sofort befanden wir uns in einem der Gebäude. Luzifer wies mit einem Finger in ein karg eingerichtetes Zimmer, in der mehrere Personen unruhig hin und hergingen. Ab und zu traten sie an Schreibpulte und notierten etwas. Ich erkannte Mozart, Bach und Beethoven.

„Mir ist schleierhaft, warum diese großen Komponisten in der Hölle schmoren müssen. Aber was ist deren Strafe?“, fragte ich. Ich konnte keine grausamen Foltermethoden entdecken, allerdings sahen die Gesichter der Musiker verzweifelt aus.

„Diese Damen und Herren hier haben einige Folgen einer bestimmten Sendung, die sich der Suche nach Superstars verschrieben hat, ansehen müssen. Sie wurden dazu verurteilt, die Noten aller dort vorgetragenen Lieder fein säuberlich zu notieren. Falls mir nach etwas Spaß zumute ist, lasse ich auch schon mal die Modern-Talking-CDs einlegen. Sobald Bohlen hier eintrifft, werde ich ihn sämtliche Regierungserklärungen von Helmut Kohl einsingen lassen. Abwechslung ist wichtig, damit die Delinquenten nicht abstumpfen.“

„Uuh… Teuflisch. Was ist bloß aus dem guten alten Fegefeuer geworden? Und was hat das mit mir zu tun? Ich kann keine einzige Note schreiben!“

„Nicht so ungeduldig, wir möchten doch die Spannung etwas steigern, oder? Das Feuer vermisse ich in der Tat übrigens hin und wieder. Aber dort musste jeder einzeln… behandelt werden. Mit dieser Methode werden gleich mehrere Delinquenten aufs Trefflichste versorgt.“ Der Teufel tippte wieder auf das Display seines Höllennavi-Gerätes. Wir landeten vor einem anderen Zimmer. Mehrere Männer stritten sich lauthals. „Das ist eine meiner Kriegstreiberabteilungen. Davon gibt es hier unten ziemlich viele. Der Nachschub reißt nicht ab. Die Herren pflegen nicht gerade harmonische Umgangsformen, hm?“ Der Teufel betrachtete das Treiben einige Minuten lang amüsiert.

„Warum streiten die sich? Und womit werden die bestraft?“, fragte ich schließlich.

„Streiten? Das sind doch nur ein paar kleinere Diskussionen um die richtige Futtermenge für die Friedenstauben. In zwei Stunden werden sie wieder gemütlich in ihren Einzelzellen sitzen und rosafarbene Plüschpinguine stricken. Im Hintergrund laufen die Reden sämtlicher Friedensnobelpreisträger in Endlosschleife. Und wer diese nicht fehlerfrei rezitieren kann, muss… aber lassen wir das, ich möchte Sie nicht zu sehr erschrecken.“

Ich war entsetzt, denn dass ich ausgerechnet in der Kriegstreiberrubrik landen würde, hätte ich nicht gedacht. Vielleicht lag es an meiner riesigen Hasenarmee? „Was für eine Strafe? Falls ich Ihre Assistentin werde, muss ich doch mit so was auch umgehen können“, argumentierte ich.

Luzifer nickte. „Wohl wahr. Mahatma Gandhi, Mutter Teresa und ähnliche leuchtende Gestalten der Menschheitsgeschichte sind Ihnen sicher ein Begriff?“

„Natürlich!“ Mir gefiel nicht, wie verächtlich er „leuchtende Gestalten“ aussprach.

„Wer von den Herren oder auch vereinzelt Damen mein Missfallen erregt, bekommt eine Einladung zum Kaffeekränzchen mit den beiden. Grausam, nicht wahr? Ich freue mich übrigens schon auf die Ankunft Nelson Mandelas. Ab und zu bedarf es einer Auffrischung.“

„Das ist doch Schwachsinn! Gandhi und Mutter Teresa können unmöglich in der Hölle gelandet sein! Sie reden über Kopien, Roboter oder so was in der Art, hoffe ich?“

„Nein. Außerdem schätze ich es nicht, wenn man mir unterstellt, Schwachsinn zu reden. Ich zeige Ihnen nun Ihr mögliches Schicksal.“ Er tippte wieder auf sein Navigerät und wir landeten in einer kahlen Zelle. Meine Erleichterung, doch nicht bei den Kriegstreibern zu landen, wich schnell nacktem Entsetzen.

„Keine Musik. Keine Bücher“, erläuterte Satan. „Ihre Nahrung wird aus Rosenkohl bestehen. Und das Schönste…“ an dieser Stelle drückte er mich an die weiße Wand und blickte mir drohend in die Augen, „…ich werde hier eine Kopie der Irrenanstalt bauen lassen, und glauben Sie mir, mit Fünfzig-Stunden-Wochen wird es hier nicht getan sein. Überflüssig, dass ich Ihnen vor allem die von Ihnen nicht ganz so sehr geschätzten Kollegen und Vorgesetzten zuordnen werde. Und Sie werden als Sekretärin arbeiten. Vollzeit das ganze Jahr über.“ Er lachte selbstgefällig. Der Triumph eines Siegers.

Ich räusperte mich. „Okay, als Ihre Assistentin werde ich also unbegrenzten Zugang zu Literatur und Musik haben, es wird XXL-Caipi geben und natürlich ausreichend Nougat. Keine Sekretariatsarbeit! Ich möchte außerdem Mitbestimmung darüber, wer wie bestraft wird. Ich werde mehr zu sagen haben als die Unternehmensberater. Die restlichen Punkte reiche ich nach.“ Mehr fiel mir nämlich gerade nicht ein, aber ich war bestrebt, Maximalforderungen zu stellen. Das macht man so. Als künftige Weltherrscherin weiß ich so was. Zu meiner Überraschung nickte Luzifer.

„Einverstanden. Also lassen Sie uns unseren Pakt besiegeln. Die Art und Weise, wie das zu geschehen hat, ist Ihnen sicherlich bekannt?“

Ich war kurz vorm Ziel!

Lesen Sie das nächste Mal, wie Pakte mit dem Teufel besiegelt werden. Und was wird seine Gegenleistung sein?

Pakt mit der Finsternis, Teil 7

Im letzten Teil brachten mir meine beiden Unterhändler ihr Ergebnis der Verhandlungen und eine Glaskugel mit, die mir die Kontaktaufnahme mit Luzifer ermöglichen sollte.

„Diese Dumpffrutten“, murmelte ich nervös vor mich hin. „Wie sollen wir denn verhindern, dass bestimmte Menschen nicht in die Hölle kommen? Nächstes Mal schicke ich Bernd das Brot oder Krisen-Klinsi als Unterhändler los, schlimmer kann das auch nicht werden.“

Vor mir stand die Glaskugel, etwas größer als ein Tennisball. In ihr flackerte ein lustiges, kleines Höllenfeuer. Schüttelte man die Kugel, fielen kleine Engelchen schreiend ins Feuer — sehr makaber. Nachdem ich mehrere Stunden verzweifelt versucht hatte, das Kennwort zu erraten, beschäftigte ich mich zur Entspannung mit einigen Bewerbungen von Leuten, die unbedingt meinem Elite-Team beitreten möchten.

Verehrte Frau Fellmonster,

nachdem es mit meiner Vizepräsidentschaft zur Zeit nicht so gut aussieht, möchte ich Ihnen hiermit anbieten, in Ihrem Team mitzuarbeiten. Ich begnüge mich mit dem Posten der Vizeweltzarin. Meine Qualifikationen sind Schießen, Jagen, Basketball spielen und in Naturschutzgebieten nach Öl zu bohren oder Gas-Pipelines verlegen zu lassen. Außerdem habe ich mich 156 mal einem Exorzismus unterzogen, denn ich bin sehr gläubig. Ich glaube daran, dass jeder das Recht hat, eine Waffe zu tragen. Des Weiteren setze ich mich für ein Verbot von öffentlichen Toiletten ein. Meine minderjährige Tochter hat eine besucht und ist nun schwanger. Auch bin ich gegen Sex vor der Ehe und lehne Verhütungsmittel ab, denn sonst gäbe es mich nicht.

Außenpolitisch bin ich sehr erfahren, ich kann Russland von hier aus sehen. Jedenfalls, wenn ich nicht gerade auf dem WC sitze, denn das Fenster dort geht nach Süden… oder war’s Osten… egal… Ich bin sehr hilfsbereit, gerne helfe ich meinen Verwandten und deren Männern, Frauen oder Katzen aus der Patsche, indem ich widerborstige Behördenmitarbeiter feuern lasse. Hervorragend sind meine Biologiekenntnisse: Eine Tierart ist erst dann vom Aussterben bedroht, wenn es nur noch ein Exemplar gibt. Was soll also das Theater um die albernen Eisbären? Allesamt abschießen! Die knabbern ansonsten womöglich die Pipelines an!

Ich warte voller Freude auf Ihre positive Antwort.

Herzlichst, Ihre Sarah P.

„Mit was für einen Grind ich mich hier rumschlagen muss“, dachte ich, bevor ich die Bewerbung meinem Reißwolf zu fressen gab. Rasputin leistete ganze Arbeit. Ich nahm die nächste Bewerbung, schon wieder aus den Staaten.

Hallo Fellmonster!

Ich bin George W. Bush, Sie haben vielleicht schon mal von mir gehört, ich bin der Präsident des schönen Staates USA, aber nicht mehr lange. Danach hätte ich ziemlich viel Zeit, und Sarah hat mir den Tipp gegeben, mich einfach mal bei Ihnen zu melden.

Ich kenne mich aus mit Staaten erobern. Habe sogar selbst zwei Länder in die Mangel genommen. Wie heißen die gleich noch mal? Irakistan oder so ähnlich. Und Affenfelsen. Ist ja auch egal, ist irgendwo im Fernen Westen, im alten Europa oder so. Jedenfalls nicht im Wilden Westen, denn der ist ja bei uns, der Weltmacht, yeah!

Sonstige Referenzen: Ich war 5 Jahre, oder waren es 6, Boss des tollsten Staates der Welt. Ich trinke nicht und bin sehr religiös. Mit mir an Ihrer Seite sind auch die himmlischen Mächte ganz bestimmt bei Ihnen. Es sei denn, Sie kämen auf die irrige Idee, sich mit dem Teufel zu verbünden, aber so was macht man ja nicht.

Melden Sie sich doch einfach mal bei mir.

George W. B.

P. S.: Darf ich Condi mitbringen? Sehr fähige Ministerin. Mir fällt gerade nicht ein, für was, aber sehr fähig.

„Mein Leben ist die Hölle!“ Ich nahm die Kugel in die Hand und probierte weitere Wörter aus. „Bush! Palin! Alkoholfreie Caipirinha!“ Jedes Mal gab die Kugel nur ein dunkles, höhnisches Lachen von sich. „Blödes Ding! Ja, ich weiß, dass das zwei Wörter sind. Pass bloß auf, sonst lese ich Dir alle drei Bohlenbücher vor. Hm, Idee. Bohlen. Nicht? Mal sehen, was ich noch so in der Post finde. Was ist denn das hier?

Werte Madame Fellmonster,

vor einigen Tagen hörte ich von Ihrem interessanten Projekt, die Welt zu erobern. Wissen Sie, mir wird meine Aufgabe, Staatspräsident der ruhmreichen Französischen Republik zu sein, langsam etwas langweilig. Es dürstet mich, wie jeden richtigen Franzosen, nach Größe! Und damit meine ich nicht Körpergröße! Oui, oui, oui. Und unter uns gesagt, würde ich gern einige Zeitlang dem ständigen Gesinge von Carla entfliehen.

Ich sehe blendend aus und kann sehr charmant lächeln. Sollten Sie Probleme mit Einwanderern oder anderen unliebsamen Zeitgenossen haben, so stelle ich mich gern mit einem Hochdruckreiniger zur Verfügung. Die kärcher ich alle weg! Oui, oui, oui. Könnten Sie mir übrigens eine Flasche schicken von die Bier, das so schön prickelt in Bauchnabel?

Merci!

Nicolas

„So geht das nicht weiter! Ich brauche 1. einen Sekretär, damit ich mich nicht mit dieser Schwachmaten-Korrespondenz beschäftigen muss und 2. endlich das verdammte Kennwort.“ Ich griff nach der Kugel und sah sie wütend an. „Du bekommst gleich meine Faust…“ Es gab einen Knall, ich verlor für einige Minuten das Bewusstsein und erwachte auf einem teuren Marmorfußboden.

Endlich in der Hölle… Lest das nächste Mal meinen Bericht über teuflische Begegnungen.

Pakt mit den Mächten der Finsternis, Teil 6

Im letzten Teil erlebten wir, wie mein Unterhändler Bill Clinton mit seiner Praktikantin Lafontainette vom Sohn des Teufels abgeholt wurden. In diesem Teil werden wir sehen, wie sich die beiden in der Hölle so durchschlagen.

Mit einem kleinen, kaum hörbaren Knall landeten die drei in der Hölle. Der Teufelssohn fuchtelte mit einer Hand in der Luft rum und brüllte: „Willkommen in der Hölle! Viva la Bösa!“

Bill und Oskar sahen sich verwundert um. „Ich habe mir das ganz anders vorgestellt“, sagte der Ex-Präsident. Oskar erkundigte sich nach der nächsten Ballettaufführung.

„Was meinste mit anders vorgestellt?“ fragte Satansbraten.

„Na ja, irgendwas mit… großer Hitze, glühenden Kohlen, Fegefeuer. All das in der Art eben. Aber das hier…“ Bill drehte sich um die eigene Achse. Oskar tat das gleiche, weil er meinte, es sei mal wieder Zeit, ein paar Pirouetten zu üben, was wie immer damit endete, dass ihm schlecht wurde.

„Ihgitt, eine Riesensauerei, Oskar-Man, das machste mal schön selbst wieder clean!“ beschwerte sich der Sohn des Satans und drückte Lafontainette einen Putzeimer und mehrere Lappen in die Hände.

„Okay, also soll ich Euch beiden mal kurz erzählen, was hier so abgeht. Links, rechts, hinten und vorne seht Ihr die Behausungen der Typen und Typinnen, die hierher verbannt wurden, weil sie nicht brav waren. Die Gebäude sind aus rostfreiem Edelstahl.“

Bill blickte erschüttert auf die riesigen Gebäude. „Das ist ja furchtbar!“

„Yeah, man, furchtbar effizient. Das Zeugs mit den Feuern und so hatten wir hier früher, aber irgendwann kam so’n Unternehmensberater hier unten an, und der hat alles umstrukturiert, gestrafft, noch mal restrukturiert, die Prozesse neu geordnet und rationalisiert. Heute geht das so: Die Typen und Typinnen wohnen halt in den Kästen und müssen jeden Tag 10 Stunden zur Folter antreten…“

Oskar blickte entsetzt von seiner Putzerei auf. „Was? Hier gibt es keine 35-Stunden-Woche? An Eurem Ballett möchte ich unter diesen Bedingungen nicht teilnehmen! Was ist mit Überstundenzuschlägen und Wochenendarbeit?“

„Yeah, also wer besonders renitent ist, der bekommt schon mal Zuschläge verabreicht, bevorzugt in die Magengegend, bei Männern auch mal tiefer… Ob am Wochenende oder nicht, ist eigentlich egal. Die Foltermethoden haben wir exakt durchrationalisiert, das geht fast alles vollautomatisch. Nimm zum Beispiel mal Ballettmäuse wie Dich, die sonst auch total kulturig unterwegs sind. Die müssen hier den ganzen Tag, zehn Stunden lang, Verleihungen von deutschen Fernsehpreisen angucken. Die Erfindung des Fernsehens war überhaupt ein großer Sprung für die Hölle. Gut sind auch Parlamentsdebatten, da bekommen Extremsportler und Stuntmen immer die volle Dröhnung.“

„Ich hoffe, dass ich nicht in die Hölle komme“, murmelte der verwirrte Bill. „Allein schon… überall dieser kalte Edelstahl. Sage mal, Teufelssohn, gibt es hier Tag- und Nachtzeiten oder ist der Himmel immer so rot?“

„Das ist hier so, night and day. Das ist übrigens kein Himmel, mein Dad wird ausrasten, wenn er das hört, oha Billy-Man! Das ist eine riesige Lampe, die aussieht wie ein roter Himmel und mit der man nach Belieben die Temperaturen hier von höllisch heiß bis höllisch kalt regulieren kann. Und die Bewohner haben keine Vorhänge vor ihren Fenstern, also wer bei Rotlicht nicht schlafen kann, hat noch ein paar Probleme mehr. Heizungen und Klimaanlagen sind natürlich auch nicht vorhanden. Gehen wir nun in mein Büro, damit wir mal mit der Verhandlung an den Start gehen können.“

Der Mini-Satan schlang wieder die Kette um die beiden Unterhändler, und prompt landeten sie in einem Raum aus — Edelstahl. Sämtliche Möbel waren aus — Edelstahl.

„Tja, mein Dad hat einen großen Mengenkontrakt mit dem hiesigen Stahlwerk. Merkt man das? Setzt Euch, Kumpels. Um das Ganze schnell über die Bühne zu bringen: Wir helfen Eurer Herrin, aber wir haben eine Bedingung. Nur eine einzige. Das werdet Ihr ja wohl managen können?“

Bill nickte vorsichtig. „Nun ja, um diese Frage beantworten zu können, wäre es vorteilhaft zu wissen, worum es geht. Aber ich bin da ganz optimistisch!“ Oskar nickte eifrig. „Wie wäre es mit einer Ballettaufführung, exklusiv für den Fürsten der Finsternis und seine Familie?“

„Nope, geht ja gar nicht. Also, wie Ihr vielleicht wisst, bekommen wir hier alle möglichen Leute runter, Böse, noch Bösere, ganz Böse und so. Aber einen, den wollen wir hier einfach nicht haben.“

„Wen denn? Lasst mich raten: Die Paris Hilton. Oder etwa George W. Bush?“

Teufelssohn verneinte. „Die nehmen wir hier mit Freude, vor allem den W. Bush. Aber Tom Cruise darf hier auf keinen Fall auftauchen. Haben wir uns verstanden?“

Bill war irritiert. Oskar kannte den Genannten nicht, stellte aber fest, dass es wohl kein berühmter Balletttänzer sein könne, im Gegensatz zu ihm.

„Ihr kennt doch diese Sekte, wir haben den Gründer hier unten. Was meint Ihr, wie der uns auf die Hörner geht mit seinem ständigen ‚Wir nutzen nur zehn Prozent unseres geistigen Potentials‘ und dann geht der hier rum und sammelt Gelder ein. Wenn dann noch der Cruise dazu kommt, hey, seht Ihr, was ich meine??? Okay, die Leute hier haben an sich gar kein Geld, aber trotzdem, das ist einfach so was von nicht auszuhalten, der macht die Menschen hier völlig depressiv, und das ist ja wohl nicht sein Job!“

„Ja, okay, great!“ Bill war ganz aus dem Häuschen, dass der Verhandlungserfolg so einfach zu erringen war. Oskar stupste ihn an. „Du, Bill, eine Frage…“

„Jetzt nicht, Oskarine. Satansbraten, das ist ein Deal. Wo soll ich unterschreiben?“

Der Jüngling öffnete eine Schublade und entnahm ihr ein rundes Objekt. „Nirgends. Das ist eine Sache zwischen Dad und Eurer Bossin. Gebt Ihr diese Kugel. Sie muss nur das richtige Passwort sagen, dann ist sie bei ihm. Er erwartet sie innerhalb der nächsten zwei Wochen.“

„Und wie lautet das… Oskarine, jetzt nicht! Sei eine gute Praktikantin und halt den Mund! Hm, irgendwie kommt mir dieser Satz nicht richtig vor, aber ich komme nicht drauf… Also wie ist das Passwort?“

„Das, mein lieber Billy-Man, muss Eure Herrin schon selbst rausfinden. Ist so eine Art Test, you know? Und nun ab nach Hause. Bye-bye, Boys!“ Der Sohn des Teufels fesselte die beiden Unterhändler und legte sie als handliches Paket vor der Tür der Welteroberungszentrale ab…

Lest beim nächsten Mal, ob es mir gelingen wird, das Passwort zu knacken. Obwohl — kann es da überhaupt irgendeinen Zweifel geben?

Pakt mit den Mächten der Finsternis, Teil 5

Im letzten Teil passierte nicht viel. Kein Mord- und Totschlag, kein Drogenkonsum oder sonstige spannende Aktivitäten.

Langsam rückte der Tag näher, an dem der Teufel meinen Unterhändler abholen lassen wollte. Und auf einmal war er da, der Tag. Ich diskutierte gerade mit Lucius.

Lucius: „Aber sie flüsterte mir ins Ohr, dass ich sie verzaubern solle, ich habe nur — ganz Kavalier — ihre Bitte erfüllt!“

Ich: „Schon. Aber musstest Du sie in eine Wühlmaus verwandeln? Die gräbt den ganzen Garten um!“

Lucius: „Gut, das nächste Mal wähle ich die Gestalt eines Maulwurfs, aber ich muss in Übung bleiben. Können wir uns nun wieder der Finanzpolitik zuwenden? Als künftige Weltherrscherin erwartet man von Dir zumindest ein wenig Wissen hierüber, gerade in der heutigen Zeit. Worin besteht der Unterschied zwischen einem offenen und einem geschlossenen Immobilienfonds?“

Ich: „Ähm… der zweite bringt einen in die geschlossene Zelle eines Knastes und der erste in den offenen Vollzug? Guck mal dahinten, ein dreiköpfiges Brot!“ Mein Plan war genial, ich wollte Lucius kurz ablenken, um bei Wikipedia nachzuschlagen, was es mit diesen Fonds auf sich hatte, aber Lu fiel nicht darauf herein. Die Rettung erschien dafür in Form eines tanzenden Politikers.

Lafontaine: „Nennt mich Lafointainette. Ich bin besonders gut im Ballett.“

Lucius lächelte zufrieden. „Auch dieser Verwandlungszauber ist mir sehr gut gelungen, nicht wahr, meine Liebe?“

Ich nickte. „Aber ist dieses rosa Tutu wirklich nötig? Scheußlich.“

Clinton betrat das Büro und betrachtete den Politiker nachdenklich. „Dieser französische Name erinnert mich an etwas, aber ich komme nicht drauf… Und der soll mich zu meinen Verhandlungen mit dem Teufel begleiten? Ich glaube, ich brauche eigentlich gar keine Praktikantin mehr.“

„Und jetzt ein Pas de deux, Bill!“ rief Oskar und packte Clinton am Arm. Krachend landeten die beiden im Bücherregal.

Mich beschlich zum wiederholten mal das Gefühl, nicht die beiden besten Unterhändler gewählt zu haben. „Lucius, sollten wir nicht selbst…“ Die Türklingel riss mich aus meinen Überlegungen. „Auf die Minute pünktlich.“ Ich öffnete die Tür und sah… einen ca. 1,40 Meter kleinen Jungen, der gewisse Ähnlichkeit mit einem Menschen hatte, von der dunkelroten Haut und zwei kleinen schwarzen Hörnchen auf der Stirn mal abgesehen.

„Hi. Alles klar?“ begrüßte er mich. Täuschte ich mich, oder kaute die… Gestalt Kaugummi?

„Du bist aber nicht der Teufel, Herr über die Hölle, König der Verdammnis, Herrscher über die Finsternis… äh…“ Natürlich war mir klar, dass der Teufel wohl kaum persönlich kommen würde, aber etwas enttäuscht war ich doch.

„Nö, ich bin der Sohn. Nenn mich einfach Satansbraten, das sagt mein Dad auch immer. Man gewöhnt sich dran. Ich soll hier ’nen Typen abholen und ein bisschen was verhandeln, bist Du das?“

Clinton schob sich nach vorne. „Ich bin der Abgesandte! Das hier ist meine Praktikantin Lafontainette! Meinetwegen können wir.“

Ich zog Lafontaine kurz zur Seite. „Denk dran, Bill alle zwei Stunden eine Anti-Viagra-Tablette* zu geben! Ansonsten ist er nicht konzentriert genug bei den Verhandlungen. Das ist wichtig!“

„Natürlich! Aber an meine Belohnung denkst Du?“

„Selbstverständlich. Du wirst erste Ballerina der neuen Weltregierung und darfst die Hauptrolle im Schwanensee tanzen.“

Der junge Teufelsnachwuchs schlang eine Kette um meine beiden Unterhändler, und mit einem kleinen Knall verschwand das seltsame Trio. Hoffentlich hatten die Nachbarn nichts mitbekommen!

Während wir mit Spannung die Rückkehr der beiden erwarteten, beschäftigte ich mich mit drei weiteren Punkten der „To-Do“-Liste auf dem Weg zur Weltherrschaft (es ist unglaublich, an was man alles denken muss, wenn man die Welt erobern möchte):

  • James Bond ausschalten. Er hat diese unguten Tendenzen, größenwahnsinnige ambitionierten Welteroberern einen Strich durch die Rechnung zu machen.
  • Vor der Wall Street ein paar verzweifelte Banker auflesen und für Krötenbekämpfung engagieren, denn Kröten können diese Leute erwiesenermaßen besonders gut verschwinden lassen. Gut zu wissen, wenn der größte Konkurrent um die Welteroberung mit einer Armee aus Agakröten antreten möchte.
  • Kleine Schilder mit Wegbeschreibungen zu Nachbars Garten aufstellen, damit die Wühlmäuse auch mal ein neues Territorium erobern.

Lest das nächste Mal, wie sich Bill und Oskar in der Hölle schlagen und ob der Teufel sie eventuell für immer dort behält.

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* Eine Erfindung von Lu: Unterdrückt bestimmte, ablenkende, Gedanken.

Pakt mit den Mächten der Finsternis, Teil 4

Einige erinnern sich vielleicht noch dunkel, dass ich in der letzten Folge eine E-Mail an den Teufel schickte, in der ich ihm vorschlug, eine Allianz mit mir einzugehen.

Es war einer dieser spätsommerlichen, sonnigen Tage. Die Flachlandhutze trainierte die Disziplin „Schwarz-gelben Ball einfangen und möglichst dekorativ neben einem Wabenball vor einem Haufen aus vertrocknetem Efeu ablegen“.

Der Hursch dagegen versuchte mittels einer ausgefeilten Frisur, das Elend des ungepflegten Rasens zu verdrängen, nach dem Motto: „Was ich nicht seh, tut mir auch nicht weh.“

Ein lautes „Fellmonster an die Macht!“ riss mich aus den Betrachtungen von Hutze & Hursch. Es war mein Mail-Erkennungs-Geräusch. Und tatsächlich: Das Hörnchen hat mir geantwortet! Doch lest selbst:

Sehr geehrte Frau Fellmonster,

mit Interesse habe ich Ihre E-Mail gelesen. Ich sehe durchaus taktische Vorteile einer Allianz. Zwecks Verhandlungen der Einzelheiten (denn der Teufel steckt bekanntlich im Detail, wie wir alle wissen), entsenden Sie bitte in genau 7 Tagen und 7 Stunden einen Unterhändler. Ich werde ihn abholen lassen, damit er sich nicht verirrt.

Mit freundlichen Grüßen

Luzifer

Die Sache mit dem Unterhändler war mir sehr recht, denn in der Hölle ist es bekanntlich recht warm, und ich vertrage Hitze nicht gut. Also sprach ich umgehend Lucius an.

Ich: „Lu, das ist doch was für Dich. Mach das mal.“

Lu: „Nun ja… Ich habe sehr viel zu tun, muss mich um die Finanzen kümmern und…“

Ich: „Es ist doch nur für ein paar Stunden! Hast Du Angst vor der Hölle? Du siehst so blass aus!“

Lu: „Angst? Ich? Unsinn! Allerdings besteht dort die Gefahr, dass ich auf Voldemort treffe, und er ist nicht sonderlich gut auf mich zu sprechen. Bedenke die entscheidende Schwächung des Welteroberungskommandos, sollte ich ernsthaft verletzt werden.“

Ich: „Auch wieder wahr. Ich habe ja noch Alternativen.“

Ich marschierte in das Büro von Bill Clinton, den ich glücklicherweise als Unterstützung gewinnen konnte, nachdem feststand, dass es mit Hillarys Kandidatur nichts wird.

Ich: „Billy-Boy! Es gibt Arbeit für Dich!“

Bill: „Ja, später. Hast Du meine Praktikantin gesehen? Ich habe einen dringenden Job für sie.“

Ich: „Die hat gekündigt. Rückenprobleme. Schon die dritte Praktikantin, die deswegen kündigt. So jung und haben alle schon Rücken. Aber das ist kein Problem. Hier ist Ersatz.“

Ich ging in das benachbarte Büro und zerrte eine leicht benommene, verwirrte Kreatur in Clintons Büro.

Bill: „Aber das ist keine Frau! Was auch immer das ist, es ist keine Frau!“

Ich: „Trefflich aufgepasst im Bio-Unterricht, gratuliere! Darf ich vorstellen? Das ist Oskar Lafontaine, er möchte von Dir lernen, wie man ganz viele Wählerstimmen bekommen kann.“

Bill: „Aber ich brauche eine Frau als Praktikantin! Ansonsten hieße es ja ‚Praktikant‘ und nicht ‚Praktikantin‘!“

Ich: „Wir müssen sparen! Übrigens, nicht dass Du denkst, dass ich ihn unter Drogen gesetzt oder mit einem schweren Schlag auf den Hinterkopf betäubt habe, er arbeitet ganz freiwillig und unentgeltlich für uns! Der glasige Blick und die große Beule auf dem Kopf haben nichts zu bedeuten! Wenn es Dir hilft, könnte ich ihm ein rosa Röckchen anziehen?“

An dieser Stelle wurde Oskar schlagartig wach.

Oskar: „Unentgeltlich? Ich fordere einen Mindestlohn! Und Sonderprämie für das rosa Röckchen!“

Ich: „Aufschläge gibt’s nur auf rosa Hasenkostüme, über den Rest reden wir später. Uppsi, Tschuldigung, mir ist der Amboss ganz aus Versehen auf Deinen Kopf gefallen. Na, mach mal ein Päuschen, das ist schon OK.“

Bill: „Noch mal zu meinem Problem…“

Ich: „Alles klar, Billy, Du bekommst Deine Praktikantin, sofern Du die Verhandlungen mit dem Teufel übernimmst und erfolgreich abschließt.“

Bill nickte erleichtert und fragte, ob er mir seine Zigarrensammlung zeigen solle, aber das interessierte mich überhaupt nicht, so eine schöne Briefmarkensammlung ist viel spannender. Jedenfalls packte ich ihm einen großen Stapel mit Akten auf den Schreibtisch, damit er sich entsprechend auf das Treffen mit Satan vorbereiten konnte, und verließ rasch sein Büro.

Danach unterschrieb ich noch schnell den Arbeitsvertrag mit seiner neuen Praktikantin Cindy aus Marzahn.

Wird Bill Clinton erfolgreiche Verhandlungen mit dem Teufel führen? Wird das Monsterwelteroberungsteam pleite sein, bevor zumindest Bielefeld erobert sein wird? Klickt auch das nächste Mal rein, wenn es wieder heißt: „Zwischen Wahn- und Irrsinn passt immer noch eine XXL-Caipi!“

Pakt mit den Mächten der Finsternis, Teil 3

Im letzten Teil behandelte ich die Problematik, mit dem Herrn der Hölle Kontakt aufzunehmen, aber Lu erwähnte eine Möglichkeit, die sehr zu meiner Erleichterung nichts mit Friedhöfen bei Nacht zu tun hatte…

Ich: „Da bin ich aber froh, ich sah mich schon in finsterer Nacht den armen Kurt Beck zu Ehren Satans opfern, dabei hat der arme Kuddl schon genug andere Sorgen!“

Lu: „Ich bezweifel, dass man mit solcher Personenauswahl eine gute Geschäftsbasis mit dem Teufel herstellt.“

Ich: „Ach? Na, ich hätte alternativ noch den Struck im Keller, den müsste ich übrigens auch mal wieder auspeitschen, aber können wir nun endlich zur Sache kommen? Ich stehe etwas unter Zeitdruck.

Lu zückte ein schwarzes, in teures Leder gebundenes, Büchlein.

Lu: „Voldemorts Adressbuch. Habe ich in den Wirren der Schlacht an mich genommen. Und was haben wir unter ‚L‘ wie Luzifer? Die E-Mail des Teufels!“

Ich: „Das Hörnchen hat E-Mail? Der geht ja richtig mit der Zeit, was soll das erst werden, wenn Bill Gates da unten ankommt? Digitales Höllenfeuer, das regelmäßig abstürzt und mit STRG+ALT+ENTF neu gestartet werden muss?“

Lucius konnte mit dieser Frage erwartungsgemäß wenig anfangen, gab mir aber den wertvollen Hinweis, es in meiner Mail an den Teufel nicht an gebotenem Respekt fehlen zu lassen.

So schrieb ich also an satan@hoelle.com folgendes:

Hallo Teufel,

ich bin das Fellmonster von Knäcke IV und vor einiger Zeit aufgrund unglücklicher Zufälle auf meinem Heimatplaneten, mit denen ich kaum etwas zu tun hatte, auf die Erde verbannt worden. Da dachte ich mir, nachdem ich mir das hier einige Wochen lang angeguckt hatte, ich sollte die Weltherrschaft übernehmen. (Das hat schon auf meinem Heimatplaneten nicht funktioniert, also sollte es statistisch gesehen auf diesem Planeten nun klappen.)

Interesse an einer Allianz? Denn wie sagt man so schön: Nur wer sich Allianz versichert, erobert die Welt ganz gesichert. Oder so. Oder auch ganz anders. Melden Sie sich doch einfach mal ganz unverbindlich.

Mit freundlichen Grüßen an die höllische Macht

Fellmonster

Lu meinte, das sei nicht genug Ehrerbietung, aber so ein Unsinn; ich meine, letztendlich werde ich die Herrscherin sein und nicht das rote, gehörnte Hitzemännchen.

Wird der Teufel antworten und dem Fellmonster Unterstützung anbieten? Klicken Sie auch das nächste Mal rein, wenn es wieder heißt: Zwischen Wahn- und Irrsinn passt immer noch eine Tonne Schwachsinn.

Pakt mit den Mächten der Finsternis, Teil 2

Vor kurzem hatte ich darüber berichtet, wie die Stimme meines Wahns mir gute Ratschläge in Sachen Welteroberung gab, denn ich hatte die Angelegenheit in letzter Zeit zugegebenermaßen sträflich vernachlässigt. Leider hat der Wahn, diese Dumpftröte, mir nicht gesagt, was es mit den Mächten der Finsternis, mit denen ich eine Allianz eingehen soll, auf sich hat, also wer das sein soll, wo ich die Süßen erreiche etc. pp.Ich grübelte und grübelte, meine Ideen gingen in diverse Richtungen, und weil ich ganz modern bin, dachte ich nicht allein nach, sondern veranstaltete ein kleines Brainstorming mit Lucius Malfoy. (Kleiner Hinweis für Leute, die Lucius nicht kennen: Es handelt sich um einen bösen Zauberer aus „Harry Potter“. Jeder, der die Welt erobern möchte, sollte einen fähigen, mächtigen, skrupellosen Zauberer im Team haben, es erleichtert die Sache ungemein.)

Ich: „Das könnte der CSU-Vorstand sein, oder?“
Lu: „Nein. Die sind zwar finster, aber haben die Macht nur in Bayern und stoßen außerhalb auf sehr wenig Akzeptanz. Das halte ich für eine falsche Strategie.“
Ich: „Außerdem zu viel Bier und zu wenig Caipi. Was hältst Du von George W. Bush?“
Lu: „Nichts. Ich glaube, dass wir auf der falschen Fährte sind. Was ist wirklich abgrundtief böse?“
Ich: „Bei Günter Jauch nicht über die 100-Euro-Frage zu kommen, ist richtig böse.“

An dieser Stelle seufzte Lu leicht dramatisch.

Lu: „Hast Du schon mal an die Hölle gedacht?“
Ich: „Daran denke ich ständig, wenn ich in der Irrenanstalt bin. Wieso? Meinst Du, wir sollen Bernd das Brot engagieren, weil der ständig ‚Mein Leben ist die Hölle‘ sagt? Das finde ich klasse, ich mag das Brot. Welt für das Brot. Und für das Fellmonster! Ich…“

Lu unterbrach meinen Monolog energisch.

Lu: „Nein, nein, ich denke, dass wir uns mit dem Teufel verbünden sollten!“
Ich: „Mit Luzifer? Den müsste ich dann Lu II nennen, damit es nicht zu Verwechslungen zwischen Euch beiden kommt. Aber wie erreiche ich das Hörnchen? Muss ich satanische Riten auf Friedhöfen vollführen?“
Lu: „Normalerweise ja, aber es gibt da noch eine weitere Möglichkeit…“

Lest das nächste Mal, welchen epochalen Kontaktvorschlag Lucius hat, um mit dem Herrn der Hölle Kontakt aufzunehmen…

Ein neuer Anfang in Sachen Welteroberung und mein derzeitiges Wallpaper


Pakt mit den Mächten der Finsternis, Teil 1

Aus dem Wahnsinn sprach eine Stimme zu mir: „Verbinde Dich mit den Mächten der Finsternis!“

Ich: „Hä? Wer spricht denn da?“

Wahn: „Ich bin es. Dein ganz persönlicher Wahn.“

Ich: „Ach so. Und wieso soll ich mich mit den Mächten der Finsternis verbinden und wer sind denn die?“

Wahn: „Arrrgh!!! Damit Du endlich mit Deiner Welteroberung zu Potte kommst! Wie lange soll ich noch warten? Und der dummen Frage zweiter Teil ignoriere ich heute großzügig! Over!“

Ich überlegte hin und her, meine Gedanken wanderten zunächst zu Wolfgang Clement, der Mann ist immerhin so finster, dass er es sogar geschafft hat, aus der SPD ausgeschlossen zu werden. Der hatte aber keine Lust, mir zu helfen, sondern drohte damit, allen Menschen zu empfehlen, mir die Gefolgschaft zu verweigern. Der lernt’s nicht mehr!

Daraufhin fiel mir ein, dass das Gute bzw. das Finstere so nah liegt, ich habe ja diesen Kollegen in meinem Welteroberungsteam:


Und natürlich wusste er Bescheid, was mein ganz persönlicher Wahn mir sagen wollte…

(Wird fortgesetzt.)

Hier noch mein aktuelles Wallpaper. Falls Ihr Angst vor Spinnen habt, bitte ab hier die Augen zuhalten.

Es handelt sich um eine Labyrinthspinne, letztes Jahr im Garten fotografiert. (Sorry für die schlechte Fotoqualität, ich habe keine Ausrüstung für richtig gute Makrofotografien.)

Ich bin eigentlich kein Spinnenfreund, vor allem nicht, wenn sie im Haus sind, eine große Ausnahme sind meine lieben Zitterspinnen, aber alle anderen Achtbeiner sind draußen viel, viel besser aufgehoben. Da beobachte ich sie dann auch gern mal. Die Labyrinthspinne webt ein trichterförmiges Netz. In Notfällen kann sie durch den „Hintereingang“, oder sollte man lieber „Notausgang“ sagen, fliehen. „Mein“ Exemplar hatte ein stattliches Netz von ca. 30 cm Länge, und der Weg zu ihrem „Schlupfwinkel“ sah fast wie ein Tunnel aus. Dieses Jahr ist das Netz leider verwaist. Gestern fiel mir das Foto beim Stöbern auf der Festplatte ins Auge und da dachte ich mir, hey, das ist mal ein ganz anderes Wallpaper.