Verlassene Flaschen # 2

Kinners, neulich bot sich mir ein erschütterndes Bild. Ich sah schon von weitem den von der Polizei mit dem klassischen Flatterband abgesperrten Tatort:

Da die Bergedorfer Polizei sämtliches mit „Polizei“ bedruckte Band für den G20-Gipfel aufbewahren musste, griffen sie auf eine Alternative zurück:

Wasserleitung? Nein, viel schlimmer, eine verlassene Flasche!

Zum Glück war sie ansprechbar, so dass ich ein Protokoll aufnehmen konnte.

Flasche: „Mit Erdbeerperlwein haben die Schweine mich abgefüllt! Danach konnte ich mich an nichts mehr erinnern! Ich vertrage keine Erdbeeren!“

Ich: „Können Sie sich daran erinnern, wie die Abfüller aussahen? Wie viele waren es? Wie alt waren sie? Was hatten sie an?“

Flasche: „Es waren mehrere Frauen! Sie brüllten was von Junggesellinnenabschied! Danach war Filmriss bei mir!“

Ich: „Okay, das reicht. Zumindest eine der Personen ist eh genug gestraft, wenn die demnächst heiraten wird. Außerdem muss ich eine Welt erobern. Sonnen Sie sich einfach noch ein bisschen, Wetter ist so schön. Ich muss weg.“

(Ganz ehrlich, ich lege mich doch nicht mit einer Horde Junggesellinnenabschiedsfeierbiesterinnen an. Bin ich lebensmüde oder was?)

In diesem Sinne schönes Wochenende! Ich selbst mache ganz viele Kreuze, wenn dieser furchtbare G20-Gipfel endlich vorbei ist. Was hier in Hamburg los ist, habt Ihr ja vermutlich alle mitbekommen. Ich hoffe, dass es zumindest keine Toten geben wird. Diese „Schwarzen-Block“-Aktivisten sorgen jedenfalls dafür, dass die wichtigen Anliegen der friedlichen Demonstranten kaum Beachtung finden. 😦 Diese Zerstörungswut und Gewalt ist kein Kampf für eine bessere Welt, sondern einfach Scheiße.

 

Verlassene Flaschen # 1

 

Verehrte Verehrende des bekloppten Blogwahnsinns, es wird wieder mal Zeit für eine etwas andere Blogaktion. Fotomaterial für diese Serie sammele ich schon seit Jahren.

Worum geht es überhaupt? Erinnert Ihr Euch noch an das Blog von Owyanna? Leider existiert es nicht mehr; leise hat es sich aus der Blogwelt zurückgezogen. Besagte Owyanna hatte eine extrem epochale Serie: Schirmleichen. Sie bekam Fotos von Schirmleichen geschickt und knipste natürlich auch selbst welche.

So etwas wollte ich auch. Ich trommelte also mein Kreativteam zusammen, welches nach wochenlanger Überlegung mit folgender Idee auf mich zukam:

„Fotografiere doch Schirmleichen und blogge darüber.“

Arrrgh. Wenn man sich nicht alles selbst ausdenkt! Ich überlegte also hin und her, letztendlich kamen zwei Themenkomplexe ins Finale:

  • Zerknüllte Zigarettenpackungen
  • Verlassene Flaschen

Zigarettenpackungen sind doof, vor allem, seitdem diese hässlichen Bilder drauf sind. Also kümmern wir uns um ein vernachlässigtes und doch brisantes Problem: Verlassene Flaschen.

Dann galt es noch, den Projektrahmen festzulegen. Wann sollte ich bloggen? Mein sprechender Mondkalender empfahl folgendes:

„Die Sterne stehen günstig, wenn sich das Sternbild Jungfrau in Kombination mit dem Sonne-Mond-und-Sterne-Aszendent im Ersten Haus befindet und an der Sternenbar einen Caipi trinkt, während der Vollmond alles überstrahlt.“

Ja, gut, kann man machen. Auf die Frage, wann und wie oft diese Konstellation eintrifft, erklärte mir der Kalender: „Alle 24 Millionen Jahre, 5 Monate und 3 Tage, das nächste Mal am 23.08.2315.“

Das ist doch Mist, ich bin zwar blogfaul, aber so schlimm ist es nun auch wieder nicht.

Ich entscheide also Kraft meines Amtes als künftige Weltherrscherin: Freitags werden verlassene Flaschen gezeigt. Aber nur, wenn ich an dem Freitag gerade Lust habe. Sonst nicht.

Und wer auch Lust hat, das bemitleidenswerte Leben verlassener Flaschen in die Öffentlichkeit zu bringen, kann das natürlich gern tun und sich unter dem jeweiligen Beitrag verlinken. Ich würde mich über diesen Akt der Solidarität mit verlassenen Flaschen sehr freuen.

Es gibt sogar eines meiner berühmt-berüchtigten Logos:

Das Projekt wird sich vor allem dadurch auszeichnen, dass ich schlechte Handyfotos präsentieren werde. Außerdem habe ich fast immer mit den Flaschen gesprochen, denn 100 Worte sagen mehr als ein unscharfes Handybild.

Lasst uns mit diesen glasigen Genossen starten:

Ich fand sie irgendwo,
allein an einer Bushaltestelle…

Ich: „Hey, Mädels, was geeeeeht? Wartet Ihr auf den Bus?“
Flasche 50: „Lass uns bloß in Ruhe! Ich bin gerade 50 geworden, ich fühle mich wie ausgeleert!“
Flasche Weiß-blau: „Was soll ich denn erst sagen? Ich bin über … Nein, darüber spreche ich nicht.“
Ich: „Steht ja auf Deinem Etikett. Meine Güte, ganz schön alt. Dafür hast Du Dich gut gehalten!“
Flasche 50: „Sämtliche Partygäste haben uns zurückgelassen. Diese … diese … Monster!“
Ich: „Nix gegen Monster, bitte. Da kommt der Bus, wollt Ihr nicht einsteigen?“

An dieser Stelle drehten sich die Flaschen schmollend weg. Ich stieg ein, und als ich Stunden später wiederkam, waren die beiden alten Flaschen nicht mehr da. Allein auf der Party zurückgelassen, ein Drama, das schändlicherweise bisher im Verborgenen geblieben war.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!