Fünf am Freitag

Fünf am Freitag_random

Bei dieser tollen Aktion von Windsprite wollte ich schon ewig mal mitmischen. Ich will ja immer so viel und verzettele mich dann. Nun aber! Geht um Musik. Genauer gesagt:

Fünf Lieder, die dich im letzten Jahr begleitet haben.

Das sollte ich ja wohl zustandebringen. Nicht alle Songs sind in 2014 erschienen, aber ich habe sie letztes Jahr häufig gehört. Natürlich starte ich mit Bruce Springsteen. 🙂 Das überrascht Euch vermutlich nicht.

Als HSV-Fan natürlich jedes Jahr wieder, wenn auch letztes Jahr unter Schmerzen, was nicht am Lied, sondern an den Kickern lag…

Eine Entdeckung, die ich der Wunderbaren Welt des Wissens verdanke:

Noch mal Fußball. Dieses Jahr war ja WM. Die meisten Fußballsongs sind eher nicht so doll, aber diesen fand ich recht witzig:

Und dieses Lied hat mich irgendwie verfolgt. Noch im Januar kannte ich diesen Song nicht, dann kam eine Kollegin aus dem Skiurlaub zurück und berichtete, dass dieses Teil häufig beim Après-Ski lief. Seitdem verfolgte es mich. Plötzlich sah ich überall Helene Fischer, las ständig von ihr, es war verrückt und wurde zu einem Running Gag zwischen der Kollegin und mir.

Ich weiß, dass sich nun zumindest eine Leserin meines Blogs freut. 😉 Mein Fall ist die Musik eher nicht, aber zum Glück sind Geschmäcker ja verschieden. Und begleitet hat mich das Lied halt trotzdem, wenn auch von meiner Seite aus nicht freiwillig, insofern passt es zum Motto.

Man, jetzt ist kein Platz mehr für Fraktus und den Zellensong! Dann also außer Konkurrenz, dieses ist quasi der Anhang zum Artikel und gehört nicht mehr zu den fünf am Freitag. 🙂

Fraktus!

Und der Körperzellensong!

Und in letzter Zeit habe ich aus traurigen Gründen in der Playlist verstärkt Joe Cocker und Udo Jürgens gehört.

Udo Jürgens hat nicht nur über Sahniges oder Alkoholisches gesungen, sondern auch Lieder mit ernstem Text („Aber bitte mit Sahne“ und „Griechischer Wein“ gefallen mir aber auch):

Kurz vor seinem Tod hatte er noch ein Konzert in Hamburg gegeben.

Ich mochte Joe Cockers Stimme und Musik.

Und neben „With A Little Help From My Friends“ wohl eines seiner bekanntesten Lieder:

Oha, das ist ja etwas ausgeufert. Sorry, liebe Windsprite, ich hoffe, Du lässt den Artikel trotzdem gelten.

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Die Wahrheit…

… über den 4. Stern, auch als WM-Sieg der deutschen Nationalmannschaft 2014 bekannt. Nur hier! Und jetzt! In schwarz-rot-goldener Farbe!

Neulich im Estádio Beira-Rio, Porto Alegre, Brasilien: 11 deutsche Spieler mühen sich vergeblich gegen Algerien ab und müssen in die Verlängerung.

Zeit für eine Geheimwaffe!

Rückblick. Vor einigen Jahren landete ein Alien bei mir. Das ist nicht ungewöhnlich. Monster, Teufel, Hexen, Elite-Dämonin, warum also keine Außerirdischen? Mich wundert hier nichts mehr, und außerdem war der/die/das Extraterrestrische puschelig, und damit war die Sache klar. Es durfte bleiben.

DasSchlandal

Zufällig hat es die Farben schwarz/rot/gold und so merkwürdige Antennen auf dem Kopf. Ich stellte schon bei der WM 2010 und der EM 2012 fest, dass das Wesen in der Lage war, Leistungsstrahlen an die deutsche Nationalmannschaft zu schicken. Aber es reichte bekanntlich nicht zu einem Titel. Ich beschloss also, die Sprache dieser Kreatur zu lernen, damit sie mir verraten konnte, woran es hakte. Zu wenig Caipi? Zu wenig Nougatschokolade? Zu wenig von allem?

Kurz vor dem Start der WM 2014 konnte ich immerhin ihren Namen herausbekommen (ihre Stimme klingt weiblich, deswegen gehe ich einfach mal davon aus, dass es eine Art Frau ist). Sie stellte sich mit „Ich bin das Schlandal“ vor. (Ich übersetze Euch ihr Gesabbel gleich ins Deutsche, weil ich eine ganz Liebe bin.)

Immerhin wusste ich nun ihren Namen, aber mehr bekam ich einfach nicht aus ihr heraus, selbst nicht nach 20 Caipis. Vielleicht war das Problem, dass ich davon 19 selbst… ist aber auch egal und nicht das Thema hier!

Ich entschied, bei dieser WM das Schlandal nicht von Anfang an einzusetzen. Vielleicht war sie bei den letzten Turnieren einfach auf der Zielgerade zu erschöpft. Aber im Achtelfinale wurde es so kritisch, dass ich in der Verlängerung beschloss, ihre Antennen genau auf das Estádio Beira-Rio zu richten.

Der Rest ist Legende. (Beim Finale war sie übrigens schon wieder etwas erschöpft, hat aber ja noch gereicht! Sie hatte zum Schluss ihre Reserven auf Schweinsteiger gerichtet — wer also argwöhnte, dass sein Durchhaltevermögen nicht mit rechten Dingen zugehen konnte, hat nicht ganz unrecht, aber das bleibt unter uns, nicht, dass die FIFA nachträglich noch Bestechungsgeld von mir haben will… Stehen außerirdische Strahlen eigentlich auf der Dopingliste?)

Als Glücksbringer stellte ich ihr übrigens meinen Schlaaand-Umpf, den Uwe, zur Seite. Uwe ist nach Uwe Seeler benannt, aber das war Euch bestimmt schon klar, oder?

Schlaaandumpf

Und so kam es, dass die beste Mannschaft Fußballweltmeister wurde. Bei der nächsten WM kann dann meinetwegen auch gern mal Argentinien gewinnen… Aber nur, weil ich Messi mag.

Bevor Nachfragen kommen: Das Schlandal kann nur deutschen Fußballnationalmannschaften Stärkungsstrahlen schicken. Leider. Ich warte immer noch darauf, dass ein schwarz-weiß-blaues Puschel-Alien bei mir landet…

Stöckchenzeit: Stöckchen im Triple-Pack!

 

Im Entwürfeordner habe ich noch tausend Stöckchenartikel liegen, und nun wurden mir noch welche zugeworfen (mehr oder weniger), darum handele ich die einfach mal in einem Beitrag ab, bevor noch mehr Stöckchenartikel in den Entwürfen landen…

Das erste Stöckchen wurde mir von Windsprite zugeworfen, vielen Dank dafür! Es geht darum, Fragen rund ums Lesen zu beantworten.

1. Wie erfährst du von Büchern, die du lesen möchtest? Zeitungen, Zeitschriften, Blogs, Freunde/Bekannte/Stöbern in der Buchhandlung. Die Reihenfolge hat nichts zu sagen, mal überwiegt das eine, mal das andere. Viele Bücher sind auch beim „52 Bücher“-Projekt auf meiner Wuli gelandet. Da müsste ich auch mal langsam die 3. Saison eröffnen, dummerweise fehlt mir momentan die Lust auf das Projekt. 😦

2. Wie bist du zum Lesen gekommen? In der ersten Klasse las unsere Klassenlehrerin uns in der Vorweihnachtszeit „Die Kinder von Bullerbü“ vor. Das ging mir alles zu langsam, ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Das war wohl meine Hauptmotivation. Ist schon so lange her…

3. Hat sich dein Buchgeschmack verändert, als du älter wurdest? Ich habe schon relativ früh als Jugendliche auch Bücher für Erwachsene gelesen, also die größte Veränderung fand relativ früh statt. Es gab dann noch mal irgendwann eine Veränderung in Richtung Krimi/Thriller, damit bin ich so richtig erst vor … 8 bis 10 Jahren oder so angefangen? Weiß ich nicht mehr genau. Früher habe ich viel mehr politische und andere Sachbücher gelesen. Das mache ich immer noch, aber nicht mehr in den Massen wie früher.

4. Kaufst du regelmäßig Bücher, wenn ja, wie oft? So richtig regelmäßig nicht, aber zu viel, wie man an meinen diversen SuBs sieht. 🙂 Es gibt Wochen, da kaufe ich mehrmals Bücher, dann aber auch wieder Phasen, wo ich es schaffe, einen Monat lang abstinent zu bleiben, das ist dann aber meistens von meinem Sparmonster erzwungen worden. 🙂

5. Wie bist du zum Buchbloggen gekommen? Die Frage könnte ich eigentlich überspringen, trotz „52 Bücher“ fühle ich mich nicht als Buchblogger. Ich kann einfach keine Rezensionen schreiben… Und was ich festgestellt habe, das ist nicht als Angriff oder sonstwie böse gemeint: Viele Bücherblogs sind für mich eher langweilig. Nicht alle, bei Windsprite finde ich es z. B. sehr schön, dass auch ihre eigenen Geschichten eine große Rolle spielen, ist aber ja auch ein Autorenblog. Oder Buchblogger, die auch mal das Drumherum beleuchten. Rezensionen finde ich ebenfalls meistens interessant. Aber was mich wirklich ermüdet hat, als ich eine Menge Buchblogs im Reader hatte: Jede Woche Projektzwischenstände, Neuzugänge (oft mehrmals pro Woche), SuB-Stände — das ist für Hardcore-Bücherblogger bestimmt auch alles interessant, für mich war es in der Masse irgendwann nur noch einfach zu viel — und hier ist auch der Hauptgrund zu finden, warum ich das 52-Bücher-Projekt immer noch nicht gestartet habe. (Wie gesagt, das ist KEINE KRITIK, jedem steht ja frei, sein Blog so zu schreiben, wie er möchte.) Ich muss mir mal überlegen, wie ich das am besten organisiert bekomme, vielleicht mit Bitte an die Teilnehmer, dass sie im Titel immer was von „52 Bücher“ schreiben, dann kann ich über andere Sachen ggf. schneller hinwegscrollen, wenn ich mal wieder wenig Zeit und Muße habe… Nun bin ich aber ganz schön abgeschweift, sorry. Schnell zur nächsten Frage. 🙂

6. Wie reagierst du, wenn du das Ende eines Buches überhaupt nicht ausstehen kannst? Ich verurteile den Autor zu 10 Wochen Deutsche-Privatsender-Gucken am Stück… Hm, wie reagiere ich? Enttäuscht, und ich spinne mir dann in meiner Phantasie mein Wunschende zurecht, aber letztendlich muss man es ja akzeptieren…

7. Sei ehrlich: Liest du manchmal schon die letzte Seite, um zu wissen, ob es ein gutes Ende gibt? Nein, schon lange nicht mehr. Ganz früher, als Kind, habe ich das aber ab und zu tatsächlich getan.

8. Hast du manchmal Leseflauten? Das kann vorkommen, wenn eine Kombination aus „viel um die Ohren“ und „Bücher, die man nicht mal so zwischendurch liest“ zusammenkommen. Deswegen lese ich meistens 2 bis 3 Bücher abwechselnd, etwas Leichteres für ein total kaputt aus der Anstalt kommendes Monster und etwas Anspruchsvolleres für ruhige Stunden.

9. Passt sich deine Bücherauswahl einer Jahreszeit, einem Fest oder Ereignis an? Eigentlich nicht, wobei im Sommer, in Phasen, wo es 30 Grad im Schatten hat, würde ich eher zu was Lockerem greifen, weil ich dann eh schon fix und fertig bin. 🙂

Das war ein schönes Stöckchen, vielen Dank fürs Zuwerfen!

Das nächste Holz wurde mir eigentlich nicht zugeschmissen, aber da es das Ping-Pong-Stöckchen ist, welches hauptsächlich von der Wunderbaren und mir „geschnitzt“ wird, es aber dieses Mal Unterstützung von Charisma gab, die sich ebenfalls interessante Fragen ausgedacht hat, konnte ich es natürlich nicht liegen lassen, das versteht Ihr sicher?

1. Wie lange führst Du schon einen Blog? Seit 10. Juli 2008. Erst bei Blogspot, nach relativ kurzer Zeit Umstieg auf WordPress, ein Blogausstieg, danach einige Wochen Pause und Neustart mit diesem hier, aber da die Pause nicht so lange war und ich nach und nach die alten Artikel hier importiere, gilt für mich 10. Juli als Bloggeburtstag. Oh, das ist ja schon bald. Vermutlich vergesse ich ihn sowieso wieder, wie ich fast alle Geburtstage vergesse…

2. Bist Du ein Stöckchen-Fan oder eher abgeneigt? Hihi, wer mich kennt, weiß, dass ich Stöckchen liebe. Jedenfalls die meisten. Manchmal gibt es auch welche, die mir thematisch nicht so zusagen, aber das ist eigentlich selten.

3. Thema Lesen: Gedrucktes oder lieber eReader/online? Für längere Artikel und Bücher: viel lieber gedruckt. Ich habe zwar einen eReader und nutze ihn auch ab und zu, aber es ist irgendwie nicht so schön wie ein gedrucktes Buch.

4. Thema Kino: einmal pro Woche/Monat oder seltener? Seltener. Viel seltener. Zum Einen interessieren mich die meisten Filme nicht, zum Anderen ist es mir zu teuer. Und dann hat man womöglich noch immer das Gequatsche von irgendwelchen Zuschauern dazwischen, das kann ich gar nicht gut verknusen.

5. Thema TV: welche Serie willst Du im Moment nicht verpassen? Ist zwar keine Serie, da habe ich zurzeit nix Bestimmtes, aber was ich zurzeit natürlich gar nicht verpassen möchte, ist Fußball.

6. Bist Du politisch interessiert/orientiert oder eher gleichgültig? Ja, ich bin politisch definitiv interessiert, auch wenn Politik hier im Blog keine große Rolle spielt.

7. Im Alltag – shopping freak oder Konsumverweigerer? Kommt drauf an. 🙂 Bücher, Musik und technisches „Spielzeug“ sowie Klimbim wie z. B. Monster: Shopping Freak. Klamotten u. ä.: Nahe am Konsumverweigerer. Ab und zu muss man da ja auch mal was kaufen, aber so selten wie möglich… Und momentan bin ich vom Sparmonster eh wieder auf Sparkurs gesetzt worden.

8. Im Alltag –  Deo, Parfüm und bei Frauen schminken – ein Muss oder überflüssig? Deos finde ich schon sehr nützlich. Parfüm hin und wieder okay, man muss sich ja nicht so damit einnebeln, dass man schon 500 m vorher gerochen wird… Mit Schminken habe ich es gar nicht, dazu habe ich keine Lust und mir ist auch meine Zeit dafür zu schade.

9. Beim Essen: ordentlich Fleisch muss sein oder lieber weniger, dafür Gemüse/Salat? Wenig Fleisch ist okay. Ganz ohne schaffe ich es leider nicht. Dafür ist ab und zu ein schönes Steak einfach zu lecker. Und Gulasch… Salat mag ich gern, bei Gemüse ist das meiste okay, allerdings mache ich um Rosenkohl einen großen Bogen.

10. Geld – ist schließlich zum Ausgeben da oder zum Anlegen in Lebensversicherung/Fonds/Bausparvertrag? Geld? Welches Geld? 🙂 Ich tendiere eher zum Ausgeben, wobei ich ein bisschen auch angelegt habe. Aber ich gehöre nicht zu den Leuten, die -zig Anlageformen studieren, jeden Tag vor den Börsenkursen hängen (Börse ist sowieso so ein kranker Kram geworden) u. ä. So viel Geld habe ich eh nicht über.

Danke fürs Mitspielen, Charisma! Jetzt kommt das dritte Stöckchen. Vor kurzem entdeckte ich ein schönes Blog namens „Schlemmerbalkon“, und in dem Artikel mit den Fragen stand „wir nominieren alle, die diesen Artikel lesen! Ja, Dich auch!“ Das ist ja quasi wie zugeworfen, oder? Es handelt sich um ein Award-Stöckchen, wo es darum geht, 11 Fragen zu beantworten und sich 11 neue auszudenken. Hier also die Fragen von AnDi:

1. Was bedeutet für Dich Heimat? Als angehende Weltherrscherin ist der ganze Planet meine Heimat. 😉 Ansonsten: Da, wo mein Höllenhund-Titan auf mich wartet, also die WEZ (Welteroberungszentrale).

2. In welche Stadt würdest Du gerne reisen/mal wieder reisen? Reykjavík würde ich mir z. B. gern mal angucken. Dublin, Oslo, Kopenhagen…

3. Wie bist Du dazu gekommen einen Blog zu schreiben? Eines Tages surfte ich etwas gelangweilt durch’s Internet und dachte, ich könnte die Sache mit dem Blog ja auch mal ausprobieren. Eigentlich war das 2008 ja schon wieder halbwegs out, aber das hat mich nicht interessiert. Es ging mir zunächst nur darum, wieder mehr zu schreiben und mich mit Hilfe eines Blogs zu motivieren, am Ball zu bleiben. Das hat ganz gut geklappt, wenn auch anders als geplant, aber ich mag Bloggen immer noch sehr, davon könnte mich auch kein Twitter oder facebook abbringen, wie es leider bei einigen lesenswerten Blogs passiert ist.

4. Was ist das Lieblingsrezept aus Deiner Kindheit? Eierpfannkuchen, mjam-mjam…

5. Auf welches technische Gerät kannst Du nicht mehr verzichten? Laptop. Unverzichtbar fürs Internet. Ja, ich weiß, geht auch mit Smartphone und Tablet, was ich auch ganz praktisch finde, aber nur zum Lesen, nicht zum Schreiben. Dafür brauche ich eine richtige, vernünftige Tastatur, nicht dieses Fitzeldisplaygewische und -Getippe, das ewig dauert… Im Haushalt ist auf jeden Fall die Waschmaschine eine großartige Sache. Man stelle sich mal vor, man müsste Wäsche noch mit Hand waschen. Ächz…

6. Bist Du jemand der sich zu festen Zeitpunkten (Geburtstag/Silvester) gute Vorsätze nimmt? Nein, gar nicht. Ich nehme mir was vor, wenn ich meine, der Zeitpunkt ist der richtige. (Und halte mich dann meistens doch nicht dran, aber das war ja nicht gefragt. :-))

7. Wann bist Du inkonsequent? Öhm… Quasi immer? Na ja, vielleicht nicht ganz so schlimm, aber ich bin schon ziemlich inkonsequent, z. B. daran zu erkennen, dass ich gern irgendwelche Sachen anfange und die nicht zu Ende führe. Drei nicht beendete Romane auf der Festplatte sind dafür ein gutes Beispiel. Auch hier im Blog sind leider einige Serien nicht beendet worden, wobei ich bei einigen hoffe, dass ich sie irgendwann noch mal weiterschreibe… Noch ein „schönes“ Beispiel: Ich müsste noch konsequenter sparen.

8. Welche Person aus der Geschichte würdest Du gerne kennenlernen und warum? Heinrich Böll. Schriftsteller gelten doch, oder? Ich würde mich gern mit ihm über sein Leben unterhalten, er hat ja noch die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte miterleben müssen und hat das in seinen Büchern verarbeitet, wie er ja überhaupt ein sehr politischer Schriftsteller war.

9. Würdest Du Fallschirmspringen? Nein, nein, nein… Das fiele mir im Traum nicht ein. Auch Bungee-Jumping käme für mich nicht in Frage. Nichts, was mit hohen Höhen zu tun hat. Brr… Mir wird bei dem Gedanken schon etwas schwummrig zumute…

10. Was bewegte Dich am heutigen Tag? Als HSV-Fan: Dass es wohl tatsächlich mit der Lasogga-Verpflichtung klappen wird. Aber wirklich richtig glauben werde ich es erst, wenn es auf hsv.de verkündet wird. Ansonsten gibt es auch politisch zurzeit wieder einiges, was belastend ist, aber da möchte ich jetzt nicht näher drauf eingehen.

11. Von welchem Autor kaufst Du blind ein Buch? John Irving, Terry Pratchett, Walter Moers (wenn es Zamonienbücher sind, also quasi nur halbblind :-))…

Danke für die interessanten Fragen!

So, nun geht es darum, 11 neue Fragen aus meinem Hirn zu quetschen… Wenn das mal was wird. Ich nehme einfach mal 11 Fußballfragen. Passt gerade so schön.

1. Wen möchtest Du am liebsten als Fußball-Weltmeister sehen?
2. „Schlaaand“ — nervige Verniedlichungsform oder ganz witzig?
3. Wer ist bisher für Dich DER Spieler dieser WM?
4. Neuers „Liberorolle“: Harakiri oder epochal?
5. Per Mertesackers „Wut“-Interview: War er zu patzig oder war das völlig okay so?
6. Möchtest Du auch gern mal für 3 Tage in die Eistonne?
7. Was hältst Du von den weißen Trikots der deutschen Nationalmannschaft?
8. Ich hätte jetzt gern einen Caipi. Du auch?
9. Kennst Du einen guten WM-Song?
10. Achtung, Määädchenfrage (mir fällt nämlich so langsam nichts mehr ein): Welches Team hat die schönsten Trikots?
11. Sollte Angela Merkel „unsere Jungs“ in der Kabine besuchen und davon gaaaanz viele Selfies veröffentlichen?

Puh, geschafft, ich leg mich erst mal 3 Tage in die Eistonne, danach analysiere ich ein paar Karnevalstruppen und erobere die Welt. Das Stöckchen werfe ich nicht gezielt weiter, hier darf sich jeder nach Lust und Laune bedienen.

Und zum Schluss noch was mit Fußball, weil wir ja morgen noch einen Tag ohne durchhalten müssen! Uff, Entzugserscheinungen…

Das war knapp!

Mir tun beim Elfmeterschießen die Verlierer immer leid, auch heute, obwohl ich natürlich für Brasilien war. Elfmeterschießen ist ein reines Glücksspiel und vor allem bitter für die Spieler, die verschießen.

Punkte beim Tippspiel gab das für mich auch wieder nicht, grummel…

Ein passendes Bärchenpärchen:

HSV_Brasi

 

Für Fußballfans:

Auch diese WM sei Euch das Blog „Das unfassbar kompetenzfreie WM-Tagebuch“ ans Herz gelegt, vor allem, wenn Ihr Euch mal wieder von Kahns staubtrockenen, humorlosen Analysen erholen müsst…

Wen es nach „Musik“ dürstet: Ui hat sich die Wahnsinnsmühe gemacht, alle (?) WM-Songs 2014 zusammenzutragen. Mich reißt keiner davon vor Begeisterung um. Mir ist schon klar, dass man an Fußballsongs keine übertriebenen Erwartungen stellen sollte, wenn auch bei Melanie Müllers Werk rechnerische Fähigkeiten nötig sind, man muss immerhin bis eins zählen können. Weit wird Deutschland mit einem Tor wohl nicht kommen, wir werden sehen, ob Melanie Müller als Orakel etwas taugt. Ich traue Deutschland ja durchaus ein paar Tore mehr zu.

Trotzdem: Eine derartige Schwemme an WM-Songs und kein richtiger Kracher dabei. Also gehen wir mal in die Vergangenheit zurück, nützt ja nix.

Mein Lieblingssong ist „Weltmeister“ von den Toten Hosen:

Großartig war es auch, als die deutsche Mannschaft noch selber gesungen hat! 😈

Davon habe ich noch die Vinyl-Single! Das ist so schlecht, dass es schon wieder gut ist, auf eine seltsame, merkwürdige Weise… 1974 ist die erste WM, an die ich zumindest verschwommene Erinnerungen habe. Mein Vater hatte extra dafür einen Farbfernseher angeschafft.

Zurück zu 2006, die Wise Guys haben damals ein lustiges Liedchen geträllert:

Viel Spaß noch, Ihr Lieben, mit oder ohne Fußball, ich muss nun wieder was tun.

WM-Abseits: GRIECHENLAND

4. Juli 2004, an einem warmen Sommerabend in Lissabon: Ausgelassen feiert die griechische Nationalmannschaft den Sieg bei der Fußball-Europameisterschaft. Dem vermeintlichen Fußballzwerg gelang eine der größten Sensationen in der Geschichte dieser Sportart. Warum ich das hier erwähne?

Weil ich heute noch mal einen Artikel für Mellas und Susannes super Aktion schreiben darf! Genauer gesagt bin ich für Karin eingesprungen, die aus traurigen Gründen absagen musste, ihr Blog könnt Ihr ja trotzdem mal besuchen. Übrigens fasst Mendigo jede Woche fleißig die Beiträge für Euch zusammen: Woche 1, Woche 2. Ist das nicht superpuschelig von ihm?

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Logo von Mella erstellt

Nach meiner Einleitung und dem Logo ahnt Ihr nun bestimmt, dass es um Griechenland geht. Griechenland, welches, sehr zu meinem Ärger, in letzter Zeit hauptsächlich negativ in den Schlagzeilen zu finden ist. Dazu werde ich später noch einige Sätze sagen. Aber erst mal zum Fußball, der ab 12. Juni endlich in Brasilien rollen und fliegen wird.

Fußball

Griechenland und der Fußball -- meistens keine Erfolgsstory

Griechenland und der Fußball — meistens keine Erfolgsstory

Im Gegensatz zum sensationellen EM-Sieg hat Griechenland bei Weltmeisterschaften noch nie etwas Nennenswertes erreicht. Überhaupt haben sie nur zweimal teilgenommen, nämlich 1994 in den USA und 2010 in Südafrika. In den USA holten sie sagenhafte null Punkte und belegten den letzten Platz in ihrer Gruppe. In Südafrika lief es etwas besser, 3 Punkte, Platz 3 ihrer Gruppe, also leider auch dort Aus in der Vorrunde.

Gäbe es ein Gesetz der stetigen Verbesserung, wäre nun in Brasilien Platz 2 und somit die nächste Runde fällig. Die Hellenen bekommen es mit Kolumbien, der Elfenbeinküste und Japan zu tun. Das dürfte schwierig werden, aber vielleicht gelingt ja eine Überraschung. Ihre Stärke liegt in der Defensive, das Toreschießen fällt dagegen sehr schwer. Im vorläufigen Kader stehen zwei Spieler, die zurzeit in Deutschland kicken: Sokratis (Borussia Dortmund) und Konstantinos Fortounis (spielt bei den roten Teufeln vom Betzenberg, auch FC Kaiserslautern genannt). Den gesamten Kader könnt Ihr hier nachlesen.

Geographie und Klima

suchs_Griechenland

Mitmachblog 2.0: Such Griechenland 😉

Das südosteuropäische Land mit seinen etwas über 11 Millionen Einwohnern hat so ziemlich alles: Festland, Halbinsel (Peloponnes) und haufenweise Inseln im Mittelmeer. Die größte ist Kreta. Bekannt ist auch Lesbos dank der dort geborenen berühmten Lyrikerin Sappho. Die Gedichte sind heute noch schön.

131.957 km²: Davon verteilen sich lt. Wiki 25.042 km² (knapp 19 %) auf 3.054 Inseln, von denen 87 bewohnt sind. Diese Quelle hier behauptet dagegen: Beinahe ein Fünftel entfällt auf 9.835 Inseln, Inselchen und Felseninseln, von denen 220 bewohnt werden. Ist aber ja nur die griechische Botschaft, die das behauptet. Wiki zählt vermutlich die „Kleinteile“ nicht mit. Egal. Wir halten fest: Es sind verdammt viele Inseln, und nicht alle sind bewohnt. Es gab da ja mal die „tolle“ Idee der Bild-„Zeitung“ (sog.), dass Griechenland einige Inseln verkaufen solle. Vielleicht könnten uns die Griechen ja eine der unbewohnten Inseln für einen guten Zweck leihen und dort vielen Bild-„Zeitungs“-Redakteuren einen seeeeehr langen Urlaub spendieren — natürlich darf es dort keine Internetzugänge, Telefonverbindungen, Brieftauben oder sonstige Möglichkeiten der Kontaktaufnahme nach Außen geben.

Zurück zum Fall. Was wäre Griechenland ohne seine Gebirge? 77,9 % Anteil haben die felsigen Gebilde, und das höchste Gebirge ist der Olymp. Hier wohnten die griechischen Götter und führten ein gar wildes Leben. Dazu später mehr, ich sage nur so viel: Im Vergleich zu Zeus, dem Göttervater, war Berlusconi ein Waisenknabe.

Das Klima im Sommer ist in Griechenland für ein puscheliges Monster definitiv viel zu warm. So ein milder Winter passt da schon eher. Mediterranes Klima halt… Im Gegensatz zur Küstengegend gibt es aber im Landesinneren durchaus  Nachtfrost und reichlich Schnee. In den Bergen ist hier und da sogar Wintersport möglich. Ski und Rodel gut, aber ohne mich, gebrochene Beine sind nämlich für ein Monster auch nix.

Fauna und Flora

Da Griechenland wie gesagt von Küsten bis Gebirgen fast alles hat, geht es dort sehr artenreich zu. Guckt mal, ein Flughahn:

Flughahn

Kann nicht krähen, weil er in Wirklichkeit ein Fisch ist, der vermutlich aufgrund seiner flügelähnlichen Brustflossen so genannt wurde.

Durch die unterschiedlichen Lebensräume und klimatischen Bedingungen kann man in Griechenland von der Griechischen Landschildkröte über die Kretische Wildziege bis zu 36 der 38 europäischen Vogelarten vieles von dem, was so auf Erden kreucht und fleucht, finden. Auch die Flora ist ganz weit vorn: Nach Madagaskar hat Griechenland die größte Vielfalt bei Kräutern und medizinischen Pflanzen, viele davon endemisch (heißt: gibt es nur dort).

Eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung hat in Griechenland der Olivenbaum (Echter Ölbaum). In 2012 war Griechenland der weltweit drittgrößte Olivenproduzent. „Innerhalb des Gehegs war ein weitumschattender Ölbaum, Stark und blühenden Wuchses; der Stamm glich Säulen an Dicke“, so konnte man schon in Homers „Odyssee“ lesen (falls sie denn von ihm stammt, das ist historisch nicht einwandfrei nachzuweisen, selbst die Person Homer umgibt mehr Geheimnisse als es Limetten in der WEZ gibt), also ein Gewächs mit langer Geschichte…

Kunst/Kultur/Musik

Boxers Staatliche Antikensammlungen 1538

Olympischer Faustkampf in der Antike — die griechische Vasenmalerei hat eine lange Tradition

Hier kann man in der griechischen Geschichte nun wirklich aus dem Vollen schöpfen! Ich beschränke mich auf einige Beispiele, sonst wärt Ihr morgen mit dem Lesen noch nicht fertig.

Bereits ca. 700 vor Christus fanden auf der Halbinsel Peloponnes die Olympischen Spiele statt. Praktischerweise lange Zeit immer dort, im heiligen Hain von Olympia; die Griechen sparten sich das Gewese mit den ständig wechselnden Standorten — ziemlich schlau, aber fürs Geschäft wohl nicht so einträglich wie die heutige Methode des IOC. Nichtsdestotrotz gab es auch an anderen Orten Veranstaltungen, die sich an den olympischen Spielen orientierten.

Vieles war anders als heute, so wurde z. B. nur der Sieger geehrt, so was wie Silber und Bronze gab es damals nicht, es zählte nur Platz eins, für den es einen Palmzweig, ein Stirnband und einem Kranz aus Zweigen vom Ölbaum gab. Bei den ersten 13 Spielen gab es nur den Stadionlauf. Zum Glück kam man ab der 15. Ausgabe auf die Idee, andere Sportarten hinzuzufügen, denn immer nur dieses Gerenne wurde wohl zu langweilig. Viele Sportarten gibt es auch heute noch bei den Spielen. Der antike Fünfkampf bestand aus: Diskuswerfen, Weitsprung, Speerwerfen, Stadionlauf und Ringkampf. Übrigens stießen vor nicht allzu langer Zeit die Pläne des IOC, Ringen aus dem Programm der Spiele zu werfen, auf erbitterten Widerstand, gern mit dem Verweis auf die antike olympische Tradition. Nun dürfen die menschlichen Knäuel auf der olympischen Bühne weiter um Medaillen ringen.

Bei der Leicht- und Schwerathletik mussten die Sportler nackt antreten, und ab den 95. Spielen wurde diese Regel auf die Trainer ausgeweitet. Zu verdanken hatten diese das der guten alten Kallipateira, die einfach, getarnt als Mann, als Trainer ihres Sohnes Peisidoros auftrat. Als ihr Zögling gewann, soll sie sich vor lauter Begeisterung oder warum auch immer entblößt haben. Da sie aus einer außerordentlich erfolgreichen Athletenfamilie stammte, ist sie mit dem Leben davongekommen, aber seitdem hatte sich das Thema Körperbedeckung für die Trainer erledigt. Gut, dass diese Zeiten passé sind, denn ansonsten hätten die US-Amerikaner, für die schon eine nackte Brustwarze zu Nipplegate reicht, ein ernstes Problem… Von anderen Nationen ganz zu schweigen.

Die oben schon bebilderte Vasenmalerei ist ein dermaßen umfangreiches Thema, das ich es hier mal mit der Verlinkung bewenden lasse.

Griechenland brachte herausragende Schriftsteller und Philosophen hervor. Zu viele für einen Artikel. Nicht umsonst gilt Griechenland als die Wiege Europas. Homer erwähnte ich bereits kurz weiter oben, ihm werden die Epen  Ilias und Odyssee zugeschrieben. Stichwort Trojanischer Krieg (ja, genau der mit dem Trojanischen Pferd — ich bin seit dieser Kriegslist ja überaus misstrauisch, wenn ich große Holzgebilde in Tierform vor der Welteroberungszentrale finde, vor allem, wenn aus dem Inneren quakende Geräusche zu hören sind…), Irrfahrten des Odysseus, Ihr kennt das.

Aber da war nicht nur Homer. Berühmt sind die Komödien des Dichters Aristophanes, vor allem Lysistrata.  In Athen und Sparta beschließen die Frauen, ihren Männern den Sex zu verweigern, bis die Herren endlich geruhen, Frieden schließen… Immer noch weltberühmt ist das Drama König Ödipus von Sophokles, in dem König Laios vom Orakel von Delphi vorausgesagt wird, dass er von seinem Sohn getötet werden und dieser Laos‘ Frau heiraten würde. Das fand Laios verständlicherweise nicht so gut und so setzte er seinen Sohn Ödipus aus. Diesem wurde vom Orakel später ebenfalls der Vatermord prophezeit. Ödipus wollte das unbedingt vermeiden, da er aber nicht wusste, wer sein leiblicher Vater war, kam es, wie es in einem guten Drama kommen musste… Das Orakel hat immer recht. (Der legitime Nachfolger des Orakels von Delphi ist übrigens Ralph, der dem HSV den Nichtabstieg mit genauer Ergebnisvoraussage der Relegationsspiele prophezeite.)

Sokrates, Platon, Aristoteles und viele andere schufen Gedankenwelten, die noch heute in der Philosophie große Rollen spielen.

Aber bevor wir komplett in der Vergangenheit hängen bleiben, werfen wir einen kurzen Blick auf die Musik Griechenlands. In Deutschland sehr bekannt ist Nana Mouskouri, die nicht nur die weißen Rosen aus Athen besungen, sondern auch Ausflüge in andere Genres wie Jazz unternommen hat. Hier ist sie mal mit einem weiteren berühmten griechischen Sänger, Demis Roussos im Duett zu hören. Inwieweit das nun wirklich griechische (Volks)musik ist, weiß ich nicht, es klingt aber schon irgendwie griechisch, oder? 🙂

Soll auch sehr populär sein:

Von der Musik zum Film, Alexis Sorbas dürfte der berühmteste sein. Mit legendären Sirtaki-Tanzszenen:

Der Sirtaki ist übrigens kein traditioneller griechischer Volkstanz, sondern wurde extra für den Film kreiert, basiert aber zumindest auf den Syrtos. Angeblich wollte man mit dieser vereinfachten Form dem Hauptdarsteller Anthony Quinn entgegenkommen, dessen Kernkompetenz wohl nicht das Tanzen gewesen sein soll. Eine Gemeinsamkeit zwischen ihm und mir. 🙂

Geschichte/Politik

Democracy Index 2012 green and red

Demokratie-Index des „The Economists“ — stockender Siegeszug einer griechischen Erfindung


Griechenland hat nicht nur herausragende Schriftsteller, Philosophen und Mathematiker hervorgebracht, sondern auch eine kriegerische Geschichte, auf die ich hier nicht im Detail eingehen werde (höre ich da ein Aufatmen?). Sparta gegen Athen, Sparta gemeinsam mit Athen gegen Persien usw., mit der klassischen Athener Herrlichkeit war es nach der Niederlage im Peloponnesischen Krieg jedenfalls vorbei.

Die Griechen haben die Demokratie (übersetzt „Herrschaft des Volkes“) erfunden, das weiß vermutlich eh jeder. Zwar war die attische Demokratie nicht perfekt, denn um mitbestimmen zu können, musste man ein mindestens 20 Jahre alter Vollbürger Athens und natürlich männlich sein. Der Geek würde wohl von Demokratie 1.0 sprechen. Das nimmt der Erfindung dieser Staatsform im Athen des 5. Jahrhunderts vor Christi nichts von ihrer Epochalität. Oder, um es mit Winston Churchill zu sagen:

„Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen — abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.“

Übrigens ist auch heute die Demokratie meiner Ansicht nach nicht in einem perfekten Zustand, und damit meine ich gar nicht mal fehlende Volksabstimmungen (denen ich eher skeptisch gegenüberstehe), sondern eine Aushöhlung der politischen Gestaltungsmöglichkeiten durch globale Wirtschaftsinteressen. Sicher auch gern mal als Vorwand genommen („Bankenregulierung? Uh, ja, aber bloß nicht zu hart, die wandern sonst alle ab!“)

In der Neuzeit litten die Erfinder der Demokratie von 1967 bis 1974 unter einer Militärdiktatur. Nach dem Zusammenbruch der Junta entschied sich das griechische Volk mit großer Mehrheit für die Einführung einer Republik und erteilte der Wiedereinführung einer Monarchie eine klare Absage.

In den letzten Jahren kamen die Griechen in unserem Land dank der Wirtschaftskrise (die ja mal als Bankenkrise begann, um dann, vermutlich zur Erleichterung vieler Banker, in eine Staatsschuldenkrise überzugehen) in Verruf. Zwar ist es in letzter Zeit etwas ruhiger geworden, doch wer erinnert sich nicht an die großen Schlagzeilen einer sog. „Zeitung“, in der von „Pleite-Griechen“ und ähnlichem zu lesen war? Ich möchte hier niemandem auf die Füße treten, aber mich regt die Verunglimpfung eines ganzen Volkes auf. Unstrittig, dass es in Griechenland viele Sachen gibt, die falsch gelaufen sind. Wie übrigens auch in anderen Ländern. Wie war das mit dem völlig überzogenen Bauboom in Spanien? Und selbst in Muddis Vaterland läuft nicht alles rosig, auch wenn viele Deutschland für die Musterschüler der EU halten. Immer größere Abstände zwischen Arm und Reich? Menschen, die zwei oder mehrere Jobs machen müssen, um ihre Familien finanziell über Wasser halten zu können? Wir haben hier auch die ein oder andere Baustelle.

Euronen

Griechische Euromünzen sind die schönsten. Hier Bestand aus dem fellmonsterischen Geldspeicher.

Ich erinnere mich noch an die Bilder aus Griechenland von kranken Menschen, die vor den Apotheken Schlange standen, in der Hoffnung, an ihre teilweise lebenswichtigen Medikamente zu kommen. Die erhöhte Selbstmordrate zeigt, wie verzweifelt die Situation für viele Menschen war und ist. Nein, das viele Geld, das nach Griechenland geflossen ist, ist bei den normalen Bürgern nicht angekommen, das diente dazu, den Wirtschafts- und Zahlungsfluss aufrechtzuerhalten. Nicht wenig davon dürfte an Banken zurückgeflossen sein, auch an deutsche. Und die deutschen Rüstungsexporte nach Griechenland sollten ja bitte tunlichst auch bezahlt werden, oder? Das sind nicht wenige. Nur am Rande sei erwähnt, dass Deutschland niemals Reparationszahlungen an Griechenland geleistet hat.

Und was ist der „Lohn“ der zumindest in Teilen verfehlten Sparpolitik, die zu großen sozialen Härtefällen führt? So etwas wie die Goldene Morgenröte. Was sich nach schönster griechischen Lyrik anhört, ist in Wirklichkeit eine faschistische Partei, die mit übelster Hetze gegen Ausländer leider viel zu erfolgreich ist. Immerhin 18 Sitze im griechischen Parlament (6,92 % der Stimmen), bei der Europawahl holten sie sogar 9,3 %.

So, genug davon, aber es war mir ein Bedürfnis, mal klarzustellen, dass Bild-Schlagzeilen à la „Pleitegriechen sollen doch ihre Inseln verkaufen“ einfach nur billige Hetze ist.

Jetzt zu was Schönerem:

Essen und Trinken

Retsina

Trockener Weißwein mit Harz und vielleicht auch mit Herz

Die Griechen essen Gyros, trinken dazu griechischen Wein und danach ein bis viele Ouzos.

Natürlich nicht! Jedenfalls nicht ausschließlich. Die griechische Küche ist vielfältig genug, um für jeden etwas bieten zu können. Leider kann ich Euch keine Rezepte bieten, ich zeige einfach ein paar leckere Fotos aus Wikepedia, nach dem vielen Text ist das bestimmt Erholung pur. 🙂

Octopus and Ouzo

Gegrillter Oktopus und Ouzo. Meins wär’s nicht, jedenfalls nicht der Oktopus…

Greek Salad Choriatiki

Leckerer Bauernsalat, das ist schon eher was fürs Monster

Pastitsio

Pastitsio — was mit Nudeln! Lecker! Mjam-mjam!

Souvlaki-plate

Souvlakispieße — auch nicht schlecht!


Und nun habt Ihr es geschafft. Wirklich? Nein! Muahahahahaha! Ich wäre doch kein Monster, wenn mir nicht ein Hauch (oder auch mehr) Fiesheit innewohnen würde! Es gibt das erste Mal in diesem Projekt einen zweiten Teil! Vermutlich wird bei den nächsten Aktionen von Mella und Susanne meine Anmeldung auf rätselhafte Weise verlorengehen. 😈 Aber das Risiko gehe ich ein, denn im nächsten Artikel kommt endlich die griechische Mythologie zu ihrem Recht. Inklusive bekloppter Fotostory. Wenn Euch das nicht interessiert, braucht Ihr natürlich nicht weiterzuklicken, so eine despotische Weltherrscherin bin ich dann doch nicht, aber Ihr würdet den Auftritt einer legendären Schauspielerin verpassen!

Hier zum zweiten Teil!

WM-Abseits, es geht looooos!

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Bald ist es endlich soweit! Die Fußball-WM beginnt! Hibbel-hibbel. Ich freue mich drauf, nicht nur, weil ich Fußballfan bin, sondern weil ich dieses Jahr tatsächlich mal meinen Haupturlaub in den Sommer gelegt habe.

Bevor aber der hübsche bunte Ball rollen wird, gibt es eine epochale Aktion von Mella und Susanne: WM-Abseits. (Das Logo oben ist übrigens von Mella. Oder doch von Susanne? Jedenfalls nicht von mir, aber das habt Ihr, die Ihr mein Untalent für jegliches Selbstgemachte kennt, bestimmt schon geahnt.) Jeder Blogmitstreiter durfte sich ein Teilnehmerland schnappen (natürlich nur symbolisch, mehr kann ich als Weltherrscherin nicht zulassen), und ich hatte großes Glück, mein Wunschland war noch frei, als ich mich zur Teilnahme entschloss. Für welches Land ich mich entschieden habe, dürfte klar sein, oder?

BRASILIEN!

Und deswegen habe ich die Ehre, den ersten Beitrag dieses Blogprojektes schreiben zu dürfen, denn Brasilien ist bekanntlich das Gastgeberland und deshalb ist es logisch, damit zu starten.

Bei dieser Blogaktion soll es nicht (nur) darum gehen, die Fußballgeschichte des Landes zu beschreiben, sondern auch das ganze Drumherum. Was wird dort gegessen und getrunken, welche kulturellen Eigenschaften zeichnen das Land aus, welche Tiere kreuchen und fleuchen dort etc. pp.?

Oder um es mit den Worten von Susanne zu sagen:

Mannschaft
Land (Geographie/Klima/Wirtschaft/Bergig, Flach/…)
Fans/Fußball im Land
Fauna und Flora

Kunst/Kultur/Musik/Fernsehen
Essen/Trinken

Ich werde aber nicht auf alle Punkte ausführlich eingehen, weil der Artikel dann viel zu lang wird. Zur Einstimmung gibt es jetzt erst mal ein Video mit den schönsten Toren von Pelé, der brasilianischen Fußballlegende.:

Pelé ist Weltfußballer des 20. Jahrhunderts und gilt als der beste Kicker aller Zeiten. Auch wenn man das in Argentinien vermutlich nicht gern hört, denn Maradona war auch ein herausragender Fußballer.

Regelmäßig werden Nachfolger von Pelé ausgerufen, ohne dass jemals ein Fußballer zu einer so großen Legende werden konnte. Die Hoffnungen für diese WM ruhen auf Neymar, einem jungen Burschen, der seit 2013 beim FC Barcelona unter Vertrag steht. Laut Transfermarkt.de hat der 22-Jährige einen Marktwert von 60 Millionen Euro. Also ein Schnäppchen-Häppchen. (Herr Kreuzer, übernehmen Sie! Kleiner Insider für HSV-Fans.)

Neymar 2011

Auch zwei Spieler, die ihren Cachaça in Deutschland verdienen, haben gute Chancen, dabei zu sein: Dante, Abwehrspieler beim FC Sepplhose… ähm, FC Bayern München, meine ich natürlich, und Gustavo, der im Mittelfeld bei Wolfsburg dribbelt.

Brasilien ist eine große Fußballnation, und deswegen habe ich mich gefreut, dass die WM dort stattfinden wird. Wenn ich da an solche Länder wie Katar denke, wird mir ganz anders. Weltmeisterschaften sollten nur in Ländern mit einer ausgeprägten Fußballkultur stattfinden, denn die Stimmung drum herum ist doch auch wichtig. Aber selbst im fußballverrückten Brasilien ist die WM nicht unumstritten, man denke an die Proteste in 2013, ausgelöst durch eine Preiserhöhung für den öffentlichen Nahverkehr. Massiv kritisiert wurden aber auch die Ausgaben für die WM-Stadien, das Geld wäre sicher z. B. im Gesundheitswesen besser investiert. Dass Stadien modernisiert und ab und zu auch mal ein neues gebaut werden muss, ist sicher unstrittig, aber mittlerweile hat da ein Wahnsinn Einzug gehalten, als Stichworte seien Stadien in Gegenden, wo man sie hinterher in der Größenordnung nicht mehr gebrauchen kann, genannt. Aber auch Zwangsumsiedlungen und Korruption waren und sind ein bedrückendes Thema. Fußball ist mittlerweile ein riesiges Geschäft geworden, der Nostalgiker in mir ist darüber durchaus betrübt, aber ich bleibe trotzdem Fußballfan, immer in der Hoffnung, dass das ganze irgendwann mal wieder in etwas vernünftigere Bahnen gelenkt wird. (Spätestens nach erfolgreicher Welteroberung werde ich mich darum kümmern.)

Der brasilianische Fußball an sich ist in den letzten Jahren immer effizienter und erfolgsorientierter geworden, etwas, dass die Fans von Zauberfußball nicht gutheißen, andererseits ist auch der brasilianische Fan verrückt nach Erfolgen. Und bei dieser WM gilt es, eine Schmach, die schon lange zurückliegt, aber immer noch in den Herzen und Hirnen vieler Brasilianer ihr Unwesen treibt, wiedergutzumachen. Es geschah am 16. Juli 1950 im legendären Estádio do Maracanã: Brasilien, haushoher Favorit, verlor gegen Uruguay mit 1:2 und verlor den sicher geglaubten WM-Titel. (Damals gab es noch kein Endspiel ,wie wir es heute kennen, sondern eine Finalgruppe, bestehend aus den besten vier Mannschaften, die alle gegeneinander antraten. Brasilien hätte ein Unentschieden gereicht.)

Wie sagte Alcides Edgardo Ghiggia, der das Siegtor für Uruguay schoss?

„Nur drei Menschen haben mit einer einzigen Bewegung das Maracanã zum Schweigen gebracht: Frank Sinatra, Papst Johannes Paul II. und ich.“

Viele Brasilianer sind leidenschaftliche Fußballfans und sehnen den Titel im eigenen Land mehr herbei als ich den nächsten Caipirinha. Zwar hat Brasilien schon fünf WM-Titel gewonnen, so viele wie keine andere Nation, aber es ist ja nie genug. Wie beim Caipi…

Schauen wir uns kurz den nächsten Punkt an: Land (Geographie/Klima/Wirtschaft/Bergig, Flach/…).

Brasilien gehört zum Planeten Erde, ich begrüße das, denn das heißt, dass auch dieses Land demnächst zu meinem Herrschaftsgebiet gehören wird, immerhin handelt es sich um den fünftgrößten Staat der Erde, das schafft schon was weg. Das Klima ist tropisch, man sieht es auch an den berühmten Karnvevalsfeiern, wo die Leute eher weniger an haben. Wirtschaft: Brasilien ist immer noch durch große soziale Ungererechtigkeiten geprägt, ich verweise hier einfach mal auf Wikipedia, denn das wird sonst wirklich zu lang. Bekannt sind die Favelas. Hier gab und gibt es Bemühungen, die Lebensqualität zu verbessern, aber das dürfte noch ein langer Weg sein.

Brasilien verfügt sowohl über Berge als auch Flüsse und Seen. Oh, Frechmonster, möchtest Du etwas dazu schreiben? Hier die Tastatur… Der berühmteste Fluss ist der Amazonas, benannt nach einem bekannten Online-Versandhandel. (Ähm, Moment mal, Frechmonster, das glaube ich nicht! Du erzählst doch wieder Blödsinn! Geh mal weg von der Tastatur, ich schreibe doch lieber wieder selbst weiter!) Liebe Kinder, schreibt das bloß nicht in Eure Hausaufgaben. An sich ist dieses Blog ja eine Quelle der Weisheit, aber manchmal übernimmt das Frechmonster das Ruder, und dann kommt nur dumm Tüch bei raus.

Kurz noch zur Geschichte Brasiliens, die hochinteressant ist: Seit tausenden von Jahren lebten Indianerstämme in Brasilien, dann kam Portugal als Kolonialmacht und tat das, was Kolonialmächte immer tun: Gucken, womit man Profit machen kann. Alles fing mit Brasilholz an. Später sollte dann Zuckerrohr der große Renner werden. Weil viele Indianer auf den Plantagen starben, wurden sogar afrikanische Sklaven importiert. Der menschenverachtende Irrsinn, wenn es um Profit geht, war und ist anscheinend grenzenlos. Noch heute leiden die Ureinwohner unter der Zerstörung ihrer Lebensräume (Stichwort Rodungen im Regenwald). Brasilien erlebte unter anderem zwei Kaiserreiche und eine Militärdiktatur, bevor 1985 die Demokratie eingeführt wurde. Ich verweise mal wieder auf Wikipedia, einen Teil der Geschichte werde ich noch mal streifen, wenn ich zu meinem Schwerpunktthema komme.

Fauna und Flora: Brasilien gilt als das artenreichste Land der Erde, aber natürlich sind auch hier Arten vom Aussterben bedroht. Aber damit dieser Artikel nicht ins komplett Negative abdriftet, hier einfach mal ein faszinierendes Vieh. Guckt mal, ein Gelbbrustara:

Ara ararauna Luc Viatour filtered

Wunderschön, oder?

Was liegt noch an? Kunst/Kultur/Musik/Fernsehen: Karneval, Samba, Telenovelas. Kennt man alles. Ich möchte kurz auf Brasília eingehen, das ist seit 1960 die Hauptstadt Brasiliens. Viele Gebäude wurden von dem berühmten Architekten Oscar Niemeyer (Nachruf in der „Zeit“) entworfen, der allerdings 2001 über Brasília sagte: „Dieses Projekt war nicht erfolgreich.“ Die Architektur ist umstritten, aber sehr interessant.

Hier der Präsidentenpalast (Palácio do Planalto). Was meint Ihr, soll ich für meinen Regierungssitz in eine ähnliche Richtung gehen?

Palacio do Planalto

Congresso Nacional do Brasil. Das Element rechts erinnert mich an eine Obstschale. Da könnte man ja ganz hervorragend Limetten bunkern, Riesenlimetten für einen XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXL-Caipi.

National Congress of Brazil

Die Kathedrale von Brasília (Catedral Metropolitana Nossa Senhora Aparecida):

Brazil.Brasilia.01

Hier gibt es noch mehr Bilder.

Der letzte Punkt lautet: Essen/Trinken. Ja, die Brasilianer essen auch, das ist unstrittig. Kommen wir zum Trinken und zum eigentlichen Schwerpunkt meines Artikels.

Wie heißt das Nationalgetränk Brasiliens? Genau:

Cachaça!

Und warum ist der so wichtig? Völlig klar, kein

CAIPIRINHA

ohne Cachaça!

(Man kann übrigens „die Cachaça“ oder „der Cachaça“ sagen. Das gilt so auch für Caipirinha. Aber wir wollen hier ja keine Deutschstunde abhalten.) Diese flüssige Epochalität wurde übrigens ebenfalls in Brasilien erfunden, naheliegend im Mutterland des  Cachaças. Nun wisst Ihr auch, warum ich mir gerade dieses Land ausgesucht habe. In Brasilien wird Cachaça übrigens häufig auch pur getrunken.

Mit Dank an Kieliscalling, der mit den Tipp gab, möchte ich Euch zunächst den Geist der Caipirinha, einen hochinteressanten Bericht des Deutschlandfunks, ans Herz legen.

Ich fasse mal die interessantesten Punkte zusammen und kommentiere hier und da in kursiv:

Cachaça ist die typische und exklusive Bezeichnung für Zuckerrohrschnaps, der in Brasilien produziert wird und einen Alkoholgehalt von 38 bis 48 Prozent aufweist.

Im 16. Jahrhundert wurde der Cachaça erfunden. Ob von Sklaven oder den Sklavenhaltern, ist nicht eindeutig geklärt. Lange Zeit galt er als Getränk der Armen.

Aus Minas Gerais kommt der beste Cachaça, denn hier sind die klimatischen Bedingungen für den Anbau des Zuckerrohrs am günstigen.

Es gibt in Brasilien Cachaçarias mit über 500 Sorten! Eine Cachaçaria, wie epochal ist das denn??? Ich weiß nun, was für ein Geschäft ich gern hätte.

Zum 500. Jahrestag der Entdeckung Brasiliens ließ der damalige Präsident keinen Champagner, sondern Cachaça auftischen. Ha, ich werde bei meinen Empfängen mit Caipirinha anstoßen lassen. Weltklasse Idee von Fernando Henrique Cardoso. Danke, Fernando!

In Minas Gerais ist an allen Fazendas (Bauernhöfen) ein kleines Zuckerrohrfeld dabei, um Zucker und Cachaça für den Hausgebrauch herstellen zu können. Schluchz, warum wächst Zuckerrohr nicht in Deutschland? So ein kleines Zuckerrohrfeld in meinem Garten wäre doch allerliebst.

Im Umbanda- und Candomblé-Kult muss der erste Tropfen für Heilige und Götter auf den Boden geschüttet werden. Ja, und die Limette ist die heilige Frucht in meinem Glauben, dem SAP-ZEN-Puscheligkeits-Buddhismus. Das ergibt alles Sinn.

Im November 1660 bis April 1661 kam es zum sog. Cachaça-Aufstand. Das portugiesische Königshaus hatte nämlich Angst, dass keiner mehr die Weine und Branntweine aus Portugal trinken wollte. Es wurden sogar Schiffsladungen mit Cachaça zerstört. Was für ein Verbrechen! Mein Herz blutet! Aber wir wissen, dass der Cachaça gewonnen hat!

Übrigens: Caipirinha war ursprünglich ein Medikament gegen Erkältung. Gut zu wissen! Vergesst Wick Medinait, trinkt lieber einen Caipi!

Deutschland ist der weltweit größte Cachaça-Importeur, dank Caipirinha. Oh, habe ich damit zu tun? Uppsi!

Das Verführerische im Cachaça ist immer wieder thematisiert worden: auf einem Etikett bietet Eva Adam statt eines Apfels ein Glas Schnaps an. Nichts gegen Äpfel, aber mir ist es auch bedeutend lieber, wenn Rahm mir einen Caipi anbietet.

In dem Bericht gibt es noch viele andere Informationen, also hört ihn Euch ruhig an oder ladet Euch das PDF runter, es lohnt sich. Die Atmosphäre kommt sehr gut rüber, ab und zu ist schöne Musik im Hintergrund zu hören.

Um zu beweisen, dass ich mich für diesen Artikel auch persönlich engagiert habe, wagte ich ein Experiment. In Deutschland bekommt man häufig industriell hergestellten Cachaça angeboten. Bisher verwendete ich für meine Caipis meistens den berühmten mit P. Mir schmeckt der auch, meine Geschmacksnerven sind eh ein bisschen grobmotorisch unterwegs. Ich besorgte mir nun extra für diesen Artikel einen Cachaça mit dem Zusatz „artesanal“ — die gute alte Handarbeit, anstatt Massenproduktion. Dank Internet und Webshops war so ein Schnaps gar nicht mal schwer aufzutreiben. Den für 200 EUR habe ich dann allerdings doch nicht bestellt. Meine Wahl fiel auf dieses gute Tröpfchen:

Cachacabuddel

Zuerst probierte ich ihn pur. Ja, schmeckt etwas anders als Pitú, etwas milder und mit anderem Aroma. Aber ich bin kein Cachaça-Pur-Trinker, bei mir kommt nur eine Vermählung mit Rohrzucker, Limetten und Eis in Betracht. Also fix einen Caipi zubereitet. Wie ich das normalerweise angehe, habe ich hier berichtet, inkl. interessanter Diskussion in den Kommentaren.

Übrigens stieß ich auf der Suche nach einem Cachaça artesanal auf kleine Cachaça-Flaschen. Wie süß sind die denn, bitte schön??? Praktisch für den Caipi unterwegs (oder um ihn in die Anstalt zu schmuggeln, aber das ist böse und würde ich nie machen!).

Cachaca_und_beste_Bassets

Als Größenvergleich ein Bild der weltberühmten Schauspielerin Isi mit ihrer lieben Mutter Momo in Postkartengröße.

Und außerdem bin ich die Erfinderin des Bloody Caipi für mein kleines Vampirchen, das hier lebt, aber das nur am Rande.

Auch vor einem 5-Liter-Caipi schrecke ich nicht zurück, man nennt mich nicht umsonst die Caipifrau oder auch Lady Limette.

Blasentee kann man mit Caipi übrigens auch richtig lecker hinkriegen.

Doch nun genug mit den ollen Kamellen aus meinem Blog. Passte thematisch gerade so schön, widmen wir uns nun aber meinem Experiment. Ich bereitete mir wie gesagt einen Caipirinha in XXL-Größe, also einem halben Liter, zu.

Caipi_1

Dieses Mal mit gecrushtem Eis, da kann man schöner drin rumrühren.

Dazu ein bisschen was zu knabbern und passende Lektüre: „Der Club der unsichtbaren Gelehrten“, ein Scheibenweltroman, der sich mit Fußball beschäftigt.

Caipi_2

Und, oh, wer sitzt da ganz in der Nähe des Caipiglases? Meine kleine Umpfina, die im Gegensatz zu ihren Artgenossen nicht in einem Einweckglas lebt, aber ihr Nest bisher selten verließ. Wurde sie durch das köstliche Getränk angelockt?

Cachacarina

Es schien so, denn als ich ihr einen Schluck spendierte, trank sie mit großem Vergnügen! Ich taufte daraufhin die noch namenlose Umpfina mit einigen Tropfen Caipi auf den wunderschönen Namen Cachaçarina. Ihr Auge leuchtete, als ich sie fragte, ob sie den Namen mag. Geboren in 2014, dem Weltmeisterschaftsjahr in Brasilien, dem Land des Cachaças. Darauf eine Runde scheiß Herzchen: ♥♥♥♥♥ (Für neue Mitleser: „scheiß Herzchen“ ist auch so ein Running Gag hier im Blog. Bitte denkt Euch nichts dabei, dieses Blog ist ziemlich bekloppt. Oder, wie das Frechmonster gerade anmerkt, vor allem die Blogschreiberin.)

Um endlich zum Ergebnis des Geschmackstestes zu kommen: Der Caipi schmeckte mir sehr gut, einen Tick besser als mit Pitú. Und dieses köstliche Getränk lockt sogar schüchterne Ümpfe an. Damit dürfte die Epochalität dieses köstlichen Tropfens bewiesen sein. An alle Caipifans: Probiert ruhig mal andere Sorten aus, das sind interessante, wertvolle Experimente.

Noch mal zurück zur WM: Obwohl einiges im Zuge der WM sehr fragwürdig ist, freue ich mich trotzdem auf das Fußballfest. Mein Traumfinale wäre Brasilien — Deutschland. Aber vermutlich wird uns wieder Italien im Weg stehen. 🙂 Wir werden sehen… Außerdem hoffe ich, dass Brasilien nicht nur effizient und taktisch geprägt spielt, sondern ab und zu auch ein bisschen zaubert. Vielleicht sollten die Spieler einfach ein paar Tropfen Cachaça in ihren Tee gießen?

Vier interessante Links habe ich noch für Euch:

Ich hoffe, der Artikel hat Euch etwas gefallen, obwohl er ein bisschen anders (Euphemismus für „ziemlich bekloppt“) ist. Aber einfach nur Fakten aus dem Internet abschreiben wollte ich nicht so gern, obwohl das sicher einen höheren Informationsgehalt gehabt hätte.

Morgen geht es übrigens bei Sascha weiter. Mit welchem Land? Lasst Euch überraschen! Der puschelige Mendigo hat außerdem eine schöne Übersicht über die erste Teilnehmerrunde geschrieben. Ich freue mich schon darauf, viele Neuigkeiten über die anderen Teilnehmerländer zu erfahren. Ist ja als Weltherrscherin auch wichtig, über alle Staaten Bescheid zu wissen, nicht wahr? 😉

Und zum Abschluss zeige ich denen, die bis hierhin durchgehalten habe, was passiert, wenn man versucht, Monster zum aktiven Fußballspielen zu überreden, um die Vorfreude auf die WM zu steigern. Das hat zwar so explizit nichts mit Brasilien zu tun, aber immerhin fällt der Begriff „Cachaça“… Ob dieser kleine Fotostory-Anhang eine Belohnung oder eine Bestrafung ist, müsst Ihr selbst entscheiden. 😈 Immerhin enthält der Bericht ein schlechtes Wortspiel, das nur „Herr der Ringe“-Fans verstehen werden, es ist also alles drin oder zumindest ein bisschen. 😉

Mit zwei Klicks werden die Bilder übrigens noch größer, falls Ihr Euch den knuddeligen Flachlandhutzerich im Hintergrund noch genauer anschauen möchtet. 🙂

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